Das LG G4 im Test – Das gelungene Gesamtpaket

1. Vorwort

Mit dem LG G2 sowie dem Nachfolger, dem LG G3, hat man aus dem Hause LG in den letzten beiden Jahren zwei wirklich sehr gute Smartphones im Highend-Bereich präsentiert. Die auf der Rückseite gelegenen Lautstärke-Tasten und der dortige Power-Button waren etwas Neues beim G2, an welchem man bis heute festhält. Im Weiteren war das LG G3 das erste Smartphone, welches auf ein QHD-Display setzte. Letztlich konnte mich das LG G3 in meinem Test fast gänzlich überzeugen. Denn im Zusammenspiel mit Leistung, Kamera, Design und Oberfläche war das LG G3 mein Allroundtalent des Jahres 2014 – und was soll ich sagen, ich habs mir gekauft und bin bis heute damit zufrieden. Ende April wurde dann das neue LG G4 vorgestellt, welches seid Juni bei uns käuflich erworben werden kann. Und auch hier bleibt sich LG selber treu und liefert keinen Metallrahmen, dafür aber einen wechselbaren Akku. Punkten will man mit einer neuen Rückseite aus Leder, welche gerade im Bereich Design aber auch Handling den User überzeugen soll.

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Bereits im Juni hatte ich Zeit das LG G4 kurzzeitig zu testen – und nun etwas verspätet, hier einmal mein kurzer Test nachgeliefert. Denn ein Nachfolger bzw. ein neues Premium-Modell soll ja noch in diesem Jahr folgen. Attraktiv ist das G4 zum jetzigen Zeitpunkt allemal. Den nach dem Erscheinungspreis von knapp 600,- Euro, bekommt man es derzeit bereits zum Preis um 450,- Euro.

 

2. Ausstattung, Spezifikationen & Lieferumfang

Nachdem es Probleme mit dem Snapdragon 810 aufgrund zu hoher Abwärme gegeben hatte, hat sich LG für den kleineren bzw. schwächeren Snapdragon 808 Sechskern-Prozessor entschieden, welcher aber immer noch ausreichen Leistung bringt. Im Zusammenspiel mit den 3 GB RAM sollten hier auch anspruchsvolle Anwendungen problemlos genutzt werden können. Auch beim G4 setzt LG auf ein QHD-Display, welches weiterentwickelt wurde und kleinere Negativpunkte beim Vorgänger beseitigt. Hierbei handelt es sich um ein 5,5 Zoll großes 2k-Display mit einer Auflösung von 2.560 x 1.440 Pixeln. Die Rückseitenkamera löst mit 16 MP auf und besitzt neben dem bekannten Laserautofokus, OIS 2.0 und eine f/1.8 Blende, welche für besonders gute Bilder bei schlechten Lichtverhältnissen sorgen soll. Die Frontkamera löst mit satten 8 MP auf und bietet FullHD-Aufnahmen. Somit bestens geeignet für Skype und eure Selfies. Der Akku beträgt 3.000 mAh und vorinstalliert ist Android 5.1 und LGs hauseigene UX Oberfläche in Version 4.0.

Hier einmal die wichtigsten Spezifikationen in der Übersicht:

  • Display: 5,5-Zoll QHD-Display (IPS Quantum Display mit 2.560 x 1.440 Pixeln)
  • Prozessor: Qualcomm Snapdragon 808 Sechskern-Chip
  • RAM: 3 GB
  • Speicher: 32 GB (per MicroSD-Karte erweiterbar)
  • Kameras: 16MP Rückseitenkamera mit Laserautofokus, OIS 2.0 und f/1.8 Blende ; Frontkamera mit 8 MP
  • Maße 148,9 x 76,1 x 9,8 mm
  • Gewicht: 155g
  • Akku: 3.000mAh (wechselbar)
  • Sonstiges: LTE/4G , Dual-Band Wlan a/b/g/n/ac, Bluetooth 4.1, NFC
  • OS: Android 5.1 mit LG UX 4.0

Alle Spezifikationen findet ihr auf der Produktseite des LG G4.

Und hier noch eine nette Infografik über die wichtigsten Spezifikationen.

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Beim Lieferumfang kann man sich – wie bei fast allen Geräten – kurz fassen. Denn in der netten Verpackung findet man nebem dem Smartphone noch ein Headset, Ladeadapter und USB-Kabel sowie eine Kurzanleitung.

 

3. Design, Optik und Verarbeitung

Wie bereits Eingangs erwähnt, kombiniert LG auch beim G4 Altbewährtes mit Neuem. So gibts auch beim G4 ein großes Display, welches nur von einem minimalem Rand eingeschlossen ist. Somit wenig verschenkter Platz an der Front. Beim Material setzt man weiterhin auf Plastik anstelle Aluminium bzw. einen Metallrahmen zu verbauen. Auch die auf der Rückseite liegenden Buttons sind wiederzufinden – und hat man sich an diese gewöhnt – ist die Platzierung eigentlich wirklich optimal.

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Die Ecken sind gut abgerundet aber eben nicht zu viel und auch die Rückseite ist leicht gebogen bzw. gewölbt, so dass das Gerät bestens in der Hand liegt. Wer ein paar Euronen mehr ausgeben kann, der bekommt aber auch eine Rückseite aus Leder, welche nicht nur wertig aussieht sondern sich auch so anfühlt. Persönlich gefällt mir diese Lederrückseite wirklich gut.

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Bei der Verarbeitung gibts eigentlich nichts zu meckern. Deutlich besser als beim G3 gelungen, ist offenbar der MicroUSB-Anschluss. Hier musste man beim G3 schon aufpassen, dass man das Kabel nicht zu fest einsteckte und etwas kaputt macht. Beim G4 „gleitet“ der Stecker förmlich hinein. Die rückseitigen Tasten haben einen guten Druckpunkt und auch das Display reagiert promt auf Berührungen. Fraglich ist für mich persönlich, wie es der Lederrückseite nach längerer Nutzung des Smartphones ergeht. Hier könnte es Verfärbungen geben oder die Nähte könnten leiden. Nach einer Woche Test kann ich hierzu leider nichts sagen. Positiv anzumerken ist hier aber eben, dass LG weiterhin auf eine wechselbare Rückseite setzt.

Als Zwischenfazit kann man festhalten, dass das LG G4 mit seiner guten Verarbeitung punkten kann. Die leicht gewölbte Rückseite gefällt und die Front liefert viel Display und wenig Rand. Die Lederrückseite ist ein Hingucker und passt sich optimal dem Rest des Smartphones an.

 

4. Das Display

Erstmals 2013 im LG G3 setzte man auf ein QHD-Display mit einer Auflösung von 2.560 x 1.440 Pixeln. Hiermit war LG der einzige Hersteller eines Smartphones, welcher diese hohe Auflösung bot. Zum Teil wurde LG auch noch etwas belächelt, denn viele andere Hersteller sahen eine 2k-Auflösung als „Unwichtig“ an.

Und schauen wir uns heute um ? Genau, QHD-Displays wo das Auge nur hinschaut. Die Frage über in Sinn oder Unsinn soll hier nicht geklärt werden. Fest steht, dass LG gegenüber dem LG G3 ein besseres Display mit besserem Kontrast und einer verbesserten Farbgebung bringt. Das LG G3 musste einiges an Kritik einstecken, was das Display anging. Gerade Kontrast und Helligkeit wurden oft als Negativpunkte genannt – ich selbst hatte hier eigentlich nur wenig zu meckern (bis gar nicht). Im direkten Vergleich mit dem G4 zeigt sich aber wirklich ein Unterschied. Das G4 liefert sattere Farben auch bei geringer Helligkeit. Bei Sonneneinstrahlung kann man jetzt besser vom Display ablesen (hier gibts den Outdoor Modus).

Meckern könnte man ausschließlich über die Größe, denn 5,5 Zoll sind schon groß. Optimal fürs Anschauen von Medien – fürs reine Internet hätten es auch ein paar Zoll weniger getan.

Festzuhalten bleibt für mich – LG kann das 2014er Display klar verbessern und liefert für mich bis dato eines der besten Displays im Jahr 2015 ab. Satte Farben, guter Schwarz-/ Weißwert und guter Kontrast können überzeugen.

 

5. Handling & Software

Kurz ein Blick hier nochmals auf das Handling, welches ich schon teilweise im Bereich Verarbeitung angesprochen hatte. Das LG hat eine gewölbte Rückseite. Dadurch liegt das Gerät auch wirklich sehr gut in der Hand. Wer aber gerne sein Smartphone zum Tippen und Co. auf den Tisch legt, wird sich möglicherweise am Wippen stören.

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Mich stört es nicht – ich behalte das Gerät ja auch in der Hand. Mit 5,5 Zoll ist das Display natürlich schon groß und eine Einhandbedienung kaum möglich. Bei einigen Anwendungen klappt das – doch meistens muss die zweite Hand unterstützen. Etwas kleiner hätte es auch getan, dafür spart man aber beim Rand und hat viel Display an der Front. Die Tasten auf der Rückseite sind gut zu erreichen – aber wer mit diesen noch nicht hantiert hat, braucht auch ein wenig Übung, um diese immer zu finden. Ist eben gewöhnungsbedürftig. Trotzdem finde ich auch weiterhin die Idee die Tasten dort unterzubringen und nicht an den Seiten, wirklich gelungen.

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Im Bereich Software setzt LG hier auf die hauseigene UX Oberfläche in Version 4.0 und auf ein vorsinstalliertes Android 5.1. Das Material Design wurde weiter in die Oberfläche integriert und auch sonst wurden hier und da Kleinigkeiten angepasst. Grundlegende Neuerungen sind aber eher nicht zu finden oder mir einfach nicht wirklich aufgefallen.

Weiter möchte ich hier auf die hauseigenen Apps nicht eingehen – manche sind sinnvoll und manche eben nicht. Postiv – viele kann man deinstallieren und somit Platz schaffen. Zumindest reagiert die Software schnell und wirkt nicht überladen. Letztlich ist eine solche Oberfläche wieder reine Geschmackssache.

 

6. Ausdauer

Die Akkulaufzeit – ein Thema, welches die Hersteller meines Erachtens so langsam mal wieder in Angriff nehmen sollten. Denn was verbauen die Hersteller heute ? Leistungsfähige Prozessoren sowie stromhungrige Displays, welche mit ihrer Leistung bzw. Auflösung glänzen. Doch die verbauten Akkus sind in den Jahren gleich groß geblieben oder sogar geschrumpft, damit das Gerät auch schön dünn ist. Blöd nur, wenn man das Gerät mehr am Ladekabel hängen hat, als damit zu hantieren.

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Verbaut hat LG hier einen 3.000 mAh starken Akku, welcher genügend Strom liefern soll. Ich sag mal so – macht er nicht. Richtet sich natürlich immer nach dem Nutzungsverhalten. Mal ist nach nem halben Tag Schluss, mal reichts ein paar Minuten länger. Ich hab hier jetzt nicht auf die Uhr geschaut, doch einen kompletten Tag bei normaler Nutzung hält der Akku des G4 nicht durch. Da hilft auch nicht die minimalste Displayhelligkeit. Und das wäre ja auch nicht im Sinne des Erfinders. Ich will ausreichend Akku bei der von mir favorisierten Helligkeit. Gerade das QHD-Display wird hier am Akku saugen. Somit gilt – nicht nur der Intensivuser sondern auch der Normaluser sollte beim G4 auch das Ladekabel einpacken. Für ein mögliches G5 wäre also meine Bitte an LG – entweder größeren Akku oder einen Leistungsfähigeren. Hier kann das LG G4 zumindest nicht wirklich punkten – wie Geräte anderer Hersteller aber leider auch.

 

7. Die Kamera

Nach „so viel“ Kritik kommen wir wieder zu etwas Positivem – der verbauten Hauptkamera des G4 an der Rückseite. Diese liefert 16 MP, eine f/1.8 Blende und den bekannten Laserautofokus. Persönlich fand ich die Bilder meines LG G3 schon wirklich gelungen – Schwächen gab es bei schlechten Sichtverhältnissen und Dunklelheit. Hier kann LG beim G4 noch einmal eine Schippe drauf packen. Die Kamera ist schnell startbereit und fokusiert ebenfalls schnell. Die Bilder sind farbgetreu und werden nicht künstlich aufgepeppt. Durch die gute Blende sind die Ergebnisse auch bei schlechteren Sichtverhältnissen besser geworden zum G3.

Mit der Kamera und den Bildern bin ich rundum zufrieden gewesen. Wer also viel Wert auf eine gute Kamera beim Smartphonekauf legt, kann beim LG G4 nichts falsch machen.

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Auch die Software wurde beim G4 etwas aufpoliert. Denn wer ISO-Wert und Co. selbst bestimmen möchte, bekommt mit dem manuellen Modus genau diese Eigenschaft geliefert. Für die Hobby-Fotografen unter uns, gibts aber auch weiterhin den automatischen Modus, wo die Kamera die besten Einstellungen für uns ermittelt.

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Super Kamera, kombiniert mit gelungener Software. Das Ergebnis sind durchweg sehr gute Bilder. Natürlich bleiben Schwächen bei Dunkelheit. Am Tag und bei Sonnenschein gibts beste Bilder, eine tolle Farbgebung und Kontrast. Klarer Pluspunkt von mir.

 

8. Was es sonst noch zu sagen gibt

LG selbst hat es bei der Präsebntation etwas verpasst anzugeben – aber ja, das LG G4 unterstützt Quick Charge 2.0. Was fehlt, ist das passende Ladekabel. Denn das im Lieferumfang mitgesendete, unterstützt die schnelle Ladetechnik nicht. Hier muss man selbst nochmal in die Geldbörse greifen und investieren.

Und offiziell kann der Bootloader entsperrt werden – jedoch geht jegliche Garantie flöten. Weitere Informationen dazu findet ihr HIER.

 

9. Fazit

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Ich kann mich hier kurz fassen. Mit dem LG G4 präsentiert man ein durchweg gelungenes Smartphone der Highend-Klasse, welches sich nicht hinter Samsung Galaxy S6 oder HTC One M9 verstecken muss. Punkten kann es ganz klar durch seine sehr gute Kamera und das Design samt verfügbarer Lederrückseite. Ebenfalls gefällt das Display, welches wieder fast die gesamte Front einnimmt. Einzger wirklicher Kritik ist der Akku. Dieser reicht einen halben Tag – vielleicht etwas mehr. Das ist zu wenig und sollte im kommenden LG G5 (oder wie das Gerät heißen wird) nachgebessert werden. Mit dem G4 bekommt man einfach ein gelungenes Gesamtpaket. Alles ist aufeinander gut abgestimmt und auch der Prozessor reicht vollkommen aus. Wer hier meckert, der meckert aber wirklich auf sehr hohem Niveau.

Für um die 450,- Euro kann man beim Kauf nichts falsch machen – wer interessiert ist, sollte zum jetzigen zeitpunkt vielleicht noch warten, bis das Premium-gerät vorgestellt wurde. Dass dürfte den Preis nochmals fallen lassen. Eine Kaufempfehlung gibts von meiner Seite aufjedenfall.

Mein Dank geht an dieser Stelle an LG für das Testgerät.

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