xTool hat mit dem X1 eine neue All-in-One-Laserplattform angekündigt. Das System kombiniert Hochgeschwindigkeitsgravur, großformatiges Laserschneiden und eine modular erweiterbare Multi-Laser-Technik in einem Desktop-Gerät. Die Deposit-Phase für Reservierungen soll Ende September starten. Der offizielle Verkaufsstart in Deutschland ist für Ende Oktober geplant. Auf der IFA wird der xTool X1 ebenfalls zu sehen sein. xTool zeigt das neue System in Halle 20 an Stand 127.
Ein Gerät für Gravur, Schnitt und mehrere Laserquellen
Mit dem X1 will xTool mehrere bisher getrennte Laserklassen in einer Plattform zusammenführen. Bislang mussten Anwender je nach Aufgabe häufig zwischen Galvo-Systemen für schnelle Gravuren, Gantry-Systemen für größere Arbeitsflächen und unterschiedlichen Laserquellen für verschiedene Materialien wechseln. Genau diesen Bruch will xTool mit dem X1 reduzieren. Statt nur eine Laserquelle zu verbauen, kombiniert die Plattform einen 55-Watt-CO₂-Laserkopf mit einem separaten Galvo-Kopf, der einen 20-Watt-Diodenlaser enthält. Weitere Laserquellen lassen sich über Laser Swap nachrüsten. Damit richtet sich der X1 nicht nur an klassische Maker, sondern auch an kleine Unternehmen, Etsy- und Shopify-Händler sowie Nutzer, die ihre Laserproduktion ausbauen wollen, ohne mehrere Einzelgeräte nebeneinander betreiben zu müssen.
Hybrid Motion verbindet Gantry und Galvo
Eine der wichtigsten technischen Neuerungen nennt xTool Hybrid Motion. Dabei kombiniert der X1 die Bewegungsabläufe eines klassischen Gantry-Systems mit dem schnellen Scanning eines Galvo-Lasers. Das Ganze läuft über ein koordiniertes Vier-Achsen-System. Der Vorteil liegt auf der Hand: Der X1 soll schnelle, detailreiche Gravuren ermöglichen und zugleich größere Flächen bearbeiten können. Das Flying-Galvo-System erreicht laut xTool Bearbeitungsgeschwindigkeiten von bis zu 6.000 mm/s über den gesamten Arbeitsbereich. Damit soll sich der X1 sowohl für schnelle Gravurjobs als auch für Schneidarbeiten auf größeren Materialien eignen.
Laser Swap für CO₂, Diode, Faser, MOPA und UV
Der zweite zentrale Baustein ist Laser Swap. Damit können verschiedene Laserquellen über einen gemeinsamen Strahlengang und einen zentralen Galvo-Kopf genutzt werden. Ab Werk bringt der X1 bereits zwei Laserarten mit: CO₂ für klassische Schneid- und Gravurarbeiten sowie Diode für schnelle Gravuren über den Galvo-Kopf. Über Laser Swap lässt sich die Plattform später erweitern. xTool nennt dafür unter anderem einen 30-Watt-Faserlaser, einen 60-Watt-MOPA-Laser und einen 5-Watt-UV-Laser. Für Anwender ist das vor allem bei unterschiedlichen Materialien interessant. CO₂, Diode, Faser, MOPA und UV decken jeweils andere Einsatzbereiche ab. Ein modularer Aufbau kann deshalb sinnvoll sein, wenn ein Betrieb Schritt für Schritt mehr Materialien bearbeiten will, ohne direkt neue Maschinen anschaffen zu müssen.
UniCast-Rahmen für mehr Präzision
Auch am mechanischen Aufbau hat xTool gearbeitet. Der X1 setzt auf einen sogenannten UniCast Frame. Dabei handelt es sich um eine Druckgusskonstruktion aus Aluminiumlegierung, die laut Hersteller in einem 4.000-Tonnen-Hochdruck-Druckgussverfahren entsteht. xTool ersetzt damit fast 100 herkömmlich montierte Einzelteile und mehr als 268 Schrauben durch drei monolithische Druckgussstrukturen. Das soll Montagetoleranzen reduzieren und langfristig für höhere Präzision, thermische Stabilität und Belastbarkeit sorgen. Gerade bei einem System, das schnelle Vier-Achsen-Bewegungen und mehrere bewegliche Strahlengänge kombiniert, ist die mechanische Stabilität nicht nur ein Detail. Sie entscheidet mit darüber, wie reproduzierbar Gravuren und Schnitte im Dauerbetrieb bleiben.
Premiere beim xTool SME Summit
Erstmals vorgestellt wurde der X1 beim ersten SME Summit von xTool in den USA. Dort rückte das Unternehmen stärker den professionellen Einsatz und das eigene „Connected Creation Ecosystem“ in den Vordergrund. Der X1 passt genau in diese Richtung. xTool will nicht mehr nur einzelne Geräte für Hobby, Werkstatt oder Bildung anbieten, sondern stärker komplette Workflows für Kreative und kleine Unternehmen abdecken. Im Rahmen des Summits verwies xTool außerdem auf den O1 Omni Printer, der nach Unternehmensangaben zum Start stark nachgefragt war.
Preise nennt xTool noch nicht
Konkrete Preise für den xTool X1 nennt das Unternehmen bislang nicht. Auch die finalen Konfigurationen für Deutschland stehen noch aus. Fest steht nach der Ankündigung: Die Deposit-Phase soll Ende September beginnen, der Verkaufsstart in Deutschland ist für Ende Oktober geplant.
