Secretlab ATLAS im Test: Viel Komfort für viel Geld

Wer regelmäßig im Homeoffice arbeitet oder nach Feierabend noch einige Stunden am PC verbringt, weiß einen bequemen Bürostuhl schnell zu schätzen. Mit dem ATLAS bietet Secretlab ein Modell an, das weniger wie ein klassischer Gaming-Stuhl aussieht und stärker auf produktives Arbeiten ausgelegt ist. Der Secretlab ATLAS im Test soll zeigen, ob der hohe Komfort und die vielen Funktionen den Preis von 699 Euro in der getesteten Dune+ Variante rechtfertigen können.

Foto: Mogli (Deskmodder-Mitarbeiter)

Dune+ mit SoftWeave Plus und NanoFoam

Getestet habe ich den Secretlab ATLAS in der Farbe Dune+, der Größe Regular und ohne zusätzliches Zubehör. Die Konfiguration gehört zur Premium-Linie und kombiniert den hellen SoftWeave Plus Stoff mit dem weicheren NanoFoam Verbund. Dazu kommt eine weitgehend farblich abgestimmte Konstruktion, durch die der Stuhl deutlich dezenter als viele typische Gaming-Stühle wirkt.

Foto: Deskmodder

Die Verarbeitung hinterlässt insgesamt einen sehr hochwertigen Eindruck. Alle Bauteile sitzen ordentlich, nichts wackelt und auch bei Bewegungen entstehen keine störenden Geräusche. Die Regular-Version empfiehlt Secretlab für Personen unter 178 Zentimetern und einem Gewicht von weniger als 100 Kilogramm. Für größere Nutzer gibt es die Large-Variante für 719 Euro. Diese ist für eine Körpergröße von 178 bis 195 Zentimetern und ein Gewicht von maximal 120 Kilogramm vorgesehen.

Aufbau alleine möglich, zu zweit aber angenehmer

Der Aufbau des Secretlab ATLAS ist grundsätzlich auch alleine machbar. Alle benötigten Werkzeuge befinden sich im Lieferumfang und die einzelnen Montageschritte sind nachvollziehbar dargestellt. Aufgrund der Größe und des Gewichts einiger Komponenten ist eine zweite Person trotzdem hilfreich.

Vor allem beim Ausrichten und Zusammensetzen der größeren Bauteile ist es angenehmer, wenn jemand kurz unterstützen kann. Zwingend notwendig ist das aber nicht. Wer bereits einmal einen Bürostuhl aufgebaut hat, sollte den Secretlab ATLAS auch ohne Hilfe montieren können.

Sehr bequem und auch für lange Arbeitstage geeignet

Beim Komfort gehört der Secretlab ATLAS zu den besseren Stühlen, die ich bisher ausprobiert habe. Die Sitzfläche ist angenehm gepolstert und bietet eine gute Mischung aus weichem Komfort und ausreichender Unterstützung. Auch nach mehreren Stunden wird der Stuhl nicht unbequem.

Die sogenannte RE-CURVE Rückenlehne folgt der natürlichen Form des Rückens und besitzt eine integrierte Lendenwirbelstütze. Eine individuelle Höhen- oder Tiefenverstellung der Lordosenstütze ist allerdings nicht möglich. Bei mir passte die vorgegebene Position gut, aufgrund unterschiedlicher Körpergrößen und Sitzgewohnheiten kann das persönliche Empfinden hier aber abweichen.

Zusätzlich lässt sich die Sitztiefe anpassen. Die Sitzfläche kann dafür weiter nach vorne oder hinten geschoben werden. Damit lässt sich der Abstand zwischen der Sitzkante und den Kniekehlen besser auf die eigene Körpergröße abstimmen.

Viele Funktionen, aber nicht sofort verständlich

Der Secretlab ATLAS bietet einen umfangreichen Funktionsumfang. Neben der Sitzhöhe und Sitztiefe lassen sich auch der Neigungswiderstand und die Position der Rückenlehne einstellen. Die Synchronmechanik ermöglicht eine Neigung von bis zu 120 Grad. Dabei bewegen sich Rückenlehne und Sitzfläche laut Hersteller in einem Verhältnis von 2:1.

Secretlab unterscheidet zwischen einem Fokusmodus für eine aufrechte Arbeitsposition und einem Ruhemodus zum Zurücklehnen. Der Widerstand der Neigung kann in vier Stufen an das eigene Gewicht und die gewünschte Beweglichkeit angepasst werden.

Weniger gelungen ist die Erklärung der verschiedenen Funktionen. Die Montage selbst wird noch ausreichend beschrieben, bei der anschließenden Bedienung bleiben aber einige Fragen offen. Wer sich bisher nicht näher mit ergonomischen Bürostühlen beschäftigt hat, weiß anfangs nicht unbedingt, welcher Hebel oder Drehregler für welche Funktion zuständig ist.

Nach etwas Ausprobieren erschließen sich die Einstellungen zwar, eine deutlichere Beschriftung und eine ausführlichere Anleitung wären bei einem Stuhl dieser Preisklasse trotzdem wünschenswert. Secretlab stellt ergänzend digitale Anleitungen und Videos bereit. Wirklich intuitiv ist die erste Einrichtung dadurch aber noch nicht.

Magnetische Kopfstütze mit begrenztem Einstellbereich

Die magnetisch befestigte Kopfstütze aus Memoryschaum gefällt mir grundsätzlich gut. Sie kommt ohne sichtbare Gurte aus und lässt sich schnell nach oben oder unten verschieben. Auch der Schaumstoff ist angenehm weich und stützt Kopf und Nacken ordentlich.

Der mögliche Einstellbereich fällt allerdings etwas knapp aus. Gerade kleinere Personen können Schwierigkeiten haben, die Kopfstütze genau an der gewünschten Position zu platzieren. Hier hätte Secretlab einen größeren magnetischen Bereich verbauen können.

Die 3D-Armlehnen lassen sich in der Höhe, im Winkel sowie nach vorne und hinten verstellen. Eine seitliche Anpassung ist dagegen nicht möglich. Für die meisten Sitzpositionen reichen die vorhandenen Einstellungen aus. Bei einem Stuhl für 699 Euro wären vollständig anpassbare Armlehnen trotzdem eine sinnvolle Ergänzung gewesen.

SoftWeave Plus und Katzen sind keine gute Kombination

Der SoftWeave Plus Stoff fühlt sich angenehm an und sorgt gerade an wärmeren Tagen für ein luftigeres Sitzgefühl als Kunstleder. Haushalte mit Katzen sollten sich die Stoffvariante allerdings gut überlegen.

Der Bezug reagiert empfindlich auf Krallen. Bereits kurze Kontakte können Fäden ziehen und sichtbare beschädigte Stellen hinterlassen. Wer Katzen hat, die gerne auf Bürostühle springen oder diese als Kratzmöglichkeit verwenden, muss daher mit entsprechenden Gebrauchsspuren rechnen.

Foto: Deskmodder

Das ist zwar grundsätzlich bei vielen Stoffbezügen ein Problem, fällt bei einem Stuhl für fast 700 Euro aber besonders ärgerlich aus. Für Haushalte mit Tieren könnte eine der verfügbaren Kunstledervarianten langfristig die bessere Wahl sein.

Fazit:

Der Secretlab ATLAS im Test überzeugt vor allem mit seinem hohen Sitzkomfort, der guten Verarbeitung und den vielen ergonomischen Einstellmöglichkeiten. Auch optisch gefällt mir die Dune+ Variante sehr gut. Der Stuhl wirkt hochwertig, modern und passt sowohl in ein Gaming-Setup als auch in ein schlichtes Homeoffice.

Kritik gibt es vor allem bei der anfangs schwierigen Bedienung, dem begrenzten Einstellbereich der Kopfstütze und dem empfindlichen Stoffbezug. Auch der Preis von 699 Euro ist hoch. Der NanoFoam Verbund ist bequem und die Verarbeitung stimmt, aus meiner Sicht liegt der angemessene Gegenwert dieser Ausstattung aber eher bei rund 500 Euro.

Wer das notwendige Budget hat und einen sehr bequemen sowie hochwertig verarbeiteten Bürostuhl sucht, bekommt mit dem Secretlab ATLAS trotzdem ein gutes Gesamtpaket. Ein Preis-Leistungs-Sieger ist die getestete Dune+ Konfiguration allerdings nicht.

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7 Kommentare zu “Secretlab ATLAS im Test: Viel Komfort für viel Geld

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