Anfang September hatte Sonos die neue Beam Ultra vorgestellt. Die Soundbar soll die bisherige Beam nicht ersetzen, sondern die Produktpalette erweitern und bringt unter anderem mehr Lautsprecher, eine breitere Wiedergabe und die Möglichkeit, zwei portable Sonos-Lautsprecher automatisch als Surround-Lautsprecher einzubinden. Interessant ist dabei vor allem, was davon im Alltag tatsächlich ankommt. Ich habe die Beam Ultra in den letzten Wochen ausprobieren können und möchte euch kurz ein paar Eindrücke schildern.
Die Sonos Beam Ultra ist keine besonders große Soundbar. Mit 75 Zentimetern Breite passt sie auch unter kleinere Fernseher und nimmt nicht übermäßig viel Platz weg. Klanglich hat sie aber dennoch einiges zu bieten (siehe unten). 699 Euro möchte Sonos für die Beam Ultra haben. Damit liegt sie deutlich über der bisherigen Beam, aber noch unter der Arc Ultra.
Auspacken und einrichten
Schon beim Auspacken macht die Beam Ultra einen guten Eindruck. Das Design ist schlicht und unauffällig. Im Prinzip genau das, was ich bei einer Soundbar unter dem Fernseher haben möchte. Kein glänzendes Plastik, keine unnötigen Elemente. Die matte Oberfläche wirkt hochwertig und passt eigentlich zu fast jedem Fernseher (ich habe hier die weiße Variante, es gibt sie auch noch in Schwarz).
Dazu passt auch die Verpackung. Sonos setzt hier auf eine sehr schlicht gehaltene, praktisch plastikfreie Verpackung, die ein wenig wie aus dem Hause Apple wirkt.

Die Einrichtung ist ebenfalls angenehm unspektakulär: Die Soundbar per HDMI an den Fernseher anschließen, Sonos-App öffnen und den Anweisungen folgen. Das mitgelieferte und farbig passende Kabel kommt dabei in den HDMI-ARC-Anschluss des Fernsehers. Gerade wer einfach nur einen besseren Ton vom Fernseher möchte, muss sich mit dem Thema Einrichtung aber kaum beschäftigen. Die vorhandene TV-Fernbedienung funktioniert anschließend weiter für die Lautstärke.
Per WLAN (und Bluetooth) kann die Soundbar auch kabellos mit anderen Geräten im Haus kommunizieren. Bei mir lief das unter anderem über AirPlay 2 alles problemlos.
Auf Wunsch passt sich die Beam Ultra dank „Trueplay“ auch an die speziellen (akkustischen) Gegebenheiten eines Raums an.
Klang und Bedienung
Technisch steckt in der Beam Ultra einiges: Sonos verbaut insgesamt neun Verstärker, fünf Hochtöner und vier Tieftöner. Zwei der Hochtöner sitzen nach oben gerichtet und sollen bei Dolby Atmos die Höheninformationen über die Decke zum Hörplatz bringen. Dazu kommen seitlich abstrahlende Treiber für eine breitere Klangkulisse. Sonos gibt das System mit 7.1.2 an. Die ganzen Spezifikationen finden sich auch nochmal detaillierter auf der Sonos-Seite.
Ich bin kein HiFi-Experte und werde deshalb auch nicht versuchen, hier irgendwelche Frequenzkurven zu interpretieren. Dennoch habe ich viele Vergleiche mit meinen anderen Lautsprechern durchgeführt. Im Alltag ist auch für mich schnell zu hören, was Sonos mit der neuen Abstimmung erreichen wollte. Die Beam Ultra klingt für ihre Größe erstaunlich groß. Stimmen sind klar, Effekte und Instrumente sind differenziert und auch Musik macht damit Spaß. Gerade bei Filmen ist der Unterschied zu einer normalen TV-Lautsprecherlösung natürlich deutlich. Der Bass ist für mich mehr als ausreichend und einen zusätzlichen Subwoofer braucht man meiner Meinung nach nicht.
Was mir ebenfalls gut gefällt, sind die Touch-Bedienelemente oben. Und das, obwohl ich sonst von Touch-Bedienungen bei solchen Geräten eher kein Fan bin. Die Lautstärke lässt sich nicht nur grob verändern, gerade kleinere Änderungen funktionieren angenehm präzise. Ebenso zuverlässig funktionieren die übrigen Touch-Tasten. Speziell wenn Smartphone oder Fernbedienung nicht in Reichweite sind, werden die Tasten ja relevant.
Apropos Handy: Alle Funktionen lassen sich über die Sonos-App steuern bzw. bei Verbindung über AirPlay erfolgt das auch auf Systemebene. In der App lassen sich auch viele Dinge einstellen, zum Beispiel die Sprachverbesserung.
Sprachverbesserung
Besagte Sprachverbesserung hat mich nämlich positiv überrascht. Sie lässt sich in vier Stufen einstellen. Bei vielen Filmen reicht mir die normale Einstellung, bei stärkerem Hintergrundlärm kann die höhere Stufe aber tatsächlich helfen.
Mit aktivierter hoher Sprachverbesserung waren Dialoge bei Szenen mit viel Musik oder Hintergrundgeräuschen für mich spürbar besser verständlich. Dabei wird laut Sonos nicht einfach der komplette Mitteltonbereich nach oben gezogen (obwohl man das so schon wahrnimmt). Speziell OV-Filme auf Englisch waren für mich dadurch einfacher zu verstehen.
Man sollte allerdings aufpassen, nicht mehrere Sprachverbesserungen gleichzeitig zu aktivieren. Wenn beispielsweise beim Apple TV zusätzlich „Sprache hervorheben“ eingeschaltet ist, wird es schnell zu viel. Dann klingt Sprache für mich nicht mehr besonders natürlich. Das würde aber in die Kategorie „Anwenderfehler“ fallen.
Move 2 als Surround-Lautsprecher
Der für mich interessanteste Teil kommt aber erst, wenn zwei weitere portable Sonos-Lautsprecher ins Spiel kommen. Ich hatte hier zwei Sonos Move 2 zur Verfügung. Normalerweise stehen die irgendwo in der Wohnung und werden entsprechend ihrer eigentlichen Aufgabe verwendet. Für einen Filmabend habe ich sie dann einfach im Wohnzimmer hinters Sofa gestellt. Und das war es im Grunde schon.
Die beiden Move 2 erkennen, dass sie sich in der Nähe der Beam Ultra befinden. Über die verbauten Sensoren und hochfrequente Ultraschallsignale wird ihre Position zur Soundbar und zueinander ermittelt. Die Beam Ultra ordnet anschließend automatisch einen Lautsprecher hinten links und den anderen hinten rechts zu. Die eigentliche Surround-Verbindung erfolgt drahtlos.
Das wirkt schon fast magisch und ist in der Praxis einfach unschlagbar bequem: Keine Kabel quer durchs Wohnzimmer, kein Herumklicken in irgendwelchen Menüs und auch keine manuelle Zuordnung der beiden Lautsprecher.
Bei meinen Tests hat die Erkennung zuverlässig funktioniert – mal sofort und mal hat es 45 Sekunden gedauert. Danach sind die Move 2 als Rear-Lautsprecher eingebunden.
Einmal eingerichtet, kann ich anschließend in der App noch angeben, wo ich als Zuschauer sitze beziehungsweise wie weit ich von den hinteren Lautsprechern entfernt bin. Der Rest passiert im Hintergrund.
Technisch ist das Ganze durchaus interessant. Die Move 2 wissen nicht einfach nur, dass sie „irgendwo im Raum“ stehen. Über Sensoren und Ultraschall kann das System die Position zueinander bestimmen und daraus die beiden hinteren Kanäle ableiten. Sonos hat diesen Teil bei einem Event Anfang des Monats in Berlin auch etwas genauer erklärt.
Wichtig ist dabei eine Einschränkung: Es müssen zwei gleiche portable Lautsprecher sein. Zwei Move 2 funktionieren also, ein Move 2 alleine oder eine Mischung mit einem anderen Lautsprecher nicht. Außerdem werden sie ausschließlich als hintere Surround-Kanäle verwendet.
Mit den beiden Move 2 wird aus der kleinen Beam Ultra dann auch klanglich noch einmal etwas anderes. Geräusche kommen tatsächlich von hinten, Effekte lassen sich besser im Raum einordnen und bei Dolby-Atmos-Material wird die räumliche Wirkung deutlich stärker. Für Musik gilt das gleichermaßen.
Mein Eindruck
Nach meiner Zeit mit der Sonos Beam Ultra gibt es für mich eigentlich wenig Grund, wieder auf die normalen TV-Lautsprecher zurückzugehen. Die Einrichtung funktioniert schnell, die Steuerung ist unkompliziert und die Beam Ultra klingt wirklich ausgesprochen gut.
Besonders gefallen mir dabei zwei Dinge: Zum einen die klare und breite Wiedergabe ohne zusätzlichen Subwoofer. Zum anderen die Möglichkeit, zwei Move 2 bei Bedarf einfach als Rear-Lautsprecher in das System zu holen. Im Alltag steht da eine relativ unscheinbare Soundbar unter dem Fernseher und wenn ein Filmabend ansteht, kommen zwei Move 2 hinter das Sofa und nach einigen Sekunden ist daraus ein Surround-System geworden. Danach wandern die beiden Lautsprecher wieder an ihren normalen Platz.
Was allerdings zur Wahrheit auch dazugehört: Die Beam Ultra ist mit rund 700 Euro nicht günstig und liegt damit preislich bereits über vielen Fernsehern. Wer aber ohnehin im Sonos-Kosmos unterwegs ist oder Wert auf eine möglichst einfache Lösung legt, bekommt hier ein sehr rundes Gesamtpaket. Für mich ist die Sonos Beam Ultra im Test deshalb vor allem eines: Eine Soundbar, die sich im Alltag angenehm zurückhält und erst dann zeigt, was sie kann, wenn man sie braucht.







