Die Bundesnetzagentur hat kürzlich per Allgemeinverfügung neue Regelungen zur Minderleistung bei Mobilfunk-Internetzugängen erlassen. Konkret gibt man Werte vor, ab denen je nach Haushaltsdichte eine unzulässige Minderleistung vorliegt. Gleichzeitig gibt man Verbrauchern eine App an die Hand, mit der man einen entsprechenden Nachweis führen kann. Die Bundesnetzagentur schreibt dazu:
Das Breitbandmessung Nachweisverfahren Mobilfunk ermöglicht Ihnen den Nachweis einer Minderleistung im Mobilfunk. Hierfür wird die tatsächlich gemessene Datenübertragungsrate Ihres mobilen Internetzugangs mit der mit Ihrem Anbieter vertraglich vereinbarten geschätzten maximalen Datenübertragungsrate verglichen.
Im Falle des Vorliegens einer Minderleistung haben Sie die Möglichkeit, einen Minderungsanspruch oder ein Sonderkündigungsrecht gegenüber Ihrem Anbieter geltend zu machen.
Aber Achtung: Das Verfahren ist ziemlich aufwendig und komplex. Es sind durchschnittlich etwa 30 Messungen mit der App erforderlich und es gibt dabei wirklich sehr viel zu beachten. Wer von einer schlechten Mobilfunkverbindung betroffen ist, findet hier weitere Informationen sowie die Links zur besagten Mess-App.




Die Apps der Bundesnetzagentur kommen ausnahmelos alle von der zafaco GmbH (eine CSU-nahe Firma).
Die Bewertungen in dem Google Play Store sind auch voll „überzeugend“.
Bevor ein Mobilfunkanbieter eine Minderung akzeptiert, kündigt dieser eher den Vertrag.
Interessant finde ich die Screenshots. Interpretiere ich das richtig: Je nach „Haushaltsdichte“ reichen 10-25% der zugesicherten maximalen Datenübertragungsrate, damit der Vertrag als erfüllt gilt?
War mir zumindest nicht klar, dass das so wenig ist.
Ja:
„Die jeweiligen Abschläge hat die Bundesnetzagentur regional differenziert festgelegt. Sie hat das Bundesgebiet dafür in Rasterzellen mit einer Größe von 300 mal 300 Metern unterteilt. In Gebieten mit hoher Haushaltsdichte gilt ein Abschlag von 75 Prozent, sodass mindestens 25 Prozent der vereinbarten geschätzten maximalen Geschwindigkeit erreicht werden müssen. In Gebieten mit mittlerer Haushaltsdichte sind es 15 Prozent (Abschlag 85 Prozent) und in Gebieten mit niedriger Haushaltsdichte 10 Prozent (Abschlag 90 Prozent). Angesichts der oft vereinbarten maximalen Geschwindigkeiten von mehreren Hundert Mbit/s ergeben sich auch bei diesen Abschlägen für die meisten Verbraucherinnen und Verbraucher noch hohe Datenübertragungsraten.“
Ich finde solche Apps witzig, gerade auch in Bezug auf die Voraussetzungen für s.g. Minderleistung.
Man erkundigt sich doch vor Anbieterauswahl oder -wechsel mal bei Freunden oder Bekannten was diese für einen Anbieter nutzen, und wie die Erfahrungen bzw. der Empfang im fraglichen Bereich ist. Und man weiß doch wo man sich meist befindet oder bewegt. Daher finde ich dieses Gejammer bzgl. „Minderleistung“ ein typisches „Hauptsache billig, zuvor informieren brauch ich mich nicht“-Problem.
Außerdem gibt es nur 3 echte Anbieter in Deutschland: Telekom, Vodafone, Telefónica, und deren Qualitäten sind allgemein bekannt: Telekom & Vodafone haben mit die beste Flächenabdeckung, wobei in einigen Regionen mal der eine mal der andere „besser“ ist. Bei Bewegung ist der lila Riese etwas besser als der rote (Verbindungsabrisse). Und C-Netz ist fast nur in Städten wirklich gut, jedoch auf dem Land oft nicht zu gebrauchen.
Also ist die App vermutlich eher eine „Sparmaßnahme“ um die aufwendigen Messungen von der Behörde auf die Bevölkerung auszulagern, daß mehr Steuerzahlergeld für den Staat bleibt – so wie es aktuell mit ALLEN staatlichen Verpflichtungen gemacht wird.
„Telekom & Vodafone haben mit die beste Flächenabdeckung,“
Ich wurde als Drillisch Opfer von 02 zu Vodafone zwangsmigriert. Vodafone Mobilfunk ist schäbiger als alles was ich in den 80igern hatte. 02 deckt Waldgebiete ab, Vodafone nur was nötig ist im bebauten Gebiet. 02 arbeit viel mit (Richt)-Funk, Vodafone nutzt nur Stationäre anlagen in der Masse. Vorher feinstes 4G mit vollanschlag selbst im Keller und 30km im tiefsten Wald, jetzt selbts im Wohnzimmer nur noch Placebo 4G mit Null Datenempfang und selbst 2G kommt nur mit wenigen Balken rein. Das erstreckt sich auf mehr als 50km² hier die ich mit dem MTB unterwegs bin. Aktuell leiste ich mir daher noch den Luxus und habe mir einen weiteren 02 Vertrag geghönnt bis ich aus der Drillsch aka Vodafone Scheiße raus bin.
30 Up- und Downloadmessungen sind langwierig. Viel interessanter ist dann der Punkt: Wie viel Datenvolumen wird dafür genutzt? Bei den meisten Tarifen wird nach Verbrauch des Inklusiv-Volumens die Bandbreite gedrosselt.
Schlau wäre hier – was die Bundesnetzagentur der Telekom und Vodafone bei speziellen Inklusivangeboten verboten hat –, das von dieser App erzeugte Datenvolumen nicht mit zu zählen.
Nur so als Gedankenspiele….
Nachtrag und gleich ein JUHU!
„Fehler – Zur erfolgreichen Messung ist eine konstante Mobilfunkverbindung mittels 4G/5G erforderlich.“
Also bei der Netzabdeckung und Netzstabilität bringt die App schon mal gar nichts.
Im Zweifelsfall kann man also nicht beweisen, dass man nicht genug Bandbreite hat, weil das Netz einfach so schlecht ist, dass nicht mal eine Messung durchgeführt werden kann.
WLAN war aber ausgeschaltet in dem Moment?
Erwartest Du eine garantierte Netzabdeckung auch dort, wo garkeine Netzabdeckung besteht? 🤔
Großer Mumpitz die App, es dürfte ein leichtes für jeden sein 1x am Tag eine Stelle zu finden wo erst überhaupt kein Empfang ist. Damit haben wir schon Problem Nr. 1 wo keine Empfang kann auch nichts gemessen werden.
Dann gibts noch tolle Provider die nutzen ausgiebig die vor ein paar Jahren eingeführt Android System Funktion um die Empfangs-Balkenlänge nach ihren Wünschen an zupassen. Dürfte dem Pöbel in der Masse nicht bekannt sein, würde aber extra auf drängen der Telkos von Google eingeführt.
Es gibt ja schon die tolle Breitbandmessungs App die kann Funklöcher erfassen und ebenfalls Bandbreitemessen (wozu soll die neue App noch mal gut sein?) Vodafone zeigt einem also ganz tolle LTE Balken an, will man den Breitbandtestmachen wird da nichts gemessen, es scheitert schon daran das die Tarifdatenbank geladen wird weil man eben real keinen Datenempfang hat. Es lässt sich also nicht protokollieren das man eine Scheiß verbindung hat weil erst überhaupt keine Daten fließen zum messen! Der Witz ist, nutzt man das Telefon für Sprachanruf wird schön auf 2G umgeschaltet und man hat den besten Empfang. Sprachanrauf aus, es wird wieder auf LTE Geschaltet 2-3 Balken und absolut nichts geht! O2 macht das hier nicht! Und zu meinem ersten Satz, das es jedem gelingen wird hier 1x am Tag einen Ort zu finden wo keine oder schäbiger Empfang ist, wenn jetzt jeder reklamiert, offiziell haben wir mehrfach die Anzahl an aktiven SIMs als Einwohner in der BRD!, dann bekommste kurzzeitig deinen Rabatt, und genauso sicher wird es sein das dann eben im nächsten Schritt wieder die Grundgebühren steigen werden damit man das gleiche in der Kriegskasse hat. 75GB für 8€ kosten dann für Neukunden eben wieder >15€. Fakt ist, jeden Blödsinn die die Regierung zum Wohle der Bürger einführt ist nicht fertig gedacht und kostet am Schluss mehr. Wieviele Millionen dieses App die es ja eigentlich schon gibt wohl wieder gekostet hat. Real 8 Mannstunden, bezahl haben wir wieder 6 stellige Beträge zzgl. der Laufendenkosten für die Speedtests die der Drittanbieter siich wohl auch vergolden lässt. Ist ja wieder nicht so als würde die Regierung mal selbst einen Testserver hosten. Das ist wieder ein Freibrief zum Geldrucken für die Vetternwirtschaft.
Abdeckungsprüfung nur im freien muss bestätigt werden.
Innerhalb von Gebäuden benötigt man also keine Netzabdeckung
In Gebäuden nutzt man ja tatsächlich eher WLAN.
Aber es geht wohl eher darum, dass das Gebäude selbst einen sehr hohen Einfluss auf Empfang und Datendurchsatz haben kann, den der Provider nicht beeinflussen, ergo auch nicht dafür verantwortlich sein kann.
Wir wohnen im Rheinland – im Ballungsgebiet. Zumindest bei der Telekom haben wir hier sehr guten Empfang. ABER. Wir sind oft in den Niederlanden, fahren oft über Venlo oder Roermond. Sobald wir Moers hinter uns haben, bricht das Netz zusammen, Telefongespräche kann man de facto nicht führen, irgendwann ist sogar LTE und natürlich „gar nix“.
In den Niederlanden hast du mitten im Naturschutzgebiet, unter Bäumen, 5G Hochgeschwindigkeit. Wirklich überall. Man merkt den Grenzübertritt an zwei Dingen: 1) Autobahn/Infrastruktur im Topzustand und nicht so eine vernachlässigte Müllhalde wie bei uns und 2) überall Empfang.