Surface Laptop 8 und Surface Pro 12: Microsoft zieht die Preise deutlich an

Microsoft hat neue Varianten des Surface Laptop und Surface Pro vorgestellt. Technisch geht es vor allem um die neue Snapdragon-X2-Plattform, mehr Grafikleistung und längere Laufzeiten. Auffälliger als die Hardware ist jedoch die Preisgestaltung. Microsoft rückt die Surface-Reihe damit klar weiter in Richtung Premium-Segment. Das Surface Laptop 8 startet in Deutschland mit 13,8 Zoll bei 1.699 Euro. Die 15-Zoll-Version liegt bei mindestens 1.799 Euro. Das Surface Pro der 12. Generation beginnt in der 13-Zoll-Ausführung bei 1.599 Euro. Tastatur und Zubehör kommen beim Surface Pro traditionell noch hinzu, wenn man das Gerät als vollwertigen Notebook-Ersatz nutzen möchte.

Grafik: Microsoft

Surface wird stärker vom Einstieg getrennt

Damit setzt Microsoft die neuen Surface-Modelle deutlich oberhalb klassischer Einstiegsgeräte an. Das günstigere Segment bleibt dem weiterhin erhältlichen 13-Zoll-Surface-Laptop mit Snapdragon X Plus überlassen, der ab rund 994 Euro angeboten wird. Die neuen Modelle sollen dagegen sichtbar mehr leisten und entsprechend höher positioniert werden. Dieser Schritt ist nicht überraschend, aber bemerkenswert. Surface war nie eine Billigmarke. Trotzdem verschiebt Microsoft die Linie nun weiter nach oben. Wer ein aktuelles Surface Laptop oder Surface Pro mit neuer Plattform will, zahlt nicht mehr nur für das Format, sondern sehr klar für die Premium-Positionierung der Reihe.

Neue Snapdragon-Plattform, vertrautes Design

Technisch setzt Microsoft bei den neuen Modellen auf Qualcomms Snapdragon X2-Plattform. Der Fokus liegt auf höherer Leistung, besserer Grafik und weiterhin langen Akkulaufzeiten. Beim Surface Laptop nennt Microsoft bis zu 20 Stunden lokale Videowiedergabe, beim Surface Pro bis zu 15,5 Stunden. Wie üblich sind solche Werte stark vom Einsatz abhängig. Displayhelligkeit, Funkverbindungen, Browserlast und Hintergrunddienste entscheiden im Alltag deutlich mit.

Am Grundkonzept ändert Microsoft wenig. Das Surface Laptop bleibt ein klassisches Notebook im 3:2-Format und erscheint weiter mit 13,8 sowie 15 Zoll. Anschlüsse wie USB-C, USB-A, Kopfhörerbuchse und Surface Connect bleiben erhalten. Das Surface Pro bleibt ein 13-Zoll-Tablet mit Kickstand, optionaler Tastatur und auf Wunsch OLED-Display.

Windows auf ARM bleibt der entscheidende Punkt

Für Nutzer älterer Intel-Surface-Geräte kann der Wechsel interessant sein. Gerade bei Lautstärke, Akkulaufzeit und Standby-Verhalten haben die ARM-Modelle klare Vorteile. Wer dagegen bereits ein Gerät mit Snapdragon X nutzt, bekommt eher eine Modellpflege mit schnellerem Chip und neuen Konfigurationen. Der eigentliche Prüfpunkt bleibt Windows auf ARM. Microsoft und Qualcomm haben hier in den vergangenen Jahren sichtbar aufgeholt. Viele Programme laufen inzwischen sauber, und die Emulation für klassische Windows-Anwendungen ist deutlich besser geworden. Trotzdem ist die Plattform nicht für jeden Nutzer selbstverständlich. Wer Spezialsoftware, ältere Treiber, bestimmte VPN-Lösungen, Zubehör oder branchenspezifische Programme nutzt, sollte vor dem Kauf genau prüfen, ob alles wie erwartet funktioniert.

Microsoft geht den anderen Weg als Apple

Interessant ist der Vergleich mit Apple. Während Apple seine MacBook-Reihe zuletzt stärker nach unten geöffnet und mit dem MacBook Neo ein günstigeres Einstiegsmodell platziert hat, zieht Microsoft die neuen Surface-Geräte nach oben. Das günstigere Modell bleibt im Programm, die eigentlichen neuen Surface-Varianten beginnen aber klar jenseits der 1.500-Euro-Marke.

Damit verändert sich auch die alte Surface-gegen-MacBook-Rechnung. Surface Laptop und Surface Pro waren lange Microsofts Antwort auf hochwertige MacBooks, ergänzt um Touch, Stift und flexible Bauformen. Mit den neuen Preisen konkurrieren die Geräte nun direkter mit höherwertigen MacBook-Konfigurationen. Gleichzeitig muss Microsoft stärker erklären, warum Nutzer bei diesen Summen zum Surface greifen sollen.

Premium-Anspruch braucht mehr als gute Hardware

Die neuen Surface-Modelle wirken technisch solide, aber der Preis erhöht den Erwartungsdruck. Bei 1.599 oder 1.699 Euro reicht es nicht, nur schneller und etwas ausdauernder zu sein. Käufer erwarten lange Update-Versorgung, zuverlässigen Support, gute Reparierbarkeit, stabile Treiber und eine Plattform, die im Arbeitsalltag nicht erklärt werden muss. Genau dort wird Surface weiterhin genau beobachtet werden. Microsoft baut attraktive Hardware, keine Frage. Gleichzeitig gab es in der Vergangenheit immer wieder Kritik an Reparaturfähigkeit, Ersatzteilen, Support-Erfahrungen und der Frage, wie lange sich einzelne Geräte wirtschaftlich sinnvoll nutzen lassen. Mit Surface Laptop 8 und Surface Pro 12 zeigt Microsoft also weniger einen Bruch als eine Fortsetzung der eigenen Linie: hochwertige Windows-Hardware mit besonderem Formfaktor, nun aber zu Preisen, bei denen sich jede Schwäche deutlicher bemerkbar macht.

Surface Laptop 8 und Surface Pro 12: Microsoft zieht die Preise deutlich an
zurück zur Startseite

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Hiermit akzeptiere ich die Datenschutzerklärung für diesen Kommentar.

Aktuelle News auf Deskmodder.de
alle News anzeigen
Deskmodder