Apple gerät in Europa erneut wegen seiner Plattformregeln unter Druck. Italiens Wettbewerbsbehörde AGCM hat ein DMA-Verfahren gegen Apple eröffnet. Es geht um den Verdacht, dass iCloud auf iPhone und iPad mehr darf als konkurrierende Cloud-Dienste. Konkret prüft die Behörde, ob Apple anderen Anbietern den gleichwertigen Zugriff auf zentrale Funktionen von iOS und iPadOS verwehrt. Die Untersuchung stützt sich auf den Digital Markets Act. Apple ist von der Europäischen Kommission bereits als Gatekeeper für iOS und iPadOS eingestuft worden. Daraus ergeben sich besondere Pflichten zur Interoperabilität. Genau hier setzt die italienische Behörde an.
Es geht um mehr als einfachen Cloud-Speicher
iCloud ist auf Apple-Geräten tief in das System eingebunden. Der Dienst speichert nicht nur Fotos, Videos oder Dokumente, sondern übernimmt auch vollständige Geräte-Backups, synchronisiert Einstellungen, App-Daten, Passwörter, Notizen, Kalenderdaten und weitere Systeminformationen. Zudem erleichtert iCloud den Wechsel auf ein neues iPhone oder iPad, weil sich ein Gerät weitgehend automatisch wiederherstellen lässt.
Nach Auffassung der Behörde ist genau diese tiefe Integration wettbewerblich relevant. Ein reiner Online-Speicher eines Drittanbieters kann zwar Dateien sichern, aber nicht automatisch dieselbe Rolle im Apple-Ökosystem übernehmen. Für Nutzer macht das einen erheblichen Unterschied. Wer ein iPhone vollständig sichern und später möglichst nahtlos wiederherstellen will, landet praktisch bei iCloud.
Vorwurf: Andere Cloud-Dienste kommen nicht gleichwertig heran
Ausgangspunkt der Untersuchung ist eine Beschwerde, die 2025 über die Whistleblowing-Plattform der Behörde einging und später ergänzt wurde. Darin wird geltend gemacht, Apple ermögliche es Nutzern nicht, vollständige Backups von iPhone oder iPad auf einem Cloud-Dienst außerhalb von iCloud zu erstellen.
Der Verdacht geht noch weiter. Nach den bisherigen Unterlagen könnten konkurrierende Cloud-Dienste auch bei einzelnen Funktionen benachteiligt sein. Dazu zählen etwa Schnittstellen für Hintergrundprozesse, automatische Synchronisierung oder Systemfunktionen, die iCloud nutzen kann, Drittanbieter aber nicht in gleicher Qualität erhalten.
Damit steht nicht die Existenz von iCloud als Apple-Dienst in Frage. Entscheidend ist vielmehr, ob Apple auf seinen Gatekeeper-Plattformen iOS und iPadOS eigene Dienste technisch bevorzugt und Wettbewerbern den gleichwertigen Zugriff verweigert.
DMA verlangt wirksame Interoperabilität
Der Digital Markets Act verpflichtet Gatekeeper dazu, bestimmten Drittanbietern eine effektive Interoperabilität mit Hardware- und Softwarefunktionen zu ermöglichen, wenn der Gatekeeper diese selbst für eigene Dienste nutzt. Der Zugang muss kostenlos, praktikabel und technisch brauchbar sein. Eine bloß eingeschränkte oder qualitativ schlechtere Lösung reicht nach der europäischen DMA-Logik nicht aus.
Genau diesen Punkt prüft die italienische Behörde nun. Apple müsste konkurrierenden Cloud-Anbietern demnach Zugriff auf jene Komponenten von iOS und iPadOS geben, die für iCloud verwendet werden, soweit dies für vergleichbare Dienste erforderlich ist. Apple darf zwar Maßnahmen zum Schutz von Sicherheit und Systemintegrität treffen, diese müssen aber notwendig, verhältnismäßig und begründet sein.
iCloud-Vorteil wäre wirtschaftlich erheblich
Der Fall ist nicht nur technisch, sondern auch wirtschaftlich relevant. Apple stellt Nutzern kostenlos nur 5 GB iCloud-Speicher bereit. Für vollständige Geräte-Backups reicht das in vielen Fällen kaum aus. Wer Fotos, App-Daten, Nachrichten und Geräteeinstellungen sichern will, wird schnell in Richtung iCloud+ gedrängt.
Wenn alternative Cloud-Dienste keine vergleichbare Backup-Funktion anbieten können, entsteht ein struktureller Vorteil für Apple. Nutzer können zwar theoretisch andere Speicherlösungen verwenden, praktisch bleibt iCloud aber der bequemste und funktional vollständigste Weg. Genau solche Kopplungseffekte will der DMA begrenzen.
Verfahren läuft bis März 2027
Die AGCM hat die Europäische Kommission vor dem Start der Untersuchung informiert. Das ist nach dem DMA vorgesehen, weil die Kommission die zentrale Durchsetzungsbehörde bleibt, nationale Wettbewerbsbehörden aber eigene Untersuchungen zu möglichen Verstößen durchführen können. Das Verfahren soll bis zum 31. März 2027 abgeschlossen werden. Bis dahin wird geprüft, ob Apple gegen die Interoperabilitätspflichten des DMA verstoßen haben könnte. Für Apple ist es ein weiterer Baustein in einer wachsenden Reihe europäischer Verfahren, bei denen es immer wieder um dieselbe Grundfrage geht: Wie weit darf der Konzern sein eigenes Ökosystem schützen, wenn er damit zugleich eigene Dienste gegenüber Wettbewerbern bevorzugt?
Sollte sich der Verdacht bestätigen, könnte der Fall weit über iCloud hinaus Bedeutung bekommen. Denn dann müsste Apple nicht nur erklären, warum iCloud mehr darf als andere Cloud-Dienste. Es ginge auch um die grundsätzliche Frage, welche Systemfunktionen auf iPhone und iPad künftig für Wettbewerber geöffnet werden müssen.

Bei mir meldet sich das iPhone auch ständig, ich solle ein Backup erstellen. Allerdings geht das nur über iCloud – und dafür soll ich monatlich 0,99 € zahlen. Ist zwar kein großer Betrag, aber trotzdem einfach nur nervig. Wäre schön, wenn Apple auch andere (Kostenlose) Cloud‑Dienste für Backups zulassen würde.
Gmail koste jetzt ja auch ist ja auch nicht mehr gratis für whatsapp hab ne 200gb cloud.
Also wegen nur 1 Euro, alles verlieren?
Aber recht hast schon WhatsApp könnte ja fragen in welchen cloud den könnte ich mein MS cloud 1 tb angeben. 😁
Geht aber auch nur Gmail.
Genau Wiso wird den Meta whatsapp nicht verklagt weil man nur mit Gmail Android oder icloud auf iPhone sichern kann
Die Meldung zu Backups kann man abschalten. Ich mache Backups vom iPhone nur über den Finder auf dem Mac – geht einfach, ist verschlüsselt und schließt durch die Verschlüsselung auch 2FA-Apps mit ein. Wenn man einen Windows-PC hat, kann man iTunes für das Backup nehmen (Dokumentation: https://support.apple.com/de-de/108967). iCloud ist auf meinem iPhone deaktiviert.
Die iCloud ist für mich der Hauptgrund, kein iPhone mehr zu kaufen. Selbst wenn ich vor einem Backup alle Videos und Fotos lösche – was ziemlich zeitaufwändig ist – stoße ich immer an das Limit von 5 GB kostenlosem Cloudspeicher.
Mittlerweile sichere ich meine iPad-Daten – ja, ich habe noch eins – auf meinem NAS. Das Backup liegt auf meinem PC und an einem Ort außerhalb. Wer das Gerät beruflich nutzt, kommt um die iCloud wohl kaum herum, oder?
Android, also Google und das Pixel Phone, sind auch nicht besser. Jeden Tag werde ich aufgefordert, die Synchronisation einzuschalten, was ich aber nicht möchte. Meine Bilder speichere ich auf dem NAS, den Rest könnte ich manuell wieder einrichten – zwar nervig und zeitaufwendig, aber machbar.
Am liebsten hätte ich ein alternatives Betriebssystem für mein Smartphone, doch darauf laufen wichtige Apps wie die Bank-App, der Authenticator und andere für mich unverzichtbare Anwendungen leider nicht bzw. nicht ohne gefrickel.
gepostet mit der Deskmodder.de-App
Bei Google-Cloud auf Android das Gleiche.
Hatte meine Daten vor einem Jahr alle zu Outlook und Onedrive migriert, konnte allerdings weder auf einen S25 von Samsung, noch meinem Google Pixel 5 mit Pixel OS 14 oder crDroid (Android 16) meine Kontakte mit Outlook synchronisieren.
Wenn, muss ich jeden Kontakt einzeln in meine auf Onedrive liegende vcf Datei einpflegen.
Heißt, dass ich mit Outlook aber nicht auf meine Kontakte zugreifen kann, wenn ich eine Mail schreiben möchte, da diese ja bei Google liegen müssen um synchronisiert zu sein.
Hat jemand einen einfach verständlichen Workaround?
So wie du das machst wird das kompliziert, da die Kontakte als Datei in der OneDrive liegen, du könntest, da die Daten ja eh bei Microsoft liegen direkt in dein Microsoft Konto importieren und dieses dann in den Einstellungen deines Androids hinterlegen, dann synchronisiert das auch, aber dann könnte man die Daten auch bei Google ablegen. Ob MS oder Google ist dann auch egal.
Der aber wohl besser weg wäre, sich etwas suchen um per Caldav und Carddav zu synchronisieren, das konnte man privat hosten, z.B. mit einer Synology.
direkt in dein Microsoft Konto importieren und dieses dann in den Einstellungen deines Androids hinterlegen, dann synchronisiert das auch,
Danke dir für deine Antwort.
Die Daten liegen schon im Microsoft Konto.
Ich meinte damit, dass ich neue Kontakte NICHT per Android Telefon synchronisieren kann, da ich zwar das MS-Konto hinterlegt habe, aber nicht einstellen kann, dass die Kontakte App mit diesem, an Stelle des Google Kontos synchronisiert.
Das bedeutet für mich, dass ich jeden weiteren Kontakt immer händisch in die VCF einfügen muss.