Synology DSM 7.4: Storage Efficiency verlangt Synology-HDDs, DSM Agent nutzt Azure-KI

Mit DSM 7.4 bringt Synology nicht nur neue Funktionen auf seine NAS-Systeme, sondern auch einige Einschränkungen, die in der Praxis schnell relevant werden. Besonders deutlich zeigt sich das bei „Storage Efficiency“ und beim neuen DSM Agent. Beide Funktionen klingen zunächst nach einem klaren Fortschritt, sind aber an Bedingungen geknüpft, die Nutzer vor dem Update kennen sollten. Bei Storage Efficiency geht es um eine effizientere Nutzung des vorhandenen Speicherplatzes. Synology kombiniert dabei Funktionen wie Deduplizierung und Kompression, um Datenbestände platzsparender abzulegen. In der Praxis ist die Funktion aber nicht automatisch nutzbar, nur weil DSM 7.4 auf dem jeweiligen NAS installiert werden kann.

Storage Efficiency nur mit Synology-HDDs

Ein Hinweis im DSM macht die Einschränkung klar: „Storage efficiency is not supported on this volume. Ensure your storage pool is composed entirely of Synology HDDs.“ Storage Efficiency wird also nicht unterstützt, wenn der betreffende Speicherpool nicht vollständig aus Synology-Festplatten besteht. Das ist ein wichtiger Punkt. Die Funktion hängt damit nicht nur vom NAS-Modell, Kernel, Arbeitsspeicher oder der CPU ab. Auch die verwendeten Laufwerke spielen eine Rolle. Wer in seinem Speicherpool Festplatten anderer Hersteller nutzt, kann Storage Efficiency offenbar nicht einfach aktivieren.

Für viele bestehende Installationen dürfte das die Funktion erheblich einschränken. Synology-NAS-Systeme laufen seit Jahren in zahlreichen Umgebungen mit Festplatten von Seagate, Western Digital, Toshiba oder anderen Herstellern. Wer solche Laufwerke produktiv nutzt, bekommt DSM 7.4 zwar weiterhin als Betriebssystem, muss bei Storage Efficiency aber mit einer harten Grenze rechnen.

DSM 7.4 ist nicht gleich voller Funktionsumfang

Damit bestätigt sich erneut, dass bei DSM 7.4 sauber zwischen Update-Kompatibilität und Funktionsfreigabe unterschieden werden muss. Ein NAS kann DSM 7.4 erhalten, ohne alle neuen Funktionen nutzen zu können. Bei Storage Efficiency entscheiden neben der Hardware offenbar auch die eingebauten Festplatten. Gerade für kleinere Unternehmen und Privatanwender ist das relevant. Wer bereits große Speicherpools aufgebaut hat, tauscht nicht mal eben sämtliche Laufwerke aus, nur um eine neue DSM-Funktion zu aktivieren. Die Funktion dürfte deshalb vor allem für neue Systeme interessant sein, bei denen Synology-HDDs von Anfang an eingeplant werden.

DSM Agent arbeitet mit KI-Modellen auf Microsoft Azure

Auch beim DSM Agent lohnt ein Blick in die Details. In den Nutzungsbedingungen weist Synology darauf hin, dass der Dienst von KI-Modellen bereitgestellt wird, die auf Microsoft Azure gehostet werden. Die Daten werden demnach ausschließlich zur Effizienzsteigerung der Anfragen verwendet. Drittanbieter sollen die Gesprächsprotokolle nicht speichern und die Daten nicht zum Training ihrer KI-Modelle nutzen. Synology erklärt außerdem, dass der DSM Agent eine Sitzungs-ID verwendet, um den Kontext eines Gesprächs aufrechtzuerhalten. Persönliche oder sensible Informationen sollen Nutzer bei der Verwendung nicht eingeben. Das ist ein deutlicher Hinweis darauf, dass der Assistent nicht als vollständig lokale KI-Funktion verstanden werden sollte.

Lokale NAS-KI hat klare Grenzen

Das ist bemerkenswert, weil Synology DSM 7.4 stärker in Richtung KI und private Cloud positioniert. Der DSM Agent soll administrative Aufgaben erleichtern, Fragen beantworten und zentrale DSM-Funktionen verständlicher machen. Wer dabei allerdings eine vollständig lokale KI-Ausführung erwartet hat, dürfte genauer hinsehen.

Der Einsatz von Microsoft Azure ist nicht automatisch problematisch. Viele Cloud- und KI-Dienste arbeiten mit vergleichbaren Modellen. Für ein NAS-System, das häufig mit sensiblen Firmendaten, Backups und privaten Archiven arbeitet, ist die Information aber wichtig. Administratoren müssen wissen, wann Daten das eigene System verlassen und welche Bedingungen dafür gelten.

Synology zieht die Plattform enger

DSM 7.4 zeigt damit zwei Seiten der aktuellen Synology-Strategie. Einerseits wird das System funktional moderner. Speicheroptimierung, KI-Assistenten und neue Datenfunktionen machen DSM leistungsfähiger. Andererseits bindet Synology bestimmte Funktionen enger an eigene Hardware, eigene Laufwerke oder externe KI-Infrastruktur. Für Nutzer bedeutet das: Das Update selbst ist nur die halbe Geschichte. Entscheidend ist, welche Funktionen auf dem eigenen System tatsächlich freigeschaltet werden und unter welchen Bedingungen sie arbeiten. Wer DSM 7.4 installiert, sollte daher nicht nur auf die Kompatibilitätsliste schauen, sondern auch auf die Laufwerke im Speicherpool und die Datenschutzbedingungen des DSM Agent.

Gerade Storage Efficiency dürfte für Diskussionen sorgen. Die Funktion ist technisch interessant, aber die Bindung an vollständig mit Synology-HDDs bestückte Speicherpools schränkt den praktischen Nutzen für viele bestehende Installationen deutlich ein.

Danke an Daniel für den Tipp!

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3 Kommentare zu “Synology DSM 7.4: Storage Efficiency verlangt Synology-HDDs, DSM Agent nutzt Azure-KI

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