Home Assistant OS 18.0 ist da: Kernel 6.18, Docker 29 und bessere Raspberry-Pi-Unterstützung

Home Assistant OS 18.0 steht als neues Major Release bereit. Die Entwickler haben den technischen Unterbau an mehreren Stellen aktualisiert. Dazu gehören der Wechsel auf Linux-Kernel 6.18, Docker 29.5.3, containerd 2.2.4 und Buildroot 2025.02.14. Das klingt zunächst nach klassischer Plattformpflege, ist für Home Assistant aber mehr als ein normales Wartungsupdate. Home Assistant OS läuft auf sehr unterschiedlichen Geräten: vom Raspberry Pi über Home Assistant Green und Yellow bis hin zu x86-Systemen, virtuellen Maschinen und Einplatinenrechnern. Ein Major Release muss deshalb nicht nur neue Versionen mitbringen, sondern auch die vielen Zielplattformen sauber zusammenhalten. Genau dort setzt Version 18.0 an.

Raspberry-Pi-Firmware direkt aus Home Assistant aktualisieren

Eine der praktischsten Neuerungen betrifft Raspberry-Pi-Systeme. Die Bootloader-Firmware kann nun direkt über Home Assistant OS geprüft und aktualisiert werden. Dafür stehen neue CLI-Befehle bereit. Mit ha os boards raspberrypi firmware lässt sich der Status anzeigen, mit ha os boards raspberrypi firmware update wird die Aktualisierung gestartet. Mit Home Assistant Core 2026.7.0 soll die Firmware außerdem als Update-Entität sichtbar werden. Damit rückt ein bisher eher technischer Wartungsschritt näher an die normale Home-Assistant-Oberfläche heran. Wichtig ist allerdings eine Einschränkung. Firmware-Updates sind nur möglich, wenn das System von einer SD-Karte startet oder auf Raspberry Pi 5 beziehungsweise Home Assistant Yellow mit CM5 läuft. Raspberry Pi 5 benötigt zudem mindestens eine Bootloader-Version vom 12. Februar 2025. Andernfalls kann die Displayausgabe beim frühen Bootvorgang einfrieren.

Schnellere Images und weniger unnötiges Schreiben

Auch die Installationsimages wurden überarbeitet. Die Datenpartition wird nicht mehr großzügig vorab aufgeblasen, sondern zunächst nur passend zum tatsächlichen Inhalt angelegt. Beim ersten Start wird sie wie bisher automatisch auf den verfügbaren Speicher erweitert. Für Nutzer bedeutet das vor allem: Das Schreiben der Images auf SD-Karten, SSDs oder andere Datenträger kann deutlich schneller laufen, weil ungenutzter Platz am Ende des Dateisystems nicht mehr mitgeschrieben werden muss. Die Downloadgröße ändert sich dadurch kaum, weil die Images ohnehin komprimiert bereitgestellt werden. Bei virtuellen Maschinen gibt es ebenfalls eine Änderung. Open Virtual Appliance und die aarch64-VM-Formate werden nun direkt mit 32 GB Größe ausgeliefert. Ein nachträgliches Vergrößern vor dem ersten Start ist damit nicht mehr nötig.

Swap-Größe wird sinnvoll begrenzt

Home Assistant OS 18.0 passt außerdem die Standardgröße der Swap-Datei an. Bisher lag sie bei 33 Prozent des Arbeitsspeichers. Das führte auf kleinen Systemen teils zu wenig Reserve und auf sehr großen Systemen zu unnötig großen Swap-Dateien. Künftig begrenzt Home Assistant OS die Standardgröße auf 1 bis 4 GB. Systeme mit bis zu 2 GB RAM bekommen damit etwas mehr Swap als bisher. Geräte mit mehr als 12 GB RAM werden dagegen auf maximal 4 GB begrenzt. Bereits vorhandene übergroße Swap-Dateien können entsprechend neu angelegt werden. Manuell konfigurierte Werte bleiben erhalten.

Aus HassOS wird konsequenter HAOS

Die Entwickler räumen außerdem bei der Namensgebung auf. Alte Bezeichnungen wie hassos oder HassOS werden systemweit auf haos vereinheitlicht. Sichtbar wird das etwa bei systemd-Diensten und Hilfsprogrammen, deren Präfix von hassos auf haos wechselt. Für normale Installationen soll das keine Auswirkungen auf Partitionen oder Dateisystem-Labels haben. Wer allerdings eigene Skripte, Host-Tools oder Auswertungen nutzt, die direkt auf alte Dienstnamen zugreifen, sollte diese prüfen und gegebenenfalls anpassen.

Besserer erster Start und korrektes mDNS

Der erste Start eines neuen Home-Assistant-Systems wurde ebenfalls überarbeitet. Die Landing Page zeigt nun beim Herunterladen von Home Assistant Core einen Fortschrittsbalken an. Gerade auf langsameren Verbindungen war bisher nicht immer klar, ob noch etwas passiert oder ob die Installation hängt. Auch mDNS wurde beim initialen Start korrigiert. Das System kündigt sich nun früher korrekt im Netzwerk an. Dadurch können mobile Apps bereits während der Einrichtung die HAOS-Instanz finden, ohne dass erst die vollständige Core-Installation abgeschlossen sein muss.

Weitere Änderungen für Netzwerk und Hardware

Unter der Haube bringt Home Assistant OS 18.0 zahlreiche weitere Anpassungen. Das Update aktiviert NFS v4.1 und v4.2 auf allen Zielen. Docker erhält IPv6 auf der Standard-Bridge. Außerdem kommen neue Firmware-Pakete und Treiber hinzu, darunter Unterstützung für MediaTek MT7920 und MT7925 sowie RTL8125D rev.b. Für Raspberry Pi 4 wechselt bei Neuinstallationen der Standard-Grafiktreiber vom alten FKMS-Treiber auf den modernen KMS-Treiber. Das ermöglicht unter anderem HDMI-CEC. Bestehende Installationen werden nicht automatisch umgestellt. Wer dort wechseln möchte, muss die config.txt in der Boot-Partition manuell anpassen.

Update mit Blick auf den Unterbau

Home Assistant OS 18.0 ist kein Release, das mit neuen Smart-Home-Integrationen glänzt. Dafür ist Home Assistant Core zuständig. Dieses Update kümmert sich um die Basis: Kernel, Container, Bootvorgang, Firmware, Images, Netzwerk und Plattformunterstützung. Gerade deshalb ist es wichtig. Home Assistant lebt davon, dass die Installation auf kleinen Geräten genauso zuverlässig läuft wie auf x86-Systemen oder in virtuellen Maschinen. Version 18.0 modernisiert diesen Unterbau spürbar und beseitigt mehrere praktische Reibungspunkte.

Wer Home Assistant produktiv nutzt, sollte wie immer vor dem Update ein aktuelles Backup erstellen. Besonders Raspberry-Pi-5-Nutzer sollten außerdem die Hinweise zur Bootloader-Firmware ernst nehmen. Danach spricht wenig dagegen, Home Assistant OS 18.0 einzuplanen.

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