ELEGOO M1 Ultra: Erster 3D-Scanner mit fünf Scan-Modi startet für 1.599 Euro

ELEGOO erweitert sein Portfolio erstmals um einen eigenen 3D-Scanner. Der M1 Ultra kombiniert drei Blaulaser-Verfahren, markerloses Blaulaser-Scanning und Infrarot-Strukturlicht in einem Gerät. Damit lassen sich sowohl wenige Millimeter große Bauteile als auch Objekte mit mehreren Metern Abmessung erfassen. Dazu kommen ein 3-Zoll-Touchscreen, Wi-Fi 6 und ein austauschbarer Akku. Bei der Genauigkeit nennt der Hersteller im besten Fall 0,02 mm. Der Verkaufsstart erfolgt am 29. Oktober 2026 zu einem regulären Preis von 1.699 Euro. Zum Marktstart gibt es einen Rabatt von 100 Euro. Für ELEGOO ist der M1 Ultra der Einstieg in eine neue Produktkategorie. Bisher konzentrierte sich das Unternehmen im 3D-Bereich vor allem auf FDM- und Resin-Drucker.

Fünf Scan-Modi für unterschiedliche Anwendungen

Je nach Objekt und Anforderungen stehen fünf Scan-Modi zur Verfügung. Der schnelle Modus projiziert 34 gekreuzte blaue Laserlinien und eignet sich für mittlere bis größere Gegenstände. Für kleinere Bauteile und feinere Strukturen stehen sieben parallele blaue Laserlinien bereit. Schmale Spalten, tiefe Bohrungen und schwer erreichbare Bereiche lassen sich mit einer einzelnen blauen Laserlinie erfassen.

Hinzu kommt ein markerloser Blaulaser-Modus. Dieser ermöglicht die Erfassung von Oberflächen, bei denen das Anbringen reflektierender Marker nicht praktikabel ist. Als fünfte Betriebsart bietet der M1 Ultra binokulares NIR-Strukturlicht. Dieses Verfahren eignet sich unter anderem für Gesichter, Personen und größere Objekte und ermöglicht ebenfalls eine markerlose Erfassung anhand von Geometrie und Oberflächenmerkmalen.

Entsprechend groß fällt die Spannweite bei den möglichen Objekten aus. Im Lasermodus nennt ELEGOO ein minimales Scanvolumen von 5 × 5 × 5 mm. Am anderen Ende stehen Objekte mit Abmessungen von bis zu 4 × 4 × 4 Metern. Auch schwarze und metallische Oberflächen sollen sich direkt erfassen lassen, ohne sie zuvor mit Scan-Spray behandeln zu müssen.

Bis zu 0,02 mm Genauigkeit

Im schnellen und detaillierten Blaulaser-Modus erreicht der M1 Ultra laut ELEGOO eine Genauigkeit von bis zu 0,02 mm. Für die volumetrische Genauigkeit nennt der Hersteller 0,02 mm + 0,06 mm/m. Beim NIR-Scanning sind es bis zu 0,05 mm beziehungsweise 0,05 mm + 0,1 mm/m.

Die Angaben beziehen sich auf Messungen unter Laborbedingungen. Temperatur, Vibrationen und die jeweilige Umgebung können die tatsächlich erreichbaren Werte beeinflussen. ELEGOO setzt deshalb unter anderem auf eine intelligente Temperaturkompensation und eine präzise Kamerakalibrierung.

Für die Bilderfassung kommen Global-Shutter-Kameras und eine Optik aus sieben Glaselementen zum Einsatz. Die Kameras sollen Bewegungsunschärfen und Verzerrungen während der Aufnahme reduzieren. Farbige Oberflächen lassen sich mit 24-Bit-Texturen erfassen. Eine integrierte Bildsignalverarbeitung optimiert die Farbdarstellung, während acht weiße LEDs bei Bedarf für zusätzliche Beleuchtung sorgen.

Auch der Arbeitsabstand hängt vom gewählten Verfahren ab. Insgesamt deckt der M1 Ultra einen Bereich von 160 bis 1.200 mm ab. Im Lasermodus erreicht die einzelne Aufnahme maximal 621 × 480 mm, mit NIR sind bis zu 1.121 × 960 mm möglich.

NIR erreicht mehr als 6,4 Millionen Punkte pro Sekunde

Beim Erfassen größerer Flächen setzt sich der NIR-Modus auch bei der Datenrate ab. ELEGOO gibt hier bis zu 6.451.200 Punkte pro Sekunde an. Der Modus mit 34 Laserlinien kommt auf 2,04 Millionen Punkte pro Sekunde, sieben Laserlinien erreichen 840.000 und die einzelne Laserlinie 120.000 Punkte pro Sekunde.

Kabelgebunden sind abhängig von Modus und Auflösung bis zu 100 Bilder pro Sekunde möglich. Über die drahtlose Verbindung sind es maximal 60 fps. Wie sich die unterschiedlichen Verfahren bei komplexeren Geometrien oder während längerer Scanvorgänge schlagen, muss sich allerdings erst in der Praxis zeigen.

Der M1 Ultra ist dabei nicht ausschließlich für kontrollierte Lichtverhältnisse im Innenraum gedacht. Die Blaulaser-Modi sollen je nach Betriebsart noch bei bis zu 110.000 Lux funktionieren. Beim NIR-Verfahren gibt ELEGOO mit entsprechendem Filter maximal 80.000 Lux an. Damit soll sich der Scanner auch bei sehr heller Umgebungsbeleuchtung einsetzen lassen.

Touchscreen, Wi-Fi 6 und Wechselakku für den mobilen Einsatz

ELEGOO hat einen 3 Zoll großen HD-Touchscreen direkt in den Scanner integriert. Darüber lassen sich Einstellungen ändern und Scans während der Aufnahme kontrollieren. Im Inneren arbeitet zudem ein Achtkern-Prozessor mit 2 GHz.

Die Verbindung zum Rechner erfolgt wahlweise über USB-C oder Wi-Fi 6. Für den drahtlosen Betrieb steckt ein austauschbarer Akku mit 4.800 mAh im Gehäuse. Eine Ladung reicht laut ELEGOO für bis zu eineinhalb Stunden Scanning. Ein zweiter Akku gehört bereits zum Lieferumfang, sodass sich die Laufzeit durch einen Akkuwechsel verlängern lässt.

Mit eingesetztem Akku wiegt der M1 Ultra 511 Gramm. Die Abmessungen liegen bei 191 × 50 × 76 mm. Neben Scanner und Ersatzakku liefert ELEGOO unter anderem ein Stativ, ein hochpräzises Kalibrierungsboard, reflektierende Marker und zwei NIR-Filter mit.

ELEGOO SCAN übernimmt die Verarbeitung

Trotz eigenem Prozessor und Display arbeitet der M1 Ultra nicht vollständig autark. Für die Verarbeitung der aufgenommenen Daten wird ein Windows-PC oder Mac mit ELEGOO SCAN benötigt.

Die Software begleitet zunächst die Einrichtung und unterstützt anschließend bei der Objekterfassung und Ausrichtung mehrerer Scans. Eine automatische Verarbeitung übernimmt auf Wunsch die Erstellung und Optimierung des Polygonnetzes sowie die Zuordnung der Farbtexturen. Damit soll sich der Weg von den aufgenommenen Messdaten zum verwendbaren 3D-Modell vereinfachen.

Mehrere Scans lassen sich zusammenführen und fertige Modelle unter anderem als STL, OBJ, PLY oder ASC exportieren. Die Dateien können anschließend in kompatiblen CAD-, Modellierungs- oder Slicer-Anwendungen weiterverarbeitet werden. Gerade für Reverse Engineering oder die Nachkonstruktion vorhandener Bauteile dürfte diese Möglichkeit interessant sein.

Für Windows empfiehlt ELEGOO einen Core i7 der 13. Generation oder neuer, 32 GB RAM und eine GeForce RTX 4060 mit 8 GB VRAM. Als Mindestkonfiguration werden ein Core i7 der 7. Generation, 16 GB RAM und eine Nvidia-GPU mit 6 GB Grafikspeicher genannt.

Unter macOS setzt die Software mindestens einen Apple M2 mit 16 GB RAM und macOS 14 voraus. Empfohlen werden ein Apple M4 oder neuer sowie 32 GB Arbeitsspeicher.

ELEGOO M1 Ultra startet für 1.599 Euro

Mit dem M1 Ultra deckt ELEGOO erstmals auch den Schritt vor der eigentlichen Konstruktion oder dem 3D-Druck ab. Neben klassischen Maker-Projekten nennt der Hersteller unter anderem Reverse Engineering, Produktentwicklung, individuelle Anpassungen, digitale Archivierung und Ausbildung als Einsatzgebiete.

Der ELEGOO M1 Ultra ist ab dem 29. Oktober 2026 erhältlich. Der reguläre Verkaufspreis liegt bei 1.699 Euro. Zum Marktstart bietet der Hersteller allerdings einen Rabatt von 100 Euro an. Im Rahmen der Early-Bird-Aktion kostet der Scanner vom 29. Oktober bis einschließlich 12. November 2026 damit 1.599 Euro. Anschließend gilt der reguläre Preis.

Mit dieser Preisgestaltung positioniert ELEGOO seinen ersten 3D-Scanner deutlich oberhalb einfacher Einstiegslösungen. Dafür verspricht der Hersteller eine Kombination aus hoher Messgenauigkeit, unterschiedlichen Scan-Verfahren und einem vergleichsweise mobilen Aufbau. Ob der M1 Ultra diese Ansprüche auch im praktischen Einsatz erfüllt, wird sich noch zeigen.

ELEGOO M1 Ultra: Erster 3D-Scanner mit fünf Scan-Modi startet für 1.599 Euro
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