1&1 ist vor dem Oberlandesgericht Koblenz mit Klauseln zu seinen Unlimited-Mobilfunktarifen gescheitert. Die 1&1 Telecom GmbH durfte sich in den AGB vorbehalten, bei „unüblichem Verbrauchsverhalten“ zu drosseln oder den Vertrag nach einem Hinweis außerordentlich zu kündigen. Genau diese Formulierung war dem Gericht zu unklar. Die Verbraucherzentrale NRW hatte gegen die Klauseln geklagt und bekam recht.
Grenze blieb offen
1&1 bewarb die betroffenen Tarife mit unbegrenztem Highspeed-Datenvolumen. Gleichzeitig blieb in den Bedingungen offen, ab wann ein Verbrauch nicht mehr üblich sein sollte. Kunden konnten damit nicht erkennen, wann ihnen eine Drosselung oder sogar eine Kündigung droht. Das OLG Koblenz sah darin einen Verstoß gegen das Transparenzgebot. Das Urteil mit dem Aktenzeichenb 2 UKl 4/25 stammt vom 30. Juli 2026. Eine Revision ließ das Gericht nicht zu.
Unlimited braucht klare Regeln
Das Urteil bedeutet nicht, dass Anbieter bei Missbrauch gar nichts unternehmen dürfen. Sie müssen mögliche Einschränkungen aber klar beschreiben. Wer einen Tarif als „Unlimited“ verkauft, kann die Leistung nicht über schwammige AGB wieder relativieren. Drosselung oder Kündigung müssen für Kunden vorher nachvollziehbar sein. Bei 1&1 war das nach Ansicht des Gerichts nicht der Fall. Die Klauseln erklärten nicht, wo intensive Nutzung endet und wo aus Sicht des Anbieters ein Problem beginnt.
Signal für andere Anbieter
Die Verbraucherzentrale NRW sieht in der Entscheidung eine Stärkung der Kundenrechte. Aus ihrer Sicht dürfen Unlimited-Versprechen nicht durch unbestimmte Vertragsbedingungen ausgehöhlt werden. Interessant ist das Urteil auch für andere Mobilfunkanbieter. Viele Tarife enthalten Fair-Use-Regeln oder Einschränkungen im Kleingedruckten. Nach der Entscheidung aus Koblenz müssen solche Grenzen klar erkennbar sein. Wer unbegrenztes Datenvolumen bewirbt, muss mögliche Einschränkungen ebenso deutlich formulieren.

hatten wir ähnlich gelagert schon 2008:
Festnetz-Flatrate, beworben mit „endlos telefonieren“
Arcor forderte besonders intensive Nutzer auf, ihr Gesprächsaufkommen erheblich zu reduzieren oder den Tarif zu wechseln.
Und auch bei der Telekom gab es was Ähnliches schon mal (2013):
Sie wollte Festnetz-Internet-Flatrates nach Erreichen bestimmter Datenmengen auf 384 kbit/s beziehungsweise 2 Mbit/s drosseln.
Typisch Deutschland: anstatt so etwas sofort – grundsätzlich – zu unterbinden, wird erst mal drüber verhandelt.
Ja, ist schon klar: jeder Fall ist anders (;-)
Wer der Werbung glaubt, glaubt auch an den Weihnachtsmann.
Aber grundsätzlich finde ich das Urteil richtig.
„Unlimited“ ist nunmal „Unlimited“. Da gibt es keinen „Missbrauch wegen exzessiver Nutzung“. Wenn ab Volumen X eine exzessiver Nutzung unterstellt wird, dann ist es ein Volumentarif. Wenn man nicht will, dass Kunden mehr als X Datenvolumen verbrauchen, dann muss man das auch so benennen. Ganz einfach.
Man stelle sich vor Streamingdienste bieten an, dass du so viele Filme und Serien gucken kannst, wie du magst und nach X Filmen heißt es plötzlich „Ja ne, das ist zu viel“ oder wenn man ein ein Abo bei einem News-Portal abschließt und nach X Artikel heißt es plötzlich „Ja ne, eigentlich sind halt maximal X Artikel bzw. Seitenaufrufe vorgesehen“.
Ich kann dieses betrügerische Behalten einiger Firmen einfach nicht ab u d Gerichte sollten auch entsprechend klar urteilen.
Mich ärgert es auch, wenn man zum Beispiel einen Tarif mit 30 GB Datenvolumen hat, den aber unterm Jahr kaum braucht, aber man die eingesparten GB nicht mit in die nächsten Monate nehmen kann, beispielsweise in den Urlaub, wo man es dann brauchen würde.
Mich ärgert es auch, wenn man zum Beispiel einen Tarif mit 30 GB Datenvolumen hat, den aber unterm Jahr kaum braucht, aber man die eingesparten GB nicht mit in die nächsten Monate nehmen kann, beispielsweise in den Urlaub, wo man es dann brauchen würde.Das ist dann aber eine andere Sache. Wenn es so nicht im Vertrag stand mit der Übernahme in den Monat, wäre das ok.
Einige Anbieter machen das inzwischen. Dann sollte man dahin wechseln.
Persönlich wüßte ich gar nicht, was ich mit 30GB (oder eben noch mehr) machen sollte. Den ganzen Tag am Smartphone Filme schauen? ISOS herunterladen?
Ist wohl eher was für Smartphone-Zombies.
Hab mal gerade geschaut wegen Nutzung. Ich nutze immer nur 5G am Handy. Nie WLAN. Auch nicht, wenn ich zuhause bin, denn 5G ist hier schneller als das DSL über WLAN. Meine monatliche Nutzung in den letzten 3 Monaten liegt bei durchschnittlich 35GB pro Monat. Haupttreiber sind Netflix (in der Mittagspause), Reddit (abends /r/foundsatan, /r/funny,…) und eben Updates für Apps etc. Ich habe hier aber einen wirklich unlimitierten Tarif. Selbst wenn ich da ein Terabyte durch die Leitung drücke, geht das ohne Drosselung.
so unterschiedlich können die Bedarfe sein.
Sehr speziell, aber nachvollziehbar.
„Unlimited“ gibts im deutschen nicht, fertig! Das ist das gleiche wie bei „Cheese“, das deutsche Lebensmittelrecht schreibt vor was Käse ist, meint ein Hersteller die wieder strecken zu müssen ist eben nicht mehr die scharfe Käsefrikadelle sonder nur noch die Chilli-Cheese-Frikadelle. Im Supermarkt dann in der Zutenliste mit Schmeltkäsezubereitung gekennzeichnet wärend die Imbusbuden weiter Volksverblödung mit „US-Buzz-Words“ machen dürfen.
Wenn einer kein deutsches Wort verwendet kannst du dir sicher sein das man damit nur elegant deutsche Gesetze umschifft.
Spannende Aussage.
Gibt’s dafür empirische Belege. Rechtlich hört sich das äußerst spannend an.
In der Lebensmittelindustrie wird ja sowieso getrickst, noch und nöcher.
Aber im Mobilfunkbereich ist unlimited ja ein gängiger Begriff.
Ob der einfach gedehnt werden darf?
Hau mal bitte paar Quellen raus, ich möchte mich belesen.
🙏🏼💐
Die Theorie gefällt mir. Das deutsche Recht lässt sich also mit einem englischen Begriff aushebeln. Erstaunlich, dass das OLG Koblenz trotzdem über einen „Unlimited“-Tarif entschieden und die Klauseln kassiert hat.
Vielleicht lag das Problem am Ende doch eher bei den intransparenten AGB als an einem Buzzword.
Ich habe einen Prepaid Tarif der Telekom (MagentaMobil Prepaid M) mit 20GB für 9,95€/28Tage mit Datenmitnahme der unverbrauchten GB (allerdings nicht kumuliert, sondern nur die unverbrauchten vom Vormonat). Da ich schon lange Prepaid Kunde bin, habe ich mittlerweile 10GB Datenbonus/28Tage, die mir im Normalfall schon reichen.
D.h. ich habe 50GB/28Tage für 9,95€.
Es gibt natürlich Schnäppchen die günstiger sind, aber ich bin damit absolut zufrieden, auch bezgl. Abdeckung.
Milchmädchenrechnung.
den Tarif nutze ich auf meinem Smartphone ebenfalls und bin auch sehr zufrieden.
Auf meinem alten Notfalltelefon Samsung GT-B2710 ist noch ein alter O2 Tarif. Keine monatliche Grundgebühr.
Einmal im halben Jahr mit 1ct aufladen (ja geht!) reicht.
Unfassbar wichtiges Urteil gegen diese unseriöse Klitsche.
Endlich mal Eines, wo keine Instanzen mehr durchgenudelt werden können.
Gerichte sollten ihre Urteile viel häufiger fixieren und nicht den ganzen Großkonzernen die Option geben, mit Verzögerungstaktik, bis zum BVG oder EuGH zu gehen.
Und ja, es sind immer die gleichen Konzerne die vor Gericht stehen und sich ihrer illegalen Machenschaften stellen müssen.
Und nur mal so nebenbei, 1&1 drosselt auch schon die normalen Tarife ab dem ersten Bit.
Habe den Vergleich zwischen 1&1 im O2 Netz und dann original original Telefónica im 02 Netz.
Das gleiche 1&1 über Vodafone als auch Original Vodafone.
Wo bei 1&1 0,x-5Mbit kommen hauen die original Anbieter hier 25-50Mbit raus. Weit weg vom maximum aber „10x“ schneller als 1&1, gleiche Handys, gleicher Standort.
vorallem was die an unüblich ansehen…. ich verbrauche am tag meine 15 GB Traffic da twitch so viel schluckt…. dafür kann ich doch nix!
1und1 … gruseliger Laden mit Drückerkolonnen Vipes genauso unseriöser Laden wie Freenet.
ganze lobby arbeit geleistet..so funktioniert das fliegenband..ist es voll..macht man den sack zu und zockt ins unentliche..solange solche ominösen geschäftspraktiken geduldet werden..wird sich dahingehend auch nichts ändern..ich bin für klarre regeln und vorgaben zum schutz der entverbraucher..
Warum bekommt es der Laden (und der Großteil der Telcos in DE) nicht gebacken die -Flatrate Tarife- im Mobilfunknetz nach Geschwindigkeit zu bepreisen.
Das funktioniert in Österreich ja sogar als Prepaid Tarif, da gibt es für knapp unter 30 Euronen uneingeschränkte Datenübertragung bei 25Mbit/s, wer es schneller möche bezahlt eben mehr, das Datenvolumen ist dabei unerheblich. Das kann man bei Vertragstarifen doch genau so gestalten.
Einfach, klar und für jeden nachvollziehbar.
Wie kam man mit 10gb überleben, im Monat.
Also mit Bus 1 stunde 35 zur Arbeit im Bus hat es, manchmal wlan meistens aber nicht.
Gerade im Zug betrieb muss ich manchmal 1 stunde an einem. Bahnhof stehen ohne WLAN.
90% aller Apps brauchen Internet, und ich spiele nicht also auch keine offline Spiele.
Man kann ein Film vordran laden in netflix und Co ja.
Also die 50 GB reichen jetzt für ein monat wo ich hab im handy betrieb, hatte unlimitiert wo wirklich unlimitiert waren bei telekom, und klar geht das nicht lange gut wenn man bei billig Firmen für 30 euro das selbe erwartet. 🤣
Aber es gibt ja sogar leute die haben das Heim lan mit limitierten gbs, dort wolte mal telekom mir sagen das 60 GB reicht in der internet starter Edition 3 plus Mini Router für ein Monat plus mega stream Abo am TV 😂🤣 die waren nach fast 2 Tagen weg hab den auf 400 GB erhöht den gings aber auch nur weil es über lte ging. 🤣