Die Welt der Sprachaufzeichnung verändert sich rasant. Früher reichten einfache Diktiergeräte völlig aus. Heute verlangen Nutzer und Arbeitnehmer smarte Lösungen. Der Hersteller Plaud schickt mit dem NotePin S ein neues Wearable ins Rennen. Das Gerät soll nicht nur Ton aufnehmen, sondern eine integrierte künstliche Intelligenz übernimmt die lästige Schreibarbeit im Nachhinein. Wir haben das Gadget über mehrere Wochen in einigen Meetings getestet. Unser kurzer Einblick zeigt das Potenzial und die Grenzen des Systems.
Kurzvorstellung: Was ist der Plaud NotePin S?
Der Plaud NotePin S ist ein extrem kompaktes KI-Diktiergerät. Das Wort „Wearable“ trifft es hier vermutlich am besten. Das Gerät wird direkt am Körper getragen und richtet sich an Journalisten, Studenten und Business-Nutzer. Das Ziel soll eine enorme Zeitersparnis sein.
Nach der Aufnahme wandelt die hauseigene Software das Gesprochene in Text um. Die App nutzt dafür fortschrittliche Sprachmodelle wie GPT-5.2, Gemini 3 Pro oder Claude 4.5. Neben dem reinen Text erhalten Nutzer eine strukturierte Zusammenfassung – auch mit unterschiedlichen Rednern. Das Gerät löst damit das größte Problem von langen Meetings: Man muss nicht mehr mühsam per Hand mitschreiben.
Design, Zubehör und Tragekomfort: Maximale Flexibilität
Das Design erinnert an eine kleine, elegante Pille oder an ein zu großes Tic Tac. Mit einem Gewicht von nur 17,4 Gramm ist der Recorder sehr leicht. Das Gehäuse besteht aus einer Mischung aus Aluminium und Kunststoff. Die Verarbeitung wirkt hochwertig und robust.
Das Besondere an der S-Version ist das vielseitige Zubehör. Im Lieferumfang befinden sich verschiedene Halterungen:
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Ein flexibles Armband aus Silikon
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Eine dezente Halskette
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Ein magnetischer Clip für die Kleidung
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Ein klassischer Pin zum Anstecken
Im Test überzeugte der Tragekomfort, denn das Gerät störte zu keiner Zeit. Gesprächspartner fühlen sich dadurch nicht von klobiger Technik abgelenkt. Nachfragen gab es natürlich dennoch, weil es aussieht wie ein Mikrofon.
Bedienung und Hardware: Ein smarter Knopf
Die Bedienung ist bewusst simpel gehalten. Es gibt kein Display sondern nur eine einzige Taste. Der NotePin S unterscheidet sich hier deutlich vom Vorgänger ohne das „S“. Ein langer Druck auf die physische Taste startet die Aufnahme. Das Gerät vibriert kurz als Bestätigung. Allerdings muss man sich diese Gesten einprägen. Ich habe beim zweiten Meeting bereits die Reihenfolge vergessen.
Die neue Marker-Funktion
Während einer laufenden Aufnahme erfüllt die Taste eine weitere wichtige Funktion. Ein kurzer Druck setzt einen digitalen Marker, sodass Nutzer wichtige Kernaussagen im Gespräch sofort markieren. Die KI berücksichtigt diese gesetzten Highlights später bei der Zusammenfassung, was bei der Nachbereitung nochmals Zeit spart. Ein erneuter langer Druck beendet die Aufzeichnung.
Technische Daten im Überblick
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Speicher: 64 Gigabyte (reicht für rund 480 Stunden Audio)
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Mikrofone: Zwei hochempfindliche MEMS-Mikrofone
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Akkulaufzeit: Bis zu 20 Stunden durchgehende Aufnahme
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Standby-Zeit: Ungefähr 40 Tage
Der Akku wird über eine mitgelieferte Ladeschale geladen. Diese besitzt einen modernen USB-C-Anschluss. Die Akkulaufzeit erwies sich im Test als absolut alltagstauglich. Eine Ladung reicht locker für eine Arbeitswoche mit einigen Meetings.
Audioqualität: Optimiert für die Stimme
Die zwei verbauten MEMS-Mikrofone arbeiten omnidirektional. Sie nehmen den Ton also aus allen Richtungen gleichmäßig auf. Die Hardware ist speziell auf die menschliche Stimme abgestimmt.
In geschlossenen Räumen wie Büros oder Hörsälen ist das Ergebnis hervorragend. Stimmen klingen sehr nah und glasklar. Der optimale Aufnahmebereich liegt bei etwa drei Metern. Sitzen Sprecher weiter entfernt, wird der Ton merklich leiser.
Bei lauten Umgebungsgeräuschen stößt der kleine Recorder an seine Grenzen. In lauten Umgebungen, beispielsweise bei Straßenlärm, filtert die Hardware Nebengeräusche nur mäßig.
Die App und KI-Funktionen
Das Diktiergerät sammelt nur die Rohdaten. Die eigentliche Arbeit passiert in der Plaud-App: Die Synchronisation erfolgt schnell via Bluetooth oder WLAN. Die App unterstützt über 110 Sprachen und Dialekte. Auch eine Desktop App gibt es, um die Arbeit am PC zu erleichtern. Alles nur per Smartphone zu machen, würde im Büro nicht gut ankommen 😉.
Die Erkennungsrate von Texten und Wörtern ist beeindruckend hoch. Selbst bei schnellem Sprechen vertippt sich die KI nur selten. Das System erkennt im Test auch verschiedene Sprecher automatisch. Die App ordnet den Text dann sauber den Personen „Sprecher 1“ und „Sprecher 2“ zu.
Nach dem Abtippen übernimmt dann die KI: Nutzer können aus verschiedenen Vorlagen wählen. Es gibt Mastervorlagen für wöchentliche Meetings, Vorlesungen, Interviews oder einfache Telefonate. Die Software filtert Füllwörter komplett heraus. Sie erstellt prägnante Bulletpoints und logische Abschnitte. Sogar visuelle Mindmaps generiert die App auf Wunsch. Das Ergebnis liegt innerhalb weniger Minuten vor.
Preise und Abo-Modell: Die laufenden Kosten
Der Anschaffungspreis für die Hardware liegt bei knapp 180 Euro. Das ist für die gebotene Verarbeitungsqualität angemessen. Käufer erhalten beim Erwerb ein kostenloses Starter-Paket. Dieses beinhaltet 300 Minuten Transkription pro Monat.
Für Gelegenheitsnutzer reicht das Gratis-Budget völlig aus. Wer jedoch täglich Meetings protokolliert, stößt schnell an das Limit. Das kostenpflichtige Pro-Abo schlägt mit rund 110 Euro pro Jahr zu Buche. Dafür erhalten Nutzer 1.200 Minuten im Monat. Die KI Funktionen sind aktuell immer mit drin. Diese Folgekosten muss man vor dem Kauf unbedingt einplanen. Der reine Export der Tondateien ist aber immer kostenlos.
Fazit: Ein Produktivitäts-Booster
Der Plaud NotePin S überzeugte grundsätzlich im Test als spezialisiertes Werkzeug. Er nimmt Nutzern die lästige Arbeit des Protokollierens ab. Das Design ist extrem leicht und die verschiedenen Tragemöglichkeiten sind in der Praxis durchdacht. Die Steuerung über die physische Taste klappt zuverlässig und wurde dezent gewählt. Die KI-Zusammenfassungen liefern einen echten Mehrwert für den Arbeitsalltag.
Abstriche gibt es bei lauten Hintergrundgeräuschen. Auch die jährlichen Abo-Gebühren für Vielnutzer sind ein Kritikpunkt. Wer jedoch beruflich viele Gespräche dokumentieren muss, findet hier einen hervorragenden Assistenten. Der NotePin S spart am Ende des Tages jede Menge wertvolle Zeit.
Weitere Infos gibt es auf der Webseite von Plaud: NotePin S



