Hetzner hat seine neue Preisstruktur für Cloud-Server und dedizierte Server scharfgeschaltet. Die Anpassung gilt seit dem 15. Juni 2026 um 8 Uhr MESZ. Betroffen sind neue Bestellungen sowie Rescales bestehender Cloud-Instanzen. Wer eine Cloud-Instanz also nach diesem Zeitpunkt in ihrer Ausstattung verändert, landet in der neuen Preisstruktur. Für Bestellungen, die vor dem 15. Juni aufgegeben wurden, aber erst danach bereitgestellt werden, gelten laut Hetzner noch die bisherigen Preise. Auch bestehende Server bleiben damit zunächst unangetastet, solange sie nicht verändert oder neu gebucht werden.

Cloud-Server werden je nach Standort deutlich teurer
Besonders sichtbar ist die Anpassung bei den Cloud-Servern. In Deutschland und Finnland steigt etwa ein CPX42 von bisher 30,33 Euro auf 82,69 Euro im Monat. Ein CPX52 kostet künftig 119,58 Euro statt 43,42 Euro. Auch die CCX-Modelle werden deutlich teurer. Der CCX43 steigt an den europäischen Standorten von 148,74 Euro auf 328,43 Euro, der CCX63 von 445,64 Euro auf 1.015,65 Euro im Monat.
In den USA fällt der Sprung noch härter aus. Ein CPX41 kostet dort künftig 143,38 Euro im Monat statt bisher 46,40 Euro. Der CPX51 steigt von 92,81 Euro auf 283,21 Euro. In Singapur ziehen die Preise ebenfalls an, wenn auch je nach Modell etwas weniger drastisch. Dort kostet ein CPX42 künftig 111,25 Euro statt 66,63 Euro.
Rescale kann teuer werden
Für Bestandskunden ist vor allem der Rescale-Hinweis wichtig. Bestehende Cloud-Server behalten zunächst ihren alten Preis. Wer jedoch CPU, RAM oder andere virtuelle Leistungsparameter nach dem Stichtag verändert, muss mit den neuen Konditionen rechnen.
Damit wird ein eigentlich alltäglicher Vorgang zur Kostenfrage. Gerade kleinere Projekte, Testumgebungen oder dynamisch angepasste Cloud-Setups sollten vor einer Änderung genau prüfen, welche Folgekosten entstehen. Wer seine vorhandene Maschine unverändert weiterlaufen lässt, bleibt vorerst auf der alten Preisbasis.
Auch dedizierte Server bekommen neue Preise
Neben den Cloud-Angeboten hat Hetzner auch die Preise für dedizierte Server angepasst. Die neuen Monatsbeträge fallen je nach Modell deutlich höher aus. Ein AX42-1 kostet an den Standorten Falkenstein und Helsinki künftig 222,89 Euro im Monat, ein AX102-1 liegt bei 538,24 Euro. Größere Systeme wie ein AX162-3 erreichen 1.900,79 Euro monatlich.
Zusätzlich fallen Setup-Gebühren an, die je nach Servertyp ebenfalls deutlich variieren. Bei einzelnen Modellen liegen sie im dreistelligen Bereich, bei sehr großen Systemen auch darüber. Die Preise verstehen sich laut Hetzner inklusive 19 Prozent Mehrwertsteuer und jeweils ohne eigene IPv4-Adresse.
Limitierte Angebote und Serverbörse bleiben eine Option
Hetzner verweist zugleich auf limitierte Angebote mit reduzierten Preisen. Diese hängen von der verfügbaren Hardware im Rechenzentrum ab und werden nur angeboten, solange entsprechende Systeme frei sind. Teilweise können dafür mehrere Wochen vergehen, etwa wenn Hardware erst durch Kündigungen wieder verfügbar wird.
Außerdem nennt Hetzner weiterhin die Serverbörse als Alternative. Dort richten sich die Preise nach Angebot und Nachfrage in einem Auktionsmodell. Für Kunden, die nicht zwingend aktuelle Hardware oder eine feste Konfiguration benötigen, kann das künftig noch wichtiger werden.
Hohe Hardwarekosten als Hintergrund
Als Hintergrund der Anpassung nennt Hetzner weiterhin hohe Beschaffungskosten für neue Hardware. Die Preisrunde ist damit Teil einer Entwicklung, die bereits Anfang des Jahres sichtbar wurde. Für Nutzer ändert sich trotzdem die Kalkulation deutlich.
Hetzner galt lange als sehr preisaggressiver Anbieter für Cloud- und Server-Infrastruktur. Mit den neuen Preisen bleibt das nicht in jeder Konfiguration automatisch so. Gerade wer neue Cloud-Server in den USA oder größere CCX-Instanzen bucht, muss künftig deutlich genauer vergleichen.