UGREEN nutzt die IFA 2026 für den Einstieg in ein deutlich breiteres Smart-Home-Ökosystem. Im Berliner Hotel Adlon Kempinski hat der Hersteller unter dem Motto „Smarter Living Starts Here“ seine neue AIoT-Strategie vorgestellt. Im Mittelpunkt stehen HomeAgent, lokale KI, neue AIoT-Geräte und eine engere Verzahnung mit UGOS Pro.
HomeAgent wird zur Zentrale des neuen UGREEN-Ökosystems
Bei der Präsentation im Hotel Adlon zeigte UGREEN erstmals ausführlich, wie HomeAgent künftig Smart-Home-Steuerung, lokale KI und Speicherfunktionen auf einer gemeinsamen Plattform bündeln soll. UGREEN beschreibt die eigene Strategie dabei mit drei zentralen Bereichen: „Local Intelligence“, „Whole-Home Control“ und „Open Ecosystem“.
HomeAgent soll nicht lediglich einzelne Sprachbefehle an verbundene Geräte weiterreichen. Das System soll Zusammenhänge innerhalb des Haushalts erkennen, verschiedene Geräte gemeinsam steuern und auch proaktiv auf bestimmte Situationen reagieren können. Gezeigt wurden unter anderem Funktionen zur Überwachung des Zuhauses, zur zentralen Gerätesteuerung und zur automatischen Aufbereitung von Informationen. Eine wichtige Rolle übernimmt dabei „Uliya“. Der neue KI-Assistent lässt sich mit „Hi Uliya“ ansprechen und soll als zentrale Schnittstelle zwischen Nutzer, HomeAgent und den angeschlossenen Geräten dienen. Damit geht UGREEN deutlich über die bisherige Rolle als Anbieter von Ladezubehör und NAS-Hardware hinaus.
Lokale KI und NAS-Systeme wachsen zusammen
Ein wesentlicher Bestandteil des Konzepts ist die Kombination aus „Local AI & Storage“. Statt persönliche Daten und sämtliche KI-Anfragen grundsätzlich über externe Cloud-Dienste laufen zu lassen, will UGREEN möglichst viele Funktionen lokal verarbeiten. Genau hier kommen die bereits vorhandenen NAS-Systeme ins Spiel. Mit der NASync-Reihe verfügt UGREEN bereits über eine lokale Speicherplattform, die künftig stärker für KI-Anwendungen genutzt werden soll. HomeAgent soll auf lokal gespeicherte Daten zugreifen und diese für verschiedene Automatisierungen und Assistenzfunktionen verarbeiten können. Dazu gehören auch sogenannte „AI Highlights“. Aus lokal vorhandenen Kameraaufnahmen soll die KI relevante Szenen erkennen und automatisch zusammenfassen können. Der Ansatz verbindet damit Smart-Home-Überwachung, lokale Datenspeicherung und KI-Verarbeitung innerhalb eines Systems. UGREEN verfolgt damit einen Weg, der sich klar von rein cloudbasierten Smart-Home-Konzepten unterscheiden soll. Wie leistungsfähig und flexibel die lokale Verarbeitung am Ende ausfällt, dürfte allerdings stark von der eingesetzten Hardware und den tatsächlich unterstützten Modellen abhängen.
UGOS Pro wird zur Grundlage des neuen Ökosystems
Parallel dazu zeigte UGREEN die nächste Ausbaustufe von UGOS Pro. Neben den klassischen NAS-Funktionen für Dateien, Fotos, Medien und Backups gehören auch Docker, Systemüberwachung und verschiedene KI-Funktionen zum System. Innerhalb der neuen AIoT-Strategie bekommt UGOS Pro allerdings eine deutlich größere Rolle. Das Betriebssystem soll zunehmend zur Plattform werden, auf der Storage, lokale KI und Smart-Home-Funktionen zusammenlaufen. UGREEN will sich dabei nicht vollständig abschotten. Während der Präsentation sprach das Unternehmen ausdrücklich von einem „Open Ecosystem“ und zeigte auch Matter als Bestandteil der Strategie. HomeAgent soll damit grundsätzlich auch Geräte anderer Hersteller einbinden können. Gerade dieser Punkt dürfte für den Erfolg entscheidend sein. Ein vollständig geschlossenes Smart-Home-System hätte es gegen bereits etablierte Plattformen entsprechend schwer. Die Kombination aus Matter, lokalem Storage und eigener KI-Verarbeitung könnte dagegen einen interessanten Ansatz darstellen.
UGREEN baut eine eigene AIoT-Produktfamilie auf
Passend zu HomeAgent zeigte UGREEN mehrere eigene Geräte für das neue Ökosystem. Dazu gehören verschiedene Kameras, ein Smart Speaker für Uliya und die UGREEN Gallery als digitaler Bilderrahmen. Bei den Kameras zeigte der Hersteller unter anderem die SyncCare Indoor Cam ID500 Pro, die Pole Cam OD600 Pro und die Battery Cam OD800 Pro. Als Preise wurden während der Präsentation 89, 159 beziehungsweise 199 US-Dollar genannt. Der UGREEN Smart Speaker soll als Sprachschnittstelle für Uliya dienen. Das kompakte Gerät verfügt über ein Drei-Treiber-System und soll sowohl für Musik als auch zur Steuerung des Smart Homes eingesetzt werden. UGREEN nannte hierfür einen Preis von 69 US-Dollar. Mit der UGREEN Gallery kommt außerdem ein eigener digitaler Bilderrahmen. Neben der klassischen Darstellung von Fotos soll das Gerät stärker in HomeAgent eingebunden werden und beispielsweise automatisch zusammengestellte Erinnerungen anzeigen können. Als Preis wurden 299 US-Dollar genannt. Damit zeichnet sich bereits ab, dass UGREEN nicht lediglich eine Softwareplattform anbieten will, sondern ein komplettes eigenes AIoT-Portfolio aufbaut.
MasterAgent MA100 bringt deutlich mehr KI-Leistung
Am oberen Ende der neuen Strategie steht der MasterAgent MA100. UGREEN bezeichnet das System als „Agentic AI Local Hub“ und setzt dabei auf NVIDIAs Jetson-Thor-Plattform mit T5000. UGREEN nennt eine KI-Rechenleistung von bis zu 2.070 TFLOPS. Damit soll der MA100 deutlich anspruchsvollere lokale KI-Modelle ausführen und unter anderem für Objekterkennung, Kontextverständnis und geräteübergreifende Automatisierungen eingesetzt werden können. Mit einem angekündigten Preis von 19.999 US-Dollar richtet sich der MA100 allerdings offensichtlich nicht an den klassischen Smart-Home-Nutzer. Das System ist vielmehr als technisch deutlich höher angesiedelte Plattform zu verstehen und zeigt, wie weit UGREEN seine lokale KI-Strategie langfristig treiben will. Dass UGREEN bei der Präsentation auch Arm einbezogen hat, unterstreicht diesen Anspruch zusätzlich. John Thompson, Senior Director of Edge AI Software bei Arm, sprach im Rahmen des Events über die Rolle lokaler KI-Verarbeitung am Edge.
Neue Nexode-Pro-Ladegeräte und Powerbanks
Trotz des großen AIoT-Schwerpunkts bleibt UGREEN seinem bisherigen Kerngeschäft treu. Beim Event im Adlon waren zahlreiche neue Nexode-Pro-Produkte zu sehen, darunter kompakte GaN-Netzteile mit 65 und 100 Watt. Gezeigt wurde unter anderem ein Nexode Pro mit vier Anschlüssen und einer maximalen Gesamtleistung von 100 Watt. Daneben präsentierte UGREEN weitere Modelle mit integriertem Display sowie besonders flache Ladegeräte.
Interessant für unterwegs ist außerdem ein neues 100-Watt-Modell mit drei Anschlüssen und integriertem, einziehbarem USB-C-Kabel. Das Konzept soll den zusätzlichen Kabelbedarf unterwegs reduzieren und gleichzeitig mehrere Geräte versorgen können. Eine neue Nexode Power Bank mit 10.000 mAh gehört ebenfalls zum kommenden Portfolio. Auch hier setzt UGREEN auf ein Display zur Darstellung von Ladezustand und Leistungsinformationen. Damit bleibt der klassische Zubehörbereich weiterhin ein wichtiger Bestandteil des Portfolios, auch wenn UGREEN den eigenen Fokus inzwischen deutlich verbreitert.
Honkai: Star Rail bekommt eigene UGREEN-Sonderedition
Abseits der klassischen Produktneuheiten zeigte UGREEN zudem eine umfangreiche Kooperation mit Honkai: Star Rail.
Die Sonderedition umfasst mehrere Lade- und Zubehörprodukte mit entsprechend angepasstem Design.















