(Original 12.10.2026): Die Deutschen verschicken immer weniger Briefe. Für die verbliebenen Kunden wird es deshalb ab Januar 2027 vermutlich erneut teurer. Die Bundesnetzagentur will der Deutschen Post eine durchschnittliche Portoerhöhung von 20,35 Prozent erlauben. Ein Standardbrief könnte damit künftig 1,15 Euro kosten. Noch vor 15 Jahren waren dafür gerade einmal 55 Cent fällig. Das Briefgeschäft verliert seit Jahren an Bedeutung, die Preise kennen dagegen nur eine Richtung. Der am Montag veröffentlichte Entwurf sieht den bislang größten genehmigten Preisaufschlag vor. Derzeit kostet ein Standardbrief 95 Cent. Rechnerisch wären bei vollständiger Ausschöpfung des Spielraums künftig rund 1,14 Euro möglich. Die endgültigen Preise legt die Deutsche Post selbst fest, nachdem die Bundesnetzagentur den zulässigen Rahmen beschlossen hat.

Ein schrumpfendes Geschäft wird immer teurer
2005 wurden in Deutschland noch 16,9 Milliarden Briefe verschickt. Zwanzig Jahre später waren es nicht einmal mehr 9,4 Milliarden. Rund 44 Prozent des damaligen Versandvolumens sind verschwunden. Die Entwicklung überrascht kaum. Rechnungen landen im E-Mail-Postfach, Verträge werden digital unterschrieben und selbst Behörden entdecken zunehmend die elektronische Kommunikation. Nur die Briefpost hält an einer Infrastruktur fest, deren Kosten sich auf immer weniger Sendungen verteilen. Für Filialen, Briefkästen, Sortieranlagen und Zustellpersonal fallen natürlich weiterhin Kosten an. Für Bundesnetzagentur-Präsident Klaus Müller ist genau das der Grund für den vorgesehenen Preisaufschlag. Die Digitalisierung lasse die Briefmengen sinken, während die Zustellkosten bestehen bleiben. Der Regulierer habe der Post dabei sogar weniger zugestanden, als diese ursprünglich gefordert hatte. Die Rechnung geht allerdings zulasten derjenigen, die weiterhin Briefe verschicken. Sie sollen ein System finanzieren, dessen wirtschaftliche Grundlage seit Jahren wegbricht. Und mit jeder Portoerhöhung wird der klassische Brief gegenüber digitalen Alternativen noch unattraktiver.
Die eigentliche Frage wird kaum gestellt
Dass die Briefpost nicht vollständig verschwinden kann, steht außer Frage. Bestimmte amtliche Dokumente, rechtlich relevante Zustellungen und die Kommunikation mit Menschen ohne digitalen Zugang erfordern weiterhin einen vermeintlich verlässlichen Postdienst. Aber rechtfertigt das auch auf Dauer den bisherigen Umfang der Zustellinfrastruktur? Während in anderen Bereichen längst über digitale Prozesse, Automatisierung und geringere Verwaltungskosten gesprochen wird, besteht die Antwort beim Briefgeschäft vor allem aus höheren Preisen. Dabei wäre gerade der massive Rückgang der Sendungsmengen ein Anlass, die postalische Grundversorgung grundsätzlicher zu überprüfen.
Ein Brief ist heute für viele Menschen kein alltägliches Kommunikationsmittel mehr, sondern eine Ausnahme. Die Preisgestaltung orientiert sich allerdings weiterhin an den Kosten eines Systems, das aus einer Zeit stammt, in der Millionen Rechnungen, Kontoauszüge und Mitteilungen selbstverständlich auf Papier verschickt wurden. Die Deutsche Post kennt das Problem selbst. Der Konzern warnt davor, dass zu starke Preiserhöhungen noch mehr Kunden vertreiben könnten. Trotzdem soll das Porto nun so kräftig steigen wie nie zuvor.
Auch Pakete könnten deutlich teurer werden
Auch beim Paketversand werden die Kunden vermutlich stärker belastet. Die Bundesnetzagentur sieht hier einen durchschnittlichen Erhöhungsspielraum von 10,72 Prozent vor. Für Geschäftskundenbriefe gelten dieselben 20,35 Prozent wie für Privatkunden. Die Post verweist auf gestiegene Kosten für Personal, Energie und Materialien. Das ist angesichts der allgemeinen Kostenentwicklung nicht von der Hand zu weisen. Allerdings unterscheidet sich der Paketmarkt vom Briefgeschäft: Hier gibt es mehrere große Wettbewerber, und der Onlinehandel sorgt weiterhin für eine erhebliche Nachfrage. Ob die Deutsche Post den möglichen Preisspielraum vollständig ausschöpft, bleibt abzuwarten. Der Konzern kündigte bereits an, bei der Preisgestaltung auch die Belastung der Kunden berücksichtigen zu wollen.
Von 55 Cent auf möglicherweise 1,15 Euro
2012 kostete ein Standardbrief 55 Cent. Sollte die Post ab Januar 2027 tatsächlich 1,15 Euro verlangen, wäre das ein Anstieg um gut 109 Prozent innerhalb von 15 Jahren. Im selben Zeitraum hat sich der Brief als alltägliches Kommunikationsmittel immer weiter verabschiedet. Noch ist die Erhöhung nicht beschlossen. Unternehmen und Verbände können zunächst Stellung nehmen, anschließend entscheidet die Bundesnetzagentur über den endgültigen Spielraum. Die konkreten Tarife der Deutschen Post müssen ebenfalls genehmigt werden und sollen dann für zwei Jahre gelten. Am Ende bleibt eine bemerkenswerte Entwicklung: Die Digitalisierung hat einen großen Teil des klassischen Briefverkehrs längst überflüssig gemacht. Anstatt die Infrastruktur an den sinkenden Bedarf anzupassen und Kosten zu senken, verlangt die Post von den verbliebenen Kunden immer mehr Geld.
Ab Januar 2027 kostet ein Standardbrief 1,15 Euro
(Update 20.10.2026): Die Bundesnetzagentur hat jetzt grünes Licht für die Erhöhung des Entgelts für einen Standardbrief gegeben. Ab 1. Januar 2027 kosten dann ein Standardbrief und auch eine Postkarte in Deutschland 1,15 Euro und nicht mehr 95 Cent. Das bleibt aber nicht die einzige Erhöhung. Ein Maxibrief wird ab dem 1. Januar 2027 nicht mehr 2,90 Euro, sondern 5,00 Euro kosten. Bei den Zusatzleistungen wird es keine Änderungen geben.
Damit hat die Deutsche Post das erreicht, was sie vorgeschlagen hatten. In der Pressemitteilung wurde noch erklärt, dass „trotz eines höheren Kostenniveaus in Deutschland und steigenden, staatlich auferlegten Lasten – weiterhin deutlich unter dem europäischen Durchschnitt von 1,52 Euro“ liegt.
Wäre nice, wenn einfach alle mehr Lohn bekämen. Oder ist dieses komische Inflation dadurch befeuert?
Das ist eben der Teufelskreis die Leute wollen mehr Geld verdienen weil alles Teurer wird, wenn aber die Leute wieder mehr geld durch die firmen bekommen holen die das durch teurere Waren wieder rein und es geht wieder von vorne los.
Stellt euch vor ihr würdet in einem Land leben, dass nicht bei der Digitalisierung komplett abgehängt wäre und euch würde so eine Ansage nicht mal ansatzweise betreffen …
Hmm, ich bin seit 18 Jahren in DE, ich bekam Briefe vom Amt und alles. Ich habe in der Zeit, außer jetzt Kleinanzeigen und was verschickt wird per Großbrief, noch nie die Post für Briefe benutzt.
Wenn das so ein Verlustgeschäft ist, müssen die ALLES auf Online umstellen. Unverständlich, das die Netzagentur da mitspielt. Das ist wie ein Auto, was vor der Tür steht, ich nicht nutzen kann, aber Tanken, Wartung, Versicherung usw. zahlen soll. Erinnert mich an die GEZ ( GEbührenZwangsabgebe ); da bokommt man nichts, und muß dafür zahlen, zahlen, zahlen. Ich finde das eine Sauerei sondergleichen.😠😠😠😠
Wenn du trotzdem tanken musst, würde ich mal das Auto in die Werkstatt „schieben“. Ansonsten bekommst du für die Versicherung und auch aus dem TV/Radio etwas geboten. Wenn du es nicht in Anspruch nimmst, ist es dein Problem.
Aber um GEZ und Autos geht es hier nicht, um nicht noch weitere Diskussionen anzufachen.
Das war nur als vergleich gemeint.
Heutzutage mag man keine Vergleiche mehr, empfindet es als Ablenkung und beschimpft es als Whataboutism. Vor Jahren nannte man es noch Blick über den Tellerrand oder in Zusammenhängen denken, was jedoch manchmal absurd wird, je nach Vergleich. Also besser beschimpfen als zu viel nachdenken, ob man sich an Beispiel lehnen möchte.
Es ist schon bemerkenswert, mit welcher Selbstverständlichkeit hier anderen mangelnde Denkfähigkeit unterstellt wird, während der eigene Beitrag nicht einmal die grundlegenden Anforderungen an eine sachliche Argumentation erfüllt. Nicht jeder beliebige Vergleich ist Ausdruck eines besonders weitreichenden Horizonts. Manchmal ist er schlicht sachlich unpassend.
Die Fähigkeit, Zusammenhänge zu erkennen, besteht nicht darin, wahllos themenfremde Sachverhalte miteinander zu vermischen. Dazu gehört auch ein Mindestmaß an Verständnis dafür, was eine tragfähige Analogie überhaupt ausmacht.
Besonders amüsant wird es, wenn die eigene argumentative Beliebigkeit auch noch als intellektuelle Überlegenheit inszeniert wird. Wer einen Blick über den Tellerrand fordert, sollte zunächst einmal in der Lage sein, zu erkennen, wo der Tellerrand überhaupt verläuft. Viel Selbstbewusstsein ersetzt eben noch lange keine Substanz.
Bis auf das GEZ-Gebashe fand ich den Vergleich mit dem Auto eigentlich ganz gut. Statt dem täglichen Transportmittel, um auf Arbeit zu kommen, sollte aber vielleicht der Begriff Oldtimer eingesetzt werden. Ich leiste mir auch einen Beinahe-Oldtimer, der die meiste Zeit in der Garage steht und auf Einsatz wartet – ich muss ihn mit allen jährlichen Kosten vorhalten (Steuern, Versicherung, Garagenkosten, immer teurer zu beschaffende Ersatzteile und Ölwechsel), auch wenn er immer weniger gebraucht wird. Und so muss die Post halt die Sortierzentren, den Transport der Briefe, die Zustellung mit Personal und Fahrzeugen vorhalten.
Man könnte natürlich überlegen, ob DHL nicht einfach die Postzustellung in Gänze übernimmt – bei mir bringen die Postzusteller schon zusammen Briefe und Pakete.
Der Vergleich mit dem Oldtimer ist tatsächlich deutlich treffender als die ursprüngliche Analogie. Hier wird zumindest der entscheidende wirtschaftliche Zusammenhang berücksichtigt: Eine Infrastruktur verursacht auch dann laufende Kosten, wenn sie immer seltener genutzt wird.
Allerdings gibt es einen wesentlichen Unterschied: Der Unterhalt eines Oldtimers ist eine freiwillige Privatentscheidung, während die Deutsche Post gesetzlich zur Grundversorgung verpflichtet ist. Genau deshalb stellt sich die Frage, ob deren Umfang angesichts des massiv rückläufigen Briefvolumens noch zeitgemäß ist.
Was die gemeinsame Zustellung betrifft: Das gibt es bereits und nennt sich Verbundzustellung. Dabei übernehmen Briefzusteller neben der klassischen Briefpost auch die Auslieferung von DHL-Paketen. Was du bei dir beobachtest, ist also längst Bestandteil der bestehenden Zustellorganisation.
Die eigentliche Frage ist deshalb weniger, ob DHL die Briefzustellung übernehmen sollte, sondern wie weit sich die vorhandenen Strukturen angesichts sinkender Briefmengen noch optimieren lassen. Denn dauerhaft steigende Kosten einfach an die verbliebenen Kunden weiterzureichen, kann kaum die einzige Antwort auf den strukturellen Rückgang des Briefgeschäfts sein.
„Dabei übernehmen Briefzusteller neben der klassischen Briefpost auch die Auslieferung von DHL-Paketen …..“
Also bei uns im Ort ist es eigentlich schon längere Zeit genau andersrum:
Mann sieht absolut gar kein Postfahrrad mehr und alle Briefsendungen kommen jetzt ausschließlich nur noch mit der DHL in ihren Transportern in denen auch die Pakete transportiert / geliefert werden
Dann schmeißen wir die klassische Post auf den Müllhaufen der Geschichte und lassen das alles vom Paketdienstleister machen. Der Brief kostet dann 4,19€ (Päckchen, unversichert) oder als Einschreiben 6,19€ (Paket, versichert).
Ganz aufgeben würde ich so eine Grundversorgung nicht wollen, es wird nur teurer. Wenn wir (als Bürger) uns einig sind, dass wir weiterhin eine preiswerte Postzustellung haben wollen, muss Steuergeld draufgeworfen werden. Also wie mit dem 9-Euro-Ticket.
Ich dachte die Deutsche Post wäre Geschichte und es ist jetzt alles DHL?
Oder irre ich mich da?
Die Deutsche Post ist (ist jetzt) ein Tochterunternehmen der DHL. Daher bleibt der Name im Briefverkehr.
Warum macht man aus dem Verein nicht einfach wieder die Deutsche Bundespost die für die Grundversorgung zuständig ist. Ging früher auch und nicht alles muss ja privatisiert werden.
+1
Bin auch für die komplette Rückkehr zu Verstaatlichung.
Privatisierung ist ein Teufel.
Denn es geht immer nur um Gewinne, nicht mehr die Sache an sich.
Wenn es schlecht läuft, weil man die Gewinne lieber an Shareholder ausschüttet als in Rücklagen zu stecken, dann wird sowieso nach dem Staat geschrien.
Kann man also gleich alles staatlich halten, dann wird wenigstens kein Geld an raffgierige Manager und Aktienbesitzer verschwendet.
Ich musste gerade überlegen, wann ich zuletzt einen Brief verschickt habe… ich komme nicht drauf. Ehrlich jetzt. Das muss Jahre her sein.
Was wohl der letzte verbliebene Briefeschreiber in einigen Jahren bezahlen muss?
Es schreiben immer weniger Menschen per Brief sondern immer mehr per E-Mail.
Meinen letzten Brief habe ich vor ~5 Jahren geschrieben.
Es müssen also weniger Personen für den Briefverkehr bei der Post arbeiten ergo müßte Briefporto eigtl, günstiger werden.
Dann geht’s euch ja allen gut, wenn ihr kaum Briefe schreibt. Ich habe Vermieterprobleme, was mittlerweile bis zum Landesgericht geht. Alleine die Vermieterdokumente müssen per Einschreiben versendet werden was mir seit Monaten fast schon Summen im 3stelligen Bereich beschert und Gerichtsschreiben ebenso, was jetzt noch teurer wird. Mail geht hier nicht, weil gerichtlich nicht zulässig. Also nicht die Realität verlieren.
Ein individueller Rechtsstreit ist sicherlich ärgerlich und kann erhebliche Kosten verursachen. Daraus ergibt sich allerdings weder eine allgemeine Pflicht, sämtliche Vermieterunterlagen per Einschreiben zu verschicken, noch sind E-Mails vor Gericht grundsätzlich unzulässig. Hier werden Zugangsnachweis, gesetzliche Formvorschriften und gerichtlicher Schriftverkehr miteinander vermischt.
Vor allem aber: Niemand bestreitet, dass es weiterhin Menschen gibt, die auf den Briefverkehr angewiesen sind. Der Artikel beschäftigt sich mit dem strukturellen Rückgang des Briefvolumens und den daraus resultierenden Portoerhöhungen. Ein persönlicher Ausnahmefall widerlegt diese Entwicklung nicht. Wer anderen vorwirft, die Realität aus den Augen zu verlieren, sollte zumindest zwischen individueller Betroffenheit und der allgemeinen Marktentwicklung unterscheiden.
Gibt es Dinge die du nicht weißt?
Du findest für nahezu alles passende und sachlich (schlüssig klingende) Worte.
Chapeau.
Das ist eigentlich eine bodenlose Frechheit. Ich warte jetzt seit 1 Woche auf einen Brief der Angekündigt wurde. Die Post kriegt es doch nicht mal hin ihre Arbeit zu machen will aber die Preise erhöhen typisch geldgeil.
Ja ist auch klar, wenn Großkunden wegbrechen wie Temu und Ali usw.
Davon mal ab, wir bei mir ab Mitte 2027 die Post auch nicht mehr mit Briefzustellern zugestellt, sondern kommt alles nur noch mit DHL. Ist ja jetzt schon so, das die Briefpost nur noch alle 2 Tage kommt.
(Ich wohne in einer Stadt mit 30k Einwohnern)
Die verdienen sich dumm und dusselig an den Milliarden an Paketen und wollen ernsthaft die Briefe teurer machen obwohl sowas fast ausschließlich noch von uns für Reklame, Mafiapost der GEZ und Ämterzeugs wie Mahnungen und Gerichtsvollzieherkramer genutzt wird?
Bei Paketen sind die Umsätze seit 2015 um über 60 % gestiegen.
Solche Erhaltungsmaßnahmen für ewiggestrige Dinge sollten verboten werden.
Stattdessen sollten alle Unternehmen, inklusive des Staates,verpflichtet werden alles dahingehend digital zu erledigen.
Diese Preiserhöhungen zeigen nur wieder deutlich, dass es falsch ist Grundpfeiler der Versorgung zu privatisierten.
Strom, Post, Telekommunikation, Wohnungen gehören alle in staatliche Hand damit dort kein Preiswucher die Gier der Unternehmen füttert.
Ja es gibt Gegenargumente, diese wiegen aber weitaus weniger als wenn sich das Volk nicht in Depressionen verfängt, weil es nicht mehr weiß wie Grundbedürfnisse erfüllt werden können.
Auch wenn das gerade ein wenig weiter greift als einen Brief zu versenden.
Als Ergänzung:
Die Filialen müssen ja bleiben.
Wo und wie sollen Menschen sonst ihre Pakete abgeben oder abholen?
Paketstationen sind absolut KEINE Alternative.
Sehe es bei meinen Eltern, welche sich teils ihr Leben lang mit aktueller Technik und auch Smartphones beschäftigt haben, aber an z. B. den seelenlosen Packstationen ohne Scanner scheitern.
E-Mail, Bluetooth, irgendeine App (heißt du musst ein Smartphone dabei haben und es auch sicher bedienen können) und dann wie ein Trottel vor einem Blechquader stehen.
Mit Ende 60 oder noch krasser bei meinem Bonuspapa, mit Mitte 80, ist dass einfach nicht realistisch.
Die Anzahl der Pakete steigt aber, da Mobilität auch nachlässt.
In meiner Stadt gibt es schon lange keine Fialen mehr, nur noch ein Gemüsehändler und ein anderer Laden. Langfristig wird es nur noch das Paketauto sein, welches dann zu den Packstationen fährt.
Es ist einfach und effektiv, dazu absolut wenig Manpower.
Und wer jetzt kommt mit Ü60, dazu sage ich: Smartphons gibt es seit 20 Jahren und so langsam sollten zu mindestens fast alle es bedienen können. Man kann Zukunft nicht aufhalten auf Grund: weniger.
(meine Infos habe ich aus erster Hand, meine Schwägerin arbeitet in einer großen Zentrale in der Personalabteilung, … aber was, wie und wann genau, keine Ahnung)
Dachte ich auch.
Aber die wirklichen Auswirkungen des Altersverschleißes auf das kognitive Vermögen, können wir „jüngeren“ uns vermutlich gar nicht richtig vorstellen.
Sehe mit erschrecken wie mein Bonuspapa Monat für Monat mehr Schwierigkeiten, selbst bei für uns „einfachen“ Dingen hat.
Demnach: Immer auch mal spiegeln und schauen wie sich andere fühlen könnten.
Lt. deinen Argument sollte sich jeder, vom Säugling bis zum Greis mit Smartphones auskennen und eines haben? 🤦🏻
Wäre Vorteilhaft. Ist aber natürlich kein MUSS, genauso wie man kein normales Telefon braucht oder Internet.
Das Briefvolumen ist in den vergangenen Jahren drastisch zurückgegangen.
Die zunehmende Digitalisierung führt dazu, dass sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen und Behörden immer weniger physische Post versenden.
Der Trend ist langfristig und hat sich zuletzt sogar beschleunigt.
Langfristiger Vergleich: Im Jahr 2005 wurden in Deutschland noch rund 16,9 Milliarden Briefsendungen verschickt. Bis zum Jahr 2025 ist diese Zahl auf knapp 9,4 Milliarden eingebrochen – das entspricht fast einer Halbierung des Marktes.
Da das Briefvolumen massiv sinkt, nutzt die Deutsche Post den neuen gesetzlichen Spielraum für längere Laufzeiten (Zustellung innerhalb von drei bis vier Tagen) für ein neues, rollierendes System:
Das Gruppen-Wechsel-System (A/B-Zustellung)
Um Leerfahrten zu vermeiden, teilen Zusteller ihre Zustellbezirke häufig in zwei Gruppen (z. B. Straßenzüge oder Häuserblöcke A und B) auf:
• An Tag 1: Erhält Gruppe A alle normalen Briefe. Gruppe B wird an diesem Tag übersprungen und erhält nur eilige Sendungen (wie Einschreiben oder Pakete).
• An Tag 2: Läuft es genau umgekehrt: Gruppe B bekommt alle regulären Briefe, während Gruppe A nur bei Express- oder Einschreibepost angefahren wird.
Der Postbote ist zwar weiterhin jeden Tag in deiner Straße unterwegs, wirft aber aufgrund des neuen Gruppenwechsels im Postalltag deutlich häufiger gar nichts in deinen privaten Briefkasten, wenn keine priorisierte Post für dich dabei ist.
Allein deswegen müßte das Briefporto normalerweise sinken, weil viel weniger Arbeitsaufwand und weniger Personal für den Briefverkehr benötigt wird als noch vor 20 Jahren.