Nach dem Update auf iOS 27 kann sich ein Blick in den iPhone-Speicher zunächst lohnen – oder für einen kurzen Schreck sorgen. Auf einem iPhone 17 wuchsen die unter „Systemdaten“ zusammengefassten Dateien zeitweise auf mehr als 100 GB an. Ein klassisches Speicherleck muss dahinter allerdings nicht stecken. Vielmehr ist iOS nach einem größeren Versionswechsel mit umfangreichen Hintergrundarbeiten beschäftigt.
Spotlight ist längst mehr als ein Suchindex
Dass Spotlight nach einem größeren Update seine Datenbestände neu aufbaut, ist nichts Neues. Unter iOS 27 geht die Verarbeitung allerdings deutlich über einen klassischen Index aus Dateinamen und Metadaten hinaus. In den Systemprotokollen sind neben searchd und corespotlightd auch Dienste wie spotlightknowledged, suggestd, textunderstandingd, modelmanagerd und modelcatalogd beteiligt. Letzterer prüft beispielsweise lokale Funktionen für die Verarbeitung und Zusammenfassung von Mail-Konversationen.
Auch Apple Mail selbst kann ordentlich Arbeit verursachen. Inhalte werden für Spotlight erneut erfasst und teilweise für semantische Suchfunktionen verarbeitet. Dabei entstehen temporäre Daten und Caches, die nach einzelnen Arbeitsschritten wieder freigegeben werden. Das zeigte sich auch beim Speicherverbrauch des iPhone 17.
Die Systemdaten lagen zunächst bei mehr als 100 GB, gingen zwischenzeitlich auf rund 30 GB zurück und stiegen während weiterer Verarbeitung erneut auf über 50 GB. Der angezeigte Wert ist während der Neuindexierung damit vor allem eine Momentaufnahme.
Selbst eine Nacht kann nicht reichen
Bemerkenswert ist die Dauer. Selbst nach mehreren Stunden und einer kompletten Nacht war die Verarbeitung noch nicht abgeschlossen. Ein Neustart beendet sie ebenfalls nicht, sondern sorgt lediglich dafür, dass ausstehende Aufgaben anschließend wieder eingeplant werden. Ein entsprechender SpotlightKnowledge-Job wird von iOS ausdrücklich als CPU Intensive eingestuft und setzt gleichzeitig Require Device Inactivity voraus. Beteiligt sind unter anderem textunderstandingd, modelmanagerd, searchd, suggestd und corespotlightd. Das erklärt zumindest teilweise, weshalb sich die Neuindexierung hinziehen kann. Bestimmte Arbeiten werden bevorzugt ausgeführt, wenn das iPhone nicht aktiv verwendet wird. WLAN, Stromversorgung und einige Zeit mit gesperrtem Gerät sind nach einem großen Update daher keine schlechte Idee.
Wegen großer Systemdaten nicht gleich zurücksetzen
Auch dreistellige Systemdaten sind unmittelbar nach dem Update kein Grund, das iPhone vorschnell zurückzusetzen. Entscheidend ist die Entwicklung: Fallen beispielsweise mehr als 100 GB wieder auf rund 30 GB zurück, kann iOS den während der Verarbeitung belegten Speicher offensichtlich selbstständig wieder freigeben. Genauer hinschauen sollte man erst, wenn die Systemdaten auch nach Abschluss der Hintergrundarbeiten dauerhaft ungewöhnlich groß bleiben oder dieselben Indexierungsjobs über längere Zeit ohne erkennbaren Fortschritt wiederholt werden.
iOS 27 braucht nach dem Update also unter Umständen schlicht Zeit. Aus der früher recht simplen Spotlight-Neuindexierung ist inzwischen eine deutlich umfangreichere Verarbeitung bestehender Inhalte geworden. Dass dabei vorübergehend mehrere Dutzend Gigabyte unter „Systemdaten“ auftauchen, sieht unschön aus – entscheidend ist aber, was nach Abschluss der Arbeiten davon übrig bleibt.

