Gaming-Trends: PC bleibt zweitwichtigste Spieleplattform

Wer sich in der letzten Zeit in der Bahn, im Bus oder in den Straßen einmal umgesehen hat, dürfte die aktuellen Zahlen des Digitalverbands Bitkom zum Gaming-Verhalten der Deutschen bestätigen können: Die mobile Daddelei auf dem Smartphone und Tablet boomt. Überall wird digital gezockt – Pokémon GO ist dafür nur der neuste und deutlichste Beweis. Doch auch Gaming an stationären Geräten ist nach wie vor gefragt: Der PC ist in Deutschland zweitwichtigste Gaming-Plattform. Dank PlayStation Now, der Game-Streaming-Funktion der Xbox One und der voraussichtlich wachsenden Spieleauswahl wird er womöglich sogar noch weiter an Bedeutung gewinnen. Am meisten gespielt wird jedoch weder am PC noch über die stationären Spielekonsolen, sondern über mobile Endgeräte wie Smartphone und Tablet.

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85 Prozent zocken mobil

Die Zahlen einer aktuellen Bitkom-Umfrage zeigen, dass Deutschland sich längst zu einer „Zocker-Nation“ entwickelt hat: 42 Prozent der Bundesbürger greifen bereits zu Maus, Tastatur, dem Gamepad und zum Smartphone, um in virtuelle Welten abzutauchen. Wenig verwunderlich: Vor allem bei den Jüngeren sind Video- und Computerspiele besonders beliebt. Unter den 14- bis 29-Jährigen spielen 71 Prozent regelmäßig. Doch die älteren Generationen holen auf: Selbst unter den 65-Jährigen und älteren spielen inzwischen 12 Prozent. Einer der vielen Gründe für diese Entwicklung dürfte auch die rasend schnelle Verbreitung von Smartphones in allen Altersgruppen sein. So gaben 85 Prozent der Befragten an, mit ihrem Mobiltelefon zu zocken. Damit ist das Handy die unangefochtene Lieblingsspieleplattform der Deutschen.

Gaming am PC bleibt nach wie vor beliebt: Die Spieleauswahl wird vielfältiger

Was nicht bedeutet, dass das Zocken an Stationären Systemen damit vom Tisch ist: Mit 67 Prozent spielen gut zwei Drittel der Deutschen am Desktop-PC, erst dahinter folgen mit 59 Prozent stationäre Konsolen. Was die Zahlen leider nicht verraten, ist, welche Art PC-Spiele damit konkret gemeint sind. Vermutlich fließen in die Statistik Windows-Spiele über Webseiten wie browsergames.de ebenso ein wie Spiele von Steam-Games und die klassischen Retail-Spiele für Windows-Betriebssysteme. Auch der boomende E-Sport dürfte sich durchaus auf die Zahlen auswirken. Die Aufzählung möglicher „Spielequellen“ macht aber bereits deutlich, warum der stationäre PC trotz des Mobile-Trends immer noch gefragt ist: Er ermöglicht eine enorme Auswahl an Spielen vom simplen Casual Game bis hin zum rechenintensiven Grafik-Blockbuster. Auch die Tatsache, dass Facebook jetzt mit einer eigenen Gaming-Plattform mit Desktop-Anwendungen eine weitere potenzielle Spielequelle in Konkurrenz zu Steam auf die Beine stellen möchte, bestätigt den Eindruck einer wachsenden Spieleauswahl für den Desktop-PC. Diese Bandbreite können viele mobile Plattformen aufgrund ihrer hardwaretechnischen Limitierung (noch) nicht bieten.

Ein Punkt, der sich vielleicht schon in den nächsten Studien zur Verteilung der deutschen Zocker auf ihre liebsten Plattformen auswirken wird, ist das zunehmend verfügbare Game-Streaming. Schon jetzt, soviel verrät die Bitkom-Studie, nutzen 18 Prozent der Befragten synchronisiertes Gaming und spielen ihre Spiele auf verschiedenen Endgeräten. Wir berichteten bereits, dass Sony inzwischen auch PlayStation Now für den PC anbietet. Damit kann man Playstation-Spiele auf dem PC spielen, ohne dass überhaupt eine separate Konsole benötigt wird. Noch ist der Dienst in Deutschland zwar nicht verfügbar, die Ansage aber ist klar: Streaming könnte dafür sorgen, dass die strikte Trennung zwischen Konsolen- und PC-Spielen zunehmend verwischt und lediglich die Leistungswerte des entsprechenden Endgeräts entscheiden, ob man das jeweilige Spiel zocken kann – nicht aber die Art des Geräts selbst. Das ist aber noch Zukunftsmusik.

Bildrechte: Flickr FPS Eric Kilby CC BY-SA 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

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