Knuddels & eBay Kleinanzeigen reagieren auf RTL-Beitrag zu Cybergrooming

Das war harter Tobak am Montag-Abend bei RTL. Zweieinhalb Stunden hat der Kölner Fernsehsender auf Werbung jeglicher Art verzichtet, um einem Thema Aufmerksamkeit zu schenken: Cybergrooming . Kinder werden zu sexuellen Objekten im Internet und ältere Menschen vergehen sich an Minderjährigen. Vor Allem die Plattformen Knuddels und eBay Kleinanzeigen werden hier hervorgehoben.

In diesem „RTL Spezial“ mit dem Namen „Angriff auf unsere Kinder“ schlüpften drei Erwachsene Schauspieler in die Rolle von 12-jährigen Kindern. Das schockierende: Innerhalb von 3 Tagen erhielten die drei über 500 sexualisierte und übergriffige Kontaktanfragen. Ein Armutszeugnis für das Internet und eine große Gefahr für Minderjährige.

Direkt zu Anfang wurde das Chatportal „Knuddels“ in den Fokus gerückt, welches bereits seit Jahren in der Kritik steht. Eine Altersverifizierung oder einen realen und echten Nachweis muss hier keiner erbringen. Theoretisch ist das Mindestalter auf 14 festgelegt, aber diese Hürde kann leicht übergangen werden, wie auch der Beitrag von RTL zeigte.

Knuddels ist eine Chat-Plattform und wird von allen Altersgruppen genutzt und so bekommen die drei Jugendlichen nahezu alle Viertelstunde eine neue Anfrage zum Chatten. Die meisten Anfragen davon sind sexualisiert und unter der Gürtellinie. Fragen wie „Hast du einen Busen?“ oder „Kannst du mir mal ein Bild von dir schicken?“ sind noch harmlos. Obwohl die Schauspieler immer wieder betonen, dass diese erst 12 Jahre alt sind, hören die Männer nicht auf und wollen noch mehr.

Das ganze Thema und der ganze Beitrag von RTL war vielfältig und informativ. Wir wollen jetzt gar nicht so sehr alle Details aufzählen und beleuchten, das würde die Größe des Beitrags sprengen. Kurz gesagt: Der Altersnachweis bei Knuddels ist so gut wie nicht gegeben und die Plattform meldete sich nach dem Ausstrahlen der Spezial-Sendung zu Wort. In einem Statement heißt es:

"[…] Es ist uns wichtig, unsere Nutzer*innen maximal gut zu schützen – das gilt natürlich insbesondere für Jugendliche. […] Auch wir tragen hier maßgebliche Verantwortung für den Jugendschutz auf Chat-Plattformen. Alle unsere Mitarbeiter*innen, Administratoren*innen und Moderatoren*innen kümmern sich darum, Verdachtsmeldungen mit kritischen Inhalten umfassend und ohne jede Verzögerung nachzugehen. Bei Verstößen arbeiten wir vollumfänglich mit den Polizeibehörden und Landeskriminalämtern zusammen.

Die Berichterstattung hat uns dennoch aufgezeigt, dass wir mit unseren bisherigen Schutzmaßnahmen noch weiter gehen müssen. Deshalb werden wir bereits innerhalb der kommenden zehn Tagen unseren Jugendschutz weiter ausbauen.

Dazu gehören folgende Maßnahmen:

  1. Über einen technischen Filter wird im Chat erkannt, ob ein*e Nutzer*in bei der Registrierung eine falsche Altersangabe gemacht hat. Das Gespräch wird in diesem Fall sofort beendet und der Account nach ausführlicher Prüfung gesperrt.
  2. Um Minderjährige im Falle von kritischen Situationen stärker zu unterstützen, wird der bereits vorhandene Melde-Button noch deutlicher dargestellt."

Was sehr schade ist, dass so ein Thema erst große Aufmerksamkeit erhalten muss, damit was passiert. Ich selbst habe schon oft gehört, dass die Plattform keine gute sein soll und das hat sich anscheinend in den letzten Jahren kaum geändert. Umso wichtiger ist es, in Zukunft noch mehr Maßnahmen gegen diese Menschen zu ergreifen.

Doch auch eBay Kleinanzeigen hat mit sexuellen Nachrichten und Tätern zu kämpfen. In dem RTL Beitrag wollte sich die 12-jährige Hanna einen Job als Babysitter suchen. Doch auch hier kamen neben echten Anfragen auch sexuelle Nachrichten ins Postfach geflogen. Das abartige hier ist die Tatsache, dass Hanna ganz klar ihr Alter (12) angegeben und sogar ein Foto von sich hochgeladen hat.

Auch eBay reagierte und hat den Kollegen von Stadt Bremerhaven mitgeteilt, dass man in Zukunft eine verbindliche Verifizierung einführen möchte. Dadurch sollen Kategorien, wie Kinderbetreuung oder Nachhilfe besser geschützt sein. Ebenso soll bei einer Kontaktaufnahme ab sofort die Handynummer für eine SMS-Tan abgefragt werden. Gute Schritte, die aber für viele Jugendliche Jahre zu spät kommen.

 

"Ich habe lange überlegt, ob ich etwas zu diesem Thema in unserem Blog veröffentliche und ich kann es verstehen, wenn manche so etwas nicht gerne lesen oder es an dieser Stelle oder in diesem Blog falsch finden. Doch auch unser Blog ist im Internet sichtbar und aktiv und wird von vielen gelesen. Auch wir möchten mehr Aufmerksamkeit für das Thema schaffen. Kinder wissen nicht, auf wen sie sich einlassen sollen und können nicht abschätzen, was eine deutlich ältere Person von ihnen möchte. Aber eins ist sicher: Jedes Elternteil sollte einen Blick auf die Geräte der Kinder werfen. Es gibt auch diverse Apps von Microsoft oder Google, die eine genaue Überwachung und Sperrung einzelner Dienste beinhaltet. So können beispielsweise installierte Apps überprüft werden. "
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