ANTHBOT Genie 800: Innovation mit Fokus auf das Schnittbild

Vor einigen Wochen habe ich den ANTHBOT Genie 800 getestet. Mein Ziel war es zu prüfen, wie sich neue Marken wie ANTHBOT auf dem Markt positionieren. Der Hersteller bietet mit der Genie-Serie verschiedene Modelle für unterschiedliche Gartengrößen an. Der Genie 800 ist laut Empfehlung für Flächen von 800 m² ausgelegt. Die theoretische Maximalleistung liegt laut Datenblatt bei bis zu 1.500 m².

Der Hersteller ist ein erfahrener Akteur in der Robotik-Branche. Das Unternehmen verfügt über mehr als 12 Jahre Erfahrung in der Entwicklung von Sensoren und Algorithmen. Diese Technik steckt bereits in über sechs Millionen Saugrobotern weltweit. Seit kurzem ist ANTHBOT auch direkt in Deutschland vertreten und hat einen Standort in Neuss eröffnet. Damit möchte die Marke einen schnellen Service für Kunden in Europa und vor allem Deutschland sicherstellen.

Anzeige / Werbehinweis: Das Gerät für diesen Test wurde mir für den Testzeitraum kostenlos von ANTHBOT zur Verfügung gestellt. Dieser Bericht ist daher als Werbung zu kennzeichnen. Meine Bewertung bleibt davon unbeeinflusst und erfolgt neutral auf Basis meiner Testergebnisse.

Wie ihr es gewohnt seid, werde ich den Beitrag in verschiedene Bereiche einteilen:

  1. (offiz.) Technische Daten
  2. Verpackung & Design
  3. Aufbau & Installation (App)
  4. Mähleistung
  5. Fazit

1. Offizielle technische Daten

Der Genie 800 ist eines der mittleren Modelle der Serie. Neben diesem gibt es noch den 600E, 1000 und 3000.

Hier sind die offiziellen Spezifikationen in einer übersichtlichen Tabelle:

Merkmal Detail
Empfohlene Fläche 800 m²
Maximale Fläche 1.500 m²
Navigation Full-Band RTK + 4 Kameras (3D Vision)
Multi-Zonen 20 Zonen
Akku 4Ah/72Wh (Lithium-Ionen)
Schnitthöhe 3 – 7 cm (über App einstellbar)
Schnittbreite 20 cm
Mähsystem Scheibe mit 5 Klingen
Steigung bis zu 45 % (24°)
Gewicht 12,2 kg
Schutzklasse IPX6 (wasserfest)
Konnektivität Wi-Fi (nur 2,4 GHz), 4G, Bluetooth
Geräuschpegel ≤ 58dB
Maße 63*41*27 cm

2. Verpackung & Design

Der ANTHBOT Genie 800 wird in einem auffällig gestalteten Karton geliefert. Im Gegensatz zu vielen schlichten Industriekartons ist dieser farbig bedruckt. Das Design wirkt modern. Auf der Außenseite ist ein großes Bild des Mähroboters zu sehen. Zusätzlich sind verschiedene Funktionen und technische Highlights dargestellt. Dies gibt dem Käufer sofort einen visuellen Überblick über die wichtigsten Merkmale des Geräts.

Alle Texte und Erklärungen auf dem Karton sind in englischer Sprache verfasst. Dank der vielen Bilder und Symbole sind die Funktionen jedoch auch ohne tiefe Sprachkenntnisse gut verständlich. Der Karton dient zudem als erste Informationsquelle über den Lieferumfang. Allerdings fällt eine Besonderheit auf: ANTHBOT nutzt offenbar eine standardisierte Universalverpackung für die gesamte Genie-Serie. Das bedeutet, dass die Kartons für verschiedene Modelle wie den Genie 800 oder den Genie 1000 optisch identisch sind.

Der Modellname „Genie 800“ ist nicht direkt auf den Karton aufgedruckt. Um herauszufinden, welches Gerät sich im Inneren befindet, muss man genau hinsehen. Die genaue Modellbezeichnung ist lediglich auf einem kleinen weißen Aufkleber vermerkt.

Das Design des Roboters selbst setzt den modernen Eindruck fort. Die Farbwahl (grau, schwarz) und die Formgebung wirken zeitgemäß. Das Gehäuse ist so konstruiert, dass die Sensoren und Kameras optimal geschützt sind. Die verwendeten Materialien fühlen sich wertig an. Insgesamt macht die Kombination aus ansprechender Verpackung und funktionalem Produktdesign einen durchdachten Eindruck.

Bei der technischen Konstruktion fällt eine Besonderheit beim Antrieb auf. Der Roboter verfügt über insgesamt vier Räder, wobei das Antriebskonzept auf der Hinterachse basiert. Die beiden großen Hinterräder sind motorisiert. Das bedeutet, dass der Roboter über diese Räder nicht nur vorwärts fährt, sondern auch lenkt.

Da nur die Hinterräder einen Motor haben, lenkt der Roboter wie ein Panzer oder ein Rollstuhl. Wenn sich ein Rad schneller dreht als das andere, macht der Roboter eine Kurve. An der Vorderseite befinden sich zwei schwingbare Räder. Diese sind nicht motorisiert und können sich frei um 360 Grad drehen. Sie folgen einfach der Bewegung der Hinterachse.

Ein weiteres auffälliges Designmerkmal ist das Kamerasystem. An der Vorderseite des Gehäuses sind markante Linsen verbaut. Diese Kameras sind so platziert, dass sie nicht nur den Bereich direkt vor dem Gerät, sondern auch die Seiten erfassen können. Auf der Oberseite befinden sich die physischen Bedienelemente. Das wichtigste Sicherheitselement ist der rote STOP-Knopf. Dieser ist groß, klar gekennzeichnet und von oben jederzeit leicht erreichbar. Ein Druck auf diesen Knopf stoppt alle Funktionen des Roboters sofort. Das ist besonders wichtig, wenn Kinder oder Haustiere unerwartet den Mähbereich betreten.

Um Einstellungen am Gerät vorzunehmen, muss ein PIN eingegeben werden. Hier zeigt sich eine Besonderheit in der Bedienung, die der Nutzer kennen sollte. Das verbaute Display ist eher einfach gehalten und erinnert an klassische LCD-Anzeigen älterer Gerätegenerationen. Es ist zweckmäßig, wirkt aber im Vergleich zu modernen Displays weniger zeitgemäß. Die Eingabe erfolgt über die vorhandenen Tasten, da das Gerät kein separates Zahlenfeld besitzt. Die Tasten sind daher doppelt belegt. Das System teilt die Ziffern auf zwei Haupttasten auf.

In der Praxis bedeutet dies, dass man für eine bestimmte Zahl eventuell mehrmals auf dieselbe Taste drücken muss, bis die korrekte Ziffer auf dem Display erscheint. Diese Form der Eingabe erfordert etwas Geduld und Konzentration vom Nutzer. Da die meisten Einstellungen jedoch bequem über die ANTHBOT App vorgenommen werden können, muss man das Bedienfeld am Gerät im Alltag glücklicherweise nur selten nutzen. Dennoch ist dieser Punkt wichtig für die erste Einrichtung und für Situationen, in denen das Smartphone nicht zur Hand ist.

Die RTK-Antenne zeichnet sich durch eine kompakte Bauweise aus. Während ältere Vergleichsmodelle von Herstellern wie Mammotion oder Husqvarna deutlich großdimensionierter ausfielen, spiegelt das aktuelle Design die fortschreitende technische Miniaturisierung der letzten Jahre wider.

Die Ladestation ist aus leichtem Kunststoff gefertigt. Trotz der geringen Materialstärke überzeugt die Konstruktion durch funktionale Details: Integrierte Führungsschienen, Vorbohrungen für die Bodenfixierung sowie eine nach vorne gerichtete Kabelführung sorgen für eine saubere Installation. Besonders interessant ist das Design der Ladekontakte, welche konstruktiv an einen Euro-Stecker erinnern. Durch die größeren Kontaktflächen am Mähroboter wird aber dennoch eine zuverlässige Energieübertragung während des Ladevorgangs sichergestellt.

3. Aufbau & Installation (App)

Kommen wir nun zum Aufbau der ganzen Geschichte: Die Einrichtung des Systems gestaltete sich insgesamt unkompliziert. Zunächst wurde die Ladestation auf dem Testgelände positioniert, wobei der Standort eines (sehr alten) Vorgängermodells im Beet übernommen wurde. Vor der Installation wurden sämtliche Transportsicherungen entfernt. Ein beiliegender Quick Guide führt hierbei durch die notwendigen Schritte.

Die Montage der RTK-Antenne erfolgt durch Verschrauben der Einzelteile. Im Gegensatz zu Lösungen anderer Hersteller, die optionale Wandhalterungen anbieten, ist diese Version wohl nur für den stehenden Betrieb konzipiert. Eine Besonderheit ist die ortsgebundene Installation: Sowohl die Dokumentation als auch die App geben vor, dass die Antenne in unmittelbarer Nähe zur Ladestation platziert werden muss. Eine räumlich getrennte Positionierung scheint nicht vorgesehen.

Die Stromversorgung der Antenne erfolgt direkt über die Ladestation. Dies entspricht dem aktuellen Branchenstandard und sorgt für ein aufgeräumtes Setup ohne zusätzliches Netzteil.

Kritikpunkt bei der Hardware sind jedoch die Schraubverbindungen der Anschlusskabel: Die Gewinde der Verbindungskabel (sowohl an der Antenne als auch an der Ladestation) neigen bereits bei geringem Kraftaufwand zum Überdrehen. Da sich die Anschlüsse nicht fest anziehen lassen, leidet der haptische Qualitätseindruck. Zudem bleibt offen, inwiefern die langfristige Wetterbeständigkeit gewährleistet ist, wenn die Steckverbindungen nicht final fixiert werden können.

Nach der Installation der „Hardware“ und der Inbetriebnahme des Roboters in der Ladestation erfolgt die Einrichtung über die ANTHBOT-App. Die App ist eine wichtige Komponente für den Betrieb des Systems: Sie dient nicht nur der Kartierung des Geländes, sondern ist auch für die Steuerung zentraler Parameter notwendig – wie beispielsweise der Einstellung der Schnitthöhe sowie weiterer individueller Konfigurationen.

Ein wichtiger Aspekt bei der Nutzung ist die Kontopflicht: Ein reiner Offline-Betrieb des Roboters ist nicht vorgesehen, sodass man sich zunächst mit einer E-Mail-Adresse registrieren und ein Benutzerkonto anlegen muss. Auch wenn dies bei modernen Smart-Home-Geräten mittlerweile üblich ist, bleibt es ein relevanter Punkt für die Inbetriebnahme. Sobald man angemeldet ist, startet die Suche nach dem Gerät, das in der Regel zügig und unkompliziert per Bluetooth von der App erkannt wird. Ein kleiner Guide führt nochmal durch die wichtigsten Dinge: RTK Position, wie man eine Karte „zeichnet“, wie man Sperrzonen einrichtet und welche LEDs an Antenne und Gerät korrekt leuchten müssen.,

Im Anschluss erfolgt die Einbindung in das heimische Netzwerk durch die Eingabe der WLAN-Daten. Hierbei zeigt sich ein negativer Punkt des Genie 800, da dieser ausschließlich das 2,4-GHz-Frequenzband unterstützt. Während 2,4 GHz zwar den Vorteil einer höheren Reichweite bietet, was im Gartenbereich durchaus nützlich sein kann, fehlt die Unterstützung für das modernere 5-GHz-Band. Eine Dual-Band-Lösung wäre hier zeitgemäßer gewesen, da das 5-GHz-Netz oft stabilere Datenübertragungen ermöglicht und im Jahr 2026 eigentlich zum Standard gehört. Die N- und M-Serie soll aber laut Ansprechpartner 5 GHz unterstützen.

Die App überzeugt durch eine gelungene deutsche Übersetzung. Im Gegensatz zu vielen anderen Herstellern, bei denen oft fehlerhafte oder schwer verständliche Formulierungen zu finden sind, wirkt die Sprache hier stimmig und fachlich geprüft. Es wird deutlich, dass die Texte sorgfältig kontrolliert wurden, was die Bedienung der Anwendung angenehm macht. 😄

Die Kartierung des Gartens stellt einen der zentralen Aspekte bei der Einrichtung dar, da der Roboter hierdurch seine Arbeitsbereiche definiert. Dem Nutzer stehen dabei zwei Optionen zur Verfügung: die automatische Kartierung oder das manuelle Abfahren der Rasenkante.

Obwohl die automatische Funktion eine komfortable Lösung verspricht, erweist sie sich in der Praxis oft als weniger präzise. Der Roboter neigt dazu, Hindernissen oder Pflanzen großzügig auszuweichen, selbst wenn diese die Rasenfläche gar nicht direkt einschränken. Daher liefert das manuelle Kartieren zwar einen höheren Aufwand, aber auch ein deutlich saubereres und genaueres Ergebnis für die spätere Mähleistung.

Nach der Kartierung bietet das System Funktionen an, die eine flexible Anpassung des Arbeitsbereichs ermöglichen. Eine praktische Option ist dabei die nachträgliche Veränderung von Grenzen, wodurch eine vollständige Neukartierung des Gartens bei kleinen Korrekturen entfällt.  Besonders hervorzuheben ist die detaillierte Kantenbearbeitung. Hier lässt sich für verschiedene Abschnitte individuell festlegen, wie weit der Roboter über die virtuelle Grenze hinausfahren soll.

Dies ermöglicht eine genaue Abstimmung auf die jeweilige Umgebung: An flachen Übergängen, wie etwa zu einer Terrasse, kann der Roboter weiter überfahren, während der Spielraum an festen Hindernissen wie Mauern reduziert werden kann, um einen Kontakt zu vermeiden. Weiterhin lässt sich einstellen, wie der Roboter im unmittelbaren Umkreis seiner Ladestation mähen soll – eine Funktion, die bei vielen Konkurrenzmodellen so ausführlich nicht zur Verfügung steht.

Zu den weiteren Funktionen gehören eine anpassbare Empfindlichkeit der Hinderniserkennung sowie ein konfigurierbarer Diebstahlmodus. Ebenfalls integriert ist ein Regensensor, bei dem sich eine Verzögerungszeit festlegen lässt, damit der Roboter erst nach dem Abtrocknen des Rasens die Arbeit wieder aufnimmt. Für die Wartung steht ein spezieller Modus zur Reinigung des Mähwerks zur Verfügung; dabei fährt das Mähwerk nach unten und schaltet sich zur Sicherheit automatisch aus.

Während der Einrichtung traten Probleme beim Download des deutschen Sprachpakets auf. Ob es sich hierbei um einen softwareseitigen Fehler des neuen Modells oder ein Netzwerkproblem handelte, ließ sich nicht eindeutig feststellen. Obwohl sowohl der Roboter als auch das Smartphone am Standort über eine gute Signalstärke verfügten, kam der Download nicht zustande. Eine wahrscheinliche Ursache ist, dass der Genie 800 kein WLAN-Roaming unterstützt und somit nicht automatisch zum jeweils stärksten Zugangspunkt (Access Point) innerhalb des Netzwerks wechselt.

Hier sind einige weitere Beobachtungen, deren Relevanz je nach persönlicher Präferenz unterschiedlich bewertet werden kann. Auf Rückfrage beim Hersteller zu diesen Punkten ergaben sich folgende Sachen:

Der Roboter fährt vorwärts in die Ladestation ein, wodurch die Sensoren zur Rückwand der Station zeigen. Laut Hersteller erkennt das Gerät beim Ausparken Hindernisse hinter sich. Dennoch bleibt festzuhalten, dass eine Ausrichtung der Sensoren nach vorne – mit Ladekontakten am Heck des Roboters – für mich persönlich als die bessere Lösung angesehen wird.

Ein weiterer Aspekt betrifft die Kamera: Eine Live-Übertragung (FPV-Sicht) während der Fahrt ist nicht möglich. Der Hersteller begründet dies mit der hohen benötigten Bandbreite sowie mit Datenschutzbedenken. In diesem Zusammenhang wird erneut deutlich, dass eine Unterstützung des 5-GHz-Bands für stabilere Datenübertragungen vorteilhaft gewesen wäre.

Zudem traten Unregelmäßigkeiten bei der Anzeige der bereits gemähten Fläche auf. Die Darstellung des Mähverlaufs lud oft erst zeitverzögert nach dem Öffnen der App neu. Dies erschwerte es teilweise, die bereits bearbeiteten Bereiche nachzuvollziehen, da die entsprechenden Markierungen nicht unmittelbar zur Verfügung standen.

4. Mähleistung

Bei der Bewertung eines Mähroboters ist die tatsächliche Arbeitsleistung auf dem Rasen das entscheidende Kriterium. In diesem Bereich liefert der Genie 800 eine sehr gute Mähleistung ab, die in der Praxis überzeugt. Das Schneidwerk ist mit fünf Klingen ausgestattet, was für ein sauberes und präzises Schnittbild sorgt.

Über die App lassen sich wesentliche Parameter zur Optimierung des Ergebnisses individuell festlegen. Besonders hervorzuheben ist die Möglichkeit, die Bahnbreite zu definieren. Durch eine engere Einstellung der Bahnen wird der Rasen besonders gründlich bearbeitet, was die Bildung von stehengebliebenen Halmen minimiert. Auch die Schnitthöhe lässt sich bequem und stufenlos über die Anwendung steuern, sodass eine schnelle Anpassung an die jeweilige Rasenbeschaffenheit möglich ist.

Ein wesentlicher Pluspunkt ist der Kantenschnitt, der als überdurchschnittlich gut bezeichnet werden kann. Dank der präzisen Einstellungsmöglichkeiten bei der Kantenbearbeitung erzielt der Roboter hier Ergebnisse, die nach aktuellem Stand zu den besten auf dem Markt gehören. Bei korrekter Konfiguration bleibt kaum ein Rand stehen, was den manuellen Nacharbeitsaufwand erheblich reduziert.

Ergänzend wirkt sich auch die physische Konstruktion des Roboters positiv auf das Mähergebnis aus. Durch die Kombination aus „einfacheren“ Vorderrädern und einem reinen Heckantrieb ist das Gerät im vorderen Bereich vergleichsweise leicht. Dies bietet den entscheidenden Vorteil, dass das Gras vor dem Schneidvorgang nicht flachgedrückt wird, sondern aufrecht stehen bleibt und somit sauber von den Klingen erfasst werden kann.

Der Testrasen glich zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme eher einer naturbelassenen Wiese, da er bewusst nicht vorbereitet wurde. Sorry dafür 🫣 Auf den Fotos ist gut zu erkennen, dass das Gras eine beachtliche Länge aufwies – eine bewusste Entscheidung, um die Mähleistung zu testen.

Trotz der erschwerten Bedingungen lieferte der Roboter ein ordentliches Ergebnis. Er bewältigte den hohen Bewuchs zuverlässig und schnitt das Gras sauber ab. Selbst bei einer Rasenlänge, die deutlich über dem üblichen Pflegeschnitt liegt, zeigte das Gerät keine nennenswerten Probleme bei der Bearbeitung der Fläche.

Laut Herstellerangaben verfügt der Roboter über eine 300°-KI-Vision, die darauf trainiert wurde, über 1.000 verschiedene Objekte mit höchster Präzision zu identifizieren. Dieses System umfasst die Erkennung von Personen, Tieren, Spielzeug, Werkzeugen und anderen typischen Gartenobjekten.

In der Praxis zeigt sich die Hinderniserkennung durchaus positiv: Größere Objekte wie Bälle oder auch Tiere werden zuverlässig erkannt, woraufhin der Roboter entsprechende Ausweichmanöver einleitet. An seine Grenzen stößt das System jedoch bei sehr kleinen Objekten. Während ein Fußball problemlos identifiziert wird, wurden sehr kleine Gegenstände, wie beispielsweise ein Tischtennisball, im Test nicht zuverlässig erkannt. Hier scheint die Auflösung oder die Klassifizierung der KI an einen physikalischen Schwellenwert zu kommen, ab dem Objekte nicht mehr als relevantes Hindernis eingestuft werden.

Ein weiteres wichtiges Merkmal ist die Unterstützung für mehrere Mähzonen. Das System erlaubt es, den Garten in verschiedene Bereiche zu unterteilen und diese individuell verwalten zu lassen. Damit der Roboter zwischen diesen Zonen wechseln kann, lassen sich zudem spezifische Wege definieren, die er als Weg dorthin nutzt.

Obwohl diese Funktionen im Betrieb sehr nützlich sind und eine flexible Gartenpflege ermöglichen, gehören sie mittlerweile zum Branchenstandard. Die Möglichkeit, komplexe Grundstücke in Zonen aufzuteilen und Übergangswege festzulegen, ist bei modernen Mährobotern in dieser Preisklasse heute üblich und darf daher als solide Basisausstattung vorausgesetzt werden.

5. Fazit

Der ANTHBOT Genie 800 präsentiert sich im Test als ein hochmoderner Mähroboter, der vor allem dort glänzt, wo es am meisten zählt: bei der Mähleistung und der Flexibilität der Software. Die Kombination aus technischer Miniaturisierung und intelligenter Steuerung macht das Gerät zu einem spannenden Herausforderer für etablierte Marken wie Husqvarna oder Mammotion.

Das Herzstück, das Fünf-Klingen-Mähwerk, liefert ein überdurchschnittliches Schnittbild. Dass man die Bahnbreite und die Schnitthöhe so präzise per App steuern kann, ermöglicht eine Rasenpflege, die weit über das Standardmaß hinausgeht. Besonders beeindruckend ist die Kantenbearbeitung. Die Freiheit, zentimetergenau festzulegen, wie weit der Roboter über eine virtuelle Grenze hinausfahren darf, ist aktuell eine der besten Lösungen am Markt. Die Konstruktion mit Heckantrieb und leichten Vorderrädern unterstützt dieses Ergebnis, da das Gras nicht vorab plattgedrückt wird. Dass der Roboter selbst mit „Wiesen-ähnlichen“ Zuständen und hohem Gras im Test mühelos fertig wurde, zeigt die Kraft des Antriebs.

Die App-Einbindung ist für den Betrieb essenziell und wurde mit einer guten deutschen Übersetzung umgesetzt. Funktionen wie die nachträgliche Grenzänderung ohne Neukartierung oder die spezifische Einstellung des Mähverhaltens rund um die Ladestation bieten einen Komfortgewinn. Die KI-basierte Hinderniserkennung arbeitet bei größeren Objekten, Menschen und Tieren sehr zuverlässig und erhöht die Sicherheit im Garten signifikant, auch wenn Kleinstobjekte wie Tischtennisbälle noch eine Herausforderung darstellen.

Trotz der hohen Leistungsfähigkeit gibt es Punkte, die den Gesamteindruck etwas trüben:

  • Verarbeitungsqualität der Anschlüsse: Die zum Überdrehen neigenden Gewinde an den Verbindungskabeln wirken nicht so hochwertig, wie es der Rest des Gerätes vermuten lässt. Hier besteht Nachbesserungsbedarf, um die langfristige Wetterbeständigkeit und Nutzerzufriedenheit sicherzustellen.

  • Konnektivität: Im Jahr 2026 ist die Beschränkung auf das 2,4-GHz-WLAN-Band sowie das (augenscheinlich) fehlende WLAN-Roaming ein technischer Flaschenhals. Dies führt zu Verzögerungen beim Laden von Kartendaten in der App und erschwert Funktionen wie eine potenzielle FPV-Sicht, die aufgrund von Bandbreitenlimitierungen aktuell nicht verfügbar ist.

  • Station-Design: Das Vorwärts-Einparken in die Ladestation ist eine Designentscheidung, die die Sensoren Richtung Wand blockiert. Auch wenn der Hersteller versichert, dass die Sicherheit beim Ausparken gewährleistet ist, bleibt eine rückwärtige Ladung mit nach vorne gerichteten Sensoren die intuitivere Lösung.

Der Genie 800 ist ein hervorragendes Arbeitsgerät für Gartenbesitzer, die Wert auf ein perfektes Rasenbild und detaillierte Konfigurationsmöglichkeiten legen. Wer über die kleineren Schwächen bei der Materialwahl der Kabelgewinde und die etwas betagte WLAN-Technik hinwegsehen kann, erhält einen Roboter, dessen Mäh- und Kantenleistung durchaus zur Spitzenklasse gehört. Er ist kein reines „Plug-and-Play“-Gerät für Technik-Laien, sondern ein Werkzeug für Nutzer, die ihren Mähroboter durch kluge Einstellungen in der App zu Höchstleistungen treiben wollen.

ANTHBOT Genie 800: Innovation mit Fokus auf das Schnittbild
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