NOVOO MC01 9-in-1 USB-C Hub im Test

Das Thumbnail zum Novoo MC01

Novoo bietet mit dem MC01 einen USB-C-Hub, der auf den Mac mini M4 zugeschnitten ist, um diesen mit Anschlüssen zu erweitern. Wie praktikabel wird die Erweiterung um neun Funktionen?

Der seit 2024 erhältliche Mac mini M4 ist größentechnisch verkleinert worden. Für solch eine Art Mini-Computer braucht man zwar nicht viele Anschlüsse, doch nur USB-C bzw. Thunderbolt neben Ethernet, HDMI und Klinkenstecker dürfte für einige Nutzer noch viel „Zukunftsmusik“ sein. Darüber hinaus wird die Position des Einschaltknopfs auf der Unterseite als „Designfehler“ abgestempelt.

Abhilfe sollen Hubs schaffen, auf denen meistens der Mac mini obendrauf platziert werden. So auch der uns kostenlos vom Hersteller zur Verfügung gestellte Novoo MC01. Dieser verfügt zudem über die häufig vorkommende Möglichkeit, eine M.2-SSD einzubauen, um den meist knapp bemessenen internen Speicherplatz zu erweitern.

Was taugt die Erweiterung, die designtechnisch eins mit dem Computer wird? Ich habe den Hub zwei Wochen lang mit meinem Mac mini M4 eingesetzt.

Was gibt’s zum MC dazu?

Die quadratische Packung mit orange-schwarzen Akzenten präsentiert unaufgeregt das Produkt der Begierde. Es wird definitiv auffallen, dass der Mac mini M4 sonst überall, aber gar nicht darauf erwähnt wird. Natürlich wird die Ausstattung – insbesondere auf der Rückseite – genauer erläutert, doch der Hub wird von zahlreichen Geräten mit USB-C unterstützt. Etwa MacBook, Huawei MateBook, Surface Book oder interessanterweise Samsung S8/S9.

In der Packung befindet sich:

  • 17-seitige Anleitung in acht Sprachen
  • der Hub selbst
  • sehr kurzes USB-C-zu-USB-C-Kabel
  • Schraubendreher
  • zwei kleine Kreuzschrauben
  • zwei Thermal Pads für die M.2-SSD

Da wird klar, warum der Hub mit sämtlichen Geräten mit USB-C funktioniert: das Kabel ist nicht fest verbunden, sondern einzeln vorhanden. Mit zehn Zentimetern Länge werden die Einsatzmöglichkeiten ohnehin eingeschränkt.

Mit 12,6 x 3,5 x 12,6 Zentimeter entsprechen die Maße bis auf die Höhe ungefähr dem vom Mac mini M4. Ist eine M.2-SSD samt Thermal Pad im Hub installiert, beläuft sich das Produktgewicht ohne Mac auf zirka 239 Gramm.

Im unten positionierten M.2-Slot können bis zu acht Terabyte große SSDs verbaut werden.

Da muss nicht mal MC Hammer ran

Zu Beginn habe ich meine ein Terabyte große Kingston-M.2 (OM8PGP41024Q-A0, PCIe Gen4) aus einem Orico-Gehäuse befreit. Die Thermal Pads in der Packung sind mit Schutzfolien ausgestattet, die sich leicht entfernen und bequem auf die SSD installieren lassen. Zwar sollten auch andere Größen als nur M.2 2280 eingebaut werden können, jedoch fand sich auf dem ersten Blick keine Möglichkeit, die entsprechende Justierung für die Schraube zu verschieben.

Auch das Öffnen der Klappe auf der Unterseite gestaltete sich out-of-the-box merkwürdig, denn die Klappe ist magnetisch mit der Basis verbunden. Dieses Rätsel lüftet allerdings die Anleitung. Praktisch und immerhin in dem Schritt werkzeuglos.

Die Anschlussvielfalt kann sich sehen lassen:

vorne:

  • SD- und microSD-Kartenleser
  • zwei USB-2.0-Anschlüsse (USB-A)
  • 3,5mm-Klinkenstecker

hinten:

  • USB-3.2-Anschluss (USB-C)
  • USB-3.2-Anschluss (USB-A)
  • Host-USB-C-Anschluss

Für Besitzer von Peripheriegeräten, die noch per USB-A-Anschluss verbunden werden müssen, sind diese Anschlüsse überaus praktisch. Da braucht es keinen USB-C-Adapter. Zudem steht noch ein weiterer 3,5mm-Klinkenstecker zur Verfügung, so dass eine weitere Audioquelle angeschlossen werden kann.

In der Nutzung die Nr. 01?

Im Alltag machte der Novoo MC01 eine gute Figur, zumindest in Kombination mit einem Mac mini M4. Das Aufsetzen des Mac auf die Oberseite geschieht problemlos, da ohnehin rund um die Auflagefläche noch Luft ist. Da könnte durchaus der innere Monk losschreien, wenn dieser einmal nicht exakt gerade positioniert wurde. Die Wärmeentwicklung des Mac ist in der Zeit stabil geblieben.

Um jetzt den Mac einschalten zu können, muss der Mini-Computer an sich komplett runtergedrückt werden, der eine Ausstülpung im Bereich des Einschaltknopfs berührt. Man trägt dennoch Sorge, diesen beim Anschließen von Geräten am Hub versehentlich zu betätigen.

Das kurze USB-C-Kabel wird vom Host-Anschluss mit einen der hinteren Thunderbolt-Anschlüsse vom Mac mini verbunden. Eine grelle weiße LED auf der Rückseite vom Hub signalisiert Aktivität. Im zweiwöchigen Betrieb erfuhr das integrierte WLAN keinerlei nachlassende Leistung, was bei Hubs dieser Bauart gerne vorgekommen ist.

Nogoo vom Novoo?

Man sollte sich nicht erschrecken, wenn man versucht, SD-Karten in die jeweiligen Slots einzustecken. Während die microSD-Karte leicht gefedert komplett in den Slot kopfüber gesteckt wird, wird die SD-Karte richtig herum nur halb eingeführt. Und das fühlt sich nicht sonderlich angenehm an. Die enge Nähe beider Slots wird zudem recht fummelig.

Eine weitere kleine Enttäuschung bietet der hintere USB-3.2-Anschluss, konkret der USB-C-Stecker. Wer daran einen Monitor via HDMI-zu-USB-C-Kabel anschließen möchte, wird Pech haben. Das wird von dem Anschluss nicht unterstützt. So muss man auf einen der übrig gebliebenen Thunderbolt-Anschlüsse vom Mac zurückgreifen.

Mit USB-C darf man hier keine Thunderbolt-Geschwindigkeiten erwarten. Während die Speicherkarten Lesegeschwindigkeiten von zirka 100 Mbit/s erreichen, erreicht die eingebaute Kingston-SSD zwischen 1000 und 1600 Mbit/s. Für den Alltag reicht es vollkommen aus, auch wenn das volle Potenzial nicht ausgeschöpft werden kann. Es gab auch keinerlei Schwierigkeiten, Videobearbeitung mit Material von der SSD durchzuführen.

Der Stromverbrauch hat sich nicht drastisch erhöht. Im Alltagsbetrieb werden statt 7-9 ungefähr zehn Watt erreicht. Im Standby-Modus erhöht sich der Verbrauch von knapp unter 0,5 Watt auf stolze 1,6 Watt, sofern der Schlafmodus für externe Datenträger deaktiviert wurde. Für einige vernachlässigbare Zahlen, aber dennoch wichtig zu erwähnen.

Fazit: Der Novoo-Hub, ein Novum?

Der 9-in-1-Multiport-Hub von Novoo erfüllt als USB-C-Hub seine Aufgabe voll und ganz. Mit dem M.2-Slot gibt es eine praktische Lösung, um den Speicherplatz des Mac mini M4 zu „erweitern“. Der obendrein noch mit Sachen wie SD-Kartenleser oder USB-A-Anschlüssen sinnvoll ergänzt wird. Über die Sinnhaftigkeit des 3,5mm-Klinkensteckers lässt sich streiten, aber zum Anschließen weiterer Audioquellen nicht unpraktisch.

Nutzer, die ihren Mac jeden Tag ausschalten, werden sich an der „Einschaltfunktion“ durch Runterdrücken ihres quadratischen Alukastens erfreuen. Und das einheitliche Design lässt es wie ein ganzes Konstrukt wirken.

Das Einführen von SD-Karten in ihre jeweiligen Slots fühlt sich dezent gruselig an; bei den microSD-Karten hat man Angst, die Karte im Slot einzuklemmen.

Zwei Thermal Pads und zwei Schrauben suggerieren den Einbau mehrerer M.2-SSDs, dabei geht nur eine einzige. Vermutlich nur Reserve. Mit dem mitgelieferten Werkzeug wäre es definitiv nicht möglich, M.2-SSDs anderer Größen als nur 2280 einzubauen, auch wenn die Anleitung so was erwähnt.

Mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 89,99 Euro reiht sich der Novoo MC01 im mittleren Preissegment für ähnlich ausgestattete USB-C-Hubs ein, die sich auf den Mac mini M4 spezialisiert haben. Bei Amazon bekommt man den Hub bereits für 69,99 Euro (ab und an auch schon für weniger). Das geht vollkommen in Ordnung. Zumal man hier sicher sein kann, dass die WLAN-Leistung nicht drastisch reduziert wird.

NOVOO MC01 9-in-1 USB-C Hub im Test
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