Bundesnetzagentur bereitet Abschaltung des DSL-Netzes vor

Der schrittweise Abschied von DSL nimmt konkrete Formen an. Mit einem neuen Regulierungskonzept legt die Bundesnetzagentur erstmals detailliert dar, wie der Übergang von kupferbasierten Netzen hin zu Glasfaser künftig gesteuert werden soll. Ziel ist ein geordneter, wettbewerbskonformer Technologiewechsel – ohne abrupte Brüche für Verbraucher oder Marktteilnehmer. Der Wechsel erfolgt dabei nicht freiwillig, sondern perspektivisch regulatorisch kontrolliert. Das klassische DSL-Netz soll langfristig außer Betrieb gehen, sobald in einem Gebiet bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind.

Symbolfoto: unsplash

Geordnete Migration statt Wildwuchs

Nach Auffassung der Bundesnetzagentur soll die Kupfer-Glas-Migration regelgebunden erfolgen. Entscheidend sind objektive Kriterien wie eine ausreichende Glasfaserabdeckung sowie verfügbare Vorleistungsangebote für alternative Anbieter. Erst wenn diese Bedingungen erfüllt sind, soll eine Abschaltung des Kupfernetzes möglich sein. Wichtig dabei: Die Stilllegung darf nicht davon abhängen, welcher Netzbetreiber den Glasfaserausbau vorgenommen hat. Ziel ist es, gleiche Wettbewerbsbedingungen zu schaffen und Investitionen planbar zu machen – unabhängig von Marktposition oder regionaler Ausbauhistorie.

Konsultation eröffnet – rechtlicher Rahmen im Fokus

Das nun veröffentlichte Regulierungskonzept befindet sich in der Konsultationsphase. Marktteilnehmer, Verbände und interessierte Kreise können bis zum 16. März 2026 Stellung nehmen. Die Bundesnetzagentur macht dabei deutlich, dass das Papier keinen Endpunkt markiert, sondern den Auftakt für weiterführende Diskussionen bildet. Klar ist jedoch auch: Für die Umsetzung des Konzepts sieht die Behörde zusätzlichen Handlungsbedarf im geltenden Rechtsrahmen. Ohne erweiterte regulatorische Instrumente lassen sich die vorgesehenen Prozesse nicht vollständig abbilden.

Kupfer wirtschaftlich am Ende

Hintergrund der Pläne ist eine klare technische und wirtschaftliche Entwicklung. Während Glasfaseranschlüsse langfristig nahezu unbegrenzte Bandbreiten ermöglichen, stößt das Kupfernetz zunehmend an physikalische und wirtschaftliche Grenzen. Der Weiterbetrieb gilt perspektivisch als unrentabel. Mitte 2025 galten rund 55 Prozent der Anschlüsse in Deutschland als infrastrukturell glasfaserfähig, also zumindest bis zur Grundstücksgrenze vorbereitet. Tatsächlich vollständig angeschlossen waren jedoch erst rund 21 Prozent. Der Ausbaubedarf bleibt damit erheblich – regional sehr unterschiedlich ausgeprägt.

Übergang betrifft den gesamten Markt

Aktuell wird der Großteil der Endkunden weiterhin über VDSL, Kabelnetze und erste Glasfaseranschlüsse versorgt. Diese Technologien stehen noch im Wettbewerb zueinander. Langfristig geht die Bundesnetzagentur jedoch davon aus, dass reine Glasfasernetze die Versorgung vollständig übernehmen werden. Genau deshalb soll der Übergang frühzeitig strukturiert werden. Das betrifft nicht nur technische Fragen, sondern auch Themen wie Vorleistungsprodukte, Kostenverteilung, Zeitpläne und Kundenkommunikation.

Pilotprojekte und Verbraucherinformation

Bereits im vergangenen Jahr wurden im Rahmen des Gigabitforums mehrere Pilotprojekte zur Kupfer-Glas-Migration durchgeführt. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse fließen nun in die weitere Ausarbeitung des Gesamtkonzepts ein. Parallel richtet sich die Bundesnetzagentur auch an Verbraucher. Über das Portal „Glasfaser statt Kupfer“ werden Hintergründe zum Technologiewechsel erläutert und häufige Fragen beantwortet – ein Schritt, um Unsicherheiten frühzeitig zu begegnen.

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