Google muss in Deutschland erstmals Schadensersatz wegen einer betrügerischen Anzeige zahlen. Das Amtsgericht Starnberg gab einem Nutzer recht, der über eine Google-Anzeige auf einen Fake-Shop gelangt war und dort einen Fahrradträger bestellt hatte. Der Schaden lag bei 489,99 Euro. Genau diesen Betrag muss Google nun erstatten. Hinzu kommen vorgerichtliche Anwaltskosten in Höhe von 202,30 Euro sowie Zinsen.

Verbraucherschützer hatten den Shop vorher gemeldet
Nach Angaben zum Verfahren war der Fake-Shop Google bereits vor dem Kauf gemeldet worden. Eine Verbraucherschutzorganisation hatte den Anbieter demnach als betrügerisch eingestuft und an Google weitergegeben. Trotz dieses Hinweises blieb die Anzeige offenbar aktiv. Der Nutzer klickte später auf die Werbung, bestellte den Fahrradträger und erhielt keine Ware. Das Amtsgericht Starnberg sah darin eine Pflichtverletzung. Das Verfahren lief unter dem Aktenzeichen 1 C 198/26. Google reichte dem Bericht zufolge keine Klageerwiderung ein und legte auch keine Berufung ein. Das Urteil ist damit rechtskräftig.
Digital Services Act rückt Plattformen stärker in die Pflicht
Das Gericht verwies bei seiner Entscheidung auch auf den Digital Services Act. Der DSA verpflichtet Plattformen dazu, auf konkrete Hinweise zu rechtswidrigen Inhalten oder Angeboten zu reagieren. Für Google geht es in diesem Fall also nicht nur darum, dass eine betrügerische Anzeige geschaltet wurde. Entscheidend war der vorherige Hinweis auf den Fake-Shop und die fehlende Reaktion darauf. Damit unterscheidet sich der Fall von einer allgemeinen Haftung für jede betrügerische Werbung. Die Pflicht entsteht vor allem dann, wenn eine Plattform konkrete Informationen bekommt und die Anzeige dennoch weiterläuft.
Fake-Shops nutzen auch Suchmaschinenanzeigen
Der Fall zeigt ein Problem, das viele Nutzer betrifft. Fake-Shops wirken oft professionell, nutzen bekannte Produktbilder, realistisch aufgebaute Bestellseiten und teils täuschend ähnliche Domains. Besonders kritisch wird es, wenn solche Shops über Anzeigen in Suchmaschinen auftauchen. Viele Nutzer nehmen bezahlte Treffer bei großen Plattformen noch immer als vergleichsweise vertrauenswürdig wahr. Genau hier setzt das Urteil aus Starnberg an. Wer Werbeplätze vermittelt und an Anzeigen verdient, kann konkrete Betrugshinweise nicht einfach liegen lassen.
Urteil bleibt ein Amtsgerichtsurteil
Die Summe ist für Google überschaubar. Trotzdem dürfte das Urteil für Plattformen und Werbenetzwerke interessant sein. Es handelt sich aber nicht um eine Entscheidung des Bundesgerichtshofs oder eines Oberlandesgerichts. Eine breite Grundsatzwirkung sollte man deshalb noch nicht hineinlesen. Das Urteil zeigt aber, in welche Richtung sich die Haftung bei gemeldeten Fake-Shop-Anzeigen entwickeln kann.
Für Nutzer bleibt die eigene Prüfung weiter wichtig. Unrealistisch niedrige Preise, fehlende Kontaktdaten, ungewöhnliche Zahlungsarten oder ein lückenhaftes Impressum bleiben Warnzeichen. Das Urteil macht aber klar: Wenn Google konkrete Hinweise auf Betrug bekommt, kann Untätigkeit teuer werden.
1) Selber schuld, wenn man auf Werbung klickt.
2) Ein Adblocker hätte das verhindert
3) Ich hoffe, dass es mehrerer solcher Urteile, hoch höchstinstanzlich, gibt und Webseitenbetreiber, bzw. entsprechend Agenturen zukünftig ihr Klientel für das sie werben genauer unter die Lupe nehmen müssen.
Victim blaming ist immer falsch.
Meiner Meinung nach ist das Urteil genau richtig. Google muss verantwortlich dafuer sein, was sie auf ihrer Webseite anzeigen.
Hab mal bei Amazon eine Trixie Hundebox bestellt, damit ich meinen Hund sicher im Auto transportieren kann. Sollte bloss EUR 27.- kosten, aber dachte mir, hey, ist Amazon, was soll schon schief gehen? War ein chinesischer Händler. Die Lieferung kam innerhalb von zwei Tagen. Neue Originalware. Der Händler hatte eine Null vergessen, denn normaler Weise kostet die Box mindestens EUR 270.- Leider wurde der Preis dann schnell korrigiert, sonst hätte ich noch 20 weitere davon bestellt.
Was ich damit sagen will ist, nur weil ein Preis unrealistisch niedrig ist, müssen nicht gleich betrügerische Absichten dahinter stecken. Manchmal kann man auch einfach Glück haben. Ich bestelle auch ab und an bei irgendwelchen unbekannten Shops mit fragwürdigen Preisen. Aber ich achte darauf, dass es ein gültiges Impressum hat, wo die Geschäftsadresse nicht in Panama oder Malta oder so ist, und wo ich als Zahlungsart Paypal nutzen kann. Eine Rückabwicklung über Paypal war bisher immer super einfach und schnell.
Und wie Memfis bereits gesagt hat, mit einem Werbeblocker und gesundem Menschenverstand wäre das nicht passiert. Wenn ich mir aber anschaue, wie viel Vollidioten mir in den letzten 50 Jahren begegnet sind und auch heute immer wieder begegnen, wundert mich nichts mehr. Da denkst, du hast schon alles gesehen, aber dann kommt einer, der beweist dir das Gegenteil.
Letztes Jahr Weihnachten wurden bei Amazon SSD mit 1 TB für 18 Euro, mit 2 TB für 24 Euro und so weiter angeboten. NVMe I4 kosteten mit 1 TB so um die 25 Euro und mit 2 TB so um die 36 Euro. Möchte nicht wissen, wieviel tollen Sparfüchse da auf die Nase gefallen sind. Frei nach dem Motto „Vor dem Kaufen bitte das Gehirn abschalten“ – nun ja, denken tut eh weh. Wobei Amazon auf Beschwerden nicht mal reagiert. Die dort angebotenen Handy (!) von Uloway sind vermutlich alle bereits ab Vertrieb mit Schadsoftware verseucht, denn die versuchen ständig irgendwohin (vergeblich) anzurufen.
Ist mir gerade passiert. Geht zurück nach Rom. Eine 2TB SSD, die keine SSD ist. Mein alter Usb – Stick ( schon über 20 Jahre alt ) ist etwas langsamer beim Schreiben; so unten 4MB / sec. Wenn der die Versandkosten an mich weiter geben will, schalte ich außer Ebay noch Paypal ein. Man hat auf alle verfügbaren Angebote noch keine Bewertungen, jetzt weiss ich auch, warum.
Boah Leute, hier geht es explizit um einen gemeldeten Shop, der dem Käufer beim Anklicken gar nicht mehr hätte angezeigt werden dürfen. Einfach und simpel zu verstehen. Was es in besagten Shop gab, spielt keine Rolle.
google macht es sich sowieso sehr einfach. So gab es für einen Fake-Shop, den sogar die sächsische Polizei als Fake-Shop google gemeldet hatte, eine Masse Lobeshymnen auf google-maps. Nur war z.B. auch Einwohner vom sächsischen Freital bestens bekannt, dass an der Adresse gar kein Modellbahn-Shop oder Versender existiert. Wer jedoch wie ich das google-maps als Fehler meldete, den hat google noch bestraft und dabei bestätigt, das man mit dem Betreiber von dem Fake-Shop in Kontakt ist. Der google-maps Eintrag zu dem Fake Shop hat auch nach der rechtskräftigen Verurteilung des Betrügers noch längere Zeit existiert.
Google maps Bewertungen sind seit langem schon völlig wertlos.
Alles, was nicht 5-Sterne sind, wird gnadenlos gelöscht.
Was soll einem so ein Bewertungs-System überhaupt an Hilfestellung geben?
Ich denke jetzt mal einfach nur für mich:
„wahrscheinlich werden täglich hunderttausende Fake-Shops weltweit bei Google gemeldet, bei 8 Stunden Arbeitszeit sind das 12500 pro Stunde die geprüft werden müssen. Keine Ahnung wieviel Manpower Google dafür einsetzt, vielleicht 100, dann sind es 2 Shops pro Minute pro Person. Und mit geprüft werden meine ich, es wird ja nicht sofort ein Shop geschlossen, nur weil da eine Meldung kam. Man muss den ja auch nachgehen usw.“
Ich hatte mal fast die 10 tb oder 30 t. sst bestellt im insta war mal Werbung das sicherheits ssd Wasser dicht und so, nicht verkauft werden konnten( sicher vom Lastwagen gefallen) 😁😂🤣 und darum zum billig Preis für 40 Euro rum, dachte ich mach das jetzt wegen 40 Euro wo weg sind riskier ich es , aber meine innere sicherheits einrichtung im kopf sagte nein 😂🤣
Im Online Handel kann es passieren dass Händler ein Produkt anbieten das sie nicht vorrätig haben. Man wird mit der Lieferzeit geködert. Man bezahlt mit PayPal, der Händler vertröstet von Woche zu Woche. Um den Käuferschutz dann bei PayPal zu nutzen ist eine menge Papierkram zur Dokumentation notwendig. Ich dachte meine € 520 sind weg.
Das ist so eine manipulative Falschmeldung zum aufwiegeln.
Google hat sich warum auch immer überhaupt nicht geäußert.
Das Gericht sich deshalb in der Sache auch überhaupt nicht damit beschäftigt.
Für mich ein windiger Klageverein.