Der Flow 2 ist das neueste Flaggschiff aus dem Hause Narwal. Neben einem frischen Design punktet das Gerät mit zahlreichen Features, womit Narwal ganz klar das High-End-Segment angreift. Nachdem wir vor einiger Zeit den Freo Z10 Ultra im Test hatten, war ich ursprünglich davon ausgegangen, dass sich die Marke langfristig eher in der Mittelklasse positionieren würde. Der Flow 2 hat mich jedoch positiv überrascht: Er bietet echte High-End-Funktionen, eine während des Wischens permanent mit Frischwasser benetzte Rolle und verzichtet zudem auf einen störenden Sensorturm auf der Oberseite.
Transparenz-Hinweis: Wir haben den Narwal Flow 2 für den Testzeitraum vom Hersteller erhalten. Narwal hat keinen Einfluss auf den Inhalt dieses Berichts genommen; wir äußern hier unsere komplett freie Meinung. Aufgrund der Bereitstellung des Geräts ist dieser Testbericht jedoch offiziell als Werbung gekennzeichnet.
Wie ihr es gewohnt seid, werde ich den Beitrag in verschiedene Bereiche einteilen:
- (offiz.) Technische Daten
- Verpackung & Design
- Aufbau & Installation (App)
- Reinigungsleistung
- Fazit
1. Offizielle Technische Daten
Werfen wir einen Blick auf die technischen Daten. Die folgenden Informationen basieren auf dem offiziellen Datenblatt, das uns zusammen mit dem Pressematerial für diesen Test zur Verfügung gestellt wurde.
- Saugkraft: 31.000 pa
- Lautstärke: 56 dBA beim Wischen / 60 dBA beim Saugen
- Akku: 7.000 mAh
- Akkulaufzeit: 289m² (Saugen + Wischen)
- Staubehälter im Gerät: nicht angegeben
- Staubsaugerbeutel: 2500 ml
- Wassertank Frischwasser: 4500 ml
- Wassertank Schmutzwasser: 4000 ml
- Mopp: 266 × 73 mm Track-Mopp, 48 mm EdgeReach Mopp-Verlängerung, 12 N Abwärtsdruck, 12 mm Mopp-Anhebung
- Ladezeit: nicht angegeben, 99W
- Arbeitszeit: bis zu knapp 200 Minuten
- Maße Roboter: 36,5 x 35,12 x 9,5 cm
- Gewicht Roboter: 5 kg
- Maße Station: 36 x 45 x 53 cm
- Gewicht Station: 9,8 kg
- CE-Zertifizierung: Ja
2. Verpackung & Design
Die Verpackung des Narwal Flow 2 kommt eher klassisch daher: Ein großer Karton, der mit zahlreichen Abbildungen und den wichtigsten Features bedruckt ist. Zu den Highlights gehören die aktive Heißwasser-Benetzung der Rolle (60 °C) während des Wischens, die 100 °C heiße Mopp-Reinigung in der Station sowie ein Anpressdruck von 12 N. Ebenfalls beworben werden das SGS-zertifizierte Anti-Verhedderungs-System und die flache Bauweise des Roboters – mit 95 mm Höhe passt er dank des Verzichts auf einen Laserturm unter viele Möbel. Kurios ist allerdings die Angabe zur Saugkraft: Hier variieren die Informationen auf der Verpackung und im Datenblatt zwischen 30.000 und 31.000 Pa.
Was mich jedoch am meisten beeindruckt hat – und mir nach wie vor extrem gut gefällt – ist das Design. In seinem schwarzen Look wirkt der Roboter + Station wie ein echtes Designerstück. Meiner Meinung nach sieht das Gerät unheimlich edel aus, obwohl es sich letztlich um ein Haushaltsgerät handelt. Die klaren Kanten, die glatte Front ohne sichtbare Öffnungen und das optische Highlight beim Einschalten – eine LED-Leiste an der Vorderseite – machen das Gerät für mich zu einem echten Hingucker, der nicht zwingend versteckt werden muss.
Auch beim Zubehör wurde an die wichtigsten Basics gedacht: Im Lieferumfang enthalten sind 300 ml Reinigungslösung für den wiederbefüllbaren Tank in der Station, eine Kurzanleitung sowie ein ausführliches Handbuch. Zusätzlich liegen zwei Staubbeutel für die Basisstation und ein separater HEPA-Ersatzfilter bei. Insgesamt also ein solides Paket für den Start, auch wenn keine außergewöhnlichen Extras enthalten sind.
3. Aufbau & Installation (App)
Der Aufbau gestaltete sich denkbar einfach: Lediglich die Auffahrrampe der Station musste montiert sowie der Staubbeutel und die Reinigungslösung eingesetzt werden. Letzteres führt mich jedoch zu einem ersten, wenn auch kleinen Kritikpunkt am Design-Konzept. Um die Optik der Vorderseite ‚clean‘ zu halten, wurden das Fach für den Staubbeutel und der Schacht für die Reinigungslösung unter den beiden Wassertanks platziert. Das sieht zwar schick aus, bringt aber den Nachteil mit sich, dass man die Tanks erst entnehmen muss, wenn man an den Beutel oder die Chemie möchte.
Ein positives Detail ist mir im Frischwasserbehälter aufgefallen: Dort befindet sich ein kleines Fach mit Tabletten, die in der Anleitung seltsamerweise nicht näher beschrieben werden. Es handelt sich dabei um Wasserenthärter, die Kalkablagerungen im System entgegenwirken sollen – ein Feature, das bei Bedarf offenbar aufgefüllt werden kann. Wie lange eine Füllung hält und ob man dies irgendwann auch Beachtung schenkt, bleibt abzuwarten. Dennoch ist es eine spannende Neuerung: Bei anderen namhaften Herstellern wie Dreame, Roborock oder Ecovacs habe ich eine solche integrierte Lösung bisher noch nicht gesehen.
Beim Roboter selbst muss nur die Seitenbürste angebracht werden. Der Wischmopp, sowie die Hauptbürste sind bereits vollständig installiert.
Sobald alles an Ort und Stelle platziert ist, kann es auch schon losgehen: Strom an, Roboter in die Station schieben – und direkt folgt das optische Highlight. Die LED-Leiste an der Front des Roboters erwacht zum Leben und sieht wirklich gut aus. Es ist ein kleines Detail, das den schicken Design-Eindruck aber sofort unterstreicht.
Im nächsten Schritt erfolgt der Download der Narwal-App, die sowohl für Android als auch iOS in den jeweiligen Stores bereitsteht. Der Installationsprozess inklusive Kontoerstellung und Ersteinrichtung verlief absolut reibungslos – der Roboter wurde sofort erkannt und war schnell ins WLAN-Netzwerk eingebunden. Direkt im Anschluss fordert die App dazu auf, die erste Kartierung zu starten. Das ist wenig überraschend, da eine Karte die Grundvoraussetzung für alle Reinigungsfunktionen darstellt.
Die Kartierung ist bei Narwal wirklich angenehm gelöst. Bevor es losgeht, führt die App einen kurzen Check durch: Gibt es Treppen im Haushalt? Das ist sinnvoll, damit der Robbi keinen Abgang macht, wenn er versucht, Erhöhungen zu erklimmen. Zudem will die App wissen, ob Teppiche im Spiel sind, um die Saugleistung passend zu konfigurieren. Die Teppich-Frage ist zwar ein netter Service, wirkt aber fast etwas redundant, da der Roboter das während der Fahrt normalerweise auch ganz allein merken sollte. Dennoch: Ein guter Ansatz, um Fehler von vornherein auszuschließen.
Nachdem die Karte dank LiDAR-Technologie – trotz des fehlenden Turms – schnell und zuverlässig erstellt wurde, habe ich mich durch die App-Einstellungen gewühlt. Dabei schwankte mein Eindruck zwischen echtem Staunen und leichtem Schmunzeln.
Neben den üblichen Standards wie Reinigungsintervallen der Wischrolle, der Kantenreinigung oder der Teppich-Priorisierung, bietet Narwal spezielle Haustier-Optionen an. Man kann gezielt Reinigungsbereiche um Näpfe definieren oder Zubehör wie Hundekörbchen und Kratzbäume in der Karte hinterlegen, damit der Roboter dort „intelligenter“ agiert. Sogar zwischen Hund und Katze lässt sich unterscheiden.
Völlig kurios wird es bei den Entertainment-Funktionen: Der Roboter kann tatsächlich Lieder und Geräusche abspielen, um mit den Haustieren zu interagieren. Es gibt sogar einen Modus, in dem er ohne Reinigungsfunktion durch das Haus fährt, nur um das Tier zu suchen. Eine nette Spielerei, die man sicher nicht zwingend braucht. Ob man das im Alltag wirklich nutzt? Ich wage es zu bezweifeln.
Was heute natürlich bei keinem Gerät fehlen darf, ist das Thema KI. Auch Narwal setzt beim Flow 2 auf künstliche Intelligenz, die durch die verbauten Linsen und Sensoren unterstützt wird. Die Hinderniserkennung wirkt dabei erstaunlich aufgeräumt und durchdacht: Das System versucht nicht nur, ein Objekt wahrzunehmen, sondern es zu klassifizieren. Ein besonderes Feature ist der sogenannte „Edle Beschützer“. Hierbei scannt der Roboter den Boden besonders akribisch nach Kleinstteilen wie Ohrringen oder Schmuck ab, um diese nicht versehentlich einzusaugen. Das führt jedoch zwangsläufig zur Datenschutz-Frage: Die Vorstellung, dass Bilder des eigenen Schmucks oder privater Gegenstände auf Servern ausgewertet werden könnten, ist für viele ein rotes Tuch. Ich persönlich sehe das nicht ganz so dramatisch, aber für datenschutzbewusste Nutzer ist dies definitiv ein Punkt zum Abwägen. Deaktivieren kann man es jederzeit 😉.
Um auf die Kernkompetenzen zurückzukommen: Die Kartierung hat mich nachhaltig beeindruckt. Der Flow 2 erkannte sogar einen kleinen Flurbereich so präzise, dass selbst Gäste ihn kaum als solchen definiert hätten. Hier muss ich Narwal ein großes Lob aussprechen – eine derart korrekte Raumerkennung habe ich bislang bei keinem anderen Hersteller erlebt. Auch bei der Nachbearbeitung der Karte bietet die App deutlich mehr Tiefgang als der Wettbewerb. Neben den Klassikern wie Räume trennen, zusammenfügen oder benennen, lassen sich Bodenmaterialien, spezifische Teppicharten und sogar Hindernisse definieren, die der Roboter gezielt überqueren soll. Und natürlich ziehen sich auch hier die Haustier-Optionen wie ein roter Faden durch die Einstellungen.
Auch die Basisstation bietet einen Mix aus praktischen Funktionen und optischen Spielereien. Zu den nützlichen Standards gehören die manuelle Mopp-Reinigung, das Absaugen des Staubbehälters sowie die Trocknungs- und Desinfektionsfunktion für den Staubbeutel. Ein echtes Highlight für die Optik ist das integrierte Ambientelicht. Aktuell beschränken sich die Modi zwar noch auf „Nachtlicht“ und „Winterofen“, doch ich habe bereits bei Narwal nachgehakt: Möglicherweise folgen bald weitere Optionen oder sogar eine komplett freie Farbwahl per Update. Das würde das Design-Konzept natürlich perfekt abrunden.
4. Reinigungsleistung
Kommen wir nun zum entscheidenden Punkt: der Reinigungsleistung. Mit einem Anpressdruck von 12 N und der aktiven 60-Grad-Heißwasser-Reinigung bringt der Narwal Flow 2 zwei Features mit, die erstklassige Ergebnisse versprechen. Ob der Hersteller nun mit 30.000 oder 31.000 Pa Saugkraft wirbt, ist fast schon Nebensache – diese Werte sind heutzutage so hoch, dass sie für jede Alltagssituation mehr als ausreichen.
In der Praxis leistet der Roboter hervorragende Arbeit: Selbst ohne ausfahrbare Seitenbürste wird Schmutz in den Ecken effektiv erfasst. Beim Wischen überzeugt der ausfahrbare Mopp, der extrem nah an Kanten und Wände heranreicht und dort zuverlässig reinigt.
Bei hartnäckigeren Verschmutzungen wie Soßen- oder Kaffeeflecken hebt der Narwal die mittlere Bürste leicht an und konzentriert sich voll auf das Wischen. Laut Hersteller soll er solche Stellen automatisch erkennen und mehrfach befahren. In der Praxis klappt das semi-gut: Manchmal identifiziert er den Fleck zuverlässig und schrubbt die Stelle vorbildlich sogar drei- bis viermal. Bei bereits eingetrockneten Rückständen stößt die Automatik jedoch an ihre Grenzen; hier verschwindet der Schmutz nicht immer beim ersten Anlauf. Fairerweise muss man sagen, dass kein Roboter denselben punktuellen Druck aufbauen kann wie ein Mensch mit einem Handwischer. Dennoch: Wenn die Erkennung greift und das Gerät mehrmals über die Stelle fährt, erzielt der Flow 2 am Ende ein wirklich sauberes Ergebnis.
Ich habe bezüglich der Reinigungstechnik direkt bei Narwal nachgehakt. Ein absoluter Pluspunkt ist die Mopp-Reinigung in der Station mit 100 °C heißem Wasser, was Keime und hartnäckigen Schmutz beseitigt. Ein kritischer Punkt bleibt für mich jedoch der Einsatz des Reinigungsmittels: Wie bei vielen Mitbewerbern wird dieses leider nur zur Säuberung der Walze in der Station genutzt und nicht aktiv dem Frischwasser für den Boden beigemischt. Die Argumentation (von Dreame damals), dass nach der Wäsche genug Rückstände an der Walze haften bleiben, überzeugt mich nur bedingt. Hier wird meiner Meinung nach Potenzial für ein noch besseres Wischergebnis verschenkt.
Auch die starre Seitenbürste war Thema meines Austauschs mit dem Hersteller. Narwal gab an, dass dieses Feedback bereits häufiger kam, man die Funktion für die Eckenreinigung jedoch nicht für zwingend erforderlich halte – hier sollen die enorme Saugleistung und die Hauptbürste die Arbeit erledigen. Im Test konnte ich zwar bestätigen, dass die Ecken sauber wurden, dennoch bleibt eine ausfahrbare Bürste ein Feature, das ich mir für ein echtes High-End-Modell der Zukunft wünschen würde.
5. Fazit
Der Narwal Flow 2 hinterlässt im Test einen bleibenden Eindruck, der weit über die bloße Reinigungsleistung hinausgeht. Während ich die Marke Narwal nach dem Freo Z10 Ultra eher im soliden Mittelfeld vermutet hätte, will der Flow 2 nun ganz klar eine Liga höher.
Das herausragende Merkmal des Flow 2 ist zweifelsohne sein Design. Der Verzicht auf den klassischen LiDAR-Turm ermöglicht nicht nur eine extrem cleane Optik, sondern sorgt auch für eine geringe Bauhöhe von nur 95 mm. Damit reinigt der Roboter auch unter Möbeln, an denen viele andere Modelle scheitern würden. Die Station fügt sich mit ihrem Ambientelicht nahtlos in moderne Wohnumgebungen ein, wobei die „versteckte“ Platzierung von Staubbeutel und Reinigungsmittel unter den Wassertanks zwar optisch überzeugt, im Alltag jedoch einen kleinen Kompromiss beim Bedienkomfort (Entnahme der Tanks) fordert.
Die Kartierung via LiDAR ist eines der stärksten Argumente für dieses Gerät. Die Genauigkeit, mit der selbst kleinste Raumbereiche erkannt werden, ist beeindruckend.
-
Die App bietet einen enormen Tiefgang. Besonders die detaillierte Anpassung der Bodenmaterialien und die speziellen Haustier-Optionen heben den Roboter ab. Ob man die spielerischen Entertainment-Funktionen für Hund und Katze nutzt, bleibt jedem selbst überlassen, doch sie unterstreichen den eigenständigen Charakter der Marke.
-
Die Hinderniserkennung arbeitet präzise und bietet mit dem „Edlen Beschützer“ einen interessanten Mehrwert für das Wiederfinden von Kleinteilen. Dass Nutzer hierbei die Wahl haben, die Funktion zum Schutz der Privatsphäre zu deaktivieren, ist eine wichtige und nutzerfreundliche Entscheidung.
In der Kernkompetenz – der Reinigung – liefert der Flow 2 solide Ergebnisse.
-
Saugen: Die enorme Saugkraft (bis zu 31.000 Pa) lässt im Alltag keine Wünsche offen. Auch die Eckenreinigung funktioniert trotz der starren Seitenbürste überraschend gut.
-
Wischen: Der Anpressdruck von 12 N und die ausfahrbare Rand-Walze sorgen für eine sehr gute Kantenreinigung. Die Fleckenerkennung bei hartnäckigen Verschmutzungen ist ein hilfreiches Feature, das zwar nicht bei jedem eingetrockneten Fleck sofort zum Erfolg führt, durch die Hartnäckigkeit (mehrmaliges Befahren) aber dennoch überzeugt.
-
Hygiene: Ein echtes Highlight ist die 100 °C Heißwasser-Mopp-Reinigung in der Station, die für maximale Sauberkeit der Wischrolle sorgt. Schade bleibt lediglich, dass die Reinigungslösung bisher nur intern in der Station genutzt und nicht aktiv dem Wischwasser für den Boden beigemischt wird.
Der Narwal Flow 2 ist ein schicker Saugroboter, für Nutzer, die Wert auf ästhetische Integration, eine sehr gute Kartierung und clevere Details (wie das Wasserenthärter-Fach) legen. Wer kleine Abstriche bei der Erreichbarkeit der Verbrauchsmaterialien in der Station machen kann und ein flaches Gerät für niedrige Möbel sucht, erhält hier ein technisch ausgereiftes High-End-Produkt.
Die Standard-Basisstation mit Tanks beginngt bei 1.099€ (UVP 1.299€), die „Festwasser“-Variante beginnt bei 1.299€ mit einer UVP von 1.499€ .


















