Creality zeigt auf der Formnext Asia Shenzhen 2026 den kommenden K3 mit seinem neuen KliTek-System im laufenden Betrieb. Der CoreXY-Drucker setzt beim Mehrfarb- und Mehrmaterialdruck nicht auf einen klassischen Filamentwechsler, sondern tauscht einzelne Hotend-Einheiten automatisch aus. Vier davon finden im Gerät Platz. Neben unterschiedlichen Farben und Materialien lassen sich dadurch auch verschiedene Düsendurchmesser innerhalb eines Druckauftrags einsetzen.

Creality kündigt K3 bereits vor Messe an
Der Creality K3 war bereits vor seinem Messeauftritt bekannt, die Aufnahmen aus Shenzhen geben nun jedoch einen deutlich besseren Blick auf den Aufbau des Wechselsystems. Die einzelnen Einheiten sitzen an der Rückseite des Bauraums und werden vom Druckkopf bei Bedarf aufgenommen beziehungsweise dort wieder abgelegt. Creality wechselt dabei nicht den vollständigen Toolhead, sondern eine wesentlich kleinere Einheit aus Düse, Hotend und Filamentführung. Diese soll nur ungefähr ein Fünftel des Gewichts eines vollständigen Druckkopfs erreichen.
Creality K3 setzt auf vier KliTek-Einheiten
Beim K3 stehen vier Wechselpositionen zur Verfügung. Creality sieht diese unter anderem für den CMYK-Druck vor, allerdings ist KliTek nicht auf unterschiedliche Farben beschränkt. Da jedes Filament ein eigenes Hotend verwenden kann, lassen sich ebenso verschiedene Materialien miteinander kombinieren. Anders als bei Systemen mit einer gemeinsamen Düse müssen die Filamente dabei nicht bei jedem Wechsel denselben Schmelzkanal durchlaufen.

Das dürfte insbesondere bei Materialien mit unterschiedlichen Verarbeitungstemperaturen interessant werden. Zugleich reduziert ein separates Hotend den Materialbedarf beim Wechsel, weil nicht zunächst größere Mengen des vorherigen Filaments aus einer gemeinsamen Düse gespült werden müssen. Wie groß die Einsparung beim K3 tatsächlich ausfällt, lässt sich anhand der bisherigen Informationen allerdings noch nicht belastbar beurteilen.
Hotend statt vollständigem Toolhead
KliTek unterscheidet sich auch konstruktiv von klassischen Toolchangern. Der eigentliche Druckkopf verbleibt auf der X-Achse. Ausgetauscht wird lediglich das Modul mit Düse, Hotend und Filamentführung. Auf den Aufnahmen von der Formnext Asia ist der Aufbau gut zu erkennen: Die nicht benötigten Einheiten warten nebeneinander in ihren Parkpositionen an der Rückseite des Druckers.

Das spart bewegte Masse und reduziert gleichzeitig den Hardwareaufwand für zusätzliche Werkzeuge. Creality muss beispielsweise nicht vier vollständige Druckköpfe samt sämtlicher Komponenten unterbringen.<d
Jede Düse besitzt eine eigene Heizung
Jede KliTek-Einheit verfügt über eine eigene PTC-Heizung. Das nächste Hotend kann dadurch bereits vor dem Werkzeugwechsel vorgeheizt werden. Nach dem Einsetzen muss der K3 somit nicht erst eine vollständig kalte Düse auf die benötigte Verarbeitungstemperatur bringen. Creality verfolgt damit einen anderen Ansatz als Systeme mit induktiv beheizten Wechsel-Hotends. Für den eigentlichen Düsenwechsel werden rund fünf Sekunden genannt, während ein vollständiger Farb- oder Materialwechsel weniger als 15 Sekunden benötigen soll.
Drei Düsendurchmesser während eines Druckjobs
Interessanter als der reine Farbwechsel ist die Möglichkeit, unterschiedliche Düsendurchmesser innerhalb desselben Druckauftrags zu verwenden. Für KliTek werden 0,2, 0,4 und 0,8 Millimeter genannt. Der K3 könnte damit beispielsweise große Infill-Bereiche mit einer 0,8-mm-Düse fertigen und anschließend für Außenflächen oder kleine Details auf eine feinere Düse wechseln. Dadurch ließen sich Druckgeschwindigkeit und Detailauflösung innerhalb eines Bauteils wesentlich flexibler gegeneinander abwägen. Eine große Düse muss dann nicht mehr zwangsläufig für das gesamte Modell verwendet werden. Umgekehrt müsste ein großes Bauteil nicht vollständig mit einer 0,2- oder 0,4-mm-Düse gedruckt werden, nur weil einzelne Bereiche eine höhere Detailauflösung benötigen.
Creality K3 bietet 260 Millimeter Bauraum
Beim eigentlichen Drucker setzt Creality auf eine CoreXY-Konstruktion mit 260 × 260 × 260 Millimetern Bauraum. Der K3 bleibt damit in allen drei Achsen bei einem Würfel von 260 Millimetern. Auf den Messeaufnahmen ist zudem das weitgehend geschlossene Gehäuse zu erkennen, wobei die Oberseite beim ausgestellten Basismodell offen bleibt.

Eine aktiv beheizte Druckkammer soll der normale K3 nach den bislang bekannten Informationen nicht erhalten. Damit unterscheidet sich das Basismodell von größeren und stärker auf technische Materialien ausgerichteten Druckern. Für stark zum Warping neigende Filamente dürfte diese Einschränkung relevanter sein als für PLA, PETG oder flexible Materialien.
S-Drive soll auch weiches TPU verarbeiten
Für den Filamenttransport verwendet Creality einen S-Drive-Dual-Drive-Feeder. Das System soll insbesondere den Umgang mit flexiblen Filamenten verbessern. Nach Herstellerangaben reicht die Unterstützung bis hinunter zu TPU mit einer Shore-Härte von 80A. Creality stellt außerdem eine deutlich höhere Förderleistung gegenüber konventionellen Lösungen in Aussicht. Gerade zusammen mit den getrennten KliTek-Einheiten ergibt sich daraus ein interessanter Anwendungsfall. Starre und flexible Materialien könnten innerhalb eines Bauteils verarbeitet werden, ohne beide Filamente durch dasselbe Hotend führen zu müssen. Ob die versprochenen Werte auch bei komplexen Materialwechseln erreicht werden, müssen später unabhängige Tests zeigen.
Eddy-Current-Sensor kalibriert die Wechsel-Hotends
Ein automatischer Hotendwechsel funktioniert nur dann zuverlässig, wenn der Drucker die Position jeder einzelnen Düse exakt kennt. Schon geringe Abweichungen beim Einsetzen würden sich ansonsten auf Schichthöhe und Übergänge zwischen den Werkzeugen auswirken. Creality setzt dafür auf eine Kalibrierung mittels Eddy-Current-Sensor. Nach den bisher veröffentlichten Angaben soll das System die Mitte der jeweiligen Düse erfassen und daraus deren Offset bestimmen. Makers101 nennt unter Berufung auf Creality zwölf Sensoren und eine Genauigkeit von ungefähr 25 Mikrometern. Eine klassische mechanische Antastung der einzelnen Düsen soll dadurch entfallen.
Wechselmechanismus für 80.000 Zyklen getestet
Creality gibt für KliTek außerdem eine interne Erprobung über 80.000 Wechselzyklen an. Eine unabhängige Bestätigung dieser Herstellerangabe gibt es bislang nicht. Gerade dieser Punkt dürfte beim K3 allerdings entscheidend werden, da die mechanische Wiederholgenauigkeit unmittelbar die Druckqualität beeinflusst.

Neben der Verriegelung müssen auch die elektrischen Kontakte und die Positionierung der einzelnen Hotends langfristig zuverlässig funktionieren. Die Demonstration auf der Formnext Asia zeigt zunächst, dass der automatische Wechsel unter Messebedingungen funktioniert. Aussagen zur Haltbarkeit im Dauereinsatz lassen sich daraus naturgemäß noch nicht ableiten.
Creality bleibt beim K3 bei Klipper
Softwareseitig bleibt Creality seiner bisherigen K-Serie treu. Als Firmware kommt beim K3 erneut Klipper zum Einsatz. Damit ändert Creality beim neuen Wechselsystem zwar einen wesentlichen Teil der Hardwarearchitektur, hält an der bekannten Firmwarebasis jedoch fest. Einen konkreten Termin für den Verkaufsstart gibt es weiterhin nicht. Bislang wird das dritte Quartal 2026 als Zeitraum genannt. Der auf der Formnext Asia Shenzhen ausgestellte Creality K3 zeigt zumindest, dass die Hardware inzwischen funktionsfähig demonstriert wird und das KliTek-System nicht mehr nur in Herstelleranimationen oder frühen Prototypen existiert.