AceMagic Kron Mini K1 Mini-PC im Test – Der Durchschnittsknirps

Das Vorschaubild zum Testbericht des Acemagic Kron Mini K1

Kann man diesem Mini-PC die Kron(e) aufsetzen? Der AceMagic Kron Mini K1 hat mit seiner Ausstattung genug für Alltagsnutzer zu bieten. Wie schlägt er sich im zweiwöchigen Test?

Die Krone zum Quadrat

Der Inhalt des AceMagic Kron Mini K1
Neben dem nötigen kommt der Mini-PC mit einem kurzen HDMI-Kabel, einer VESA-Befestigung und Schrauben.

Die quadratische Box gibt sich erfreulich nüchtern im Design. Auf der Vorderseite steht der Produktname und der Kron Mini K1 in seinen zwei erhältlichen Farbvarianten. Der Hersteller stellte uns für den Test die dunkle Variante zur Verfügung. Auf der Rückseite stehen neben dutzenden Herstellerangaben auch die (möglichen) Features. Welche für das Modell zutreffen, sind abgehakt.

In der Box befindet sich folgender Inhalt:

  • der Kron Mini K1 an sich
  • ein allgemein gehaltenes 30-seitiges Benutzerhandbuch in zehn Sprachen
  • ein Karton mit
    • Netzkabel
    • 80 Zentimeter langes HDMI-Kabel
    • VESA-Befestigungsteil
    • Schrauben
  • ein weiterer Karton mit
    • 64,98-Watt-Netzteil (Shenzhen ABP Technology AD0651-1903420F) mit rundem Stecker

Das Benutzerhandbuch geht bei dem Mini-PC nicht wahnsinnig in die Tiefe. Lediglich die ersten Einrichtungsschritte, ein paar Tipps und die VESA-Anbringung werden nähergebracht. Dass der Kron Mini K1 auch über Displayport angeschlossen werden kann, sagt die Anleitung nicht.

Quadratisch gibt sich nicht nur die Box, sondern auch der Mini-PC. 12,7 x 4,0 x 12,7 Zentimeter (Breite x Höhe x Tiefe) sind seine Ausmaße. Mit zirka 394 Gramm Gewicht gehört dieser AceMagic zu einen der leichtgewichtigeren Arbeitszwergen.

Großartige Ansprüche an der Verarbeitung sollte man nicht haben. Das Plastikgehäuse ist weit entfernt vom Prädikat „hochwertig“, aber auch weit entfernt von „absurd billig“. Ohne scharfe Kanten bleibt die Verletzungsgefahr zumindest erfreulich gering. Beim Anklopfen möchte die Schale allerdings seine Billigkeit nicht verstecken.

Die Magie drumherum

Die Anschlussvielfalt ist durchaus üppig ausgefallen. Während es keineswegs an normalen USB-3.2-Anschlüssen mangelt (zweimal Gen 2 vorne, viermal Gen 1 hinten) und die Netzwerkfähigkeit über Gigabit Ethernet gewährleistet ist, wird mit USB-C-3.2-Gen-2-Anschlüssen gegeizt. Genau einen gibt es auf der Vorderseite.

Monitore können entweder über den HDMI-2.0- oder dem Displayport-1.4-Anschluss verbunden werden. Eine dritte Möglichkeit gewährt zudem der videofähige USB-C-Stecker. Unter dem Displayport existiert zudem ein Kensington Lock. Externe Audiolösungen können über den 3,5-Millimeter-Klinkenstecker neben dem Einschaltknopf verbunden werden.

Ein Realtek-Chip sorgt für kabellose Verbindungen zum WLAN (Wifi 6) und zu Bluetooth-Geräten (Bluetooth 5.2).

Lüfterauslässe gibt es so gut wie überall außer vorne. Erfreulich ist die Tatsache, dass Acemagic im Gegensatz zu NiPoGi an Stickern spart. Lediglich der Sticker vom Prozessor und der von der integrierten Grafiklösung zieren neben dem Logo in der Mitte die Oberseite.

K, auf zum Systemstart

Der Windows-11-Desktop nach der Einrichtung beim AceMagic Kron Mini K1
Der jungfräuliche Windows-11-Desktop nach der Einrichtung hat so seine Mühen, die Symbole im Startmenü zu laden.

Wer den gelben Sticker auf dem LAN-Anschluss nicht abreißt, wird eine non-konforme Windows-Einrichtung erleben. Eine zwanghafte Anmeldung mit einem Microsoft-Konto wurde ausgehebelt. Auch wenn wir seltsamerweise zweimal zu einer Netzwerkanmeldung aufgefordert werden, wird ein lokales Konto angelegt. Nicht einmal Datenübertragungsoptionen werden abgefragt.

Am Ende landen wir auf dem Desktop eines nackten Windows 11 Pro in der Version 25H2. Ohne vorherige lebensnotwendige Updates zwar in einem wilden Mischmasch aus deutschen und englischen Texten, aber danach stellt sich die gewohnte Windows-Erfahrung ein.

Auf dem Papier wurde uns ein AMD Ryzen 5 7430U (2,3 Gigahertz Basistakt, 4,3 Gigahertz Turbotakt) versprochen. Bekommen haben wir allerdings einen AMD Ryzen 5 7530U (2,0 Gigahertz Basistakt, 4,5 Gigahertz Turbotakt).

100 Nummern höher, das könnte theoretisch besser sein, oder? Leider nein. Beide basieren zwar auf der älteren Zen-3-Architektur und haben mit sechs Kernen und zwölf Threads ausreichend Office-Systemleistung, doch der in unserem Exemplar eingebaute Ryzen ist drei Quartale älter. Und wenn es nach einigen Benchmarks geht, sogar minimal schwachbrüstiger.

Der Kron Mini K1 verfügt über keine dedizierte Grafiklösung und greift daher auf die integrierte AMD Radeon Graphics (RX Vega 7) im Ryzen 5 7530U zurück.

In unserem Exemplar sind 16 Gigabyte Arbeitsspeicher verbaut, allerdings von der Sorte LPDDR4X. Sprich die Ausführung erfolgt nicht in Form von austauschbaren Riegeln. Von daher sind Erweiterungen tabu, weshalb man sich vorher entweder für 16 oder 32 Gigabyte entscheiden sollte. Wenigstens der Speicherplatz lässt sich ausbauen, sollte die eingebaute Derlar FNS6 mit 512 Gigabyte nicht ausreichen.

Die Benchmarks

Mit einem Ryzen 5 in einer 15-Watt-Variante und 16 Gigabyte Arbeitsspeicher sind die Voraussetzungen für ein stromsparendes solides Arbeitstier geschaffen. Und gerade bei leichtgewichtigen Sachen schlug sich der Kron Mini K1 ganz ordentlich. Nur die Browserbedienung bei einem 4K60-Youtube-Video unter Mozilla Firefox ist ab und an leicht ruckelig. Die Framedrops bei der 4K60-Videowiedergabe auf der Videoplattform hielten sich in Grenzen. Wer anspruchsloser ist, wird hier auf keinerlei Probleme stoßen.

Für den Benchmark haben wir zwei Cinebench-Versionen, den CPU-Benchmark von PassMark und die 3DMark-Demo angewendet. Als Vergleichswerte dienen zwei damals getestete Mini-PCs von NiPoGi.

Acemagic Kron Mini K1
(AMD Ryzen 5 7530U)
NiPoGi Hyper H2
(Intel Core i9-11900H)
NiPoGi AM06 PRO
(AMD Ryzen 7 5800U)
Cinebench R23 Multi: 7745
Single:1459
Multi: 9310
Single: 1553
Multi: 8288
Single: 1434
Cinebench 2024 Multi: 448
Single: 83
Multi: 543
Single: 90
Multi: 498
Single: 86
PassMark (CPU) 16858 20736 18219
3DMark (Time Spy) gesamt: 1189
GPU: 1046
CPU: 5314
gesamt: 788
GPU: 680
CPU: 8183
gesamt: 1440
GPU: 1271
CPU: 5948

Gegen den Core i9 vom Hyper H2 hat der Ryzen 5 in unserem Testsystem das Nachsehen. Ebenso aber auch beim Ryzen 7 des AM06 PRO. Lediglich gegen den von uns Anfang 2024 getesteten NiPoGi AM16 kann der Kron Mini K1 Paroli bieten. Nur bei 3DMark rettet die gute integrierte AMD-Radeon-Graphics-Lösung die Punkte gegenüber dem Intel-Modell.

Der CrystalDiskMark der SSD im AceMagic Kron Mini K1
Die Derlar-SSD kann spätestens im Benchmark seine SATA-Anbindung wirklich nicht verstecken.

Und wer sich die Leistungswerte der eingebauten SSD in CrystalDiskMark anschaut, wird merken: Das ist keine NVMe. Theoretisch unterstützt das Board die wesentlich flotteren SSDs. Doch wer keine hohen Ansprüche an Datenübertragungen hat, für den reicht auch die SSD mit der guten alten SATA-Anbindung. Im Alltag macht sich das ohnehin kaum bemerkbar.

Zocken ohne Magie

Klar möchte man auf so einer kleinen Kiste lediglich seine Dokumente abarbeiten oder im Internet surfen, aber den heißen Scheiß spielen? Wenn das Geld knapp ist, könnten anspruchslose Gelegenheitstitel wie Solitär oder der bis Windows XP standardmäßig mitgelieferte Pinball-Tisch vollkommen ausreichen. Doch wie schaut es mit Spielen aus Steam, GOG & Co. aus?

Alle Titel wurden ohne Modifizierungen am BIOS und mit den standardmäßig ausgelieferten Treibern gespielt. Ausprobiert wurden hohe Einstellungen mit einem AOC Agon AG241QX (2560 x 1440 Pixel), hohe Einstellungen bei Full HD (1920 x 1080 Pixel) und niedrige Einstellungen in derselben Auflösung.

  fps (1440p, hoch) fps (1080p, hoch) fps (1080p, niedrig)
Crysis (Steam) 17-25 27-36 91-130
Grand Theft Auto V
(Legacy, DirectX 11)
16-23 33-42 49-61
Dorfromantik 37-58 56-75 37-38
Cyberpunk 2077 7-10 10-14 13-20
Euro Truck Simulator 2
(plus sämtliche DLCs)
15-19 22-28 62-76
Minecraft
(Java)
23-67 28-92 146-238
Doom (2016)
(OpenGL 4.5)
16-22 26-36 36-42

Sofern der Verzicht auf grafische Leckerbissen und hoher Auflösung keine Dramatik im Leben verursachen, steht dem Spielvergnügen mit ausreichenden Frameraten nichts im Wege. Nur junge Triple-A-Titel wie Cyberpunk 2077 könnten zum Problem werden. Auch wenn wir von der Firma einige Marketing-Behauptungen gewohnt sind: AceMagic bewirbt diesen Mini-PC glücklicherweise nicht als Gaming-PC.

Eigenes System? Mit Einschränkungen.

Grundsätzlich ist es immer sinnvoll, das vorinstallierte Betriebssystem eines Fertigrechners gegen ein eigenes einzutauschen. Insbesondere bei weniger gängigen Marken mit fehlendem Support, bei denen sich verdächtige Spyware im Dateisystem tummeln könnte.

Wer das „Experiment“ der Betriebssystem-Neuinstallation beim Kron Mini K1 wagen möchte, wird sich mit einer Treibersuche konfrontieren müssen. Der Geräte-Manager von Windows 11 vermisst drei Treiber. Windows installierte zudem einen Basis-Grafiktreiber und in dem Zustand fand das System nicht einmal richtig Bluetooth-Geräte. Entweder greift man zum Treiberpaket von AceMagic oder zu Tools wie Snappy Driver Installer.

Von dem Hersteller sind wir es gewohnt, dass auch das WLAN nach einer eigensinnigen Windows-Installation nicht funktioniert. Erfreulicherweise funktionierte es dieses Mal out-of-the-box.

Mehr Glück und weniger Stress bei der Treibersuche gibt es mit Linux. Bei unseren drei getesteten Distributionen Linux Mint 22.3 Cinnamon, KDE neon User Edition (20260716-0522) und Xubuntu 26.04 wurden fast alle Geräte problemlos erkannt. Lediglich KDE neon vermisste im Taskmanager einen fehlenden Sensor.

Warte mal…

Direkt sichtbare Wartungsklappen hat der Kron Mini K1 nicht zu bieten. Um dennoch ans Innere zu gelangen, müssen die vier stark verklebten Gummifüße auf der Unterseite entfernt werden. Diese gewähren Zugang zu kleinen und tiefsitzenden Kreuzschrauben.

Sind die Kreuzschrauben entfernt, muss nun die Unterseite von der Oberseite getrennt werden. Was sich einfacher anhört als es eigentlich ist, denn die Prozedur gestaltete sich etwas fummelig. Am Ende ist Vorsicht geboten, da die Drähte zum Wireless-Chip mit dem Gehäuse verbunden sind und der Einschaltknopf nur lose im Gehäuse hängt.

Viel zu warten gibt es allerdings nicht. Einerseits gibt es Zugang zur M.2-SSD, neben der es noch einen weiteren M.2-Slot gibt. Hier kann zudem die BIOS-Batterie ausgetauscht werden. Wer das Board noch umdreht, blickt lediglich in den 75 Millimeter breiten Aktivlüfter. Arbeitsspeicher lässt sich hier nicht entdecken, selbst wenn die Produktbilder des Mini-PCs dies vermuten lassen.

Fazit: Es tut, was es soll

Der Ryzen 5 erweist ausreichende Dienste, die 16 Gigabyte Arbeitsspeicher genügen und auf die 512 Gigabyte große SSD sollten Office-Ablagen kein Problem darstellen. Für Ottonormalverbraucher ist der AceMagic Kron Mini K1 ein absolut ausreichender Office-PC, der bei geringem Platzbedarf dennoch eine Menge Anschluss- und Erweiterungsmöglichkeiten bietet.

Bei einem Idle-Verbrauch von 4,7 bis 5,3 Watt im Idealfall wird die Stromrechnung nicht übermäßig strapaziert. Selbst wenn so was wie Prime95 laufen würde, fällt der Verbrauch mit 38,3 Watt geradezu lächerlich aus. Mittelmäßige Auslastungen quittiert der Mini-PC allerdings mit permanent präsenten Lüftergeräuschen, die geräuschtechnisch einem CD-Laufwerk im Betrieb ähneln.

Erfreulich ist die Möglichkeit, noch eine weitere M.2-SSD einzubauen. Sofern der fummelige Weg ins Innere nicht gescheut wird. Dieser Weg könnte bei Bedarf genutzt werden, um die bestehende SSD gegen eine wesentlich flottere auszutauschen.

Verarbeitungstechnisch wäre noch Luft nach oben gewesen. Gerade die Löcher um die kopfüber eingebauten USB-Frontanschlüsse sind so eng, dass die USB-Geräte reingequetscht werden müssen. Der Rest geht bei der Preisgestaltung durchaus in Ordnung.

Apropos Preis: Die unverbindliche Preisempfehlung gibt AceMagic auf deren Website mit 627,95 Euro an, auf Amazon mit 599,99 Euro. Ein auch in Anbetracht der wegen des KI-Booms angezogenen Hardwarepreise absurd hoher Eurobetrag. Zum Zeitpunkt des Testberichts lag der Amazon-Preis bei 399,99 Euro, was für das gebotene in der Situation noch okay ist.

Aktion: Wer diesen Mini-PC mit dem vom Hersteller zur Verfügung gestellten Code ACEK1P540 bei Amazon kauft, spart 40% gegenüber der unverbindlichen Preisempfehlung und kommt auf einen Endbetrag von 359 Euro. Der Code ist bis zum 31.08.2026 gültig.

AceMagic Kron Mini K1 Mini-PC im Test – Der Durchschnittsknirps
zurück zur Startseite

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Hiermit akzeptiere ich die Datenschutzerklärung für diesen Kommentar, die Nutzungsbedingungen und Regeln für Kommentare (soweit für diesen Kommentar hier zutreffend) habe ich ebefalls gelesen.

Aktuelle News auf Deskmodder.de
alle News anzeigen
Deskmodder