Schneider Electric will Shelly Group für rund 1,2 Milliarden Euro übernehmen

Schneider Electric greift nach Shelly. Der französische Konzern will den Smart-Home-Spezialisten über ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot vollständig übernehmen und bietet 70 Euro je Aktie. Damit wird die Shelly Group mit rund 1,2 Milliarden Euro bewertet. Die wichtigsten Anteilseigner stehen hinter dem Vorhaben: Die beiden Shelly-Gründer kontrollieren zusammen rund 57 Prozent des Kapitals und unterstützen die Transaktion. Noch ist der Deal allerdings nicht durch.

70 Euro je Aktie

Abgewickelt werden soll die Übernahme über SE 2026 A SAS, welche eine vollständig kontrollierte Tochtergesellschaft von Schneider Electric ist. Der Angebotspreis liegt nach Angaben von Shelly rund 27 Prozent über dem unbeeinflussten Referenzkurs vom 28. Juli 2026. Gegenüber dem Referenzkurs vom 23. September beträgt der Aufschlag rund 22 Prozent. Die Shelly Group hat mit Schneider Electric bereits eine Investitionsvereinbarung geschlossen. Darin sind die wesentlichen Bedingungen festgehalten, unter denen das Unternehmen das geplante Angebot unterstützen will.

Gründer stehen hinter dem Deal

Dimitar Dimitrov und Svetlin Todorov halten zusammen rund 57 Prozent der Shelly Group und unterstützen die geplante Übernahme. Dimitrov, Co-Gründer und Co-CEO, kontrolliert rund 29 Prozent der Anteile. Er will seine Aktien in das Angebot einbringen und einen Teil des Erlöses anschließend gemeinsam mit Schneider Electric erneut investieren. Auch operativ soll er dem Unternehmen erhalten bleiben und Shelly weiterhin gemeinsam mit Wolfgang Kirsch führen. Svetlin Todorov hält direkt und über seine Gesellschaft Salisto Holdings rund 28 Prozent. Für einen Teil der Transaktion steht noch die fusionskontrollrechtliche Freigabe aus.

Schneider Electric will Shelly weiterführen

Mit der Übernahme soll Shelly nicht einfach im Schneider-Konzern verschwinden. Nach Angaben des Unternehmens ist vorgesehen, den Hauptsitz in Bulgarien sowie die bestehende Organisation und Belegschaft für mindestens drei Jahre nach Abschluss der Transaktion zu erhalten. Das betrifft auch Forschung und Entwicklung, Engineering, Vertrieb, Operations und Management. Strategisch passen beide Unternehmen vor allem beim Thema Energiemanagement zusammen. Shelly hat sich in den vergangenen Jahren vom Anbieter einzelner Smart-Home-Komponenten zu einer Plattform für vernetzte Gebäude, Automatisierung und Energieverwaltung entwickelt. Schneider Electric bringt dazu seine internationale Reichweite und Erfahrung im Energie- und Gebäudemanagement ein.

95 Prozent sind die entscheidende Schwelle

Die Übernahme steht unter mehreren Bedingungen. Neben den regulatorischen Freigaben verlangt Schneider Electric eine Mindestannahmequote von 95 Prozent des Aktienkapitals. Wird diese Schwelle erreicht, will Schneider Electric anschließend die vollständige Kontrolle über Shelly anstreben. In diesem Zusammenhang ist auch ein späteres Delisting vorgesehen. Aktuell ist die Shelly Group sowohl an der Bulgarischen Börse als auch im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse gelistet und gehört dem SDAX an.

Abschluss Anfang 2027 möglich

Die Schneider-Tochter soll das Übernahmeangebot innerhalb von drei Geschäftstagen bei der bulgarischen Finanzaufsicht einreichen. Mit einer Entscheidung der Behörde rechnet Shelly bis Ende November oder Anfang Dezember 2026. Anschließend wird auch der Verwaltungsrat seine formelle Stellungnahme abgeben. Laufen Genehmigungen und Annahme wie geplant, schließt man die Transaktion im ersten Quartal 2027 ab.

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