Microsoft hatte Copilot+ als neue PC-Klasse verkauft. Geräte mit NPU, mindestens 40 TOPS und Windows 11 sollten den Einstieg in die KI-Zukunft markieren. Zwei Jahre später wirkt dieses Versprechen reichlich ramponiert. Denn Microsoft öffnet lokale KI-Funktionen nun auch für klassische PCs ohne Copilot+-Logo, sofern eine passende GPU vorhanden ist. Konkret geht es um das Windows App SDK 2.2 Experimental 9. Dort tauchen Hinweise auf, dass Sprachmodelle auch auf sogenannten Non-Copilot+-PCs mit unterstützter GPU laufen können. Die Anforderungen zielen derzeit offenbar vor allem auf Nvidia-Grafikkarten ab der GeForce-RTX-3000-Generation mit mindestens 6 GB VRAM. Auch Phi Silica, Microsofts kleines lokales Sprachmodell für Copilot+-PCs, soll unter diesen Bedingungen auf einer Nvidia-GPU laufen können. AMD-GPUs sollen später folgen.
Das Copilot+-Logo verliert seinen Kern
Damit sägt Microsoft an der eigenen Erzählung. Copilot+ sollte Käufern Orientierung geben: Dieses Gerät ist für lokale KI geeignet, dieses nicht. Die NPU war das zentrale technische Merkmal. Jetzt zeigt sich, dass Microsoft selbst nicht mehr strikt an dieser Linie festhält. Natürlich ist der Schritt technisch nachvollziehbar. GPUs sind für viele KI-Aufgaben leistungsfähig, breit verfügbar und in zahlreichen Desktop-PCs sowie Gaming-Notebooks längst vorhanden. Eine RTX-Grafikkarte kann lokale Modelle oft besser stemmen als eine kleine NPU im Notebook-SoC. Nur macht genau das die Copilot+-Abgrenzung fragwürdig.
Wenn ein PC ohne Copilot+-Logo lokale KI-Funktionen ausführen kann, während ein offiziell vermarkteter Copilot+-Rechner im Alltag kaum exklusive Vorteile bietet, bleibt vom Label nicht mehr viel übrig. Dann war Copilot+ vor allem eines: ein Marketingrahmen, der der Softwareentwicklung vorausgeeilt ist.
Käufer haben die KI-Geschichte nicht gekauft
Das eigentliche Problem liegt tiefer. Copilot+ hat im Markt nie den Sog entfaltet, den Microsoft offenbar erwartet hatte. Der Grund ist simpel: Nutzer kaufen keine Notebooks wegen abstrakter KI-Fähigkeiten. Sie kaufen Geräte wegen Akkulaufzeit, Display, Tastatur, Leistung, Preis, Softwarekompatibilität und Zuverlässigkeit.
Die NPU war für viele Käufer ein Datenblattpunkt ohne Alltagserlebnis. Es gab zu wenige Anwendungen, die daraus spürbaren Nutzen gezogen haben. Recall wurde zum Datenschutzproblem, lokale KI-Funktionen blieben überschaubar, und Entwickler bekamen keine klare, stabile Zielplattform. So entsteht kein neues Geräte-Segment. So entsteht ein Friedhof für Marketingbegriffe.
Entwickler stehen vor dem nächsten Zielwechsel
Für Entwickler ist Microsofts Kurs besonders unglücklich. Erst sollte die NPU der bevorzugte Unterbau für KI-Funktionen unter Windows sein. Nun rückt wieder die GPU stärker in den Mittelpunkt. Parallel laufen Modelle teilweise auf CPU-Kernen, teils auf integrierten GPUs, teils auf dedizierten Grafikkarten und teils auf NPUs. Das ist technisch interessant, aber strategisch chaotisch. Wer KI-Funktionen in Windows-Apps integrieren will, braucht eine verlässliche Roadmap. Stattdessen entsteht der Eindruck, dass Microsoft alle paar Monate die bevorzugte Beschleunigerklasse neu sortiert. Für Entwickler bedeutet das mehr Aufwand, mehr Tests, mehr Sonderfälle und mehr Unsicherheit.
Genau hier wird Copilot+ zum Massengrab. Nicht, weil lokale KI auf Windows tot wäre. Im Gegenteil: KI-Funktionen werden bleiben. Aber Microsoft hat mit Copilot+ eine Schublade gebaut, in die die eigene Plattform schon nach kurzer Zeit nicht mehr sauber hineinpasst.
Die NPU bleibt nützlich, aber nicht exklusiv
Das heißt nicht, dass NPUs überflüssig sind. Für dauerhaft laufende Hintergrundfunktionen können sie sinnvoll sein. Rauschunterdrückung, Kameraeffekte, Spracherkennung oder kleinere Assistenzfunktionen profitieren von effizienter Spezialhardware. Gerade bei Notebooks zählt jedes Watt. Für größere Sprachmodelle, Bildfunktionen oder komplexere lokale KI-Aufgaben ist eine GPU aber oft naheliegender. Sie ist schneller, besser unterstützt und in vielen leistungsfähigen PCs bereits vorhanden. Dass Microsoft diesen Weg nun öffnet, ist deshalb kein Fehler. Der Fehler war, Copilot+ zuvor so hart an die NPU-Erzählung zu binden.
Windows braucht keine neuen Aufkleber, sondern klare KI-Grundlagen
Microsoft steht damit vor einem bekannten Problem. Der Konzern kann starke Plattformen bauen, verliert sich aber oft in Marken, Labels und halbfertigen Übergängen. Copilot+ sollte Windows-PCs neu aufladen. Tatsächlich hat Microsoft damit vor allem Erwartungen erzeugt, die die Software bis heute nicht zuverlässig einlöst. Für Käufer wäre eine einfachere Botschaft hilfreicher: Welche KI-Funktion läuft auf welchem Gerät, mit welcher Geschwindigkeit und mit welchen Einschränkungen? Dafür braucht es kein großes Etikett auf dem Karton, sondern transparente Anforderungen in Windows, im Store und in den Apps.
Copilot+ wirkt schon jetzt wie ein Übergangsbegriff
Nach nur zwei Jahren sieht Copilot+ weniger nach Zukunftskategorie aus als nach Übergangsphase. Microsoft öffnet KI-Funktionen für GPUs, Nvidia drückt mit eigenen ARM– und RTX-Plattformen in den Markt, AMD und Intel bauen KI-Rechenwerke in ihre Prozessoren ein, und selbst klassische CPU-Erweiterungen bekommen wieder Bedeutung.
In diesem Umfeld ist eine starre Copilot+-Definition kaum haltbar. Microsoft muss KI unter Windows breiter denken. Nur bleibt dann die Frage, wozu das Copilot+-Label noch gebraucht wird.
Vielleicht bleibt es als Marketingname bestehen. Technisch aber wird es immer schwerer zu erklären. Wenn lokale KI künftig auf NPU, GPU, iGPU oder CPU laufen kann, ist Copilot+ kein klarer Standard mehr, sondern ein weiterer Windows-Aufkleber mit begrenztem Nutzwert. Und genau deshalb wird Copilot+ für Microsoft zum Massengrab: nicht für KI selbst, sondern für die eigene Erzählung, man habe mit einem Logo, einer NPU-Grenze und ein paar Demo-Funktionen eine neue PC-Ära definiert.

Wundert mich kaum. Was bleibt auch anderes übrig? Bis heute sind die KI Funktionen, welche MS Windows mitbringt dürftig (sprich: die paar wenigen Funktionen sind kaum zu gebrauchen) und eine dezidierte NPUs kann man bis heute auch garnicht nachrüsten, weil nicht existent am Markt. Ein Logo speziell für Notebooks für eine Funktion, welche nicht auf Notebooks beschränkt ist, macht keinen Sinn.
genauso unpopulär wie „Windows Mixed Reality Ready“.
Ich begrüße diesen Schritt ausdrücklich! Als Besitzer eines durchaus passendn System habe ich nie verstanden, warum ich mein absolut KI‑fähiges System angeblich „entsorgen“ oder durch ein Copilot+‑Gerät ersetzen sollte, nur um bestimmte Funktionen nutzen zu dürfen. Eine moderne NVIDIA‑GPU liefert in KI‑Workloads ein Vielfaches der Leistung jeder aktuellen Notebook‑NPU. Dass Microsoft diese künstliche Beschränkung jetzt aufhebt, ist überfällig und technisch absolut sinnvoll. Copilot+ war ein Marketing‑Label, aber die Realität ist: Die GPU ist der eigentliche KI‑Motor – nicht die NPU. Gut, dass Microsoft das endlich anerkennt und die Funktionen für leistungsfähige Desktop‑Systeme öffnet, statt Nutzer mit High‑End‑Hardware auszuschließen.
Da brauchen wir ja die 26H1 nicht mehr, oder ?
Die 26H1 bietet (schaltet diese frei) Funktionen, die die anderen noch nicht haben. Eben speziell für Snapdragon.
War doch vom ersten Tag an klar das KI irgendwann scheitern wird.
Jetzt warten wir bis die KI Dienste von Google und Co. den Bach runter gehen und dann reparieren wir den Schaden den dieser Hype angerichtet hat.
Es gibt noch Hoffnung.
Das, was Copilot macht, ist nur ein kleiner Teil.
Der größte Teil ist in Firmen in Roboterentwicklung und ganzen Ländern wie China und so.
In Firmen kann KI ja auch bleiben aber KI für den Consumer und darum geht es ja im Endeffekt, ist gescheitert.
KI – auch für Consumer – hat gerade erst begonnen!
Bei mir ist sie gerade erst von den Geräten geflogen weil sie nach Jahren immer noch unnötig und fehlerhaft ist.
Zwar gibt es eine Verbesserung aber sie ist noch sehr weit weg von brauchbar.
Ja, der Kunde, da scheitert man immer, gerade wenn es Geld kostet. Alles gratis ist geil. 😁
Darum geht es nicht. Ich wäre bereit für einen KI Assistenten zu bezahlen wenn es mir etwas bringen würde aber tut es halt einfach nicht. Habe keinen sinnvollen Anwendungszweck und das was ich am Ende damit mache kann die KI nur so halb.
ist ja zur Unterstützung die ki,nicht für alles. Ich hab vor 2 Tagen eine Bewerbung gemacht im Hardware/Software-Bereich, das erste Mal, und hatte natürlich nur den Lebenslauf, keine Bewerbung. Hab den dann den Copilot gefragt und eingegeben, was ich kann. Der hat mir eine Bewerbung gemacht, die ich dann noch angepasst habe, und die gesendet.
Eine richtige Unterstützung war sie für mich leider nicht.
Als Suchmaschine taugt sie nicht weil sie nur Ergebnisse zusammenfasst ohne diese zu prüfen und dann dichtet sie gerne noch etwas dazu oder kürzt Inhalte so sehr das zB. aus „LED Beleuchtung für Fahrzeuge“ ganz schnell „LED Beleuchtung“ wird und wenn dann versuch mal sowas in eine E14 Fassung zu bekommen. 😉
Man kann sich also nicht darauf verlassen und das führt dazu das ich die Informationen jedes Mal prüfen muss und Ergebnisse auf Google vergleiche wie ich es ohne KI auch mache. Am Ende habe ich nur 5 Minuten mehr Zeit verschwendet weil ich eben erst die KI gefragt habe.
Was kann ich also noch machen hmm achja Bilder generieren und bearbeiten weil ich nicht Zeichnen kann.
Problem dabei: Ich tippe einen umfangreichen Text mit viel Details ein und lasse die KI daraus ein Bild generieren aber sie ignoriert die Hälfte meiner Beschreibung und ich muss ihr jedes Mal Informationen erneut geben und das Bild immer wieder überarbeiten lassen. Da komme ich ganz schnell auf 8 Versuche bis etwas dabei entsteht was ich vorzeigen kann und wenn man der KI sagt sie soll dem Bild einen Schriftzug verpassen schreibt sie die Worte und Buchstaben teilweise so falsch das es auch Klingonisch sein könnte.
Ich nutze noch die Galaxy AI um Bildern einen Effekt oder Filter zu verpassen, das klappt auch oft ganz gut aber halt auch nicht immer. KI Sprachassistenten wie der Copilot oder Gemini sind für mich aber unausgereifter Humbug.
Ich sehe das absolut positiv, was spricht gegen NPU und GPU, nichts und preislich auch kaum ein Mega-Unterschied.
Bin mir sicher das Copilot+ auch in Zukunft vollen MS-Support erhalten wird und wenn dann noch bestimmte GPU’s das auch -oder noch besser können ist das einfach nur genial, stelle dir mal vor das zu kombinieren in einem PC.
Und dazu all die weiter steigenden Preise für Hardware, endlich Abo’s mit explodierenden Kosten, um dann mit dem ganzen Schei* Probleme zu lösen, die wir ohne fehlerhafte inkompetente… oh sorry… total kompetente und so KI und all die neuen Bugs gar nicht hätten! Und um Ergebnisse zu validieren, fragen wir einfach wieder die KI!
Wie z.B. „Wo bekommen wir jetzt Nahrung her, weil wir ja ständig neue und immer leistungsfähigere Hardware brauchen und noch mehr und und mehr und mehr Abos und noch teurer!“ und „Wo bekommen wir Wasser her, weil die 981928drölf Rechenzentren ganze Landstriche austrocknen“. Aber das wird bestimmt! Ganz bestimmt! Wir müssen nur ganz ganz ganz doll daran glauben! Tschacka!
Einfach nur genial und so viel mehr grenzenloser Spaß! Ich kanns kaum erwarten, was uns die PR-Abteilungen und Influencer von Microsoft, OpenAI, usw. als nächstes für Wunder versprechen! Die haben schon genug Ideen! Die sind genauso kreativ, wie all die Kriminellen, die KI auch fleißig nutzen. KI wird halt bleiben, hört man ja immer wieder. ^^
All die Kunden, die KI nicht wollen, sind halt einfach nur doof! Die immer weiter wachsende Kritik von Firmen/Industrie und Arbeitern, die immer weniger Sinn und immer mehr Belastung in KI Nutzung sehen, kommt halt nur von Leuten, die keine Ahnung haben.
Mitarbeiter von Meta, oder auch CloudBees z.B. – Ganz schlimm! Total fruchtbar!
https://www.cloudbees.com/lp/2026-state-of-code-abundance-report
Solchen muß man es nur genug aufzwingen, um die zu überzeugen, das Microsoft & Co es besser wissen, als man selber. Und bei anderen Sachen hat das anfixen und dann ordentlich abkassieren ja auch schon immer ganz toll geklappt.
Ein Hurra auf CoPilot, ChatGPT, Anthropic, usw.!
Na dann Prost.
re: All die Kunden, die KI nicht wollen, sind halt einfach nur doof!
Aber nicht doch, die sind doch nur die letzten nachkommen der Neandertaler. Die neuste Studie ergab, dass eine lokale Gruppe die rauen Bedingungen des Eiszeitklimas vor rund 75.000 Jahren durch Rückzug in ein Refugium im heutigen Südwestfrankreich überlebt hatte – und dass die Nachkommen dieser Überlebenden sich nach 65.000 Jahren vor heute über Europa ausbreiteten. Genetisch gesehen stammten fast alle späten Neandertaler von dieser einen Linie ab.
Ich kann nach wie vor nicht nachvollziehen was Copilot für mich an Vorteilen bringen könnte. Im Unterschied dazu kann ich sehr wohl nachvollziehen welchen Vorteil das zB beim Daten Sammeln für MS haben kann.
Einfach den ganzen Abzocker Mist restlos raus schmeissen und Claude von Anthropic und Deepseek als apps bereistellen. (….und aus dem startup rausschmeissen)
Nachtrag….
Falls jemand wegen der China Verbindung Sorgen hat, dann sollte er bei Bloomberg oder im Wall Street Journal nachlesen: „Microsoft has built a big business selling AI models to Chinese companies including ByteDance and Ant Group despite the growing rivalry between the US and China.“
Microsoft verdient das meiste Geld mit Software für Firmen. Du verwechselst das mit Google, wo 90 % von Werbung und Daten leben.
Daten werden natürlich auch für Werbung gebraucht, aber das meiste eher, um das Windows und die MS-Software zu verbessern.
Für mich liest sich das so: Boykottiert Microsoft und vertraut anderen Diensten die ihr nicht mal kennt weil Hauptsache kein MS.
Es tut mir leid dir das zu sagen aber deine Daten gehen durch das Internet auch wenn du es selber nicht verwendest.
Alle Behörden kommunizieren per Internet und schicken deine Daten von A nach B.
Willst du dem entkommen bleibt nur eine einsame Insel auf der bis heute niemand war aber auch dann bleiben bereits gesammelte Daten im Umlauf. 😉
Der Klassiker bei Microsoft:
Welche Strategie verfolgen wir jetzt?
Uhm … ja!
Der Grund für diesen Schritt ist eigentlich banal. Lieferfähigkeiten und Kosten von DDR5 RAM, ja, wegen KI, im Rechenzentrum. Microsoft möchte, dass sich die agentische KI unter WIndows schnell verbreitet. Wenn man da aber auf CPUs mit integriertert NPU setzt, ist man auch auf bezahlbares DDR5 RAM angewiesen, weil eben die mit NPU ausgestatteten CPUs von AMD und Intel dieses benötigen. Da derzeit der PC-Markt diesen kostspieligen Sprung von DDR4 auf DDR nicht macht und AMD und Intel wieder vermehrt CPUs vermarktet, die mit billigerem DDR4 umgehen können, wird auch die Anzahl PCs mit NPU nicht wie erhofft wachsen. Das würde dann auch Copilot+ ausbremsen. Das ist also jetzt erstmal „Plan B“.