XGIMI hat seine HORIZON 30 Serie am 29. Oktober beim European Launch Event im Münchner Harman Experience Store vorgestellt. Wir waren bei der Veranstaltung im JBL Store vor Ort. Nach der ersten Präsentation auf der IFA 2026 stehen nun auch die europäischen Preise und der Verkaufsstart fest. Drei Modelle bringt der Hersteller auf den Markt, die sich vor allem bei Helligkeit und Kontrast unterscheiden. Technisch gibt es durchaus interessante Neuerungen: RGB-Triple-Laser, 4K mit 120 Hz, optischen Lens Shift und eine automatische Blendensteuerung. Das Spitzenmodell HORIZON 30 Ultra Max soll bis zu 6.000 ISO-Lumen erreichen. Preislich bewegt sich die Serie zwischen 2.499 und 3.299 Euro, wobei XGIMI bis Ende Oktober noch Rabatte gewährt.
Drei Modelle, aber keine künstliche Trennung bei der Ausstattung
Die Unterschiede zwischen HORIZON 30 Pro, HORIZON 30 Max und HORIZON 30 Ultra Max fallen überschaubar aus. Zumindest dann, wenn man sich die eigentliche Ausstattung anschaut. XGIMI verbaut in allen drei Geräten eine RGB-Triple-Laser-Lichtquelle, unterstützt 4K mit 120 Hz und integriert das Dual Intelligent Iris System. Auch bei der Optik und den Gaming-Funktionen müssen Käufer des günstigeren Modells nach den bislang veröffentlichten Angaben keine Abstriche machen. Beim HORIZON 30 Pro nennt XGIMI 4.800 ISO-Lumen und einen nativen Kontrast von 8.000:1. Der HORIZON 30 Max legt mit 5.300 ISO-Lumen und 9.000:1 etwas nach. Beim HORIZON 30 Ultra Max sind es schließlich 6.000 ISO-Lumen und 10.000:1. Ob diese Abstufungen den jeweiligen Aufpreis rechtfertigen, dürfte vor allem von der geplanten Nutzung abhängen.
Immerhin reden wir hier nicht über Geräte, die ausschließlich in einem abgedunkelten Heimkino stehen sollen. Mit den hohen Helligkeitswerten hat XGIMI offensichtlich auch das normale Wohnzimmer im Blick. Dort lässt sich das Umgebungslicht nicht immer vollständig kontrollieren. Allerdings sollte man die Herstellerangaben nicht mit der tatsächlich wahrgenommenen Bildhelligkeit gleichsetzen. Bildmodus, Projektionsgröße und Leinwand haben darauf erheblichen Einfluss. Auch ein Projektor mit 6.000 ISO-Lumen kann bei ungünstigen Lichtverhältnissen keinen Fernseher ersetzen. .
RGB-Triple-Laser und nativer Kontrast bis 10.000:1
Die drei Projektoren erzeugen ihre Grundfarben über separate rote, grüne und blaue Laser. Das unterscheidet die Technik von Lösungen, die beispielsweise einen blauen Laser mit zusätzlichen Konversionsverfahren kombinieren. RGB-Triple-Laser ist allerdings keine grundsätzlich neue Erfindung. Die Technik findet sich bereits in anderen höherpreisigen Projektoren und soll vor allem bei Farbraum und Farbsättigung Vorteile bringen. Interessanter ist die Kombination mit dem Dual Intelligent Iris System. Dabei steuern zwei Blenden den Lichtdurchsatz abhängig vom Bildinhalt. Das soll insbesondere dunklen Szenen zugutekommen, bei denen Projektoren häufig Schwierigkeiten haben, einen überzeugenden Schwarzwert zu erreichen.
XGIMI spricht von nativen Kontrastverhältnissen zwischen 8.000:1 und 10.000:1. Solche Angaben sind zunächst aussagekräftiger als die teilweise absurd hohen dynamischen Kontrastwerte, mit denen in der Branche gerne geworben wird. Trotzdem bleiben es Herstellerwerte. Ohne nachvollziehbare Messbedingungen lässt sich daraus noch kein abschließendes Urteil über die tatsächliche Kontrastleistung ableiten.
Beim Objektiv setzt XGIMI auf das X-Master Red Ring
Neben der Lichtquelle hat sich XGIMI auch der Optik angenommen. Das X-Master Red Ring Objektiv soll eine gleichmäßige Schärfe über die gesamte Projektionsfläche ermöglichen. Gerade bei größeren Bilddiagonalen ist das wichtig, denn eine in der Bildmitte gute Abbildung hilft wenig, wenn die Schärfe zu den Ecken hin deutlich nachlässt.
Bei den HDR-Formaten stehen Dolby Vision und HDR10+ auf dem Datenblatt. IMAX Enhanced wird ebenfalls unterstützt. Die Formatvielfalt ist erfreulich, sollte aber nicht überbewertet werden. Ein Dolby-Vision-Logo allein garantiert schließlich noch keine überzeugende HDR-Wiedergabe. Bei einem Projektor entscheiden vor allem die tatsächliche Lichtleistung, der Schwarzwert und das Tone Mapping darüber, was auf der Leinwand ankommt.
4K mit 120 Hz: Interessant wird es beim Gaming
Eine der relevanteren Änderungen gegenüber klassischen Heimkino-Projektoren ist die Unterstützung von 4K mit 120 Hz. Alle drei HORIZON-30-Modelle beherrschen diese Bildwiederholrate. Damit kommen neben Filmen und Serien auch aktuelle Spielekonsolen und entsprechend leistungsfähige Gaming-PCs als Zuspieler infrage. Gerade auf einer großen Projektionsfläche können 120 Hz bei schnellen Bewegungen einen Unterschied machen. Voraussetzung ist natürlich, dass das jeweilige Spiel die entsprechende Bildrate erreicht. Bei grafisch anspruchsvollen Titeln ist das selbst mit aktueller Hardware in 4K keineswegs selbstverständlich. Auch bei Filmen gibt es einen technischen Vorteil. Klassisches Kinomaterial mit 24 Bildern pro Sekunde lässt sich bei 120 Hz ohne ungleichmäßigen 3:2-Pulldown wiedergeben. Jedes Einzelbild erscheint dabei fünfmal. Das ist keine neue Technik, aber eine sinnvolle Eigenschaft für einen Projektor, der gleichermaßen für Filme und Spiele vorgesehen ist.
VRR und FreeSync sind vorhanden, Input-Lag bleibt offen
Für Spieler sind außerdem VRR, AMD FreeSync und ALLM vorgesehen. Damit kann sich die Bildwiederholrate an schwankende Bildraten eines kompatiblen Zuspielers anpassen. Bildrisse und Ruckler lassen sich so reduzieren. ALLM ermöglicht den automatischen Wechsel in einen Modus mit niedriger Eingabeverzögerung.
Was bislang fehlt, sind konkrete Angaben zum Input-Lag. Gerade bei 4K mit 120 Hz wäre interessant, wie schnell die Projektoren tatsächlich auf Eingaben reagieren. Denn eine hohe Bildwiederholrate allein macht noch keinen guten Gaming-Projektor. Solange entsprechende Messwerte fehlen, bleibt die Gaming-Eignung in diesem Punkt offen.
Lens Shift und optischer Zoom statt digitaler Kompromisse
Bei der Aufstellung bietet die HORIZON 30 Serie einige Funktionen, die bei einer dauerhaften Installation durchaus wichtiger sein können als zusätzliche Helligkeit. Dazu gehören optischer Zoom und Lens Shift. Damit lässt sich die Bildposition verändern, ohne auf eine digitale Trapezkorrektur angewiesen zu sein. Das ist ein wesentlicher Unterschied. Während eine digitale Korrektur die Bildgeometrie rechnerisch verändert und dabei nutzbare Bildpunkte verloren gehen können, arbeitet Lens Shift über die Optik. Gerade wer eine feste Leinwand besitzt und den Projektor nicht exakt mittig aufstellen kann, profitiert davon. Zusätzlich hat XGIMI einen neig- und drehbaren Standfuß integriert. Die Kombination aus mechanischer Ausrichtung, Zoom und Lens Shift dürfte die Aufstellung erheblich flexibler machen als bei Geräten, die hauptsächlich auf automatische digitale Korrekturen setzen.
Fünf Speicherplätze für die Optik
Mit Lens Memory lassen sich bis zu fünf Einstellungen speichern. Das ist vor allem dann sinnvoll, wenn unterschiedliche Bildformate verwendet werden. Wer beispielsweise zwischen 16:9 und einem breiteren Kinoformat wechselt, muss die Einstellungen nicht jedes Mal erneut vornehmen. Daneben gibt es die Intelligent Screen Adaptation, mit der XGIMI verschiedene Schritte der Bildeinrichtung automatisiert. Das System soll die Projektion an die vorhandene Leinwand und den jeweiligen Aufstellort anpassen. Wie zuverlässig die Automatik unter schwierigen Bedingungen arbeitet, lässt sich anhand der technischen Angaben allerdings nicht beurteilen.
Google TV und Harman Kardon bleiben erhalten
Beim Betriebssystem gibt es keine Überraschung. XGIMI verwendet Google TV, womit sich unterstützte Streaming-Dienste direkt auf dem Projektor nutzen lassen. Zusätzliche Hardware ist für die normale Medienwiedergabe damit nicht zwingend notwendig. Auch die Zusammenarbeit mit Harman Kardon wird fortgesetzt. Zwei Lautsprecher mit jeweils 12 Watt sind in jedem Modell verbaut, dazu kommt DTS Virtual. Für einen gelegentlichen Filmabend dürfte eine integrierte Audiolösung praktisch sein. Ob sie den Ansprüchen eines größeren Heimkinos genügt, steht auf einem anderen Blatt. Dass XGIMI die europäische Vorstellung im Harman Experience Store in München veranstaltet hat, passt jedenfalls zur bestehenden Kooperation der beiden Unternehmen.
Preise zwischen 2.499 und 3.299 Euro
Günstig ist die neue Serie nicht. Für den HORIZON 30 Pro verlangt XGIMI regulär 2.499 Euro. Der HORIZON 30 Max kostet 2.799 Euro, während der HORIZON 30 Ultra Max mit 3.299 Euro zu Buche schlägt. Noch bis zum 31. Oktober gelten allerdings die bereits am 12. Oktober gestarteten Vorbestellpreise. Der HORIZON 30 Pro ist dadurch für 1.999 Euro erhältlich. Beim HORIZON 30 Max sinkt der Preis auf 2.499 Euro, beim Ultra Max auf 2.999 Euro.
Auffällig ist die Preisstaffelung. Während der Abstand zwischen Pro und Max regulär nur 300 Euro beträgt, sind es zwischen Max und Ultra Max weitere 500 Euro. Während der Vorbestellung kostet der Sprung vom Pro zum Max dagegen 500 Euro. Wer sich für eines der Geräte interessiert, sollte deshalb nicht nur die technischen Unterschiede, sondern auch die jeweils geltenden Preise berücksichtigen.
Vorbesteller erhalten zusätzliches Zubehör
XGIMI legt während der Vorbestellphase noch Zubehör bei. Käufer können zwischen einem Floor Stand in Elephant Grey und einer Deckenhalterung wählen. Zwei 3D-Brillen gehören ebenfalls zum Paket. Zusätzlich gibt es einen Gutschein über 500 Euro für die XGIMI Ascend Screen Leinwand. Der Gutschein ist allerdings nicht mit einem direkten Preisnachlass auf den Projektor gleichzusetzen. Sein tatsächlicher Wert hängt davon ab, ob ohnehin die passende Leinwand angeschafft werden soll. Die Vorbestellaktion endet am 31. Oktober. Ab dem 1. November beginnt der reguläre Verkauf der drei HORIZON-30-Modelle.


