Beelink baut sein Portfolio um ein ungewöhnlich breit aufgestelltes NAS-System aus. Das neue ME Pro setzt auf ein modulares Konzept und soll sich je nach Ausstattung vom einfachen Heim-NAS bis zur leistungsfähigen Plattform für lokale KI-Modelle und Medienproduktionen konfigurieren lassen. Beelink plant mehrere Prozessorvarianten und kombiniert diese mit unterschiedlichen Speichergehäusen. Je nach Modell sind Konfigurationen mit zwei oder vier Laufwerksschächten vorgesehen. In der größten Ausbaustufe nennt der Hersteller eine Speicherkapazität von bis zu 136 TB.
Modulares Konzept statt fest verlöteter Plattform
Der technische Ansatz unterscheidet sich von vielen klassischen Fertig-NAS-Systemen. Beelink will Recheneinheit und Speichergehäuse stärker voneinander trennen und damit spätere Erweiterungen erleichtern. Der Hersteller spricht ausdrücklich davon, Leistung und Speicherkapazität aufrüsten zu können, ohne dafür das komplette NAS ersetzen zu müssen.
Auch das Mainboard lässt sich für Wartungsarbeiten vergleichsweise einfach herausnehmen. Damit zielt Beelink auf Nutzer, die ein NAS nicht als unveränderliche Appliance betrachten, sondern eher als kleine Serverplattform.
Vom Intel J5005 bis zum Ryzen AI
Die Modellpalette beginnt vergleichsweise weit unten. Für einfache Heim- und Speicheraufgaben sind Varianten mit Intel Pentium Silver J5005, Intel N95, Intel N150 und Intel Core 3 304 vorgesehen. Darüber positioniert Beelink eine Version mit Intel Core i5-13500H für anspruchsvollere Medien- und Kreativaufgaben. Am oberen Ende stehen Modelle mit AMD Ryzen AI.
Auf der Produktseite nennt Beelink unter anderem Ryzen AI 9 HX 470 und weitere Ryzen-AI-Konfigurationen. In dieser Klasse soll das ME Pro auch lokale KI-Anwendungen ausführen können. Für die leistungsstärkste Ausführung wirbt Beelink mit bis zu 86 TOPS kombinierter KI-Leistung.
Lokale KI direkt auf dem NAS
Bei den Ryzen-AI-Modellen geht Beelink deutlich über klassische NAS-Aufgaben hinaus. Vorgesehen ist die lokale Ausführung von KI-Modellen und Agenten direkt auf dem Gerät. Auf der Produktseite demonstriert Beelink unter anderem Modelle aus den Familien Llama, Qwen, DeepSeek und Gemma. Genannt werden Konfigurationen bis hin zu Modellen mit mehreren zehn Milliarden Parametern. Der Gedanke dahinter ist nachvollziehbar: Wer ohnehin Daten lokal auf einem NAS speichert, kann auch Suche, Analyse oder generative KI auf derselben Infrastruktur ausführen, ohne Inhalte zwingend an externe Cloud-Dienste übertragen zu müssen. Wie leistungsfähig die ein einzelnen Modelle dabei tatsächlich sind, hängt stark von Prozessor, Arbeitsspeicher und Modellgröße ab.
Bis zu 136 TB Speicher
Auch bei der Speicherkapazität staffelt Beelink das ME Pro nach Plattform. Je nach Ausführung nennt der Hersteller Kapazitäten zwischen 64 und 136 TB. Die Varianten mit zwei Laufwerksschächten bleiben naturgemäß darunter, während die größeren Gehäuse zusätzliche Datenträger aufnehmen können. Beelink wirbt außerdem mit einem um rund 50 Prozent kleineren Gehäusevolumen gegenüber einem herkömmlichen Aufbau.
Das 4-Bay-Gehäuse misst laut Produktdarstellung etwa 181 Millimeter in der Breite und 247 Millimeter in der Tiefe. Damit bleibt das ME Pro trotz der Laufwerksschächte vergleichsweise kompakt und soll sich auch auf einem Schreibtisch oder im Wohnbereich unterbringen lassen.
Mehrere Netzwerkklassen je nach Modell
Die Netzwerkausstattung hängt stark von der gewählten Plattform ab. Die kleineren Intel-Modelle starten mit 2,5-Gigabit-Ethernet. Leistungsfähigere Varianten kombinieren 5- oder 10-Gigabit-Ethernet mit zusätzlichen 2,5-Gigabit-Anschlüssen. Bei den stärkeren Plattformen sind zudem schnelle USB-C- beziehungsweise Thunderbolt-Verbindungen vorgesehen. Die genaue Portausstattung unterscheidet sich dabei je nach Prozessorvariante deutlich. Damit reicht das ME Pro vom klassischen Backup-NAS bis hin zu Systemen, die sich auch für größere Medienprojekte oder schnelle lokale Transfers eignen sollen.
Eigenes Fygo OS übernimmt die Verwaltung
Als Betriebssystem setzt Beelink auf Fygo OS. Die Oberfläche soll klassische NAS-Aufgaben mit Medienverwaltung und KI-Funktionen verbinden. Dazu gehören unter anderem eine KI-gestützte Fotosuche, Gesichtserkennung, intelligente Kategorisierung und Unterstützung verschiedener Dateiformate. Beelink zeigt außerdem Funktionen für Medienvorschau, gemeinschaftliche Reviews, Freigaben und externen Zugriff. Dateien können über Links geteilt und mit Zugriffsbeschränkungen, Ablaufdaten und weiteren Freigabeoptionen versehen werden. Damit positioniert der Hersteller das System nicht nur als Datenspeicher, sondern auch als Arbeitsplattform für kleinere Teams und Kreativprojekte.
Für den Dauerbetrieb ausgelegt
Bei einem NAS spielt Kühlung naturgemäß eine größere Rolle als bei einem klassischen Mini PC. Beelink bewirbt das ME Pro deshalb ausdrücklich für den 24/7-Betrieb. Zum Einsatz kommt ein interner Luftstrom, der die Wärme von Laufwerken und Hauptplatine getrennt abführen soll. Zusätzlich setzt der Hersteller auf Aluminium-Strukturen und Wärmeleitpads. Auch die Laufwerke werden mechanisch entkoppelt. Silikonelemente sollen Vibrationen und damit sowohl Geräusche als auch Belastungen für die Datenträger reduzieren.
Preise beginnen bei 299 US-Dollar
Beelink plant mehrere Preisstufen. Das einfachste Modell mit Intel J5005 beginnt laut aktueller Produktseite bei 299 US-Dollar für die kleinere Ausführung. Für Varianten mit N95, N150 oder Core 3 304 steigen die Preise entsprechend an. Der Core i5-13500H liegt bereits deutlich darüber, während die Ryzen-AI-Modelle in den vierstelligen Dollarbereich reichen. Die konkrete Preisgestaltung hängt neben dem Prozessor auch von der gewählten Speichererweiterung ab. Da der Verkaufsstart zunächst über Kickstarter erfolgen soll, sollte man die aktuell genannten Preise noch nicht als endgültige Straßenpreise betrachten. Beelink wirbt vorab mit bis zu 30 Prozent Rabatt für frühe Interessenten.




Danke für den Beitrag!
Das Fygo OS finde ich sehr spannend. Es scheint irgendwie mit fnos (https://fnnas.com/) verwandt zu sein.
Relativ jung und wohl gerade auch erst in deutscher Sprache.
Konkurrenz zu TrueNAS, Unraid oder Synology DSM?
Auf jeden Fall für die kalten Wintermonate ein Zeitvertreib.
Zeitvertreib für Millionäre, die sich die NAS-Platten noch leisten können. Die sollten aber jetzt zugreifen, bevor man da vom Geldbeutel her wirklich NVidia-Boss sein muss.
Man muss doch kein Geld haben um sich etwas leisten zu können:
mach es einfach wie die Bundesregierungen:
auf Teufel komm raus Kredite bei allen möglichen Banken aufnehmen, irgendwann gut gelebt abtreten und die Erben schlagen das „vergiftete“ Erbe aus.
Problem gelöst.
Der Vergleich mit „den“ Bundesregierungen (seit ’49?) hinkt mehrfach. Verzichte doch einfach darauf!
Sorry: ich fand den Vergleich in dem Moment ganz gut. Wollte aber keinem auf den Schlips treten.
Und nein, ursprünglich gemeint waren nicht alle Regierungen seit ´49.
Habs´s aber für dich extra noch mal recherchiert:
tatsächlich haben alle (!) Bunderegierungen Schulden gemacht (im Sinne von Nettokreditaufnahme).
Keine (!) Bundesregierung seit 1949 hat während ihrer gesamten Amtszeit völlig auf neue Schulden verzichtet.
Es gab einzelne (!) schuldenfreie bzw. tilgende Jahre.
z.B.:
2014–2019: sechs Jahre hintereinander 0 € Nettokreditaufnahme – die sogenannte „schwarze Null“. Der Bundestag bezeichnet 2014 ausdrücklich als das erste Haushaltsjahr seit 1969, in dem der Bund keine neuen Schulden aufnahm (Regierung Merkel). Aber:
Ab 2020 wegen der Corona-Krise wieder sehr hohe Kreditaufnahme.
Also stimmt es. Alle Regierungen haben Schulden gemacht.
Von mir aus können wir es dabei belassen. Ist ja kein Politiktalk hier.
Der Vergleich mag hinken. Wollte aber auch nur darauf hinweisen, dass man ja nicht sein eigenes Geld verbraten muss (ohne Konsequenzen).
@RPMX: Insofern bin ich auf die Aussage von @SArmstrong eingegangen: man muss kein Millionär sein, um sich Festplatten noch leisten zu können.
Verstehe. Und weil ja kein Polittalk hier und erst recht unpassend zum Thema/Artikel, legst Du gleich noch einmal mit nem halben Roman zum selben unpassenden Polittalk nach. Weil man es ja auch dabei hätte belassen können. ^^
ja, und weil ich mir von solchen wie dir bestimmt nicht vorschreiben lasse wie, was und worüber ich schreibe.
Diese Zeiten sind vorbei. Das sollte eigentlich auch dir klar sein.
Ich habe Dir nichts vorgeschrieben. Das ist dann etwas, was nur in Deinem Kopf vor sich geht.
du redest (schreibst) wie mein Psychiater! (:-)
Verdammt, jetzt hast Du mich doch erkannt! xD
Was zum Teufel hat dieser Blödsinn mit dem Artikel zu tun? -.-
🤣Es macht euch beiden Spaß, was?🤣
Vielleicht noch eine abschließende Bemerkung: Schulden sind ja per se nicht schlecht. Da wird jeder Häuslebauer zustimmen. Problematisch ist nur die Rückzahlung…
stimmt!
Schulden sind nicht per se schlecht. Aber Deutschland zahlt inzwischen rechnerisch rund 138 Millionen Euro Zinsen – jeden Tag. Dieses Geld steht für Bildung, Infrastruktur oder Entlastungen nicht mehr zur Verfügung.
Nicht nur die Rückzahlung von Schulden ist das Problem, sondern zunehmend schon ihr laufender Preis.
Quelle:
https://steuerzahler.de/aktion-position/staatsverschuldung/schuldenuhr/
ich möchte SSD in mein NAS einbauen. Die sind nochmal eine andere Liga.
Evtl doch das Gerät in den Keller stellen, wo es nicht stört. Aber da liegt noch kein Kabel.
Finde ich gut dass Beelink die NAS-Produkte weiter ausbaut, denn es gab da schon interessante Ansätze. Die Bauweise ist vielversprechend. Wenn ich das richtig gesehen habe gibt es auch SSD-Slots, was natürlich für das OS wichtig ist. Falls das im Artikel steht habe ich es überlesen.
Was ich schade finde ist dass man da wieder mit DDR5-RAM unterwegs zu sein scheint. Für viele NAS-Aufgaben dürfte DDR4 oder sogar 3 langen. Da man gerade bei ZFS viel RAM braucht wäre es kein Fehler, vergünstigte Downgrades anzubieten.
Was das eigene OS betrifft: Ich würde doch eher TrueNAS oder eine Proxmox-Kombo nehmen. Gerade wenn private Daten drauf sind weiß man so einem Produkt nicht sicher, wie es mit dem „Nach-Hause-Teelfonieren“ aussieht.
Das „Nach-Hause-Telefonieren“ kannst du in der Firewall deines Routers unterbinden.
Einfach den Internetzugriff für das NAS sperren.
Das geht sogar mit einer Fritzbox sehr leicht.
hi,
ich habe mir Fygo OS mal angesehen. Beim Download wird für ARM und X86 was angeboten.
gibt es Fygo OS nicht für X64 ? Wie kommt man unter X86 bis auf 136 TB Speicher ?
Jim
Hallo Jim,
die Bezeichnung auf der Downloadseite ist tatsächlich etwas missverständlich. Ich habe das gerade auf einer aktuellen FygoOS-Installation überprüft: Die dort als „x86“ angebotene Version läuft als x86_64 und ist damit ein 64-Bit-System.
uname -a meldet auf dem System ausdrücklich x86_64 GNU/Linux.
Die 136 TB stehen daher auch nicht im Widerspruch zur Architektur – es handelt sich nicht um ein klassisches 32-Bit-x86-System.
Viele Grüße
Björn
FYGOOS lässt sich sehr einfach und gut auch in einer virtuellen Maschine unter Windows ausprobieren.
Mittlerweile auch eingedeutscht. Teste gerade in einer Hyper-V VM mit Generation 2. Löppt!