xTool O1 Omni Printer startet: All-in-One-Drucker für UV, Textil und Transfers

xTool bringt den O1 Omni Printer offiziell auf den Markt. Das neue Desktop-System soll mehrere Druckverfahren in einem Gerät vereinen und richtet sich an Maker, Designer, Kreativstudios sowie kleine Unternehmen, die personalisierte Produkte in kleinen Serien herstellen wollen. Die Vorbestellungen starten ab sofort. Der O1 Omni kombiniert je nach Ausführung UV-Druck, UV-DTF, DTF und DTG. Damit lassen sich starre Materialien wie Holz, Acryl, Glas oder Metall ebenso bedrucken wie Textilien und Transferfolien. xTool spricht von einem neuen „Omni Printer“, der die bisherige Trennung zwischen Objekt- und Textildruck aufbrechen soll.

Grafik: xTool

Drei Varianten zum Start

Zum Marktstart bietet xTool den O1 Omni in drei Konfigurationen an. Die Einstiegsversion hört auf den Namen O1 Omni UV Edition und kostet in der Vorbestellung 1.549 Euro. Die spätere UVP liegt bei 2.299 Euro. Darüber steht die O1 Omni Dual-Head UV Edition. Sie richtet sich an Anwender, die mit zwei Druckköpfen arbeiten wollen, etwa für mehr Tempo, stärkere Weißdruck-Effekte oder fluoreszierende Neon-Tinten. Im Vorverkauf kostet diese Variante 2.499 Euro, später nennt xTool eine UVP von 3.099 Euro.

Die dritte Variante ist die O1 Omni UV + Fabric Edition. Sie kombiniert UV-Druck mit Textildruck und kostet in der Vorbestellung 2.549 Euro. Die reguläre UVP nennt xTool mit 3.199 Euro.

UV, UV-DTF, DTF und DTG in einem System

Der zentrale Punkt bleibt die Materialbreite. Klassische Desktop-Lösungen decken meist nur einen Teilbereich ab. Wer harte Objekte, Textilien und Transferaufkleber bedrucken möchte, braucht normalerweise mehrere Geräte oder muss Arbeitsabläufe auslagern.

Der O1 Omni setzt dagegen auf eine modulare Dual-Head-Architektur. Je nach Konfiguration lässt sich das System für Dual-UV-Druck oder für eine Kombination aus UV- und Textildruck nutzen. Die Dual-Head UV Edition unterstützt harte und weiche weiße Tinten sowie fluoreszierende Neon-Tinten für Schwarzlicht-Effekte.

Die UV + Fabric Edition deckt DTG- und DTF-Workflows ab. xTool spricht von einem OEKO-TEX-zertifizierten System und nennt Drucke, die mehr als 50 Waschgänge ohne sichtbares Verblassen überstehen sollen.

Pixel-Scan soll Objekte genauer erfassen

Für die Positionierung setzt xTool beim O1 Omni auf ein Pixel-Scan genanntes Bildverarbeitungssystem. Es kombiniert laserbasierte Höhenmessung mit CIS-Scanning. Der Laser erkennt den höchsten Punkt eines Objekts und stellt die Druckhöhe automatisch ein. Das soll Kollisionen des Druckkopfs verhindern und die Einrichtung vereinfachen. Das CIS-Scanning arbeitet laut xTool verzerrungsfrei im Nahbereich. Im Gegensatz zu Weitwinkel- oder Fischaugenkameras soll das System ein 1:1-Bild der Druckfläche liefern.

Dadurch kann der Drucker Objekte auf dem Bett erkennen und Motive präziser platzieren. xTool spricht hier von einem „Drop & Print“-Workflow ohne klassische Vorrichtung. Mit dem Rotationsaufsatz soll der O1 Omni zudem zylindrische Objekte erfassen. Für viele gängige Formen erstellt die Software ein 3D-Modell und zeigt eine Vorschau, bevor der Druck startet. Das ist vor allem bei Bechern, Flaschen und ähnlichen Produkten interessant.

xTool Studio verbindet Laser und Druck

Auch die Software spielt eine zentrale Rolle. xTool Studio soll Design, Vorbereitung und Drucksteuerung bündeln. Besonders spannend ist die Verbindung mit bestehenden xTool-Lasern. Ein Werkstück kann zunächst mit dem Laser zugeschnitten und anschließend an den O1 Omni übergeben werden. Die Software erkennt das Objekt und richtet den Druck ohne manuelle Neukalibrierung aus. Dazu kommt eine KI-gestützte Konturerkennung. Sie soll unregelmäßige Formen erkennen, Designs passend ausfüllen und Aussparungen berücksichtigen. Bei Handyhüllen könnten etwa Kameraöffnungen automatisch ausgespart werden.

xTool nennt außerdem eine Bibliothek mit mehr als 2.000 Texturen für 3D-Reliefs mit bis zu 7 Millimetern Höhe. Ein Lenticular-3D-Generator soll dreidimensionale Effekte erzeugen, die ohne zusätzliche Hilfsmittel sichtbar sind.

Automatische Wartung und Luftfilter

Bei Drucksystemen dieser Klasse entscheidet nicht nur die reine Ausgabequalität, sondern auch die Alltagstauglichkeit. xTool setzt deshalb auf GREENGUARD-zertifizierte Tinten und ein integriertes Luftfiltersystem, das Gerüche in Heimstudios und Arbeitsräumen reduzieren soll. Mit SmartCycle 2.0 automatisiert der O1 Omni zudem Wartungsabläufe. Das System soll Verstopfungen vorbeugen und den Drucker auch während längerer Pausen betriebsbereit halten. xTool nennt hier eine automatische Wartungsfunktion für bis zu 14 Tage Abwesenheit.

Gerade dieser Punkt ist wichtig. UV- und Textildrucker können im Alltag deutlich anspruchsvoller sein als klassische Laser oder FDM-Drucker. Wenn xTool Wartung, Tintenkreislauf und Bedienung tatsächlich stark vereinfacht, wäre das für kleine Studios und Maker ein echter Vorteil.

Zielgruppe: kleine Serien statt Massenproduktion

Der O1 Omni richtet sich nicht an industrielle Großserien, sondern an flexible Kleinproduktion. xTool nennt kleine Unternehmen, Designer und Maker als zentrale Zielgruppen. Typische Anwendungen reichen von personalisierten Geschenkartikeln über Handyhüllen, Verpackungen und Aufkleber bis hin zu Textilien.

Für Etsy- und Shopify-Händler ist besonders die Kombination verschiedener Produktklassen interessant. Ein Motiv kann auf Holz, Acryl, Metall, Glas, Textil oder Transferfolie landen, ohne dass für jede Materialgruppe ein eigenes Gerät bereitstehen muss.

Das macht den O1 Omni zu einem Werkzeug für kleine Margenprodukte mit hoher Individualisierung. Genau dort entstehen derzeit viele Geschäftsmodelle: kleine Serien, personalisierte Artikel, schnelle Produktwechsel und möglichst wenig externe Fertigung.

Vorbestellung läuft, Marktstart Mitte Juli

Die exklusive Vorbestellphase für den xTool O1 Omni startet am 29. Juni. Die weltweite Markteinführung und die Möglichkeit zur Restzahlung plant xTool für Mitte Juli. Die Preise sind für den Desktop-Bereich ambitioniert, aber nicht überraschend. Schon die Einstiegsversion liegt mit 1.549 Euro im Vorverkauf klar oberhalb klassischer Hobbygeräte. Dafür verspricht xTool allerdings auch deutlich mehr Materialfreiheit und mehrere Druckverfahren in einem System.

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