Valve erklärt hohen Steam-Machine-Preis: KI-Boom und Hardware-Krise als Kostentreiber

Valve hat die Preise der neuen Steam Machine offiziell gemacht und sorgt damit für Diskussionen. Das kompakte SteamOS-System startet in Europa bei 1.039 Euro für die Variante mit 512 GB Speicher. Die Version mit 2 TB kostet 1.359 Euro, mit Steam Controller steigt der Preis je nach Modell auf bis zu 1.428 Euro.

Steam Machine – Foto: Valve

Damit liegt die Steam Machine preislich klar über klassischen Konsolen wie der PlayStation 5 oder Xbox Series X. Valve ordnet das Gerät allerdings nicht als klassische Konsole ein, sondern als kompakten Gaming-PC für das Wohnzimmer. Genau darin liegt auch ein Teil der Erklärung für den hohen Preis.

Valve nennt hohe Komponentenpreise als Hauptgrund

Valve verweist auf die stark gestiegenen Kosten für Hardware-Komponenten. Besonders RAM und SSD-Speicher seien deutlich teurer geworden als ursprünglich erwartet. Laut Valve basierten die ursprünglichen Kalkulationen auf der Annahme, dass PC-Hardware mit der Zeit günstiger wird. Genau das sei im vergangenen Jahr aber nicht eingetreten. Stattdessen seien vor allem Speicherkomponenten knapp und teuer geworden.

Der aktuelle Preis der Steam Machine soll deshalb die realen Herstellungskosten widerspiegeln. Valve spricht nicht davon, das Gerät mit hohen Margen zu verkaufen. Das Unternehmen gibt an, möglichst nah an den tatsächlichen Komponenten- und Produktionskosten zu bleiben.

KI-Boom verschärft die Lage am Hardware-Markt

Ein wichtiger Faktor ist die aktuelle Entwicklung im Hardware-Markt. Die hohe Nachfrage nach Speicher und Rechenzentrums-Hardware durch KI-Anwendungen belastet die Lieferketten. RAM, SSDs und andere Komponenten werden nicht nur für PCs und Konsolen benötigt, sondern auch in großen Mengen für Server, KI-Beschleuniger und Rechenzentren. Diese Nachfrage treibt Preise nach oben und erschwert die Beschaffung.

Valve selbst spricht vor allem von RAM- und Storage-Komponenten sowie stark veränderten Marktbedingungen. Die Verbindung zur KI-Nachfrage wird in der Berichterstattung als wesentlicher Grund für die Speicherkrise eingeordnet.

Keine Subventionierung wie bei klassischen Konsolen

Ein weiterer, offiziell genannter Punkt: Valve will die Steam Machine nicht wie eine klassische Konsole subventionieren. Sony, Microsoft oder Nintendo können Hardware teilweise günstiger anbieten, weil sie Umsätze später über Spieleverkäufe, Abos oder geschlossene Ökosysteme zurückholen. Valve lehnt dieses Modell nach eigener Aussage ab.

Das Unternehmen argumentiert, dass subventionierte Hardware oft zu stärker geschlossenen Plattformen führt. Die Steam Machine soll dagegen Teil des offenen PC-Ökosystems bleiben. Nutzer sollen nicht gezwungen sein, Valve-Hardware zu kaufen, sondern sie als eine Option neben anderen PCs betrachten können.

Steam Machine bleibt ein kompakter Gaming-PC

Die Steam Machine setzt auf ein kompaktes Gehäuse, SteamOS, eine angepasste AMD-Plattform, 16 GB DDR5-RAM, eine RDNA-3-GPU mit 8 GB VRAM sowie ein angepasstes Mainboard- und Kühlsystem. Das macht das Gerät eher mit einem Mini-PC als mit einer klassischen Konsole vergleichbar.

Gerade der Formfaktor spielt dabei eine Rolle. Einen ähnlich kompakten PC mit vergleichbarer Leistung selbst zu bauen, ist zwar möglich, aber nicht zwingend günstiger und meist deutlich größer.

Weitere offiziell genannte Gründe

Neben den höheren Komponentenpreisen und dem Verzicht auf Subventionierung nennt Valve auch die angespannte Verfügbarkeit als Problem. Zwischenzeitlich habe man bestimmte Komponenten gar nicht oder nur zu stark schwankenden Preisen bekommen. Das wirkt sich nicht nur auf den Preis, sondern auch auf die verfügbare Stückzahl zum Start aus.

Valve beschreibt die Hardware-Sparte außerdem als eigenständigen, wirtschaftlich tragfähigen Bereich. Die Steam Machine soll sich also nicht über spätere Softwareverkäufe querfinanzieren. Auch das unterscheidet sie vom klassischen Konsolenmodell.

SteamOS bleibt nicht exklusiv an die Steam Machine gebunden

Interessant ist zudem, dass Valve SteamOS weiter für andere Systeme öffnet. Mit SteamOS 3.8 sollen Nutzer auch eigene SteamOS-basierte Desktop-PCs bauen können, zunächst vor allem mit AMD-GPUs. Parallel arbeitet Valve an besserer Unterstützung für Intel- und Nvidia-Hardware.

Damit positioniert Valve die Steam Machine weniger als Pflichtkauf, sondern eher als Referenzgerät: Wer ein fertiges, kompaktes SteamOS-System möchte, bekommt eine fertige Lösung. Wer den Preis zu hoch findet, kann langfristig auch auf eigene Hardware setzen.

Quelle: Steam Newsroom

Valve erklärt hohen Steam-Machine-Preis: KI-Boom und Hardware-Krise als Kostentreiber
zurück zur Startseite

5 Kommentare zu “Valve erklärt hohen Steam-Machine-Preis: KI-Boom und Hardware-Krise als Kostentreiber

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Hiermit akzeptiere ich die Datenschutzerklärung für diesen Kommentar.

Aktuelle News auf Deskmodder.de
alle News anzeigen
Deskmodder