Der Markt für Kopfhörer ist mittlerweile ziemlich unübersichtlich. Neben den klassischen In-Ears und dicken Over-Ear-Modellen versuchen die Hersteller seit einiger Zeit, sogenannte Open-Ear-Kopfhörer zu etablieren. Die liegen nicht im Gehörgang, sondern sitzen quasi davor. Mit dem Bowie MC2 des chinesischen Herstellers Baseus gibt es nun einen weiteren Vertreter dieser Gattung, der vor allem über den Preis und den Komfort punkten will. Das Ganze ist aktuell für knapp 50 Euro zu haben. Aber taugt die Technik für das schmale Geld auch im Alltag? Ich habe mir die Hörer mal angeschaut.
Spannend ist bei diesem Konzept natürlich immer die Frage, wie stabil die Bügel auf den Ohren sitzen. Nach einigen Tagen Nutzung lässt sich sagen: Der Halt im Ohr – oder besser gesagt am Ohr – ist erstaunlich gut. Man vergisst nach einer Weile tatsächlich, dass man das Ganze überhaupt trägt. Da drückt nichts im Gehörgang, was besonders für Nutzer interessant sein dürfte, die normale In-Ears als unangenehm empfinden. Auch für Sportler ist das Design ganz nett, da man die Umgebung weiterhin problemlos wahrnimmt. Ich hatte sie beim Radfahren auch mal drinnen, aber da sind die Windgeräusche doch recht laut.
Ein weiterer Pluspunkt im Alltag ist die Akkulaufzeit. Der Hersteller wirbt zwar wie üblich mit Laborwerten (11,5 Stunden bzw. 55 Stunden mit Case), aber in der Praxis halten die Dinger gefühlt ewig durch. Konkret bedeutete das bei mir: laden, nutzen und dann erst einmal nicht mehr darüber nachdenken.
Die Verbindung per Bluetooth war gut und ich habe keine Probleme festgestellt. Die Kopplung mit 2 iOS-Geräten hat einwandfrei funktioniert und der Wechsel ging immer ordentlich vonstatten, dafür dass es keine AirPods sind.
Durch den Aufbau gibt es aber auch ein paar systembedingte Schwächen: Wo keine Abdichtung ist, geht eben auch Klang verloren. Die Tonqualität der Baseus Bowie MC2 ist eher durchschnittlich. Gerade wenn die Hörer nicht absolut perfekt sitzen, wirkt der Sound schnell flach und dünn. Wer satten Bass oder feine Details im Klangbild sucht, wird hier nicht so glücklich. Ähnlich verhält es sich beim Thema Telefonie. Bei Testanrufen haben mich die Gesprächspartner zwar grundlegend verstanden, allerdings wurde mir zurückgemeldet, dass die Stimme weniger klar rüberkommt als von teureren Kopfhörern gewohnt (habe normalerweise AirPods 4 im EInsatz). Für das schnelle Telefonat zwischendurch reicht es, für stundenlange Meetings ist das eher nichts.

Am Ende muss man das Angebot im Verhältnis zum Preis sehen. Für den schmalen Geldbeutel bekommt man hier solide verarbeitete Open-Ear-Kopfhörer, die vor allem beim Komfort und beim Akku punkten. Wer die Baseus Bowie MC2 beim Sport oder als Nebenbei-Beschallung im Büro nutzt, macht bei dem Preis nicht viel falsch (zur Einführung für 50 Euro bei Amazon mit dem Rabattcode MC2OWSPR). Wer jedoch viel Wert auf Musikgenuss legt, sollte sich lieber in höheren Preisregionen umsehen.


