Apple führt unter iOS, iPadOS und macOS die Funktion „Altersgruppe für Apps“ ein. Damit können Apps künftig erfahren, zu welcher Altersgruppe ein Nutzer gehört, ohne das genaue Geburtsdatum oder das konkrete Alter zu erhalten. Apple beschreibt die Funktion inzwischen auch im iPhone-Benutzerhandbuch. Sie soll vor allem dabei helfen, altersgerechte App-Erlebnisse bereitzustellen. In der Praxis erscheint eine Abfrage, sobald eine unterstützte App die Altersgruppe nutzen möchte. In einem aktuellen Beispiel fragt Reddit danach, ob die Altersgruppe geteilt werden darf. Das System zeigt dabei nur die Einordnung an, etwa „Erwachsen“. Apple stellt klar, dass Alter und Geburtsdatum privat bleiben.

Apps erhalten nur eine Altersgruppe
Die Funktion ersetzt keine klassische Altersverifikation mit Ausweis oder vollständigen persönlichen Daten. Apple ermittelt die Altersgruppe anhand der Informationen im Apple Account. Apps erhalten anschließend nur die passende Kategorie. Erwachsene können selbst entscheiden, ob sie ihre Altersgruppe mit Apps teilen möchten. Eine App kann dadurch erkennen, ob ein Nutzer beispielsweise mindestens 18 Jahre alt ist, ohne das exakte Geburtsdatum zu kennen.
Apple überträgt diese Auswahl auf alle Geräte, die mit demselben Apple Account angemeldet sind. Wer die Einstellung auf dem iPhone setzt, findet sie daher auch auf dem iPad oder Mac wieder.
Familienorganisatoren steuern die Freigabe
Besonders wichtig ist die Funktion für Familiengruppen. Familienorganisatoren können festlegen, wie Apps mit der Altersgruppe eines Kindes umgehen dürfen. Apple bietet dafür mehrere Optionen an. Die Altersgruppe kann immer geteilt werden, jede Anfrage kann eine Bestätigung erfordern, oder die Freigabe bleibt vollständig aus. Damit entscheidet nicht allein die jeweilige App über den Umgang mit Altersinformationen. Eltern oder Erziehungsberechtigte legen fest, ob Drittanbieter überhaupt eine Altersgruppe erhalten. Apple erlaubt außerdem, Kinder-Accounts daran zu hindern, diese Einstellung selbst zu ändern.
Einstellung liegt im Familienbereich
Die Einrichtung läuft über die Einstellungen des iPhones. Dort öffnet man den Bereich „Familie“ und wählt den eigenen Account oder den Account des Kindes aus. Anschließend führt Apple über „Apple Account & Passwort“ zur Option „Altersgruppe für Apps“. Dort stehen drei Varianten bereit: „Immer“, „Erst fragen“ und „Nicht teilen“. Dort stehen drei Varianten bereit: „Immer“, „Erst fragen“ und „Nicht teilen“. Wählt man „Immer“, gibt das System die Altersgruppe auf Anfrage automatisch an unterstützte Apps weiter. Bei „Erst fragen“ erscheint jedes Mal eine Abfrage. Die Option „Nicht teilen“ sorgt dafür, dass Apps keine Altersgruppe erhalten. Später lässt sich außerdem prüfen, welche Apps die Altersgruppe angefragt haben und ob das System sie geteilt hat. Bei Bedarf können Nutzer die Altersgruppe erneut teilen oder die Freigabeeinstellung ändern.
Drittanbieter müssen die Funktion einbauen
Die neue Funktion steht nicht automatisch in jeder App bereit. Drittanbieter müssen die technischen Voraussetzungen selbst in ihre Apps integrieren. Erst dann kann eine App die Altersgruppe über Apples Schnittstelle abfragen. Die Einführung dürfte deshalb schrittweise laufen. Große Plattformen mit nutzergenerierten Inhalten, Social-Media-Apps, Spiele, Streaming-Dienste oder Community-Apps haben ein naheliegendes Interesse daran. Kleinere Anbieter dürften die Funktion nach und nach übernehmen.

