Mit dem OPPO Pad 5 hatte ich wieder einmal ein Android-Tablet auf dem Tisch. Das Gerät bietet ein 12,1 Zoll großes Display mit bis zu 120 Hz, einen Akku mit 10.050 mAh und in der mir vorliegenden Cellular-Version auch 5G-Mobilfunk. Technisch klingt das zunächst nach einer brauchbaren Grundlage für ein Tablet, das mehr können soll als Videos wiederzugeben und Webseiten anzuzeigen. Im redaktionellen Alltag verwende ich unter anderem ein iPad Pro M5. Damit recherchiere ich, bearbeite Texte und erledige verschiedene Aufgaben, für die ich nicht jedes Mal einen Rechner benötige. Beim OPPO Pad 5 interessierte mich deshalb neben der Ausstattung vor allem die Frage, ob ich mich mit Android auf einem Tablet inzwischen besser anfreunden kann. Um es vorwegzunehmen: Das ist weiterhin schwierig.
Technische Ausstattung des OPPO Pad 5
Das Pad 5 verfügt über ein 12,1 Zoll großes LCD mit einer Auflösung von 2.800 × 1.980 Pixeln und einer Bildwiederholfrequenz von bis zu 120 Hz. Für die Rechenleistung ist ein MediaTek Dimensity 7300-Ultra zuständig, die Grafik übernimmt eine Mali-G615-MC2. Beim Arbeitsspeicher setzt OPPO auf LPDDR5X, beim internen Speicher auf UFS 3.1. Die Kapazitäten unterscheiden sich je nach Ausführung. Mit einer Gehäusedicke von 6,83 Millimetern fällt das Tablet recht schlank aus. Die Cellular-Version wiegt rund 599 Gramm und damit lediglich zwei Gramm mehr als die reine Wi-Fi-Ausführung. Das ist für ein Gerät dieser Größenklasse kein ungewöhnlicher Wert.
Der Akku besitzt eine nominelle Kapazität von 10.050 mAh und unterstützt das Laden mit bis zu 33 Watt. Die Kapazität ist ordentlich bemessen, sagt für sich genommen allerdings noch nichts über die tatsächliche Laufzeit aus. Eine belastbare Akkumessung unter verschiedenen Nutzungsszenarien liegt mir nicht vor.
5G-Mobilfunk vorhanden, eSIM fehlt
Bei den drahtlosen Verbindungen unterstützt das OPPO Pad 5 Wi-Fi 6 und Bluetooth 5.4. Die hier verwendete Cellular-Version bietet zusätzlich 5G-Mobilfunk. Wer das Tablet unterwegs unabhängig von einem WLAN verwenden möchte, kann eine physische SIM-Karte einsetzen. Auf eSIM-Unterstützung verzichtet OPPO allerdings. Gerade bei einem aktuellen Tablet mit Mobilfunkmodem finde ich das schade. Einen zusätzlichen Datentarif direkt auf dem Gerät einzurichten, ohne zunächst eine passende SIM-Karte organisieren zu müssen, wäre durchaus praktisch gewesen. Die fehlende eSIM macht das Tablet nicht unbrauchbar, ist für mich aber eine unnötige Einschränkung.
Geekbench 7: Der Dimensity 7300-Ultra im CPU-Test
Für eine erste Einschätzung der Prozessorleistung habe ich das OPPO Pad 5 mit Geekbench 7.1.0 getestet. Der verbaute MediaTek Dimensity 7300-Ultra erreichte dabei 880 Punkte im Single-Core-Test und 3.110 Punkte im Multi-Core-Test. Als Betriebssystem war Android 16 installiert.
Die Ergebnisse zeigen einen deutlichen Unterschied zwischen der Leistung eines einzelnen CPU-Kerns und der gemeinsamen Rechenleistung aller acht Kerne. Der Prozessor ist damit grundsätzlich der Mittelklasse zuzuordnen. Ein Leistungswunder ist er nicht, allerdings wäre es auch falsch, allein aus diesen beiden Zahlen auf eine schlechte Alltagstauglichkeit zu schließen. Für typische Tablet-Aufgaben wie Internetrecherche, Videowiedergabe oder einfache Dokumentenbearbeitung ist eine solche Prozessorplattform grundsätzlich geeignet. Wie sich das Gerät bei dauerhaft hoher Last oder besonders anspruchsvollen Anwendungen verhält, lässt sich aus einem einzelnen CPU-Benchmark dagegen nicht zuverlässig beurteilen.
Face Unlock ist kein Ersatz für Face ID
Einen konkreten Kritikpunkt sehe ich bei der biometrischen Entsperrung. OPPO bietet beim Pad 5 zwar Face Unlock an, verzichtet aber auf eine dedizierte dreidimensionale Gesichtserfassung, wie sie Apple mit seinem TrueDepth-Kamerasystem einsetzt. Face ID verwendet unter anderem eine Infrarotkamera und einen Punktprojektor, um die dreidimensionale Struktur des Gesichts zu erfassen. Eine gewöhnliche kamerabasierte Gesichtserkennung arbeitet auf einer anderen technischen Grundlage.
Das bedeutet nicht automatisch, dass sich die Gesichtserkennung des OPPO Pad 5 einfach(er) umgehen lässt. Die beiden Verfahren sollte man dennoch nicht gleichsetzen. Gerade auf einem Tablet, das möglicherweise berufliche E-Mails oder vertrauliche Dokumente enthält, halte ich den Unterschied für relevant. Von meinem iPad Pro M5 bin ich Face ID gewohnt. Die Authentifizierung funktioniert für mich unkompliziert und basiert auf einer eigens dafür entwickelten Sensorik. Eine vergleichbare Lösung hätte ich mir auch beim OPPO Pad 5 gewünscht.
Android bleibt für mich der Knackpunkt
Mein größtes Problem mit dem OPPO Pad 5 liegt allerdings nicht bei der Hardware, sondern bei Android selbst. Ich habe dem Betriebssystem über die Jahre immer wieder eine Chance gegeben. Auf Smartphones ebenso wie auf Tablets. Mit seinem grundlegenden Konzept konnte ich mich trotzdem nie wirklich anfreunden. Auch die Benutzeroberfläche von OPPO ändert daran nichts. Dabei will ich Android seine Fähigkeiten keineswegs absprechen. Das System bietet zahlreiche Einstellungsmöglichkeiten, lässt sich weitreichend individualisieren und erlaubt seinen Nutzern Freiheiten, die Apple in dieser Form nicht vorsieht. Für viele Menschen ist genau das ein entscheidender Vorteil. Nur frage ich mich, ob diese Möglichkeiten tatsächlich jeder haben möchte. In Diskussionen zwischen Android- und Apple-Nutzern wird häufig so argumentiert, als seien zusätzliche Freiheiten grundsätzlich ein Gewinn. Ich sehe das anders. Nicht jeder Apple-Nutzer vermisst die Funktionen, die Android zusätzlich bietet. Manche benötigen sie schlicht nicht.
Das hat auch nichts mit mangelndem technischen Interesse zu tun. Ich beschäftige mich beruflich mit Betriebssystemen, Hardware und Software und administriere abseits der Redaktion komplexe Systeme. Dort sind umfangreiche Konfigurationsmöglichkeiten ausdrücklich erwünscht. Bei einem Tablet habe ich dagegen andere Prioritäten. Ich möchte meine Anwendungen öffnen, meine Aufgaben erledigen und mich möglichst wenig mit dem Betriebssystem beschäftigen müssen. Android spricht mich dabei weder in seiner Bedienphilosophie noch in seiner grundlegenden Gestaltung besonders an. Das ist eine persönliche Präferenz, aber eine, an der auch das OPPO Pad 5 nichts geändert hat.
Produktivität braucht mehr als eine lange Funktionsliste
OPPO sieht das Pad 5 auch für produktive Aufgaben vor. Die Unterstützung für einen Eingabestift und verschiedene Funktionen zur Zusammenarbeit mit anderen Geräten passen zu diesem Anspruch. Unser Testgerät wurde allerdings ohne Tastatur und Eingabestift bereitgestellt. Gerade für längere Texte wäre eine passende Hardwaretastatur interessant gewesen. Das Fehlen des optionalen Zubehörs ist kein grundsätzlicher Nachteil des Tablets, begrenzt aber die Möglichkeiten, das vollständige Produktivitätskonzept zu beurteilen.
Im Redaktionsalltag wechsle ich regelmäßig zwischen Recherche, Textbearbeitung, Bildverwaltung und Kommunikation. Dabei interessiert mich weniger, wie viele Funktionen ein Betriebssystem theoretisch mitbringt, sondern ob die benötigten Arbeitsabläufe für mich nachvollziehbar und unkompliziert bleiben. Das OPPO Pad 5 bietet die technischen Voraussetzungen für zahlreiche dieser Aufgaben. Ob es sich dafür eignet, hängt aber ebenso von den verwendeten Anwendungen und den persönlichen Gewohnheiten ab. Eine umfangreiche Funktionssammlung allein ist jedenfalls noch kein Beleg für eine besonders produktive Arbeitsumgebung.
Warum ich iPadOS bevorzuge
Auch iPadOS ist keineswegs perfekt. Apple schränkt die Möglichkeiten zur Systemanpassung stärker ein, und bei der Dateiverwaltung sowie manchen professionellen Arbeitsabläufen gibt es weiterhin Verbesserungsbedarf. Trotzdem passt das System besser zu meiner Arbeitsweise. Mein iPad Pro M5 ist für mich in erster Linie ein Werkzeug. Ich kenne die Anwendungen, die ich benötige, weiß um ihre Möglichkeiten und ebenso um ihre Grenzen. Wenn eine Aufgabe auf dem iPad nicht sinnvoll zu erledigen ist, greife ich zum Rechner.
Natürlich spielt dabei auch Gewöhnung eine Rolle. Wer über Jahre mit einer Plattform arbeitet, entwickelt Routinen. Gerade bei einem täglich genutzten Arbeitsgerät ist das aber nicht unbedingt ein Nachteil. Ein Wechsel müsste mir einen konkreten Mehrwert bieten, den ich beim OPPO Pad 5 für meine Anforderungen nicht sehe. Wer Android bevorzugt und dessen Anpassungsmöglichkeiten schätzt, wird das möglicherweise völlig anders beurteilen. Das ist auch in Ordnung. Unterschiedliche Anforderungen führen nun einmal zu unterschiedlichen Bewertungen.
Ein gutes Datenblatt ist nicht alles
Das OPPO Pad 5 bietet eine durchaus ordentliche Ausstattung. Das große Display mit 120 Hz, der Akku mit 10.050 mAh und die 5G-Anbindung der Cellular-Version sind Argumente, die für das Gerät sprechen. Die Geekbench-7-Messung liefert zudem eine erste konkrete Einordnung der CPU-Leistung. Weniger gefallen mir die fehlende eSIM-Unterstützung und die gegenüber Face ID einfachere Gesichtserkennung. Bei Akkulaufzeit, GPU-Leistung und dem Einsatz mit optionalem Zubehör bleiben dagegen Fragen offen, die ich ohne entsprechende Messungen und Erprobung nicht abschließend bewerten möchte.
Das persönliche Gesamturteil fällt trotzdem zurückhaltend aus. Nicht weil das OPPO Pad 5 grundsätzlich ein schlechtes Tablet wäre, sondern weil ich mit Android weiterhin nicht warm werde. Das gehört für mich ebenso zu einer Bewertung wie technische Daten und Benchmarkwerte. Ein Gerät kann auf dem Papier vieles richtig machen und trotzdem nicht zu den eigenen Anforderungen passen. Für Nutzer, die bereits gerne mit Android arbeiten, könnte das Pad 5 beim genannten Einstiegspreis von 439 Euro interessant sein. Ob das Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugt, hängt allerdings auch davon ab, welche Alternativen man in Betracht zieht.
Mich persönlich bringt das OPPO Pad 5 jedenfalls nicht dazu, mein iPad gegen ein Android-Tablet einzutauschen. Ich brauche kein Betriebssystem, das ich bis zum letzten Pixel und Bit konfigurieren kann. Ich brauche eines, das für meine Anwendungen funktioniert und mir nicht im Weg steht.





Hallo,
zum Test des Oppo Pad 5 möchte ich etwas einbringen.
Klar ist, das Android oder IPad OS , seine Fans haben, sowie Stärken und Schwächen.
Leider finde ich den häufigen Vergleich mit einem das drei mal so teuren IPad Pro ein wenig an der Sache vorbei.
Klar ist das Apple Gerät besser und wenn man dann ein Fan von IOS ist , ist der Beitrag eh sehr einseitig.
Bitte beachten sie, das man in der Tablet-Welt kein kostspieligeres Gerät als das IPad Pro mit M Chip finden kann. Tastatur und Stift liegen dort auch nicht bei uns schlagen auch nochmal mit ca.440€ zu Buche.
Ja das Oppo Pad kann da nicht mithalten, ist dafür in der Anschaffung oder den Folgekisten wesentlich günstiger.
Genauso könnte man ja bei einem PC sagen „Windows ist und bleibt das Problem“. DIe Frage ist ja nur, ob man bei Apple wirklich in besseren Händen ist. Man wird dabei eben sehr abhängig von deren Ökosystem und zwangsläufig auch der Hardware, und das wiederum muss man sich auch leisten können und wollen.