Die LG G Watch R im Test – Gut aber auch ausbaufähig

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Einleitung

2014 war nicht nur das Jahr der UHD TV-Geräte bzw. des Themaas „4k“ sondern auch das Jahr von zahlreichen Smartwatches. Als erste Smartwatch mit rundem Display stellte LG kurz vor der IFA 2014 die LG G Watch R vor und konnte sich rein vom bisherigen Aussehen der eckigen Exemplare absetzen und punkten. Endlich sah auch ein Smartwatch aus, wie eine „normale“ Uhr. Im Zusammenspiel mt Android Wear soll so der User seine wichtigsten Informationen schnellstmöglich erhalten und Funktionen aus Sport und Co. nutzen können.

Nach dem doch schlechtem Abschneiden der ersten G Watch im eckigen Design will man hier aus Fehlern gelernt haben, setzt aber trotzdem hauptsächlich auf das Design sowie die verbaute Hardware und will damit den User überzeugen. Das Display soll brilliant für eine Smartwatch, und gegenüber dem direkten „Gegenspieler“ – der Moto  360 – deutlich besser sein.

Designtechnisch möchte man eher sportlich wirken und trotzdem stellt sich gerade für mich die Frage, ob eine Smartwatch einen Mehrwert hat oder ob diese als Spielerei anzusehen ist. Reicht ein Smartphone nicht grundsätzlich aus, um über Nachrichteneingänge informiert zu werden ? Letztlich steht also die Frage im Raum „Brauch man eine Smartwatch oder nicht“? Zumindest für mich habe ich in meinem 14-tägigem Test ein Urteil gefällt, welches ich euch am Ende mitteilen werde.

Ausstattung und Lieferumfang

Beim Lieferumfang gibt es bei der G Watch R nicht vieles zu nennen. Neben der Uhr selbst gibt es das entsprechende Ladepad mit USB-Kabel und Kurzanleitung.

Bei der Ausstattung setzt LG auf ein 1,3 Zoll großes P-OLED Display mit einer Auflösung von 130 x 130 Pixeln. Angetrieben wird die Uhr vom Snapdragon 400 mit 1,2 GHz. Also genug Leistung vorhanden, treibt genau dieser Prozessor doch auch das sehr gute LG G Pad 8.3 an. Unterstützung gibts von 512 MB RAM. Der interne Speicher beträgt 4 GB. Zusammen mit dem Lederarmband bringt die G Watch R insgesamt 62 Gramm auf die Wage. Die Abmessungen des Gehäuses belaufen sich auf 53,6 x 46,4 mm in der Länge und Breite sowie 9,7 mm in der Höhe.

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Die Verbindung mit eurem Smartphone wird per Bluetooth 4.0 LE hergestellt. Der Akku liefert 410 mAh. An Sensoren findet man einen Beschleunigungssensor, Pulsmesser, Kompass und Barometer wieder. Fehlen tut auch hier GPS. Auch ein Helligkeitssensor wurde seitens LG leider nicht verbaut. Ebenso ist die Uhr staubdicht und kann kurzzeitig mit ins Wasser genommen werden. Zumindest bis einem Meter und bis zu 30 Minuten soll die Uhr auch unter Wasser durchhalten können.

Grundsätzlich also leistungstechnisch der Moto 360 überlegen, einen Helligkeitssensor zur automatischen Regelung der Displayhelligkeit hätte LG auch zu Gunsten des Akkus ruhig verbauen können. Trotzdem kann man rein bei der Austattung und dem Lieferumfang nicht wirklich negative Punkte finden.

 

Design & Optik

Rund ist das Motto der LG G Watch R und wie bereits gesagt, möchte man damit die Blicke der User auf sich ziehen. Neben dem runden Display wird die G Watch R mit einem Lederarmband und Metallgehäuse geliefert. Auf den ersten Blick macht die G Watch R einen sportlichen Eindruck, wirkt aufgrund der Maße aber doch etwas klobig.

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Die Uhr will sportlich aber auch elegant wirken. Beides geht leider nicht und mit der Eleganz einer ZenWatch von Asus kann LG hier einfach nicht mithalten. Das Display ist ausreichen groß, wirkt aber aufgrund des dicken Rahmens zu groß am Arm.

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Auch das Lederarmband ist am Anfang doch etwas störrisch. Somit tendiere ich eher dazu, die G Watch R dem sportlichen User ans Herz zu legen – zumindest findet sie rein vom Design her dort ihr „zu Hause“.

An der rechten Seite der G Watch R findet man den sogenannten Home-Button wieder. Leider ist auch der etwas zu groß geraten. Eine Nummer kleiner hätte hier vollkommen ausgereicht.

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Die Rückseite ist aus Kunststoff und hier findet man neben den Ladekontakten auch den Pulsmesser wieder.

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Als Letztes sei noch gesagt, dass sich auch ein kleines Micro im unteren Bereich der Uhr befindet, welches für eure Spracheingaben bestimmt ist.

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Festzuhalten bleibt, dass die LG G Watch R als erste runde Smartwatch einer normalen Uhr endlich nahe kommt. Rein von der Verarbeitung kann man LG hier nichts negatives nachsagen. Das Design ist grundsätzlich ist aber deutlich ausbaufähig. Das runde Display gefällt – leider der vorhandene Rahmen nicht. Dieser sorgt dafür das die Uhr eher klobiog und nicht elegant wirkt und auch deutlich zu groß am Handgelenk aussieht. Die Uhr richtet sich zwar an den sportlichen Typen unter uns, kann aber auch hier aufgrund der Abmessungen nicht ganz überzeugen. Auch das Lederarmband ist anfänglich recht sperrig, kann aber gewechselt werden.

LG hat aus den Fehlern der ersten G Watch gelernt, hat aber auch im Falle der G Watch R Potenzial nach Oben, was das runde Design angeht. Möglicherweise sehen wir ja demnächst den nächsten Ablerger der G Watch R. Weiniger Rahmen, gleich ein wirklich hochwertiges Lederarmband oder Metallarmband und etwas flacher – so wäre Negatives beim Aussehen behoben.

 

Display und Akkulaufzeit

Bei dem Display setzt LG auf die P-OLED Technik. 1,3 Zoll misst das Display und liefert 130 x 130 Pixel an Auflösung. Hier kann ich mich kurz fassen. Das Display ist gut. Helligkeit und Farbtreue passen. Der Kontrast ist gut und auch bei direkter Sonneneinstrahlung ist alles gut ablesbar. In insgeamt 6 Helligkeitsstufen ist die G Watch R konfigurierbar – hier bitte ich LG beim nächsten Modell doch einen Helligkeitssensor zu integrieren.

Doch was macht denn eigentlich die Akkulaufzeit ? Persönlich hab ich festgestellt, dass die LG G Watch gut über den Tag kommt. Wie lange genau der Akku jetzt durchhalten würde, habe ich nicht getestet, denn abends kommt die Uhr wie auch das Smartphone eh an die Ladestation. Auch mehrfaches „herumspielen“ an der Uhr, aktivieren des Pulsmessers etc. bringen den Akku nicht so ins Schwitzen, so dass die Uhr gut über den Tag kommt.

 

Die LG G Watch R im Alltagstest und die Software

Doch wie schlägt sich die G Watch R denn nun eigentlich im Alltag. Und hier muss ich grundsätzlich sagen – doch sehr gut. Zur Helligkeit und Farbwiedergabe hab ich mich ja schon geäußert und auch der Rest passt grundsätzlich. Leider ist die G Watch R auch an Android Wear und somit Google gebunden und hat somit kaum Spielraum. Die Uhr selbst kann immer eingeschaltet bleiben oder das Display manuell abschalten. Erst mit einer Bewegung zum Gesicht wird es dann wieder aktiviert, was mir persönlich am meisten zusagte, denn das Geleuchte auch in den Abendstunden hat mich etwas gestört. Aufgrund des deaktivierten Displays erkennt man aber auch sofort, dass es sich hierbei um keine „echte“ Uhr handelt. Gefallen tut mir der „Kino-Modus“ wo die Uhr grundsätzlich in eine Art Ruhezustand versetzt wird. Nachrichten und Co. werden hier nicht angezeigt und man kann in Ruhe seinen Film genießen.

Die Ersteinrichtung der G Watch R ist relativ simpel. Zunächst müsst ihr auf eurem Smartphone die Android Wear Software installieren und dann mit der Uhr koppeln. Anschließend bei Android Wear ein paar Konfigurationen vornehmen sowie bei einzelnen Anwendungen die Verknüpfungen zur Wiedergabe auf der Uhr aktivieren. Die Uhr selbst bietet ebenfall ein Konfigurationsmenü und hier gibts dann auch insgesamt 23 unterschiedliche Displays zur Auswahl. Aufgrund des runden Displays passt am besten das Design einer normalen Uhr mit Zeiger. Um die grundlegenden Menüfunktionen zu erreciehen muss man einfach auf dem Display der Uhr nach unten streichen.

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Mittels Doppel-Tippen auf die Uhr gelangt man zur Google Suche mit Spracheingabe, dem Einstellungsmenü sowie weiteren Funtionen wie der Stoppuhr, dem Pulsmesser und mehr.

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Sobald ihr eine Nachricht auf dem Smartphone bekommt, wird euch die Nachricht auch auf dem Display der G Watch zum Teil angezeigt. Bei Anrufen wird euch angezeigt, wer gerade anruft und ihr könnt mit Hilfe der Uhr auch direkt abnehmen.

Das runde Design bringt aber bei einigen Apps auch Nachteile mit. So werden Texte teilweise abgescnitten bzw. Buchstaben sind nicht zu erkennen.

Anzusprechen ist auch der Pulsmesser. Nutzt ihr diesen dann gibts aber kein lässiges Tragen der Uhr. Hier muss die Uhr schon wirklich fest am Handgelenk „verzurrt“ werden, sonst gibts keine Messung.

Festzuhalten bleibt in meinem 14-tägigem Test, dass die Ersteinrichtung auch für Neulinge wie mich ein Kinderspiel gewesen ist. Auch die Konfigurationen und Einstellungen sind leicht zu erreichen und selbsterklärend. Ein Ablesen auch bei direkter Sonnenseinstrahlung war immer problemlos möglich – vermisst habe ich lediglich den Helligkeitssensor. Die Benachrichtigungen auf der Uhr kommen kaum zeitverzögert gegenüber den Eingängen auf dem Smartphone an, was gefällt. Und rein leistungstechnisch gibts hier keine Ruckler oder ähnliches.

 

Mein Fazit

Skeptisch war ich bei meinem ersten „Gehversuch“ mit einer Smartwatch, bin ich bis dato doch der Vertreter gewesen, dass eine Smartwatch eher Spielerei ist und man diese nicht wirklich braucht. Rein vom Design her macht die G Watch R vieles richtig bzw. beser als beim Vorgänger, hat aber auch noch deutliches Potenzial zur Verbesserung. Persönlich gefällt mir die ZenWatch von Asus besser. Der Rahmen um das sehr gute Display ist deutlich zu breit und zerstört meines Erachtens das Design und die gute Verarbeitung. Auch der Home-Button wirkt zu klobig. Auch das Lederarmband könnte für den Preis von knapp 242,- Euro (aktueller Amazonpreis) hochwertiger ausfallen. Benachrichtigungen kommen ohne Zeitverzug auf der G Watch an, so dass man auch ohne Smartphone auf dem Laufenden bleiben kann.

Doch braucht man nun eine Smartwatch ?

Und hier bleibt für mich persönlich meine bisherige Meinung bestehen. Ich selbst brauche keine Smartwatch – denn ich muss nicht immer alle Benachrichtigungen gleich erhalten. Für den Sport nutze ich lieber einen reines Fitnessarmband. Da hier auch die Bluetoothverbindung bestehen muss, bringt mir die Uhr auch nicht wirklich viel, wenn ich mein Smartphone bei einer Radtour oder anderen Sachen mal zu Hause lasse.

Entscheiden muss aber letztlich jeder für sich selbst. Ich bin gespannt wohin die Reise gehen wird. Smartwatches werden in den nächsten Jahren vermehrt kommen, ob sie aber „echte“ Uhren verdrängen können, bezweifel ich.

Habt ihr selbst eine Smartwatch oder wie seht ihr den Nutzen einer solchen Uhr ?

Mein Dank geht an dieser Stelle an LG für das Bereitstellen der LG G Watch R.

Die LG G Watch R im Test – Gut aber auch ausbaufähig
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