Auf der IFA 2026 in Berlin hat GMKtec sein neues Flaggschiff offiziell vorgestellt. Im Rahmen einer Pressekonferenz präsentierte der Hersteller mit dem EVO-X5 Pro eine kompakte Workstation, die vor allem für lokale KI-Workloads ausgelegt ist. Herzstück ist AMDs Ryzen AI Max+ PRO 495, kombiniert mit bis zu 192 GB Unified Memory. Wir waren bei der Vorstellung in Berlin vor Ort. GMKtec will mit dem EVO-X5 Pro ausdrücklich über den klassischen Mini-PC hinaus und spricht selbst von einem Desktop-„AI Supercomputing Center“. Entsprechend standen bei der Präsentation weniger typische Office- oder Gaming-Anwendungen im Mittelpunkt, sondern große Sprachmodelle, lokale Inferenz und sogenannte Agentic-AI-Workflows.

AMD Ryzen AI Max+ PRO 495 mit CPU, GPU und NPU
GMKtec setzt beim EVO-X5 Pro auf AMDs Ryzen AI Max+ PRO 495. Der Prozessor kombiniert 16 Zen-5-Kerne und 32 Threads mit einem maximalen Boost-Takt von 5,2 GHz. Hinzu kommt die integrierte Radeon 8065S auf Basis von RDNA 3.5. Sie verfügt über 40 Compute Units und unterstützt hardwarebeschleunigtes Raytracing.

Als dritte Recheneinheit kommt die auf XDNA 2 basierende NPU hinzu, die bis zu 55 TOPS erreichen soll. Genau dieses Zusammenspiel aus CPU, GPU und NPU stellte GMKtec während der Präsentation in den Mittelpunkt. Die drei Recheneinheiten sollen unterschiedliche Teile eines KI-Workloads übernehmen und gemeinsam als lokale Plattform für umfangreichere Modelle dienen.
Bis zu 192 GB LPDDR5X – davon 160 GB für die GPU
Eine der interessantesten Eigenschaften des EVO-X5 Pro ist allerdings nicht der Prozessor selbst, sondern dessen Speicheranbindung. GMKtec verbaut bis zu 192 GB LPDDR5X-8533 als Unified Memory. Die Speicherbandbreite gibt das Unternehmen mit 128 GB/s an. CPU und GPU greifen damit auf einen gemeinsamen Speicherpool zu. Bis zu 160 GB sollen sich der integrierten Radeon-GPU als Videospeicher zuweisen lassen.

Für lokale KI-Anwendungen ist genau das ein wesentlicher Vorteil der Strix-Halo-Plattform. Während selbst leistungsfähige dedizierte Consumer-Grafikkarten beim VRAM vergleichsweise schnell an ihre Grenzen stoßen können, steht der integrierten GPU hier ein erheblich größerer Speicherbereich zur Verfügung. GMKtec geht entsprechend offensiv mit der Ausstattung um und bewirbt den EVO-X5 Pro für die lokale Ausführung von Large Language Models mit bis zu 300 Milliarden Parametern.
300B-Modelle komplett offline – mit Einschränkungen
Nach Angaben des Herstellers sollen entsprechende Modelle vollständig auf dem EVO-X5 Pro laufen können, ohne Daten an einen Cloud-Dienst übertragen zu müssen. GMKtec spricht dabei von Inferenzlatenzen im Millisekundenbereich und stellt insbesondere den Datenschutz durch die vollständig lokale Verarbeitung heraus.

Die beworbene Grenze von 300 Milliarden Parametern sollte allerdings nicht mit der Aussage verwechselt werden, dass jedes beliebige 300B-Modell uneingeschränkt auf dem Rechner läuft. Speicherbedarf und Geschwindigkeit hängen unter anderem von Modellarchitektur, Quantisierung und Kontextlänge ab. Gerade die Möglichkeit, einen sehr großen Teil der 192 GB für die GPU bereitzustellen, macht den EVO-X5 Pro dennoch zu einer interessanten Plattform für lokale LLMs.
GMKtec greift den NVIDIA DGX Spark an
Während der Vorstellung zog GMKtec auch einen direkten Vergleich zu NVIDIAs DGX Spark. Nach eigenen Messungen soll der EVO-X5 Pro bei der CPU-Orchestrierung 66 Prozent schneller arbeiten. Lokale Workflows sollen zudem zu 1,4-fach niedrigeren Kosten ausgeführt werden können. Das sind zunächst Herstellerangaben und entsprechend mit Vorsicht zu betrachten. Wie sich der EVO-X5 Pro bei identischen Modellen und Software-Stacks tatsächlich gegen NVIDIAs Plattform schlägt, müssen unabhängige Tests zeigen. Die Stoßrichtung ist allerdings eindeutig: GMKtec sieht den EVO-X5 Pro nicht als besonders leistungsfähigen Mini-PC, sondern als kompakte lokale Alternative zu dedizierten AI-Workstations.
Metallgehäuse, Vapor Chamber und viermal USB4
Auch beim Gehäuse unterscheidet sich der EVO-X5 Pro optisch deutlich von vielen bisherigen GMKtec-Systemen. Der Hersteller setzt auf ein CNC-gefertigtes Metallgehäuse. Für die Kühlung kommen eine Vapor Chamber und drei Lüfter zum Einsatz. Auf der Vorderseite sind unter anderem zwei USB-A- sowie zwei USB-C-Anschlüsse zu erkennen. Nach Herstellerangaben stehen zweimal USB4 an der Front und zweimal USB4 V2 auf der Rückseite zur Verfügung.
Auch eine Erweiterung über eine externe GPU ist vorgesehen. Mehrere EVO-X5-Pro-Systeme sollen sich darüber hinaus zu einem Cluster verbinden lassen. Damit will GMKtec die Plattform auch für Workloads öffnen, die über die Ressourcen eines einzelnen Systems hinausgehen. Eine sogenannte All-in-One Smart Function Key gehört ebenfalls zum neuen Gehäusekonzept. Hinzu kommt ein Fingerabdrucksensor.
PRO-Funktionen für Unternehmen
Mit dem Ryzen AI Max+ PRO 495 richtet sich GMKtec auch gezielt an professionelle Anwender. Zur Ausstattung gehören AMD DASH für das Out-of-Band-Management und ein diskretes TPM 2.0. GMKtec nennt außerdem Trusted Boot, vollständige Laufwerksverschlüsselung und die biometrische Authentifizierung über den Fingerabdrucksensor. Damit soll sich der EVO-X5 Pro auch für Unternehmen eignen, die sensible Daten oder interne KI-Workloads lokal verarbeiten wollen. Gerade dieser Punkt spielte bei der Präsentation eine größere Rolle: Die lokale Verarbeitung soll nicht nur unabhängig von Cloud-Diensten machen, sondern Daten innerhalb der eigenen Infrastruktur halten.
GMKtec will vom Mini-PC-Hersteller zum AI-Anbieter werden
Die Präsentation auf der IFA 2026 zeigte gleichzeitig, wohin GMKtec mit seiner EVO-Serie will. Das Unternehmen versucht zunehmend, sich nicht mehr ausschließlich über kompakte und vergleichsweise günstige PCs zu definieren. Stattdessen soll rund um leistungsfähige AMD-Plattformen ein eigenes Portfolio für Desktop-KI entstehen. Beim EVO-X5 Pro ist dieser Anspruch besonders deutlich. 192 GB Unified Memory, Ryzen AI Max+ PRO 495 und die Möglichkeit, davon bis zu 160 GB der Radeon 8065S zur Verfügung zu stellen, ergeben eine Hardwarekonfiguration, die vor allem für lokale KI interessant ist.

Ob GMKtec mit den deutlich größeren Namen im Workstation- und AI-Markt tatsächlich mithalten kann, wird sich vor allem bei Software-Support, Treibern und realen Inferenzleistungen zeigen müssen. Der GMKtec EVO-X5 Pro soll weltweit im Oktober 2026 auf den Markt kommen. Einen Preis nannte der Hersteller im Rahmen der Vorstellung noch nicht. Gleichzeitig bestätigte GMKtec bereits seine Rückkehr zur IFA 2027.


>> Einen Preis nannte der Hersteller im Rahmen der Vorstellung noch nicht. <<
Na logisch, wenn das Teil erst in einem Monat an den Start gehen wird, werden zwischenzeitlich die Speicherpreise weiter anziehen und man haut dann kurz vor Marktstart den Preis raus.
Bei Vollausbau mit 192 GB verlötetem Speicher werden es dann 8999 €.
etwas teuer oder= die 96 GB kosten doch aktuell nur noch 2300€ – vorn monat noch 3000€ preise gehen schon wieder runter. und das ist mit der schnellste ram den man kaufen kann. 28er timmings
Demnächst heißt es nicht mehr, bist du reich, oder arm, bzw. hast du ein Haus, Boot, Auto, sondern hast du KI, oder nicht
…. sorry, das kann sich aber keiner mehr leisten, als die nächste Spaltung der Gesellschaft!
Das konnte sich vorher auch niemand oder nur die wenigsten leisten. Also hat man auf Pump gekauft. Das wird bei AI genauso sein. Und Firmen ist das egal, was es kostet, wenn man damit Workloads bewältigen kann, die sonst ewig lang und/oder ein Vielfaches kosten.
eine Steuerkanzlei kann sich locker mehrere MitarbeiterInnen einsparen, wenn sie einen KI mit Agenten auf einem lokalen Rechner einsetzt.
Bei Rechtsfragen und Steuerberatungen schaut ein Steuerberater am Ende nur noch einmal drüber und mit seiner Unterschrift ist die Kohle so gut wie verdient.
Alle Steuerurteile, Rechtsquellen etc. befinden sich auf dem KI Rechner.
Schon jetzt geht da mit ChatGPT und Co. sehr viel. Aber wegen des Datenschutzes muss das natürlich vom Netz und der Cloud abgekoppelt sein.
Der Preis so eines Systems hat sich da sehr schnell amortisiert.
Auch wenn in Deutschland Religionsfreiheit besteht und du natürlich an magische Zauber-KIs glauben darfst, solltest du wirklich mal z.B. die Wikipedia Artikel „Steuerberater“ und „Rechtsanwalt“ lesen. (und ich meine damit die Artikel selbst und nicht deren magische Zauber-KI-Zusammenfassung)
Kleiner Tipp: Die Berufe bestehen nicht daraus, Zahlen in eine Einkommenssteuersoftware einzutippen, die man jedes Jahr für 10 € im Discounter hinterhergeworfen bekommt.
für einen befreundeten Steuerberater hatte ich gerade kurz zuvor einen Auftrag für genau diese Recherche. Von daher ist es genau so, wie von mir beschrieben.
DATEV Copilot
DATEV hat seit Mai 2026 einen eigenen DATEV Copilot, der direkt in der DATEV-Cloud arbeitet. Er kann unter anderem:
Steuer- und Kanzleidokumente analysieren und zusammenfassen
Texte erstellen und überarbeiten
Informationen recherchieren
bei Aufgaben und Nachrichten in MyDATEV unterstützen
Sprache in Text umwandeln
auf DATEV-Fachinformationen zugreifen
Die Datenverarbeitung erfolgt innerhalb der DATEV-Umgebung; die fachliche Entscheidung bleibt beim Steuerberater.
Die KI übernimmt zunehmend einzelne Arbeitsschritte einer Steuerkanzlei, aber noch nicht die vollständige steuerliche Verantwortung.
Und das ist das, was ich mit „Unterschrift“ ausgesagt habe.
Meines Erachtens ist ein solcher KI-Bolide ein absolutes Nischenprodukt und kaum interessant für den durchschnittlichen Home User. Wie das zur Spaltung der Gesellschaft führen soll, wüsste ich gern. Aber man kann vieles mit dieser Brille ansehen, oder?
Bei den Specs die die Karre hat musste ich ers’ma meine Brille putzen.
Bei soviel RAM – den hab‘ ich nich’ma als Festplattenspeicher xD
>> Die Speicherbandbreite gibt das Unternehmen mit 128 GB/s an.
Da lächelt NVIDIA einmal etwas bemitleidend. Die DGX Spark schaffen 273 GB/s.
GMKtec EVO-X2 Ryzen AI Max+ 395 Mini PC – 64GB RAM – 1TB SSD – Windows 11 Pro 2.249,70 € kostet.
Ich wette mal so um 6000 Euro rum der x5 pro