Arbeitsspeicher ist teuer, die Nachfrage aus der KI-Branche hoch und die Versorgung angespannt. Ausgerechnet OpenAI-Chef Sam Altman hat nun eine bemerkenswerte Vorstellung davon geäußert, wo die knappen DRAM-Ressourcen am besten aufgehoben wären: möglichst nicht ungenutzt in privaten Computern. In einem Gespräch mit Stripe-Mitgründer John Collison bezeichnete er die Verteilung des verfügbaren Arbeitsspeichers auf einzelne PCs aus globaler Sicht als „ziemlich furchtbar“. Seine Begründung: Der Speicher werde dort angeblich nur während fünf Prozent der Zeit tatsächlich genutzt. Die Aussage fiel im Podcast „Cheeky Pint“, in einer Folge mit dem Titel „Why Sam Altman is against a single superintelligence“. Altman argumentiert darin mit der effizienteren Auslastung zentraler Rechenzentren. Während private Computer einen Großteil ihrer Zeit nicht unter voller Last arbeiten, könnten Cloud-Anbieter ihre vorhandenen Ressourcen auf zahlreiche Nutzer verteilen.

Wenn ungenutzter RAM plötzlich zum Problem wird
Auf den ersten Blick klingt die Überlegung nach einer gewöhnlichen Diskussion über die Auslastung von Hardware. Tatsächlich steckt dahinter aber eine grundsätzliche Frage: Wem sollen knappe Rechenressourcen zur Verfügung stehen, und wer entscheidet über ihre Verwendung? Dass ein privater Computer nicht ständig unter Volllast arbeitet, ist weder ungewöhnlich noch ein technisches Versäumnis. Arbeitsspeicher erfüllt schließlich auch dann seinen Zweck, wenn gerade keine anspruchsvolle Anwendung läuft. Er hält Daten für den schnellen Zugriff bereit und ermöglicht es dem Betriebssystem, Anwendungen ohne ständige Zugriffe auf langsamere Datenträger auszuführen. Die von Altman angeführten fünf Prozent lassen zudem offen, welche Form der Nutzung er überhaupt meint. Zwischen der Belegung des Arbeitsspeichers und seiner tatsächlichen Auslastung besteht ein erheblicher Unterschied. Ein mit Daten gefüllter RAM-Riegel muss nicht permanent hohe Speicherbandbreiten liefern, um sinnvoll eingesetzt zu sein. Gerade bei lokalen KI-Modellen ist ausreichend Arbeitsspeicher inzwischen ein wichtiger Faktor. Wer Sprachmodelle auf dem eigenen Rechner betreibt, benötigt je nach Modellgröße erhebliche Kapazitäten. Diese Ressourcen stehen dann unabhängig von einem Cloud-Anbieter zur Verfügung. Auch sensible Daten müssen dafür nicht zwangsläufig den eigenen Rechner verlassen.
OpenAI profitiert selbst von der Nachfrage nach DRAM
Die Diskussion hat allerdings noch eine andere Seite. KI-Rechenzentren gehören inzwischen zu den wesentlichen Treibern der Nachfrage nach Speicherchips. Insbesondere der Ausbau großer KI-Infrastrukturen bindet erhebliche Produktionskapazitäten. Das betrifft nicht ausschließlich klassischen DRAM, sondern auch spezialisierten High Bandwidth Memory (HBM), dessen Herstellung mit anderen Speicherprodukten um begrenzte Fertigungsressourcen konkurriert. Die Folgen bekommen längst nicht nur Betreiber großer Rechenzentren zu spüren. Steigende Speicherpreise wirken sich auch auf PC-Komponenten, Notebooks und Smartphones aus. OpenAI selbst zählt zu den Unternehmen, die ihre Recheninfrastruktur massiv ausbauen wollen. Vor diesem Hintergrund hat Altmans Argumentation einen gewissen Beigeschmack. Ausgerechnet ein Unternehmen, das für seine KI-Dienste enorme Hardwarekapazitäten benötigt, stellt die dezentrale Nutzung knapper Ressourcen infrage. Eine konkrete Forderung, privaten PCs Arbeitsspeicher vorzuenthalten, hat Altman allerdings nicht erhoben. Ebenso wenig gibt es Hinweise auf entsprechende Pläne von OpenAI. Seine Äußerungen beziehen sich vielmehr auf die aus seiner Sicht effizientere Verteilung von Rechenressourcen, insbesondere beim Betrieb von KI-Modellen.
Lokale KI ist mehr als eine Frage der Auslastung
Was bei dieser Betrachtung zu kurz kommt, ist der Nutzen lokaler Rechenleistung. Ein eigener PC muss nicht möglichst viele Nutzer gleichzeitig bedienen. Er soll seinem Besitzer genau dann die benötigte Leistung zur Verfügung stellen, wenn dieser sie braucht. Das gilt für klassische Anwendungen ebenso wie für lokale KI. Wer ein Sprachmodell auf eigener Hardware ausführt, entscheidet selbst über dessen Einsatz, die verfügbaren Daten und die verwendete Software. Eine Internetverbindung oder ein kostenpflichtiger API-Zugang sind dafür nicht grundsätzlich erforderlich. Cloud-Dienste können ihre Hardware zwar auf mehrere Nutzer verteilen und damit wirtschaftlicher auslasten. Daraus folgt aber nicht automatisch, dass jeder lokal verbaute Speicherriegel eine Verschwendung darstellt. Auch die Verfügbarkeit, Unabhängigkeit und Kontrolle über die eigene Hardware haben einen Wert, der sich nicht allein an der durchschnittlichen Auslastung messen lässt.
Vielleicht wäre angesichts der aktuellen Speicherpreise tatsächlich eine neue Initiative angebracht: „ChatGPT, erstelle eine DRAM-Spendenseite für OpenAI.“ Schließlich könnte der ungenutzte Arbeitsspeicher aus privaten PCs in einem Rechenzentrum noch gute Dienste leisten. Und wer ihn später wieder benötigt, darf die entsprechende Rechenleistung vermutlich bequem über ein kostenpflichtiges Cloud-Angebot beziehen.
Jegliche Aussagen meinerseits würden mindestens zum Bann, wahrscheinlich eher zu einer Anklage wegen Verstoßes gegen jeden Anstand und Moral – etwas was Altmann offensichtlich NICHT kennt, führen.
Wieso gibt es Menschen die Narzissmus und Gier, nein – Soziopathie so heftig ausleben?
Ich kann meine Gefühle dazu gerade nicht sortierten, geschweige denn in Worte fassen.
Was ist mit dem Altman los? Erst machen die KI-Unternehmen mit ihrer Gier nach RAM alles sauteuer und dann sollen private PCs zu reinen Terminals wie früher degradiert werden oder wie meinte Bill Gates mal 640 kB reichen aus. Der alte Mann soll sich mit solchen Aussagen zurückhalten. Wie Privatpersonen IHR RAM nutzen ist deren Sache und selbst wenn da 32 GB tatenlos Strom verbrauchen dann ist das eben so und nicht sein Problem soll er eine RAM Fabrik eröffnen da hat er genug für sich.
Diese Clowns sollen zur Hölle fahren, Punkt. Die Blase Platzt sehr sehr bald, die Technologie wird bleiben ja sicher 👍. Aber sie wird sich niemals mit Werbung und Abos refinanzieren. Somit Exitus
In China fällt öffters mal ein Sack Reis um….
Da kann man echt nur noch mit dem Kopf schütteln. Ich finde da keine Worte und ich glaube, ich will sie auch nicht finden…
Mit anderen Worten: mit einem Ferrari mit 400 oder mehr PS, solltest du nicht in einer 30-Zone fahren.
doch ganz klar… in 30 Zone wegen Lärm… extra nen Gang runter das der schön aufheult ;-P Fenster runter und Anlage voll auf…. so gehört sich das!
Das gleiche könnte man über Mr. Altmans Vermögen auch sagen.
Dabei wird doch andersrum ein Schuh draus.
Dass die Zukunft ausschließlich in riesigen, zentralen Rechenzentren liegt, greift zu kurz. Tatsächlich entwickelt sich die Technologie in genau die entgegengesetzte Richtung, nämlich hin zu dezentralem und verteiltem Nutzen von Hardware.
Dass er in seiner Position sowas rumstammelt, versteht sich von selbst.
Im Ansatz kann ich seine Idee ja nachvollziehen, aber ich wüsste nicht, wie RAM in der Cloud meine lokalen Programmen nützen könnte, ganz nüchtern technisch betrachtet.
Sie werden nichts besitzen aber trotzdem glücklich sein!
Eine absolut gute Idee. Rechenleistung auch von Privat PC´s abzugreifen, nicht nur in Form einer CPU Auslastung auch von dem vorhandenen unbenutzen Ramspeicher. Wir kennen das schon vom SETI Programm, bei dem man auch die Rechenleistrung seines PC´s zur Verfügung stellen kann. Die gebündelte Leistung von tausenden bzw. Millionen PC´s ermöglicht eine ungeahnte Rechenleistung und spart auch so große KI Rechenzentren. Die meisten lassen ihren PC eh den ganzen Tag an, in Büros werden Rechner gar nicht erst runter gefahren und laufen ständig. Die meisten PC´s sind überdimensioniert und kämen auch mit weniger Rechenleistung aus. Vielleicht kommt ja auch Windows mal in einer Cloud Version. Ich würde das unterstützen.
Wie devot und sich bedingungslos von anderen abhängig machen kann man? Du hast die perfekte Antwort darauf gefunden.
Hier werden gleich mehrere Dinge durcheinandergeworfen. SETI@home war verteiltes Rechnen mit freiwillig bereitgestellter Rechenleistung, kein globaler RAM-Pool. Arbeitsspeicher lässt sich nicht einfach über Millionen Internetanschlüsse zusammenschalten und anschließend wie lokaler RAM nutzen. Dafür fehlen insbesondere Bandbreite und niedrige Latenzen. Altman argumentiert zudem für zentralisierte Ressourcen, nicht für das Gegenteil. Und Windows aus der Cloud gibt es mit Windows 365 bereits seit Jahren. Man sollte schon unterscheiden, welche Technologie man eigentlich befürwortet.