Die IFA 2026 ist für GMKtec offenbar mit einem unschönen Nachspiel zu Ende gegangen. Nachdem der Hersteller in Berlin unter anderem seinen neuen EVO-X5 Pro erstmals einem größeren internationalen Publikum präsentiert hatte, wurden nach Angaben des Unternehmens sämtliche im Standlager verbliebenen Demo-Geräte gestohlen. GMKtec hat den Vorfall inzwischen gegenüber Medien bestätigt. Ich selbst war während der IFA bei GMKtec vor Ort und hatte unter anderem an der Pressekonferenz des Herstellers teilgenommen. Der EVO-X5 Pro gehört dabei zu den zentralen Neuheiten am Stand und wurde gemeinsam mit AMD präsentiert. Dass ausgerechnet die ausgestellten Geräte nach Ende des eigentlichen Messebetriebs verschwinden würden, dürfte bei GMKtec entsprechend für wenig Begeisterung gesorgt haben.

Demo-Geräte nach Messeschluss eingeschlossen
Nach Darstellung von GMKtec ereignete sich der Vorfall nach dem offiziellen Ende des Messebetriebs am 6. September. Die eingesetzten Demo-Geräte des EVO-X5 Pro sowie weitere hochwertige Vorführgeräte seien anschließend im Lagerbereich des Messestandes eingeschlossen worden.Als Mitarbeiter am folgenden Tag, dem 7. September, zum Stand zurückkehrten, sei der Lagerbereich jedoch nicht mehr ordnungsgemäß verschlossen beziehungsweise „compromised“ gewesen. Sämtliche dort untergebrachten Demo-Geräte seien verschwunden. GMKtec spricht in seiner Mitteilung ausdrücklich davon, dass alle Geräte gestohlen worden seien. Wie viele Systeme konkret entwendet wurden und welchen Gesamtwert die gestohlene Hardware hat, nennt das Unternehmen bislang nicht. Ebenfalls geht aus der Mitteilung nicht hervor, wie sich Unbefugte Zugang zum Lager verschaffen konnten oder ob neben GMKtec weitere Aussteller von ähnlichen Vorfällen betroffen waren. Die Angaben zum Ablauf stammen derzeit von GMKtec selbst. Eine unabhängige Bestätigung des Vorfalls durch die Polizei oder die Messe Berlin liegt uns zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht vor.
EVO-X5 Pro gehörte zu den wichtigsten Neuheiten von GMKtec
Besonders ärgerlich dürfte der Verlust des EVO-X5 Pro sein. Das System feierte auf der IFA 2026 seine internationale Premiere und positioniert sich deutlich oberhalb der klassischen Mini-PCs. Im Inneren arbeitet AMDs Ryzen AI Max+ PRO 495. Hinzu kommen unter anderem zwei USB4-Anschlüsse an Vorder- und Rückseite, drei M.2-Steckplätze sowie zwei 10-Gigabit-Ethernet-Anschlüsse. GMKtec zielt damit weniger auf den klassischen Office-PC als vielmehr auf Entwickler, professionelle Anwender und lokale KI-Workloads. Gerade die Kombination aus Ryzen AI Max+ und der vergleichsweise umfangreichen Erweiterbarkeit war während der Messe eines der Themen, mit denen GMKtec den EVO-X5 Pro positionierte. Das Unternehmen spricht dabei inzwischen verstärkt von „Desktop AI Supercomputing“ und will sich damit ein Stück weit vom klassischen Mini-PC-Markt lösen. Der EVO-X5 Pro erhielt während der IFA nach Angaben des Herstellers zudem zwei „Best of IFA 2026“-Auszeichnungen europäischer Tech-Publikationen.
GMKtec will Marktstart trotz Diebstahl beschleunigen
Auf die weitere Einführung des EVO-X5 Pro soll der Vorfall offenbar keinen unmittelbaren Einfluss haben. Im Gegenteil: GMKtec erklärt in seinem Statement, dass die Resonanz während der IFA die Nachfrage nach leistungsfähiger Hardware für lokale KI-Anwendungen bestätigt habe. Auch die Zusammenarbeit mit AMD und weiteren Partnern soll fortgesetzt werden. GMKtec sieht den EVO-X5 Pro dabei als Ausgangspunkt für weitere Systeme rund um sogenannte Agentic-PC-Anwendungen und lokale KI-Verarbeitung. Etwas kurios wirkt in diesem Zusammenhang allerdings die von GMKtec zur Mitteilung veröffentlichte Grafik. Darauf heißt es groß „ALL DEMO UNITS ‘TAKEN’“, darunter bedankt sich das Unternehmen für die „incredible support“. Ohne den Kontext könnte man das durchaus als augenzwinkernde Meldung über restlos vergriffene Geräte verstehen. Tatsächlich bezieht sich das „taken“ nach Angaben von GMKtec jedoch auf den Diebstahl der Vorführgeräte. Für GMKtec dürfte damit eine ansonsten erfolgreiche IFA einen ziemlich unerwarteten Abschluss gefunden haben.
Schöner PR-Stunt. Die hätten die Geräte doch eh nicht wieder mit nach Asien genommen. So kommen sie überall kostenlos in die IT-Presse.
War auch mein erster Gedanke.
Aber auch wenn nicht,… die Geräte sind doch heute Gold werdt, alleinewegen des RAM. Ich hätte die ja mitgenommen und nicht dort belassen. Auch nicht weggeschlossen. Naja, und irgendwie wird der ganze Kram ja schon versichert sein, denke ich mir.