Smart Glasses müssen nicht zwangsläufig mit Kamera, Lautsprechern und möglichst vielen Sensoren ausgestattet sein. RayNeo verfolgt mit der neuen iO einen anderen Ansatz. Die nur 33 Gramm leichte Brille konzentriert sich auf ein dezentes Head-up-Display und KI-Funktionen für den Alltag. Der Verkaufsstart ist für den 4. September 2026 angesetzt und fällt damit direkt mit dem Beginn der IFA in Berlin zusammen. Im Gegensatz zu vielen aktuellen Smart Glasses verzichtet RayNeo bei der iO vollständig auf eine Kamera. Auch klassische Lautsprecher sind nicht verbaut. Stattdessen sollen Informationen möglichst unauffällig direkt im Sichtfeld des Trägers erscheinen.

Monochromes MicroLED-Display direkt im Sichtfeld
Herzstück der RayNeo iO ist das sogenannte Firefly-Nano-Optikmodul. Dahinter steckt ein lediglich 0,085 cm³ großes MicroLED-System, das Informationen über ein Waveguide-System in die Gläser einblendet. Das Display arbeitet bewusst nicht in Farbe, sondern stellt Inhalte monochrom in Grün dar. Mit einem Sichtfeld von 23,5 Grad ist die iO entsprechend nicht als klassische AR-Brille für Filme, Spiele oder großflächige virtuelle Inhalte gedacht.
Stattdessen liegt der Schwerpunkt auf kurzen Informationen, Benachrichtigungen, Untertiteln und anderen Textinhalten. RayNeo spricht daher selbst von einem Heads-Up-Text-Overlay. Die eigentliche Umgebung bleibt weiterhin sichtbar, während digitale Informationen darüber eingeblendet werden.
KI-Assistent, Übersetzungen und Transkriptionen
Ein wesentlicher Bestandteil der iO sind die integrierten KI-Funktionen. Über die Brille lassen sich beispielsweise Fragen an einen KI-Assistenten stellen, ohne dafür ständig das Smartphone aus der Tasche holen zu müssen. Darüber hinaus unterstützt die iO Live-Untertitel und Echtzeitübersetzungen. Gespräche können dabei direkt im Sichtfeld als Text dargestellt werden. Nach Angaben von RayNeo werden für die Echtzeitübersetzung 40 Sprachen unterstützt. Für Besprechungen und längere Gespräche steht außerdem eine Voice-Memo-Funktion zur Verfügung.

Diese kann Gespräche aufzeichnen und transkribieren. RayNeo nennt hierfür Unterstützung für mehr als 100 Sprachen. Über die zugehörige Smartphone-App können zudem unterschiedliche KI-Modelle genutzt werden. Dazu gehören unter anderem Gemini, ChatGPT, Claude und DeepSeek. Ein Teil dieser erweiterten Modellauswahl soll über ein optionales kostenpflichtiges Angebot bereitgestellt werden.
Keine Kamera und keine Lautsprecher
Bemerkenswert ist vor allem, was RayNeo bewusst weggelassen hat. Eine Kamera besitzt die iO nicht. Fotos und Videos lassen sich mit der Brille entsprechend nicht aufnehmen. Auch auf klassische Lautsprecher verzichtet der Hersteller. Für die Spracherkennung kommen stattdessen vier Mikrofone sowie ein Knochenschallsensor zum Einsatz. Letzterer soll insbesondere dabei helfen, die Stimme des Trägers zuverlässig von Umgebungsgeräuschen zu unterscheiden. Damit positioniert RayNeo die iO deutlich anders als Smart Glasses, die gleichzeitig Kamera, Kopfhörer und KI-Assistent sein wollen. Die Brille soll in erster Linie Informationen anzeigen und möglichst unauffällig im Alltag getragen werden können.
Steuerung über Smart Crown und Kopfbewegungen
Bedient wird die iO unter anderem über eine Smart Crown am rechten Bügel. Das kleine Drehrad erinnert vom Bedienprinzip an die Digital Crown der Apple Watch. Durch Drehen lässt sich durch Menüs und Listen navigieren, ein Druck öffnet den ausgewählten Eintrag. Zusätzlich können weitere Aktionen auf einen Doppelklick oder längeren Tastendruck gelegt werden. Daneben erkennt die Brille Kopfbewegungen. Über die HeadUp-Funktion kann das Display beispielsweise automatisch aktiviert werden, sobald der Kopf bis zu einem zuvor festgelegten Winkel angehoben wird. Dadurch sollen sich Informationen abrufen lassen, ohne die Hände benutzen zu müssen.
Mit 33 Gramm für den dauerhaften Einsatz gedacht
Mit einem Gewicht von 33 Gramm bewegt sich die RayNeo iO deutlich näher an einer gewöhnlichen Brille als viele klassische AR-Headsets. Genau darauf ist das Konzept ausgelegt: Die iO soll nicht nur für kurze Sessions aufgesetzt werden, sondern den Nutzer möglichst über den gesamten Tag begleiten. Dabei bleibt sie grundsätzlich zunächst eine Brille. Auch Korrektionsgläser für die individuelle Sehstärke sind möglich.

Ist der Akku leer, fallen zwar Display und Smart-Funktionen aus, die optischen Gläser können aber selbstverständlich weiterhin normal verwendet werden. Die iO wird zunächst in den beiden Farbvarianten „Polar Night“ in Dunkelgrau sowie „Dune“ in Gold angeboten.
Verkaufsstart am 4. September zur IFA 2026
Der weltweite Verkaufsstart der RayNeo iO ist für den 4. September 2026 vorgesehen. Damit nutzt RayNeo gleichzeitig den ersten offiziellen Messetag der IFA 2026 in Berlin für die Markteinführung. Dort wird die Brille vom 4. bis 8. September in Halle 21A zu sehen sein. Einen endgültigen Europreis nennt der europäische RayNeo-Shop derzeit noch nicht. International ruft RayNeo für die iO einen Preis von 479 US-Dollar auf. Auf der europäischen Produktseite bewirbt RayNeo aktuell lediglich einen Early-Bird-Rabatt.
Einführungsangebot: Ab €499,00
regulär: Ab €549,00