Bambu Lab A2L aufgetaucht: Größerer A1 mit Schneidmodul und neuen Sensoren

Bambu Lab könnte offenbar an einer neuen Variante seiner A-Serie arbeiten. In den vergangenen Tagen sind mehrere Vergleichstabellen und Produktgrafiken aufgetaucht, die einen bislang nicht angekündigten Bambu Lab A2L zeigen. Offiziell bestätigt wurde das Gerät bislang nicht. Die gezeigten Unterlagen liefern jedoch bereits einige interessante Hinweise darauf, wohin die Reise bei Bambu Lab künftig gehen könnte. Sollten sich die Informationen bestätigen, würde sich der A2L nicht nur durch einen größeren Bauraum vom aktuellen A1 absetzen. Auch zusätzliche Sensorfunktionen und ein neues Erweiterungskonzept scheinen eine zentrale Rolle zu spielen.

Deutlich mehr Platz für größere Druckprojekte

Der wohl auffälligste Unterschied findet sich beim Druckvolumen. Während der aktuelle Bambu Lab A1 ein Bauvolumen von 256 × 256 × 256 Millimetern bietet, nennen die geleakten Unterlagen für den A2L Abmessungen von 330 × 320 × 325 Millimetern. Damit würde Bambu Lab auf einen Schlag eine deutlich größere Zielgruppe ansprechen. Gerade größere Cosplay-Projekte, Modellbaukomponenten oder technische Bauteile profitieren häufig von jedem zusätzlichen Zentimeter Druckfläche. Gleichzeitig bleibt der Drucker offenbar dem bekannten Bed-Slinger-Prinzip treu.

An der grundsätzlichen Konstruktion scheint Bambu Lab also festzuhalten. Statt eines komplett neuen Konzepts konzentriert sich der Hersteller offenbar darauf, das bestehende System auszubauen.

Schneidmodul erweitert den Funktionsumfang

Spannender als der größere Bauraum dürfte für viele Nutzer allerdings eine andere Funktion sein. Die Unterlagen erwähnen erstmals ein optionales Schneidmodul. Die gezeigten Beispiele reichen vom Zuschneiden von Vinylfolien über Aufkleber und Papier bis hin zu Lederarbeiten und Plotter-Anwendungen. Sogar Zeichnungen mit Stiften werden in den Präsentationsfolien gezeigt.

Damit würde sich der A2L deutlich von bisherigen Geräten der A-Serie unterscheiden. Aus einem reinen 3D-Drucker würde eine Plattform entstehen, die mehrere Kreativwerkzeuge in einem Gerät vereint.

Neue Sensoren sollen Fehldrucke reduzieren

Auch bei der Überwachung des Druckprozesses scheint Bambu Lab nachgelegt zu haben. Die Tabellen nennen zusätzliche Funktionen zur Erkennung von Filamentproblemen. Neben der bekannten Filament-Enderkennung soll der A2L auch erkennen können, wenn Filament im Extruder durchrutscht oder sich Materialstörungen im Druckprozess entwickeln.

Gezeigt werden unter anderem Szenarien wie Filament-Schleifenbildung, Luftdrucke oder Düsenprobleme. Solche Funktionen dürften insbesondere bei langen Druckaufträgen interessant werden. Wer bereits einen mehrtägigen Druck wegen eines kaum sichtbaren Filamentproblems verloren hat, kennt die möglichen Folgen solcher Fehler nur zu gut.

Bis zu 19 Farben und Materialien

Ebenfalls auffällig ist die Angabe zur maximalen Anzahl unterstützter Farben beziehungsweise Materialien. Während der aktuelle A1 laut Vergleichstabelle bis zu 16 Farben unterstützt, soll der A2L auf bis zu 19 Farben kommen. Wie Bambu Lab dieses Ziel technisch umsetzen möchte, bleibt derzeit offen. Die veröffentlichten Informationen liefern dazu bislang keine weiteren Details.

Nicht jede Entscheidung wirkt nachvollziehbar

Gleichzeitig werfen einige Angaben Fragen auf. So nennen die Tabellen für den A2L eine maximale Heizbetttemperatur von 80 Grad Celsius. Beim A1 werden dagegen 100 Grad Celsius aufgeführt. Sollte sich dieser Wert tatsächlich bestätigen, wäre das eine eher ungewöhnliche Entscheidung für ein höher positioniertes Modell. Denkbar ist allerdings ebenso, dass die aktuell kursierenden Daten noch aus einer frühen Entwicklungsphase stammen.

Bambu Lab baut sein Ökosystem weiter aus

Interessant ist dabei auch die Richtung, in die sich Bambu Lab insgesamt entwickelt. Mit dem AMS-System, proprietären RFID-Lösungen, Cloud-Diensten und verschiedenen Softwarekomponenten hat das Unternehmen in den vergangenen Jahren ein immer stärker verzahntes Ökosystem aufgebaut. Die Diskussionen rund um Orca Slicer und alternative Softwarelösungen haben zuletzt gezeigt, dass nicht jeder Anwender diese Entwicklung uneingeschränkt positiv bewertet.

Vor diesem Hintergrund würde auch der A2L ins Bild passen. Statt lediglich einen größeren Drucker zu präsentieren, erweitert Bambu Lab die Plattform offenbar um zusätzliche Funktionen, die Nutzer noch stärker innerhalb des eigenen Systems halten könnten. Komfort und Integration sind zweifellos Vorteile solcher Lösungen. Gleichzeitig wird innerhalb der Community regelmäßig darüber diskutiert, wie offen zukünftige Erweiterungen und Schnittstellen tatsächlich bleiben werden.

Offizielle Vorstellung steht noch aus

Bislang hat sich Bambu Lab nicht zu den aufgetauchten Informationen geäußert. Entsprechend bleibt abzuwarten, welche der gezeigten Funktionen tatsächlich ihren Weg in das finale Produkt finden. Sollten sich die aktuellen Angaben bestätigen, dürfte der A2L allerdings deutlich mehr sein als ein einfacher Nachfolger des A1. Der größere Bauraum ist dabei vermutlich nur ein Teil der Geschichte. Wesentlich interessanter könnte sich am Ende die Frage erweisen, wie weit Bambu Lab seine Drucker künftig zu multifunktionalen Kreativplattformen ausbaut.

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