Intel arbeitet seit einiger Zeit daran, seine sparsamen Prozessorplattformen technisch deutlich aufzuwerten. Mit Wildcat Lake soll genau dieser Schritt gelingen. Nun hat Beelink als einer der ersten Hersteller konkrete Geräte auf Basis der neuen Plattform vorgestellt. Zum Start umfasst das Portfolio zwei Mini-PCs sowie ein NAS der ME-Pro-Serie. Alle Modelle setzen auf den neuen Intel Core 3 304 und richten sich an Nutzer, die möglichst wenig Energieverbrauch mit aktueller Hardware verbinden möchten. Gleichzeitig bringt Wildcat Lake einige Technologien in das Low-Power-Segment, die bislang vor allem bei leistungsstärkeren Plattformen zu finden waren.
Intel setzt erstmals auf die neue 18A-Fertigung
Besonders interessant ist dabei die technische Grundlage. Wildcat Lake nutzt bereits Intels neue 18A-Fertigung. Dieselbe Technologie soll künftig auch bei deutlich leistungsstärkeren Prozessoren zum Einsatz kommen.
Für viele Anwender sind Fertigungsprozesse zunächst nur eine Zahl auf dem Datenblatt. Für Anwender dürfte am Ende vor allem interessant sein, was davon in der Praxis ankommt. Intel verspricht bei Wildcat Lake mehr Leistung pro Watt und eine geringere Leistungsaufnahme als bei bisherigen Low-Power-Plattformen.
Hinzu kommen neue Technologien wie RibbonFET und PowerVia. Technisch bringt Wildcat Lake mit RibbonFET und PowerVia zwei Neuerungen mit, die Intel bislang vor allem als Effizienzhebel positioniert. Für Mini-PCs zählt am Ende weniger der Name der Technik als die Frage, ob die Plattform unter Dauerlast kühler und stabiler arbeitet.
Wildcat Lake soll die Nachfolge bisheriger Low-Power-Plattformen antreten
Viele Mini-PCs im Einstiegssegment setzen derzeit auf Prozessoren wie den Intel N100, N200 oder N305. Genau in diesem Umfeld dürfte sich auch Wildcat Lake bewegen. Beelink nennt für den Intel Core 3 304 einen einzelnen Performance-Kern sowie vier Effizienz-Kerne. Zusätzlich integriert Intel eine NPU für KI-Aufgaben und die neue Xe3-Grafikeinheit. Der Hersteller spricht von deutlichen Leistungssteigerungen gegenüber bisherigen Low-Power-Prozessoren. Unabhängige Benchmarks stehen zwar noch aus, dennoch zeigt sich bereits auf dem Papier, dass Intel die Einstiegsklasse nicht länger nur als Office-Plattform betrachtet.
KI-Funktionen werden auch in günstigen Systemen wichtiger
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf KI-Beschleunigung. Laut Beelink erreicht die Plattform bis zu 24 TOPS. Damit bewegt sich Wildcat Lake zwar nicht in Regionen aktueller High-End-KI-Systeme, für viele alltägliche Anwendungen dürfte die Leistung jedoch ausreichen. Dazu gehören beispielsweise lokale Assistenten, Übersetzungen, Bildanalyse oder andere KI-Funktionen, die zunehmend direkt auf dem Gerät ausgeführt werden. Gerade in den kommenden Jahren dürfte dieser Bereich an Bedeutung gewinnen. Viele Softwarehersteller integrieren bereits heute KI-Funktionen, die von entsprechender Hardware profitieren.
Drei Geräteklassen zum Start
Beelink plant den Einsatz der Plattform in mehreren Produktreihen. Den Einstieg bildet die EQ-Serie. Die Geräte setzen auf ein besonders kompaktes Gehäuse und verfügen über ein integriertes 45-Watt-Netzteil. Gedacht sind sie vor allem für klassische Büroanwendungen, digitale Arbeitsplätze oder platzsparende Heim-PCs. Darüber positioniert Beelink die EQi-Serie. Hier kommen zusätzlich ein 10-Gigabit- sowie ein 2,5-Gigabit-Netzwerkanschluss zum Einsatz. Dadurch eignen sich die Systeme auch für Netzwerkaufgaben oder kleine Serverdienste.
Am interessantesten dürfte für viele Leser jedoch die neue ME-Pro-Variante sein. Das System kombiniert die Wildcat-Lake-Plattform mit zwei 3,5-Zoll-Laufwerksschächten und richtet sich damit an Nutzer, die Speicher- und Rechenaufgaben in einem Gerät bündeln möchten.
USB4 und 10-Gigabit-LAN serienmäßig
Unabhängig vom jeweiligen Modell stattet Beelink die neue Generation mit zwei USB4-Anschlüssen aus. Hinzu kommt Unterstützung für 10-Gigabit-Ethernet. Noch vor wenigen Jahren waren solche Ausstattungsmerkmale überwiegend teuren Workstations oder professionellen Netzwerklösungen vorbehalten. Mittlerweile halten sie zunehmend auch in kompakteren Systemen Einzug.
Mehr Leistung bei geringer Leistungsaufnahme
Ob Wildcat Lake tatsächlich zum neuen Standard im Low-Power-Segment wird, müssen die ersten Praxistests zeigen. Die Plattform bringt jedoch einige technische Neuerungen mit, die Intel bislang vor allem den größeren Prozessorfamilien vorbehalten hatte. Für Nutzer von Mini-PCs, Heimservern oder kompakten NAS-Systemen könnte das durchaus interessant werden. Denn während die Leistungsaufnahme niedrig bleiben soll, steigen gleichzeitig Rechenleistung, Netzwerkgeschwindigkeit und die Möglichkeiten für lokale KI-Anwendungen. Genau dort setzt Beelink mit seiner neuen Wildcat-Lake-Serie an.

