DDR5-Arbeitsspeicher bleibt nicht nur für PC-Nutzer ein teures Thema. Die angespannte Marktlage lockt offenbar auch deutlich mehr Bots und Scalper an. DataDome verweist auf neue Zahlen aus dem E-Commerce, wonach bei einem Händler derzeit 91 Prozent des Traffics auf DDR5-Produktseiten von Bad Bots stammen sollen. Damit hätte sich die Lage seit der ersten Untersuchung im Frühjahr noch einmal verschärft. Damals hatte DataDome bereits berichtet, dass Bots DDR5-Produktseiten fast sechsmal häufiger aufriefen als echte Nutzer. In einer neueren Einordnung spricht Jérôme Segura, VP of Threat Research bei DataDome, nun von einem Verhältnis von rund 10 zu 1.

Bots prüfen Lagerbestände im Sekundentakt
Der ursprüngliche DataDome-Bericht beschreibt eine größere Scalping-Kampagne gegen DDR5-Produkte. Dabei blockierte das Unternehmen mehr als 10 Millionen Scraping-Anfragen. Die Bots sollen über 50.000 Anfragen pro Stunde erzeugt haben. Besonders auffällig war die Frequenz. In einer Stichprobe mit 50.000 Anfragen innerhalb einer Stunde wurden 91 Produktlistings beobachtet. Jedes einzelne Listing wurde demnach im Schnitt 551-mal abgefragt. Das entspricht einer Prüfung des Lagerbestands etwa alle 6,5 Sekunden. Solche Muster sprechen weniger für normale Preisvergleiche und eher für automatisierte Überwachung. Ziel ist es, verfügbare Ware schnell zu erkennen, zu kaufen und später mit Aufschlag weiterzuverkaufen.
Nicht nur Gaming-RAM betroffen
Interessant ist auch, welche Produkte ins Visier geraten. Laut DataDome ging es nicht nur um klassische DDR5-Kits für Spieler oder PC-Bastler. Auch industrielle Speicheranbieter, Server- und Workstation-Module sowie Komponenten wie DDR5-DIMM-Sockel wurden beobachtet. Damit reicht der Druck tiefer in die Lieferkette hinein. Betroffen sind nicht nur Händler mit bekannten Consumer-Marken, sondern auch Anbieter aus dem B2B- und Industriebereich. Das passt zur aktuellen Marktlage. KI-Rechenzentren, Serverhersteller und Cloud-Anbieter ziehen große Mengen moderner Speicherprodukte in Richtung Infrastrukturmarkt. Für den klassischen PC-Markt bleibt dadurch weniger Spielraum.
KI-Nachfrage trifft auf Scalping
Der Auslöser ist nicht allein das Verhalten der Bots. Die Grundlage ist die knappe Verfügbarkeit von DDR5-Speicher. DataDome verweist dabei auf die stark gestiegene Nachfrage durch KI-Workloads, große Sprachmodelle, Inferenzserver und Rechenzentren. Wenn Speicher knapp und teuer wird, entsteht ein klassisches Umfeld für Scalping. Bots überwachen Produktseiten, erkennen Verfügbarkeit schneller als normale Kunden und kaufen Ware automatisiert oder halbautomatisiert auf. Bei Grafikkarten und Konsolen war dieses Muster bereits während früherer Engpässe zu sehen. Bei DDR5 kommt nun hinzu, dass die Nachfrage nicht nur von Endkunden, sondern stark aus dem professionellen KI- und Servermarkt kommt.
Bot-Traffic tarnt sich als normales Verhalten
DataDome beschreibt die beobachteten Bots als deutlich komplexer als einfache Scraper. Die Anfragen arbeiteten unter anderem mit Cache-Busting-Parametern, um zwischengespeicherte Seiten zu umgehen und möglichst aktuelle Informationen zu erhalten. Zudem gab es typische Auffälligkeiten automatisierter Zugriffe: einzelne Treffer pro Sitzung, sofortige Abbrüche, kaum Interaktion mit Warenkorb, Suche oder anderen Shop-Funktionen und ein sehr gleichmäßiges Verkehrsprofil. Gerade diese Gleichmäßigkeit verrät die Automatisierung. Während echter E-Commerce-Traffic Schwankungen durch Tageszeiten, Wochenenden und Nutzerverhalten zeigt, hielten die Bot-Kampagnen laut DataDome über längere Zeit ungewöhnlich stabile Muster.
Händler sehen das Problem nicht immer vollständig
Für Händler kann das zum Problem werden. Hoher Traffic auf Produktseiten wirkt zunächst wie Nachfrage. Wenn dieser Traffic aber überwiegend aus Bots besteht, verzerren die Zahlen die tatsächliche Kundensituation. Dazu kommt ein praktisches Problem: Wer nur auf einfache IP-Sperren oder grobe Rate-Limits setzt, trifft nicht zwingend die Angreifer. Moderne Scraping- und Scalping-Strukturen verteilen ihre Zugriffe, tarnen sich über legitime Infrastrukturen und bleiben bewusst unter klassischen Alarmgrenzen. Für Kunden ist das Ergebnis trotzdem sichtbar. Verfügbare Ware verschwindet schneller, Preise bleiben hoch und bestimmte Kits tauchen anschließend auf Zweitmärkten wieder auf.
Ich würde mir wünschen, dass Händler vermehrt dazu übergehen diese Bots, bzw. ihre Anwender zu verarschen in dem am Ende beispielsweise nur eine leere Packung oder ein Dummy versendet wird. Für Menschen bei der Bestellung klar zu erkennen, für die Bots aber nicht und dann die AGB so anpassen, dass eine Rückgabe nicht möglich ist. Es gibt da so viele Anwälte, da ließe sich sicher etwas machen – wenn man den wollte.
Produktmangel würde beispielsweise ausscheiden, wenn eigentlich klar zu erkennen war, dass gar kein funktionierendes Produkt versendet wird. Außerdem könnte man die Verwendung automatisierter Kaufbots untersagen und sich als Händler aus der Haftung nehmen lassen, wenn aufgrund dessen ein anderes Produkt geliefert wird als erwartet.
Das dürfte rechtlich kaum funktionieren. Ein Händler kann Bots natürlich sperren, Bestellmengen begrenzen oder automatisierte Bestellungen untersagen. Ist aber ein Kaufvertrag über ein DDR5-Kit zustande gekommen, kann er nicht einfach einen Dummy verschicken und sich per AGB von der vertragsgemäßen Leistung freistellen. Gerade gegenüber Verbrauchern lassen sich die gesetzlichen Rechte auch nicht beliebig ausschließen. Die Bot-Betreiber „zurückzuverarschen“ klingt vielleicht charmant, wäre für den Händler aber vermutlich das größere rechtliche Risiko.
Hast du eine Ahnung, wie hoch der Aufwand dafür wäre!? Also nein, nicht sinnvoll und von Menschhand selbst so hergerichtet.
Wollte mir ein neues System zusammenstellen, das lasse ich erst einmal sein.
Preise für DDR5 64GB, liegen bei über 800 Euro, das mir einfach zu viel.
Hoffentlich fängt sich das wieder, was ich aber nicht glaube.
Dann müsste ich noch neues Motherboard, CPU, Wasserkühlung kaufen, der Rest dürfte passen.
So lange mein jetziges System noch läuft, ist ein alter i9-9900K mit 32GB RAM, im Einsatz.
Ich hab das Glück gehabt, vergangenes Jahr vor der extremen Preisexplosion mir neue Technik angeschafft zu haben. Vernünftige 64GB DDR5 für 189,90 € sind heute realistisch gesehen gefühlt ein Ding der absoluten Unmöglichkeit. 😅
Ich kaufe die hier im PC-Laden an de Ecke, da gibt es keine Bots und sein Regal ist rappelvoll weil der hier auch allen Schulen beliefert.
und der Preis ?
ist salzig! 🙂
gepostet mit der Deskmodder.de-App für Android
Sehe grade der hat sogar auch einen Online-Shop und da ist es aber wie überall fast alles ausverkauft.
64GB Kingston FURY Beast schwarz DIMM Kit, DDR5-5600, XMP – KF556C40BBK2-64
24785
Das Kingston KF556C40BBK2-64 ist ein Kit aus zwei 32-GB-DDR5-5600-Speichermodulen (PC5-44800) aus der Fury Beast Serie. Die Gesamtkapazität beträgt 64 GB. Die 288-Pin Module unterstützen eine Latenz von 40-40-40 bei 5600 MHz und benötigen 1,25 Volt Spannung. Details Typ: DDR5 DIMM 288-Pin, on-die ECC Takt: 5600MHz Module: 2x 32GB JEDEC: PC5-44800U Ranks/Bänke: dual rank, x8 CAS Latency CL: 40 (entspricht ~14.29ns) Row-to-Column Delay tRCD: 40 (entspricht ~14.29ns) Row Precharge Time tRP: 40 (entspricht ~14.29ns) Spannung: 1.25V Modulhöhe: 34.9mm Gehäuse: Heatspreader Beleuchtung: N/A Besonderheiten: Intel XMP 3.0
209,99 €
httpx://x-hardware.de/PC-Komponenten/Arbeitsspeicher/PC-Speicher/RAM-DDR5/
Diese Art von Kauf sowie Verkauf müsste verboten werden.
Tja, nur dummerweise ist das ein Geschäft „kaufen um zu verkaufen“. Es muss beim Finanzamt gemeldet werden und Steuern entrichtet, zumindest in Deutschland. Also ist diese „Art“ von Kauf, theoretisch legal.
Genau das ist ja mit das Problem: Rein rechtlich gesehen sind Scalper vollkommen legal agierend. Angebot und Nachfrage, ureigenstens Prinzip des Kapitalismus bzw. der Wirtschaft im Allgemeinen. Ethisch ist das natürlich eine ganz andere Hausnummer, keine Frage.
Ja zum Glück geht es nicht ethisch heut zutage, denn dann würden wir ja alle noch in einer Höhle ums Feuer sitzen. Ach und ich sehe da überhaupt kein Problem mit und durch diese „Scalper“. Im Gegenteil, ich habe Ende letzten und Anfang diesen Jahres genau das Gleiche gemacht.
Die Preise sind wirklich abartig nicht nur bei DDR5
Ich habe mehrere Crucial Pro 64GB Kit DDR4-3200 CL22 (CP2K32G4DFRA32A) vor einem Jahr gekauf für 119,-€ die liegen jetzt bei über 440€
Wo soll das alles noch enden?😒