girocard erreicht Rekordwert: Kontaktloses Bezahlen wächst weiter – Bargeld verliert weiter an Bedeutung

Die girocard bleibt an deutschen Ladenkassen das wichtigste bargeldlose Zahlungsmittel. Im ersten Halbjahr 2026 wurde sie rund 4,21 Milliarden Mal genutzt. Das ist ein neuer Höchstwert und liegt vier Prozent über dem bisherigen Rekord aus dem Vorjahreszeitraum. Zum Vergleich: Im Gesamtjahr 2025 wurden 8,3 Milliarden Transaktionen mit der girocard gezählt. Die Entwicklung zeigt, wie stark sich Kartenzahlung im Alltag etabliert hat.

Foto: girocard / Alex Habermehl

Kontaktloses Bezahlen dominiert

Besonders deutlich wächst das kontaktlose Bezahlen. Im Juni wurden 92 Prozent aller girocard-Zahlungen kontaktlos abgewickelt. Viele zahlen inzwischen nicht mehr mit der Plastikkarte selbst. Die girocard steckt bei ihnen im Smartphone oder auf der Smartwatch und wird an der Kasse genauso kurz ans Terminal gehalten. Für kleine Beträge reicht das oft ohne PIN. Genau das macht den Unterschied im Alltag: Der Griff nach Karte, Handy oder Uhr ist schneller als das Suchen nach Kleingeld. Gerade dadurch hat sich die girocard stärker in Alltagssituationen durchgesetzt, in denen früher eher Bargeld verwendet wurde.

Auch kleine Beträge werden häufiger mit Karte bezahlt

Die girocard kommt inzwischen auch bei kleineren Einkäufen häufiger zum Einsatz. Bäckerei, Kiosk, Automat oder schneller Einkauf im Einzelhandel: Was früher oft bar bezahlt wurde, läuft heute zunehmend über Karte oder Smartphone. Das zeigt sich auch am durchschnittlichen Zahlbetrag. Dieser sinkt seit Jahren und lag im ersten Halbjahr 2026 bei 36,12 Euro. Gleichzeitig steigt die Infrastruktur weiter. In Deutschland gibt es inzwischen fast 1,4 Millionen Bezahlterminals im Einzelhandel. Damit wird Kartenzahlung auch dort normaler, wo sie früher nicht selbstverständlich war.

Umsatz steigt auf 151,9 Milliarden Euro

Trotz sinkendem Durchschnittsbetrag steigt das Gesamtvolumen. In den ersten sechs Monaten 2026 wurden mit der girocard Umsätze von 151,9 Milliarden Euro abgewickelt. Im Vorjahreszeitraum waren es 150,7 Milliarden Euro.

Grafik: girocard / Stabil & Grazil OHG

Das Wachstum fällt beim Umsatz damit deutlich geringer aus als bei der Zahl der Transaktionen. Der Grund liegt nahe: Die girocard wird häufiger genutzt, aber eben auch für kleinere Beträge.

girocard soll mehr können

Euro Kartensysteme arbeitet außerdem an neuen Einsatzmöglichkeiten. Ab Frühjahr 2027 sollen In-App-Zahlungen mit der girocard möglich werden. Damit könnten Kunden direkt in Händler-Apps mit der girocard bezahlen. Außerdem ist geplant, die girocard für Anwendungsfälle nutzbar zu machen, bei denen bislang oft eine Kreditkarte benötigt wird. Dazu gehören etwa Mietwagenbuchungen oder Hotelreservierungen. Damit würde die girocard funktional näher an Kreditkarten und internationale Debitkarten heranrücken. Gerade für Nutzer, die im Alltag hauptsächlich ihre Bankkarte verwenden, wäre das ein relevanter Ausbau.

Bargeld verliert weiter an Dominanz

Die neuen Zahlen zeigen nicht, dass Bargeld verschwindet. Sie zeigen aber, dass seine Rolle im Alltag weiter kleiner wird. Die girocard profitiert dabei von mehreren Faktoren: hoher Verbreitung, einfacher Nutzung, kontaktloser Zahlung und Integration in digitale Wallets. In Deutschland sind rund 100 Millionen girocards im Umlauf. Viele Menschen besitzen sie ohnehin über ihr Girokonto. Genau das macht die Karte im stationären Handel so stark. Mit neuen Funktionen wie In-App-Zahlungen und Reservierungen könnte die girocard künftig auch Bereiche abdecken, in denen sie bisher weniger präsent war.

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