Beelink baut sein Angebot im KI-Bereich weiter aus und kündigt eine neue Produktreihe an, die sich gezielt an Nutzer lokaler KI-Anwendungen richtet. Künftig sollen mehrere Mini-PCs bereits ab Werk mit einer vollständig eingerichteten OpenClaw-Umgebung ausgeliefert werden. Damit will der Hersteller vor allem die Einstiegshürde für lokale Sprachmodelle und KI-Agenten deutlich senken. Während viele Nutzer aktuell noch selbst Betriebssysteme aufsetzen, Abhängigkeiten installieren oder Treiber konfigurieren müssen, verfolgt Beelink einen anderen Ansatz. Die neuen Systeme sollen unmittelbar nach dem ersten Start einsatzbereit sein. Parallel dazu kündigt das Unternehmen spezielle SSD-Kits an, die bestehende Systeme nachträglich um eine vorkonfigurierte KI-Umgebung erweitern.
Lokale KI ohne aufwendige Einrichtung
Das Interesse an lokalen KI-Modellen wächst seit Monaten spürbar. Gleichzeitig zeigt sich jedoch, dass gerade weniger erfahrene Nutzer häufig bereits an der technischen Einrichtung scheitern. Genau an diesem Punkt setzt die neue OpenClaw-Serie an. Beelink liefert die Geräte mit vorbereiteter OpenClaw-Umgebung aus. Je nach Modell stehen dabei unterschiedliche Konzepte zur Auswahl. Einige Systeme konzentrieren sich vollständig auf lokale KI-Berechnungen, während andere stärker auf cloudbasierte Modelle ausgelegt sind. Optisch setzt der Hersteller zudem auf eine auffällige Sonderedition. Mehrere Modelle erscheinen in einem roten Metallgehäuse, das intern als „Lobster Red Edition“ bezeichnet wird.
Systeme für lokale Sprachmodelle und KI-Agenten
Im Mittelpunkt stehen vor allem leistungsstärkere Modelle wie der GTR9 Pro 395, SER10 MAX 470, SER9 Pro 370 oder die GTi-Systeme mit Intel-Prozessoren. Diese Geräte sind darauf ausgelegt, lokale Sprachmodelle direkt auf dem eigenen System auszuführen. Beelink hebt dabei insbesondere den Wegfall laufender Cloud-Kosten hervor. Die gesamte Verarbeitung erfolgt lokal auf dem Gerät, wodurch sensible Daten das eigene System nicht dauerhaft verlassen müssen. Gerade im professionellen Umfeld dürfte dieser Punkt für viele Nutzer entscheidend sein. Nach Angaben des Herstellers erreicht der GTR9 Pro mit AMD AI Max+ 395 bei GPT-OSS-120B-Modellen rund 52 Token pro Sekunde. Damit positioniert Beelink die Systeme klar im Bereich leistungsfähiger lokaler KI-Rechner.
Cloud-Modelle bleiben weiterhin Bestandteil
Neben den rein lokalen Lösungen bietet Beelink auch vorkonfigurierte Systeme für cloudbasierte KI-Dienste an. Dazu zählen unter anderem der SER9 Pro 255, der EQR7 Pro 7735HS sowie der EQi12 Pro 1235U. Diese Varianten richten sich eher an Nutzer, die auf Dienste wie GPT-4o, Claude oder Gemini zugreifen möchten, ohne eine komplexe Umgebung selbst einzurichten. Gleichzeitig sollen die Geräte weiterhin klassische Mini-PC-Aufgaben übernehmen können. Interessant fällt dabei vor allem die Positionierung gegenüber Apples Mac mini aus. Beelink verweist offensiv auf mehr Anschlüsse, bessere Erweiterbarkeit sowie größere Speicheroptionen innerhalb vergleichbarer Preisbereiche.
Dual-Boot mit Windows und Ubuntu geplant
Zusätzlich plant Beelink mehrere Modelle mit vorinstallierter Dual-Boot-Konfiguration. Nutzer sollen direkt zwischen Windows und Ubuntu mit OpenClaw wechseln können. Dadurch lassen sich klassische Windows-Anwendungen weiterhin uneingeschränkt nutzen, während parallel eine native Linux-Umgebung für KI-Entwicklung und lokale Modelle bereitsteht. Vor allem Entwickler und technisch versierte Nutzer mit gemischten Workflows dürften davon profitieren. Der Ansatz erinnert zunehmend an klassische Workstation-Konzepte, wird hier allerdings auf kompakte Mini-PC-Systeme übertragen.
SSD-Kits erweitern bestehende Systeme
Neben neuen Geräten bringt Beelink erstmals auch SSD-Upgrade-Kits mit vorbereiteter KI-Umgebung auf den Markt. Die Kits richten sich an Nutzer vorhandener kompatibler Systeme. Zum Einsatz kommen SSDs von Crucial mit Kapazitäten von 1 TB, 2 TB oder 4 TB. Bereits ab Werk enthalten die Laufwerke Ubuntu, OpenClaw sowie vorkonfigurierte lokale KI-Modelle – sofern die jeweilige Hardware dies unterstützt. Gleichzeitig bleiben die SSDs später weiterhin als normale Datenträger nutzbar.
Drei Jahre Garantie und eigener KI-Support
Für sämtliche OpenClaw-Produkte kündigt Beelink eine dreijährige Garantie an. Zusätzlich will das Unternehmen einen eigenen KI-Support bereitstellen, der Nutzer bei Einrichtung und Betrieb unterstützen soll. Die neuen Systeme sowie die SSD-Kits sollen in Kürze über die offizielle Website von Beelink und später auch über Amazon erhältlich sein. Einen konkreten Verkaufsstart nennt das Unternehmen bislang allerdings noch nicht.

Der GTR9 Pro 395 kostet geschmeidige US$ 4.399,-. Dafür bekommt man:
AMD Ryzen™ AI Max+ 395, Max Turbo Frequency 5.1 GHz (16C/32T), 64 MB L3 Cache
AMD Radeon 8060S Graphics 40CUs (laut Beelink soll die iGPU angeblich etwa so schnell sein wie eine Nvidia RTX 4070 Mobile)
128GB (16GB*8) LPDDR5X 8000MT/s (verlötet)
Dual M.2 2280 PCle4.0 X4, Max 16TB (8TB*2), Available: 2TB (2TB*1)
DP2.1 8k 60Hz*1
HDMI 2.1 8K 60Hz*1
USB4 (40Gbps/DP1.4)*2
180x180x90.8mm (ohne die Gummifüsse), 2,3kg
WiFi7, Bluetooth 5.4 (MT7925 Wireless Card)
3 Jahre Garantie
Der SER10 MAX AMD Ryzen™ AI 9 HX 470 soll ab US$ 1.299,- kosten. Dafür bekommt man:
AMD Ryzen™ AI 9 HX 470 12C/24T, Max Boost Clock: 5.2GHz, L2+L3 Cache 36MB
AMD Radeon™ 890M, Graphics Cores: 16 CU, Graphics Frequency: 3100MHz
32GB DDR5 5600MT/s (das Upgrade auf 64GB kostet US$ 300,- Aufpreis)
Dual M.2 2280 PCle4.0 X4, Max 8TB (Maximum 4TB per module)
MSC 2.0 – Cooling System, Vapor Chamber + Silent Fan + SSD Heatsink
DP(4K 240Hz) * 1 + HDMI(4K 240Hz) * 1 + USB4 (40Gbps/PD/DP1.4) * 1
WiFi 6 (Intel AX200), Bluetooth 5.2
3 Jahre Garantie
Wem die Grafikleistung nicht reicht, kann für US$ 179,- noch die Beelink Multi-Functional EX Pro Docking Station kaufen und da dann eine dedizierte Grafikkarte anschliessen.
Unter Berücksichtigung der aktuellen Marktpreise schlägt eine RTX 5090 mit ca. EUR 3.000,- zu Buche, was imho total krank ist. In Kombination mit dem GTR9 Pro 395 und der EX pro Docking Station liegt man laut aktuellem Wechselkurs bei insgesamt EUR 6.893,- für so ein System. Es ist klein, optisch unspektakulär und extrem leistungsstark. Ob das den Preis rechtfertigt, muss jeder selbst entscheiden. Ich kann mir aber durchaus valide Anwendungsfälle jenseits von Gaming vorstellen.