Mit dem Elegoo Centauri Carbon 2 Combo bietet Elegoo einen 3D-Drucker an, der besonders Einsteiger ansprechen soll, aber auch mit Funktionen wirbt, die man eher aus höheren Preisklassen kennt. Dazu gehören der Mehrfarbdruck über das CANVAS-System, eine vollautomatische Kalibrierung, eine 350-Grad-Düse und eine beworbene Druckgeschwindigkeit von bis zu 500 mm/s. Vorab lässt sich ssagen: Der Drucker liefert sehr gute Ergebnisse, hat aber auch ein paar Schwächen, die man vor dem Kauf kennen sollte. Elegoo hat mir den Drucker für einen Testbericht bereitgestellt. Beim Testen wurden mir keine Vorgaben gemacht.
Technische Daten im Detail:
- Druckverfahren: FDM-/FFF-3D-Drucker mit geschlossenem CoreXY-Aufbau
- Bauraum: 256 x 256 x 256 mm
- Mehrfarbdruck: CANVAS-System mit bis zu vier Farben
- Druckgeschwindigkeit: bis zu 500 mm/s, im Alltag angenehm schnell
- Düsentemperatur: bis zu 350 Grad, dadurch auch für anspruchsvollere Filamente geeignet
- Bedienung: automatische Kalibrierung, Touchscreen, Kamera sowie Steuerung per USB, WLAN und Cloud
- Preis: 439 Euro UVP
Verpackung und Lieferumfang
Der Elegoo Centauri Carbon 2 Combo kommt gut und sicher verpackt beim Käufer an. Alle wichtigen Bauteile sind ordentlich geschützt, sodass beim Auspacken direkt ein guter, erster Eindruck entsteht. Gerade bei einem 3D-Drucker ist das wichtig, da Transportschäden schnell zu Problemen bei der Einrichtung oder späteren Druckqualität führen können. Dem Gerät liegt außerdem ein USB-Stick bei, auf dem sich unter anderem eine Videoanleitung befindet. Das ist besonders hilfreich, wenn man bisher noch keinen 3D-Drucker aufgebaut oder eingerichtet hat. Die Anleitung erleichtert den Einstieg deutlich, ersetzt aber nicht ganz die notwendige Geduld beim ersten Aufbau.
Aufbau: Für Anfänger machbar, aber nicht völlig problemlos
Der Aufbau des Elegoo Centauri Carbon 2 Combo ist grundsätzlich gut machbar, für komplette 3D-Druck-Neulinge anfangs aber etwas anspruchsvoll. Wer noch nie mit einem 3D-Drucker gearbeitet hat, muss sich zunächst mit den einzelnen Komponenten, Schrauben, Kabeln und dem grundsätzlichen Aufbau vertraut machen. In meinem Fall war der Aufbau zusätzlich etwas komplizierter, da der mitgelieferte Inbusschlüssel nicht gepasst hat. Einige Schrauben ließen sich dadurch nur mit meinem eigenen Werkzeug festdrehen. Das ist kein grundsätzliches Ausschlusskriterium, sorgt beim ersten Kontakt mit dem Gerät aber unnötig für Frust. Gerade bei einem Drucker, der auch für Einsteiger interessant sein soll, sollte das Werkzeug passen und der Aufbau so reibungslos wie möglich funktionieren.
Filament und erster Druck: Gute Idee, aber nicht fehlerfrei
Für meinen Testfall wurde Filament mitgeliefert. Positiv ist, dass man dadurch direkt loslegen kann, ohne erst zusätzlich Material kaufen zu müssen. Allerdings gab es hier ein Problem: Zwei Farben waren werkseitig falsch aufgewickelt. Das führte im Test dazu, dass Druckvorgänge mehrfach unterbrochen wurden. Das Problem lag damit nicht direkt an der Druckqualität des Geräts, hat den Einstieg aber dennoch erschwert. Gerade beim Mehrfarbdruck ist eine saubere Filamentführung entscheidend. Wenn das Filament nicht korrekt läuft, entstehen Unterbrechungen, Fehlermeldungen oder unnötige Wartezeiten.
Druckqualität: Wenn er läuft, liefert er starke Ergebnisse
Sobald der Elegoo Centauri Carbon 2 Combo sauber druckt, liefert er sehr gute Ergebnisse. Die Drucke wirken sauber, detailreich und für diese Preisklasse überzeugend. Besonders positiv fällt auf, dass der Drucker nach erfolgreicher Einrichtung zuverlässig gute Resultate erzeugen kann. Auch die Elegoo Slicer Software trägt dazu bei. Dort lassen sich viele Einstellungen anpassen, um das Druckergebnis zu verbessern. Wer sich etwas mit den Einstellungen innerhalb der App beschäftigt, kann sichtbare Verbesserungen bei Oberfläche, Stabilität und Detailgrad erzielen. Für Einsteiger ist das einerseits praktisch, weil viele Profile bereits nutzbar sind. Andererseits bietet die Software genug Spielraum, um später tiefer in das Thema 3D-Druck einzusteigen.
Geschwindigkeit: Schnell genug für den Alltag
Die Druckgeschwindigkeit des Elegoo Centauri Carbon 2 Combo ist im Alltag gut. Elegoo bewirbt das Gerät mit bis zu 500 mm/s, empfohlen werden laut offiziellen Angaben 250 mm/s. In der Praxis ist vor allem relevant, dass der Drucker zügig arbeitet, ohne dass die Druckqualität sichtbar leidet. Für typische Modelle, Deko-Objekte, Halterungen oder kleinere funktionale Teile ist die Geschwindigkeit absolut ausreichend. Wer von älteren oder sehr einfachen 3D-Druckern kommt, wird den Geschwindigkeitsvorteil schnell merken.
Mehrfarbdruck: Praktisch, aber mit deutlichen Nachteilen
Ein wichtiger Punkt beim Elegoo Centauri Carbon 2 Combo ist der Mehrfarbdruck. Das CANVAS-System ermöglicht laut Elegoo den Druck mit bis zu vier Farben. Das ist praktisch, wenn man Logos, Figuren, Beschriftungen oder dekorative Objekte direkt mehrfarbig drucken möchte. Der Nachteil: Der Drucker arbeitet mit nur einem Extruder beziehungsweise einer einzelnen Düse. Beim Farbwechsel muss Filament gewechselt und gespült werden. Dadurch dauert ein Druck mit mehreren Farben deutlich länger als ein einfarbiger Druck. Zusätzlich entsteht spürbar mehr Materialabfall. Wer häufig mehrfarbig drucken möchte, sollte diesen Punkt unbedingt einplanen. Für gelegentliche farbige Drucke ist das System sinnvoll, für sehr viele Farbwechsel aber weniger effizient.
WLAN und Cloud: Nützlich, aber nicht immer stabil
Die WLAN-Verbindung war im Test nicht immer zuverlässig. Teilweise brach die Verbindung ab, wodurch der Zugriff auf die Cloud beziehungsweise das Starten von Druckaufträgen über diesen Weg nicht möglich war. Das ist ärgerlich, wenn man den Drucker bequem aus der Software heraus ansteuern möchte. Für den Alltag bedeutet das: Der Drucker lässt sich grundsätzlich komfortabel nutzen, aber die Netzwerkverbindung sollte stabil sein. Wenn WLAN oder Cloud-Zugriff ausfallen, kann das den Arbeitsfluss unterbrechen. Gerade bei einem modernen 3D-Drucker wäre hier eine dauerhaft stabile Verbindung wünschenswert.
Verarbeitung: Sehr guter Eindruck für den Preis
Die allgemeine Verarbeitungsqualität des Elegoo Centauri Carbon 2 Combo ist sehr gut für den Preisbereich. Das Gerät wirkt stabil, ordentlich konstruiert und nicht billig. Auch der geschlossene Aufbau passt zum Anspruch, ein möglichst rundes Gesamtpaket für Einsteiger und ambitionierte Nutzer zu bieten. Kleinere Kritikpunkte beim Aufbau ändern daran wenig. Im Betrieb macht der Drucker einen soliden Eindruck und vermittelt nicht das Gefühl, dass an den falschen Stellen massiv gespart wurde.
Fazit: Guter 3D-Drucker mit kleinen Schwächen
Der Elegoo Centauri Carbon 2 Combo ist ein solider 3D-Drucker, der im Test vor allem mit seiner guten Druckqualität, der ordentlichen Geschwindigkeit, dem Mehrfarbdruck und der starken Verarbeitung überzeugt. Für den Preis bekommt man ein Gerät, das viele Funktionen bietet und auch für Einsteiger geeignet ist. Ganz ohne Schwächen ist der Drucker aber nicht. Der Aufbau kann für Anfänger etwas knifflig sein, das mitgelieferte Werkzeug war in meinem Fall nicht ideal, und falsch aufgewickeltes Filament sorgte für unnötige Druckunterbrechungen. Auch die WLAN-Verbindung war nicht immer stabil. Beim Mehrfarbdruck muss man außerdem mit längeren Druckzeiten und deutlich mehr Filamentabfall leben. Trotzdem überwiegen die Stärken klar. Wenn der Elegoo Centauri Carbon 2 Combo sauber eingerichtet ist und das Filament korrekt läuft, liefert er richtig gute Ergebnisse. Für Einsteiger, die einen modernen 3D-Drucker mit Mehrfarboption suchen und kleinere Schwächen akzeptieren können, ist das Gerät definitiv interessant.









