Intel erhöht offenbar Prozessorpreise um bis zu 20 Prozent – auch Qualcomm und AMD betroffen

Intel hat die Lieferpreise für mehrere Prozessorfamilien offenbar bereits zum 1. September angehoben. Nach Informationen der taiwanischen Wirtschaftszeitung Commercial Times, über die auch TrendForce berichtet, fallen die Aufschläge je nach Modell unterschiedlich aus. Besonders betroffen sind leistungsstarke Panther-Lake-Prozessoren mit großer integrierter Grafikeinheit. Hier sollen Hersteller inzwischen 15 bis 20 Prozent mehr bezahlen. Auch ältere Prozessoren für Notebooks, Desktop-PCs und Mini-PCs sind von den Preisanpassungen betroffen.

Panther Lake mit den höchsten Aufschlägen

Bei Panther Lake konzentrieren sich die gemeldeten Preiserhöhungen auf Varianten mit leistungsfähiger integrierter Grafik. Die Aufschläge liegen laut Bericht zwischen 15 und 20 Prozent. Andere Modelle der Familie sollen von dieser Anpassung ausgenommen sein. Hintergrund dürfte unter anderem die aufwendige Fertigung sein. Intel produziert den CPU-Compute-Tile von Panther Lake im eigenen 18A-Verfahren, während der GPU-Tile bei TSMC im N3E-Prozess entsteht. Gerade die größeren Grafikeinheiten benötigen entsprechend mehr Silizium aus der externen Fertigung. Für Meteor Lake und Arrow Lake werden Preissteigerungen zwischen 5 und 10 Prozent genannt. Auch die älteren Plattformen Alder Lake und Twin Lake sollen teurer geworden sein. Hier bewegen sich die gemeldeten Aufschläge zwischen 10 und 20 Prozent.

Auch günstige Mini PCs könnten teurer werden

Gerade bei Alder Lake und Twin Lake dürfte die Entwicklung für Hersteller günstiger Komplettsysteme interessant sein. Die stromsparenden Prozessoren kommen unter anderem in Mini PCs, kompakten Office-Rechnern und anderen preiswerten Geräten zum Einsatz. Steigende Einkaufspreise könnten sich deshalb auch auf Systeme auswirken, die bislang vor allem über ihren niedrigen Anschaffungspreis attraktiv waren. Ob die Hersteller die zusätzlichen Kosten vollständig an ihre Kunden weitergeben, bleibt allerdings abzuwarten. Die genannten Prozentwerte beziehen sich auf die gemeldeten Prozessorpreise im Hersteller- und Zulieferergeschäft. Daraus lässt sich keine gleich hohe Verteuerung fertiger Notebooks oder Mini PCs ableiten. Neben dem Prozessor beeinflussen zahlreiche weitere Komponenten den Verkaufspreis.

Qualcomm soll ebenfalls zehn Prozent mehr verlangen

Auch Qualcomm hat seine Preise laut dem taiwanischen Bericht angepasst. Seit dem 1. Oktober sollen unter anderem die PC-Plattformen Snapdragon X und Snapdragon X2 Elite rund zehn Prozent mehr kosten. Die Prozessoren kommen vor allem in Windows-on-ARM-Geräten zum Einsatz. Qualcomm nutzt für seine Chips ebenfalls moderne Fertigungsverfahren von TSMC und ist damit von den dortigen Produktionskosten abhängig. Bei AMD stehen möglicherweise ebenfalls Anpassungen bevor. Betroffen sein könnten ausgewählte Ryzen-Prozessoren für Endkunden sowie EPYC-Modelle für Server. Welche Prozessoren konkret teurer werden und wann die neuen Preise gelten sollen, ist bislang nicht bestätigt.

Steigende Fertigungskosten bei TSMC

Als wesentlicher Grund für die Entwicklung gelten steigende Kosten bei der Halbleiterfertigung. Moderne Fertigungsverfahren erfordern hohe Investitionen in Produktionsanlagen und verursachen entsprechend hohe Waferkosten. Hinzu kommen Kosten für die Verbindung mehrerer Chiplets und die fortschrittliche Gehäusetechnik. Die Nachfrage nach leistungsfähigen Chips für KI-Anwendungen und Rechenzentren erhöht zusätzlich den Druck auf die verfügbaren Fertigungskapazitäten. Eine offizielle Bestätigung der konkret genannten Preisaufschläge liegt bislang nicht vor. Die Angaben stammen aus Berichten über die Lieferkette. Auch lässt sich derzeit nicht feststellen, in welchem Umfang die Änderungen bereits bei den Endkunden angekommen sind.

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