Laservii M1s im Test: Kompakter Lasergravierer für den Einstieg in Holz, Schiefer und Co.

Wer mit dem Thema Lasergravur beginnen möchte, steht schnell vor einer recht simplen Frage: Wie viel Geld muss man ausgeben, damit der Einstieg nicht direkt frustriert? Nach oben gibt es bei Lasergravierern kaum Grenzen. Modelle wie der von mir getestete xTool S1 spielen bereits in einer anderen Liga, kosten aber auch spürbar mehr. Genau dort setzt der Laservii M1s an. Er will kein direkter Gegner für deutlich teurere Geräte sein, sondern ein kompakter Lasergravierer für Nutzer, die erste Projekte sauber, sicherer und ohne riesigen Platzbedarf umsetzen möchten. Der M1s ist ein geschlossener Diodenlaser für den Schreibtisch oder die kleine Werkstatt. Je nach Ausführung gibt es ihn unter anderem mit 12 Watt oder 24 Watt Laserleistung. Dazu kommt eine IR-Variante, die für bestimmte Metallgravuren interessanter ist. In diesem Test geht es vor allem um die Frage, ob das Gerät als Einstieg in die Lasergravur taugt und wo man im Vergleich zu teureren Maschinen Abstriche machen muss.

Technische Einordnung des Laservii M1s

Der Laservii M1s bietet eine Arbeitsfläche von 12 × 8 Zoll und bleibt damit kompakt genug, um auch in kleineren Werkstätten Platz zu finden. Das Gerät arbeitet mit einem CoreXY-System und erreicht laut Hersteller bis zu 36.000 mm/min. Der Laserpunkt wird mit 0,05 × 0,08 mm angegeben. Für die Verbindung stehen USB, WLAN und TF-Karte bereit, wobei im Alltag vor allem USB in Verbindung mit einem Notebook die unkomplizierteste Lösung bleibt.

Unterstützt werden Programme wie LaserGRBL und LightBurn. LaserGRBL reicht für den Start, vor allem wenn man erst einmal testen möchte, wie sich Leistung, Geschwindigkeit und Material verhalten. Wer später häufiger mit Vektorgrafiken, Logos oder komplexeren Projekten arbeitet, wird aber sehr wahrscheinlich bei LightBurn landen. Das liegt weniger am Laservii selbst, sondern eher daran, dass LightBurn bei Laserprojekten schlicht deutlich komfortabler arbeitet.

Zum Lieferumfang gehören neben dem Gerät auch Netzteil, USB-Kabel, Abluftschlauch, Schlauchschelle, Schutzbrille, Schlüssel, Werkzeug und erstes Probematerial. Damit kann man grundsätzlich direkt loslegen. Sinnvoll ist zusätzlich eine Wabenunterlage, wenn man nicht nur gravieren, sondern auch schneiden möchte. Diese sorgt für bessere Luftführung unter dem Material und verringert sichtbare Spuren auf der Rückseite.

Verarbeitung und Aufbau: Leicht, kompakt und schnell einsatzbereit

Beim Auspacken fällt zuerst auf, wie leicht und kompakt der Laservii M1s ist. Auf Fotos wirkt das Gerät größer, als es tatsächlich ist. In einer kleinen Werkstatt ist das ein echter Vorteil, denn nicht jeder hat Platz für einen offenen Laser mit großem Rahmen. Der M1s lässt sich auf einem kleinen Tisch oder Schrank unterbringen und nimmt dort deutlich weniger Raum ein als viele klassische Diodenlaser.

Der Aufbau ist unkompliziert. Die Anleitung ist verständlich bebildert, der Laserkopf wird eingesetzt, der Abluftschlauch montiert und die Steuereinheit angeschlossen. Auch ohne große Vorerfahrung ist das kein Hexenwerk. Im Test lag zwar eine kleine Schraube lose im Gerät, sie ließ sich aber schnell wieder an der vorgesehenen Stelle befestigen. Solche Kleinigkeiten sollte man beim Auspacken kontrollieren, bevor das Gerät erstmals eingeschaltet wird.

Das Gehäuse besteht nicht aus massivem Metall, sondern aus einer leichten Konstruktion mit Kunststoffelementen. An einzelnen Stellen gibt das Material etwas nach, im normalen Betrieb stört das aber nicht. Man darf hier schlicht nicht den Maßstab eines deutlich teureren Gerätes anlegen. Für den Preis bekommt man ein geschlossenes Desktop-Gerät, das ordentlich verarbeitet ist und seinen Zweck erfüllt.

Keine automatische Z-Achse: Erst nervig, dann Routine

Ein wichtiger Unterschied zu höherpreisigen Geräten wie dem xTool S1 zeigt sich bei der Höheneinstellung. Der Laservii M1s besitzt keine automatische Z-Achsen-Einstellung. Das wirkt auf den ersten Blick etwas altmodisch und kann beim ersten Einrichten tatsächlich nerven. Man muss den Fokus manuell setzen, den Laserkopf passend zur Materialstärke ausrichten und anschließend wieder fixieren.

Nach einigen Versuchen relativiert sich dieser Punkt allerdings. Wer verstanden hat, wie der Fokus eingestellt wird, gewöhnt sich schnell daran. Gerade bei wiederkehrenden Materialien ist der Aufwand überschaubar. Bei wechselnden Materialstärken oder beim Einsatz einer Wabenunterlage muss man aber daran denken, die Höhe neu zu setzen. Tut man das nicht, leidet das Ergebnis sichtbar.

Das ist einer der Punkte, an denen man merkt, dass der Laservii M1s preislich anders positioniert ist. Komfortfunktionen wie automatische Höhenmessung, Kameraeinbindung ab Werk oder besonders ausgefeilte Materialprofile darf man nicht erwarten. Dafür bleibt das Gerät günstiger und einfacher aufgebaut. Wer bereit ist, ein wenig mehr Handarbeit zu leisten, kann damit gut leben.

Software und erste Einrichtung: LaserGRBL reicht, LightBurn reizt mehr aus

Die erste Verbindung über USB funktioniert nach der Treiberinstallation problemlos. Unter Windows sollte man den CH340-Treiber installieren, damit das Gerät korrekt erkannt wird. Danach lässt sich der Laservii M1s mit LaserGRBL ansprechen. Für einfache Gravuren, Tests und erste Experimente reicht das aus. Gerade Einsteiger bekommen damit ein Gefühl dafür, wie sich Leistung, Geschwindigkeit und Auflösung auf das Ergebnis auswirken.

Schnell zeigt sich aber auch, dass LaserGRBL eher ein Startpunkt als eine Dauerlösung ist. Wer Logos vektorisiert, Schriftzüge sauber positioniert oder mehrere Arbeitsschritte kombinieren möchte, stößt an Komfortgrenzen. LightBurn ist hier deutlich angenehmer, kostet aber zusätzlich Geld. Man muss diesen Posten realistisch einplanen, wenn der Laser nicht nur gelegentlich, sondern regelmäßig genutzt werden soll.

Im Test funktionierte das Vektorisieren einfacher Logos bereits mit der kostenlosen Lösung. Gerade für die ersten Projekte ist das vollkommen ausreichend. Dennoch bleibt der Eindruck, dass der Laservii M1s mit LightBurn deutlich besser ausgenutzt werden kann. Das Gerät selbst bietet die Grundlage, die Software entscheidet aber stark darüber, wie angenehm die Arbeit am Ende wird.

Praxis auf Holz: Gute Ergebnisse, aber Leistung mit Gefühl wählen

Holz gehört zu den naheliegenden Materialien für einen Diodenlaser. Der Laservii M1s graviert Holz sauber, sofern man sich an die richtigen Einstellungen herantastet. Bei den ersten Versuchen zeigte sich schnell, dass zu viel Leistung unschöne Schmauchspuren erzeugt und dünnes Material im schlimmsten Fall fast durchbrennen kann. Das ist kein Gerätefehler, sondern schlicht Teil der Lernkurve beim Lasern. Besonders wichtig ist plan liegendes Material. Ein verzogenes Brett kann dafür sorgen, dass der Abstand zum Laser nicht mehr stimmt oder der Kopf ungünstig über das Material läuft. Im Test führte genau das zu einem unsauberen Ergebnis und einer Brandstelle. Mit sauber liegendem Material, reduzierter Leistung und angepasster Geschwindigkeit wurden die Ergebnisse dagegen deutlich besser.

Bei Vektorgrafiken zeigt der Laservii M1s seine Stärken. Logos, einfache Konturen und Schriftzüge lassen sich ordentlich gravieren oder ausschneiden. Für dekorative Schilder, kleine Werkstattprojekte oder personalisierte Geschenke reicht die Leistung gut aus. Wer allerdings regelmäßig dickere Holzplatten schneiden möchte, sollte eher zur 24-Watt-Version greifen oder direkt eine stärkere Geräteklasse wählen.

Schiefer, beschichtetes Aluminium und Leder: Mehr möglich als erwartet

Neben Holz funktioniert der Laservii M1s auch auf Schiefer erfreulich gut. Gerade Schieferuntersetzer eignen sich hervorragend für Logos, Schriftzüge oder einfache Motive. Der Kontrast wirkt sauber, und das Material verzeiht kleinere Einstellungsfehler eher als dünnes Holz. Für Geschenkartikel oder kleine Serien ist das ein dankbares Einsatzgebiet. Auch beschichtetes Aluminium lässt sich bearbeiten, sofern die Oberfläche dafür geeignet ist. Der Laser trägt dabei die dunkle Beschichtung ab, wodurch das helle Aluminium sichtbar wird. Das sollte man nicht mit echter Metallgravur verwechseln. Für blankes Metall braucht man andere Lasertechnik, etwa eine IR- oder Faserlaser-Lösung. Für beschichtete Karten oder Plättchen reicht der M1s aber aus.

Leder gehört ebenfalls zu den Materialien, die der Laservii M1s bearbeiten kann. Hier gilt jedoch besonders: Abluft ist Pflicht. Beim Lasern entstehen Gerüche und Dämpfe, die man nicht im Raum haben möchte. Wer Leder, Holz oder Pappe bearbeitet, sollte den Abluftschlauch sauber nach außen führen oder einen geeigneten Filter verwenden.

Abluft und Lautstärke: Der Lüfter arbeitet hörbar

Der geschlossene Aufbau ist einer der größten Vorteile des Laservii M1s. Im Vergleich zu offenen Geräten wirkt der Betrieb kontrollierter, weil Rauch und Dämpfe nicht direkt in den Raum ziehen. Trotzdem ersetzt das Gehäuse keine echte Abluftlösung. Der mitgelieferte Schlauch sollte nach außen geführt werden. Alternativ kann ein Filter genutzt werden, sofern dieser für Laserrauch geeignet ist.

Der Lüfter ist deutlich hörbar. In einer Werkstatt spielt das kaum eine Rolle, im Wohnraum oder Büro kann es dagegen stören. Sobald das Gerät läuft, merkt man akustisch, dass Luft bewegt wird. Dafür funktioniert die Absaugung grundsätzlich gut, wenn der Schlauch sinnvoll verlegt ist. Der Rauch wird aus dem Innenraum gezogen und nicht einfach unter dem Deckel gesammelt. Beim Lasern von Holz entstehen trotzdem Gerüche. Das lässt sich nicht vollständig vermeiden. Gerade bei längeren Projekten sollte man deshalb auf gute Belüftung achten.

Sicherheit: Geschlossenes Gehäuse ist ein großer Pluspunkt

Der Laservii M1s besitzt mehrere Sicherheitsfunktionen, die gerade für Einsteiger wichtig sind. Dazu gehören ein Schlüsselschalter, ein Not-Aus und die Abschaltung beim Öffnen des Deckels. Im Test stoppte der Laser beim Öffnen der Klappe zuverlässig. Das schafft Vertrauen, weil man nicht ständig mit einem offenen Laserstrahl arbeitet.

Trotzdem bleibt ein Laser ein Werkzeug, das Aufsicht verlangt. Holz, Papier und Pappe können brennen, wenn die Leistung falsch gewählt wird oder das Material ungünstig liegt. Genau deshalb sollte man den Laservii M1s nie unbeaufsichtigt laufen lassen. Ein kleiner Feuerlöscher in Reichweite ist in einer Maker-Werkstatt grundsätzlich sinnvoll.

Die mitgelieferte Schutzbrille gehört ebenfalls zum Pflichtprogramm. Auch wenn das Gehäuse den Arbeitsbereich abschirmt, sollte man beim Einrichten und Kontrollieren nicht leichtsinnig werden. Besonders bei reflektierenden oder unbekannten Materialien ist Vorsicht wichtiger als Tempo.

Vergleich zum xTool S1: Andere Liga, anderer Anspruch

Der Vergleich mit dem xTool S1 drängt sich auf, weil beide Geräte als geschlossene Lasergravierer auftreten. Fair ist er aber nur mit klarer Einordnung. Der xTool S1 ist hochwertiger, komfortabler und in vielen Punkten erwachsener. Er bietet je nach Ausstattung mehr Automatisierung, mehr Zubehör-Ökosystem und insgesamt ein runderes Bedienkonzept. Dafür kostet er aber auch deutlich mehr.

Der Laservii M1s will diese Klasse nicht ersetzen. Er ist eher ein günstiger Einstieg in ein ähnliches Nutzungskonzept: geschlossenes Gehäuse, kompakte Bauform, Abluft, Gravur und kleinere Schneidarbeiten. Man bekommt weniger Komfort, weniger Automatik und eine einfachere Materialanmutung. Dafür bleibt der Preis deutlich niedriger.

Gerade dieser Unterschied macht den M1s interessant. Wer bereits weiß, dass Lasergravur dauerhaft ein ernsthaftes Werkzeug in der eigenen Werkstatt wird, kann direkt höher einsteigen. Wer dagegen erst einmal ausprobieren will, ob Gravieren, Schneiden und Materialtests zum eigenen Workflow passen, bekommt mit dem Laservii M1s ein deutlich günstigeres Gerät mit brauchbarer Praxisleistung.

Preis und Verfügbarkeit: Banggood macht den M1s attraktiv

Mit dem Code BGb45c20 landet der Laservii M1s bei Banggood im Rahmen der aktuellen Summersale-Aktion bei 275 Euro. Das ist ein starker Preis, wenn man bedenkt, dass ein geschlossenes Gehäuse, Abluftschlauch, Schutzbrille und Grundzubehör bereits enthalten sind. Bei Amazon liegt das Gerät derzeit bei einem Straßenpreis von rund 439 Euro.

Zusätzlich sollte man Folgekosten einplanen. Eine Wabenunterlage ist sinnvoll, LightBurn kann später interessant werden, und Verbrauchsmaterial kostet ebenfalls Geld. Trotzdem bleibt der Einstiegspreis niedrig genug, um den Laservii M1s als ernsthaften Kandidaten für Hobby-Werkstätten und Maker zu sehen.

Fazit: Viel Laser fürs Geld, wenn man die Grenzen kennt

Der Laservii M1s ist kein xTool S1 zum halben Preis. Das wäre auch die falsche Erwartung. Er ist ein kompakter, geschlossener Lasergravierer für Einsteiger und Hobby-Werkstätten, der bei Holz, Schiefer, Leder und beschichtetem Aluminium überzeugende Ergebnisse liefern kann. Besonders positiv fallen die geringe Stellfläche, der einfache Aufbau, die brauchbare Abluftlösung und der sichere geschlossene Aufbau auf. Die fehlende automatische Z-Achsen-Einstellung wirkt am Anfang störend, wird nach kurzer Zeit aber zur Routine. Wer häufig unterschiedliche Materialien nutzt, muss diese manuelle Arbeit akzeptieren. Ebenso muss man sich mit Leistung, Geschwindigkeit und Fokus beschäftigen. Der M1s nimmt einem nicht alles ab, liefert aber gute Resultate, wenn man sauber arbeitet.

Die größten Vorteile liegen in der kompakten Bauform, dem geschlossenen Gehäuse, der ordentlichen Gravurqualität und dem günstigen Aktionspreis. Die wichtigsten Nachteile sind die manuelle Höheneinstellung, der hörbare Lüfter, die begrenzte Schneidleistung der 12-Watt-Version und die Tatsache, dass man für wirklich komfortables Arbeiten früher oder später zusätzliches Zubehör und wahrscheinlich LightBurn einplanen sollte.

Laservii M1s im Test: Kompakter Lasergravierer für den Einstieg in Holz, Schiefer und Co.
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