TRMNL X ausprobiert: E-Ink-Display für den Schreibtisch

E-Ink-Displays kennt man inzwischen nicht mehr nur von E-Book-Readern oder den Preisschildern aus dem Supermarkt: Zunehmend kommen auch Geräte mit größeren Panels für den Heimgebrauch auf den Markt – etwa die von mir mehrfach getesteten Bilderrahmen oder diverse Dashboards zur Anzeige von Informationen (wir hatten ja kürzlich mal die Wetterstation von SwitchBot ausprobiert). Das TRMNL X gehört zu letzterer Kategorie und zeigt auf Wunsch Informationen wie Kalender, Wetter, Aufgaben oder andere Daten an und aktualisiert sich je nach Einstellung automatisch. Ich habe mir das Ding in der letzten Zeit mal angeschaut.

Einrichtung und erster Eindruck

Das TRMNL X kommt mit einem 10,3 Zoll großen E-Ink-Display (1872 x 1404 Pixel) mit 16 Graustufen daher und stellt Inhalte scharf und wenig pixelig dar. Das Gehäuse besteht aus Kunststoff mit einer leichten Soft-Touch-Oberfläche. Neben dem Weiß auf den Fotos gibt es noch diverse andere Farben. Auf der Rückseite befindet sich ein magnetischer Konnektor, über den ein Adapter mit USB-C-Anschluss zum Aufladen des Akkus angeschlossen oder ein Standfuß befestigt werden kann. Magnetisch, zum Beispiel an Kühlschränken, hält das TRMNL X leider nicht von alleine.

Die Einrichtung des TRMNL X ist zügig erledigt: Nach dem Verbinden mit dem WLAN wird das Gerät über das TRMNL-Konto im Webinterface eingerichtet. Danach kann man sich auch durch die verfügbaren Plugins klicken und auswählen, was auf dem Display erscheinen soll. Mittlerweile gibt es davon weit über 1.200 Stück. Eigene Plugins lassen sich ebenfalls erstellen bzw. vorhandene Plugins konfigurieren – ein paar Beispiele von Inhalten sieht man auf den Fotos hier im Beitrag weiter unten.

Im Alltag schaut man dann immer mal auf das TRMNL X und wartet im Grunde darauf, dass die nächste Ansicht je nach eingestelltem Intervall erscheint. Wer möchte, kann über die Touchbar am unteren Rand auch manuell zum nächsten Bildschirm springen. Die Touchbar selbst funktioniert meistens zuverlässig.

Nutzung im Alltag

Nach ein paar Tagen Nutzung zeigt sich recht schnell, wofür das TRMNL X gedacht ist. Es soll kein Tablet ersetzen und schon gar kein Monitor sein. Dafür wäre E-Ink auch schlicht die falsche Technik.

Als Informationsanzeige funktioniert das Ganze dagegen ziemlich gut. Bei mir sind vor allem Kalender, Wetter und verschiedene Übersichten interessant. Gerade auf einem Schreibtisch ist es ganz nett, einfach kurz auf das Display zu schauen, ohne erst irgendeine App öffnen zu müssen. Man muss aber eben auch damit rechnen, dass in dem Moment nicht der Inhalt dargestellt wird, den man eigentlich gerne sehen möchte.

Die Inhalte werden serverseitig in der Regel nur aktualisiert, wenn sie planmäßig auf dem Display angezeigt werden sollen. Das standardmäßige Mindestintervall liegt dabei bei 15 Minuten. Für Kalender oder Wetter reicht das vollkommen aus. Für Dinge, die wirklich live sein müssen, natürlich nicht.

Genau hier liegt aber eine der größten Stärken des TRMNL X: Der Bildschirm muss nicht ständig aktualisiert werden und in Kombination mit dem E-Ink-Display hält der Akku dementsprechend lange: Je nach verbautem Akku nennt TRMNL drei bis sechs Monate typische Laufzeit. Natürlich hängt die tatsächliche Laufzeit davon ab, wie oft das Gerät neue Inhalte abruft. Wer ständig zwischen vielen Ansichten wechselt oder besonders kurze Intervalle einstellt, wird von den Herstellerangaben entsprechend weniger haben.

Was mir nicht so gut gefällt

Ganz ohne Kritikpunkte kommt das TRMNL X nicht daher. Zum einen muss man sich mit dem Konzept und zumindest als Laie auch mit dem „Online-Betrieb“ über den Hersteller anfreunden. Wer einen Bildschirm erwartet, auf dem sich Inhalte sofort ändern oder interaktiv bedienen lassen, wird mit E-Ink nicht glücklich. Wer technisch entsprechend versiert ist, kann aber theoretisch auch alles selbst hosten und ist nicht mehr von der Cloud des Herstellers abhängig.

Mir selbst gefällt auch die Anschluss-Situation nicht wirklich. Ein USB-C-Anschluss direkt im Gehäuse ohne diesen proprietären Magnet-Konnektor auf der Rückseite würde mir deutlich besser gefallen. Denn den wird man einfach verlegen, wenn man das Teil an der Wand montiert und es so selten aufladen muss.

Und dann wäre da noch der Preis. Das TRMNL X kostet offiziell rund 200 Euro. Dafür bekommt man zwar ein ziemlich durchdachtes und funktionierendes Produkt und softwareseitig offenes System mit Cloud- oder Self-Hosting-Möglichkeit, günstig ist das Ganze aber nicht. Und der Anwendungsbereich ist eben sehr speziell.

Fazit

Meines Erachtens ist das TRMNL X vor allem dann interessant, wenn man sich selbst ein kleines Informations-Dashboard bauen möchte, aber keine eigene Hardware zusammenfrickeln will. Man bekommt eine solide Basis, die man irgendwie sinnvoll mit Leben füllen sollte. Technisch ist das TRMNL X für mich bis auf den Anschluss einwandfrei und die Optimierung des E-Ink-Panels ist überaus gelungen (Refreshdauer ca. 1 Sekunde). Aufschrauben lässt es das TRMNL X übrigens auch, um an den Akku (oder die übrige Hardware) heranzukommen.

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11 Kommentare zu “TRMNL X ausprobiert: E-Ink-Display für den Schreibtisch

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