Mit der Ökodesign-Verordnung setzt die Europäische Union beim Thema Smartphone-Akkus neue Maßstäbe. Anders als es die verkürzte Darstellung in vielen Berichten nahelegt, geht es dabei nicht um ein pauschales Comeback klassischer Wechselakkus. Die Regulierung ist deutlich differenzierter angelegt und zielt vor allem auf eines ab: eine spürbar längere Nutzungsdauer der Geräte.

Kein Zwang zum klassischen Wechselakku
Die vielfach verbreitete These, Hersteller müssten künftig wieder auf leicht entnehmbare Akkus umstellen, hält einer näheren Betrachtung nicht stand. Die Verordnung lässt bewusst Spielraum und definiert zwei gleichwertige Wege. Entweder der Akku ist so konstruiert, dass er ohne Spezialwerkzeug ausgetauscht werden kann, oder das Gerät erfüllt erhöhte Anforderungen an die Haltbarkeit des fest verbauten Akkus. Hersteller können also weiterhin auf integrierte Lösungen setzen – allerdings nur dann, wenn diese auch technisch überzeugen.
Höhere Anforderungen an die Haltbarkeit
Gerade bei fest verbauten Akkus zieht die EU die Daumenschrauben an. Künftig müssen diese eine deutlich höhere Zyklenfestigkeit erreichen. Konkret sind mindestens 1.000 Ladezyklen vorgesehen, wobei die Kapazität danach noch bei rund 80 Prozent liegen soll. Diese Vorgabe verschiebt den Fokus weg von der reinen Bauform hin zur tatsächlichen Alltagstauglichkeit. Ein Akku, der über Jahre hinweg stabil arbeitet, reduziert den Austauschbedarf erheblich – und damit auch den Anreiz, ein ansonsten funktionierendes Gerät vorzeitig zu ersetzen.
Austausch bleibt zwingend vorgesehen
Unabhängig von der Bauweise bleibt der Austausch eines Akkus grundsätzlich vorgesehen. Die Verordnung stellt klar, dass dieser nicht an proprietären Hürden scheitern darf. Ein Wechsel muss mit handelsüblichen Werkzeugen möglich sein und darf nicht durch künstliche Einschränkungen erschwert werden. Hinzu kommt die Verpflichtung zur langfristigen Ersatzteilversorgung. Hersteller müssen entsprechende Akkus über mehrere Jahre hinweg vorhalten, sodass ein Defekt nicht zwangsläufig das Ende des gesamten Geräts bedeutet.
Mehr Transparenz über den Akkuzustand
Ein weiterer Aspekt betrifft die Informationslage für Nutzer. Künftig sollen zentrale Parameter wie Ladezyklen oder der aktuelle Gesundheitszustand des Akkus direkt abrufbar sein. Das schafft nicht nur im täglichen Gebrauch mehr Klarheit, sondern erhöht auch die Nachvollziehbarkeit beim Weiterverkauf. Geräte lassen sich damit objektiver bewerten, was insbesondere im Gebrauchtmarkt eine Rolle spielen dürfte.
Beim Fujitsu E782 kann jeder Nutzer den Akku wechseln. Dank der Möglichkeit ist mein Exemplar nun bald 15 Jahre in Nutzung. Zuerst beim Käufer mit WXP, dann mit W7. Bei mir dann zuerst mit W10, nun schon 4 Jahre mit COSF. Mein Ende März 2025 gekauften ASUS VIvo M1807H ist laut Hersteller für eine Nutzungszeit von 5 Jahren ausgelegt. Den Akku kann nur eine Werkstatt mit Spezialwerkzeug wechseln, wobei eine Nachproduktion des spezilem akku gar nicht vorgesehen ist. Mitunter hat die EU tatsächlich gute Ideen.
Das wurde auch wirklich Zeit.
Als nächstes bitte dafür sorgen, dass Tinte und Toner für Kopierer und Drucker (je nach Gerätegröße) einheitlich zu sein haben und vor allem Dritthersteller nicht mehr ausgesperrt werden dürfen.
Es kann nicht sein, dass nahezu baugleiche Modelle einen anderen Tinte oder Toner brauchen. Mitunter ist es sogar so schlimm, dass die Kartuschen passen würden, aber der Chip sagt „Nein“, weil für ein anderes Modell oder einfach nur eine Aussparung oder Kerbe anders gesetzt wird.
Das wird die Handys teurer machen. Ansonsten eine gute Idee. Ich habe das Samsung S25 fe und lade das Handy alle 2 bis 3 Tage. Kommt natürlich immer darauf an, was man damit macht.
Sprich die Hersteller beschränken die Kapazität künstlich, um am Ende die Zielvorgabe einhalten zu können. Am Ende hat der Kunde nichts gewonnen.
Also ich brauche nicht wirklich einen auswechselbaren Akku, würde sich bei einem (wasserdichtem) Outdoor-Smartphone auch nicht wirklich anbieten. Ich komme – je nach Benutzung – mit meinem 22.000er Akku 3 bis 4 Wochen aus. Ansonsten ist die Idee natürlich gar nicht so verkehrt