REDMAGIC 11S Pro im Test: Sehr schnell, aber mit Schwächen

Mit dem REDMAGIC 11S Pro richtet sich der Hersteller vor allem an diejenigen, die auf ihrem Smartphone spielen möchten. Dafür gibt es neben einem leistungsstarken Prozessor auch einen aktiven Lüfter, Schultertasten und zahlreiche Einstellungen für Spiele. Ich habe das Gerät im Alltag und beim Gaming ausprobiert. Die Performance gefällt mir sehr gut, bei der Kamera und einigen Softwarefunktionen gibt es allerdings Kritik.

Technische Daten des REDMAGIC 11S Pro

Die Angaben beziehen sich auf das europäische Modell und stammen vom Hersteller:

Merkmal Ausstattung
Prozessor Qualcomm Snapdragon 8 Elite Gen 5 „Leading Version“
Gaming-Chip RedCore R4
Display 6,85 Zoll AMOLED, 2.688 x 1.216 Pixel, bis zu 144 Hz
Arbeitsspeicher und Speicher 12 GB + 256 GB oder 16 GB + 512 GB
Kühlung AquaCore mit Flüssigkeitskühlung und Lüfter mit bis zu 24.000 U/min
Akku und Laden 7.500 mAh, bis zu 80 Watt kabelgebunden und kabellos
Kameras Rückseite: 50 + 50 + 2 MP; Front: 16 MP
Betriebssystem REDMAGIC OS 11.5 auf Basis von Android 16
Schultertasten 520 Hz Abtastrate
Anschlüsse USB-C und 3,5-mm-Klinkenstecker

Sehr gute Performance im Alltag und beim Gaming

Bei der Leistung habe ich nichts zu bemängeln. Das System läuft durchgehend flüssig, Apps starten sehr schnell und auch beim Spielen hatte ich keine störenden Ruckler. Selbst kleine Verzögerungen oder Mikroruckler sind mir während meiner Nutzung nicht aufgefallen. Hier merkt man, worauf REDMAGIC bei dem Gerät den Schwerpunkt legt.

Ein gutes Beispiel dafür ist Wreckfest. Das Spiel konnte ich mit maximalen Grafikeinstellungen und über 140 Bildern pro Sekunde spielen. Das ist für ein Smartphone schon eine ordentliche Leistung. Wer gerne aufwendigere Spiele auf dem Handy spielt, bekommt hier entsprechend viel geboten.

Game Space und und Schultertasten

Gut gefallen mir auch die Möglichkeiten im Game Space. Hier könnt ihr unter anderem die Leistung anpassen, verschiedene KI-Hilfen und Zähler verwenden oder Makros für die Schultertasten einrichten. Dazu kommt die Unterstützung für unterschiedliche Controller. Die Auswahl an Einstellungen ist umfangreich und lässt sich an die eigenen Vorlieben anpassen.

Besonders die Schultertasten machen beim Spielen einen Unterschied. Ich bin mit Mobile Games bisher nicht wirklich warm geworden, mit dem REDMAGIC 11S Pro macht mir das Ganze aber deutlich mehr Spaß. Zusammen mit dem Game Space fühlt sich das Gerät beim Spielen teilweise wie eine kleine Konsole an. Das ist für mich einer der größten Vorteile des Smartphones.

Lüfter sammelt Staub und Fussel

Weniger gut gefällt mir, dass sich im Bereich des Lüfters ziemlich viel Staub und Fusseln aus der Hosentasche ansammeln. Gerade bei einem Bauteil, das für die Kühlung zuständig ist, macht mir das auf Dauer etwas Sorgen. Der Lüfter wäre deshalb auch das Teil, bei dem ich am ehesten Bedenken hinsichtlich der Haltbarkeit hätte. Ob die Ablagerungen langfristig tatsächlich Probleme verursachen, kann ich bisher allerdings nicht beurteilen.

REDMAGIC weist selbst darauf hin, dass Staub in den separaten Luftkanal gelangen kann. Bei normaler Nutzung soll das laut Hersteller weder die grundlegenden Funktionen noch die Leistung beeinträchtig.

Kamera überzeugt mich weniger

Die Kamera ist für mich der größte Schwachpunkt des REDMAGIC 11S Pro. Mit den Ergebnissen bin ich insgesamt nicht besonders zufrieden. Wenn euch eine gute Kamera wichtig ist, solltet ihr diesen Punkt bei der Auswahl berücksichtigen.

Ein QR-Code-Scanner ist ebenfalls vorhanden, allerdings ziemlich versteckt. Ich hatte ihn zunächst übersehen und erst später gefunden. Die Platzierung könnte REDMAGIC aus meiner Sicht übersichtlicher machen.

Foto: Deskmodder

Software, Bloatware und Mora

Was mir gar nicht gefällt, sind die zusätzlichen Apps. Teilweise wurden noch ein bis zwei Tage nach der Ersteinrichtung weitere Anwendungen nachinstalliert. Das muss bei einem Smartphone in dieser Preisklasse meiner Meinung nach nicht sein. Welche Apps ich verwenden möchte, würde ich gerne selbst entscheiden. Auch Mora sagt mir überhaupt nicht zu. Die Aufmachung wirkt auf mich eher wie ein Feature für Kinder und die Kommentare finde ich überwiegend peinlich. Einen sinnvollen Nutzen sehe ich darin für mich nicht.

Einzig den Mora-Wecker verwende ich tatsächlich. Der ist so nervig, dass ich möglichst schnell wach werde und ihn ausschalten möchte. Zumindest das funktioniert also gut. Bei der Updateversorgung nennt REDMAGIC zwei große Android-Updates und fünf Jahre Sicherheitsupdates ab dem weltweiten Marktstart. Die Sicherheitsupdates können monatlich, quartalsweise oder nach Bedarf erscheinen. Einen festen monatlichen Rhythmus verspricht der Hersteller damit nicht.

Lautsprecher und weitere Ausstattung

Die Lautsprecher sind insgesamt in Ordnung, besonders gut finde ich sie aber nicht. Bei maximaler Lautstärke würde ich den Klang ungefähr bei fünf von zehn Punkten einordnen. Bei halber bis dreiviertel Lautstärke klingt das Ganze besser, hier wären es für mich eher sechs bis sieben Punkte.

Sehr gut gefällt mir dagegen der vorhandene Klinkenanschluss. Kopfhörer einfach per Kabel anschließen zu können, ohne einen zusätzlichen Adapter zu benötigen, ist gerade bei einem Gaming-Smartphone praktisch.

Die LEDs mit ihren unterschiedlichen Farbmodi sind eine nette Spielerei. Wer solche Beleuchtung mag, wird daran vermutlich Gefallen finden. Für mich persönlich ist das aber keine Ausstattung, die unbedingt vorhanden sein müsste.

Preis des REDMAGIC 11S Pro

Im europäischen Shop wird das REDMAGIC 11S Pro mit 12 GB Arbeitsspeicher und 256 GB Speicher ab 799 Euro gelistet. Die entsprechende Variante in Nightfreeze ist zum Stand vom 27. September 2026 allerdings als ausverkauft gekennzeichnet.

Fazit zum REDMAGIC 11S Pro

Insgesamt gefällt mir das REDMAGIC 11S Pro vor allem als Gaming-Smartphone. Die Leistung ist sehr gut, das System läuft flüssig und die Schultertasten sind zusammen mit dem Game Space eine sinnvolle Ergänzung. Auch der Klinkenanschluss ist für mich ein klarer Pluspunkt.

Nachbessern sollte REDMAGIC bei der Kamera und den zusätzlichen App-Installationen. Mora könnte ich persönlich ebenfalls gut weglassen. Beim Lüfter bleibt abzuwarten, wie sich die angesammelten Fusseln und der Staub langfristig auswirken.

Wenn ihr hauptsächlich spielen möchtet und die Kamera für euch eher nebensächlich ist, kann das REDMAGIC 11S Pro eine gute Wahl sein. Ich habe mit dem Gerät deutlich mehr Spaß an Mobile Games als bisher. Als Smartphone für jemanden, der viel Wert auf Fotos legt, wäre es dagegen nicht meine erste Wahl.

REDMAGIC 11S Pro im Test: Sehr schnell, aber mit Schwächen
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